Einmal quer durch Skandinavien! Mit dem Wohnwagen zum zum Nordkap – Teil I

Caddy am Nordkap

Ehrlich gesagt, können wir es noch nicht so recht glauben, als wir frisch Corona-getestet, kurz nach Mittwoch Mittag im Caddy sitzen und mit samt Wohnwagen Richtung Travemünde starten. Wir fahren wieder direkt nach der Zeugnisausgabe der Kinder ab, dieses mal aber etwas entspannter, Line und ich haben nämlich schon frei. Die feierliche Zeugnisausgabe unseres Jüngsten ist emotional mindestens genauso intensiv, wie unsere Freude auf diesen Urlaub. Vielleicht ist die Freude auch etwas größer. Auf jeden Fall hält sie deutlich länger an. Die erste Etappe ist überschaubar. Auf die Fähre nach Helsinki können wir sowieso erst nach Mitternacht. Das wir allerdings so reibungslos durchkommen hätten wir nicht gedacht und aus dem „wir schauen erstmal wo wir hinmüssen und suchen uns danach was zum Essen“ wurde ein „auf einmal stehen wir ganz vorn in der Schlange am Check-In“. Einerseits natürlich gut, andererseits haben wir so gefühlt unendlich viel Zeit. Also Basketball raus, Kaffee kochen, Hörbuch hören. (Apropos Hörbuch, Line hat beschlossen, wir sollten euch erzählen, was wir immer so hören, eine Zusammenfassung aller Bücher gibt es also am Ende dieses und der folgenden Blogs!) Neben uns in der Spur wartet ein älterer Herr, der tatsächlich mit dem Mofa nach Finnland reiste…

Wenn ich ehrlich bin, nervt das Warten trotz Essen, Trinken und Toilette und wir sind alle froh, als wir gegen 0:30 Uhr endlich aufs Schiff dürfen. Die Kabinen sind fertig und wir wollen nur noch schlafen. Ein wenig mulmig ist uns schon, wir denken doch alle mit etwas Schrecken an unsere Überfahrt nach Bergen vor 2 Jahren. Aber die Ostsee war glatt wie ein Baby… (ihr wisst schon) und so pennen alle bis zum nächsten Morgen halb 11. (laut unserer Uhr) Zum Glück gibt es bei Finnlines statt dem Frühstück Brunch bis 13:00 Uhr. Was wir nicht bedenken, auf dem Schiff gilt die finnische Zeit, die haben uns also ein Stunde vom Essen geklaut. Wir werden trotzdem satt und alle sind von dem reichhaltigen Buffet begeistert. Es gibt wirklich alles, was man sich wünscht. Unser Kleinster isst sich einmal durch Süßes, Schnitzel, Nuggets, Lachs und, und, und. Das Wetter ist herrlich und so genießen wir den ganzen Tag an Deck oder beim Essen. Selbst der Kaffee ist spitze – Lob an Finnlines!

Erst spät kommen wir zurück in unsere Koje, nicht ohne noch einen Cocktail auf dem Außendeck zu uns genommen zu haben. Im T-Shirt!

Am nächsten Morgen sind wir schon in Helsinki. Die Fahrt war so erholsam und entspannt, wir hätten auch noch einen Tag hier verbracht. Nun sind wir aber gespannt auf Finnland im Sommer. Punkt 9:00 Uhr rollen wir von Board, müssen noch kurz unseren digitalen Impfpass vorzeigen und stehen 15 Minuten später schon auf dem Campingplatz am Rande Helsinkis. Ein relativ großer Platz aber gut genug gelegen, um uns sofort in die City aufzumachen.

Helsinki am Abend

Wir hängen also nur den Wohnwagen ab und starten im Caddy auf in die Stadt. Dort parken wir in dem spektakulärsten Parkhaus unserer Reisegeschichte (wie sich herausstellen soll, auch in dem teuersten!) Das Parkhaus liegt weit unter der Erde mitten im Fels. An der Decke hängen überall Schalen, damit sich am Boden vom Tropfen keine Stalagmiten bilden.

Unser Caddy im teuersten Parkhaus ever

Von dort, tief in der Erde, kommt man mit einem, schier endlos wirkenden Fahrstuhl mitten in der City raus. Irgendwie packt uns Helsinki an diesem Tag nicht so richtig. Keine Ahnung ob die Erwartungen zu hoch waren oder die Lobeshymnen im Netz zu viel. Wir laufen eine ganze Weile durch die Stadt auf der Suche nach dem „richtigen“ Helsinki. Landen in trostlosen Neubaugebieten, und Industriegebieten. Was uns aber begeisterte, das war der Markt direkt am Wasser. Hier gibt es leckeres Essen und wir schlagen zu: Lachs, Tintenfischringe, Nuggets und viel mehr! Das alles serviert von jungen und coolen Verkäuferinnen, wie wir es schon in Bergen erlebt hatten. Das gefällt uns! Allerdings sind wir nicht die einzigen, die sich auf das Essen stürzen. Die Verkäuferin warnt uns daher, dass es keine gute Idee ist, unser Essen, direkt auf den Stufen zum Wasser zu essen – die Möwen! Tatsächlich sind die Marktstände unter einem Netz und die Tische und Bänke alle in Zelten. Wir suchen uns also einen Platz unter dem Dach und beobachten die, die nicht gewarnt wurden. Tatsächlich holen sich die riesigen Möwen alles! was essbar ist und nicht mit dem eigenen Leben verteidigt wird. Für uns amüsant anzusehen aber doch nervig.

Mittlerweile werden die Temperaturen Südeuropäisch und die Kids streben zum Campingplatz zurück. Wir überreden sie noch, einen kleinen Schwenk durch die Esplanade von Helsinki und finden tatsächlich das, was wir gesucht haben. Kaum sitzen wir bei leckerem Cappuccino und Zimtschnecken vor dem Café, fühlt es sich an wie in Spanien. So sitzen wir bei knapp 30 Grad im Schatten, trinken Kaffee und beobachten die Leute. Die Mode in Helsinki ist im Sommer 2021, sagen wir mal sehr speziell…

Danach geht es aber auf direktem Weg zum Auto, wir zahlen das Lösegeld im Parkhaus und beschließen schon beim Bezahlen, das nächste Mal mit den Öffentlichen zu kommen. Das Wetter lädt zum Baden ein und so ist es nicht schwer, die Kinder ans Meer direkt am Campingplatz zu locken. Zumal es dort einen megacoolen Wasserparcours gibt, sie sind begeistert! Am Abend sitzen wir satt und zufrieden vor dem Wohnwagen. Nur Helsinki hat noch immer nicht mein Herz erobert!

Helsinki Tag 2

Die Sonne weckt uns, also draußen frühstücken und dann ab zur S-Bahn. Line hatte gelesen, dass das der beste Weg in die Stadt ist. Die S-Bahn-Station begrüßt uns auf finnisch mit der Information, dass gerade Revision ist und daher nichts fährt. Aber als Ersatz gibt es Busse. Leider verkauft der Fahrer keine Tickets und wir finden weit und breit nicht den benannten Ticket-Automat (Nachtrag: er war in der S-Bahn-Station, die wiederum geschlossen war!) Zum Glück gibt es im nahen Supermarkt vier günstige Tagestickets für uns und so sitzen wir kurz darauf im Bus. Irgendwie sind wir heute entspannter, schlendern einfach und genießen die Stadt bei dem Wetter.

Natürlich landen wir zur Mittagszeit wieder am Markt. Die Mädels am Stand von gestern waren so authentisch und sympathisch, den steuern wir wieder an. Heute probieren die mutigen Damen gebratene Minifische, unser „Kleiner“ bekommt den gewünschten Hot Dog und ich (Micha) genieße Rentier-Frikadellen…

Nach dem Mittag geht es aufs Schiff. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal ganz herzlich bei Francois Buchholz bedanken. Er hatte über eine Facebook-Gruppe Tickets für das Boot in Helsinki angeboten, weil er sie nicht mehr selbst nutzen konnte. Also DANKE! Wir haben sie gern genutzt und so die Schären vor Helsinki genossen.

Danach suchen wir uns noch ein gemütliches Café in Blickweite der alten Universität und genießen das nordische Leben.

Rauma, Tag 3

Wir verlassen Helsinki. So richtig sicher sind wir nicht, wie wir diese Stadt nun finden. Wir schieben es erstmal darauf, dass es uns in die Natur zieht und vor allem in den Norden. Trotzdem verlassen wir die Zivilisation noch nicht ganz, sondern fahren an der Westküste langsam Richtung Norden. Wir haben von tollen Städtchen voller Holzhäuser gehört und wollen uns daher die Stadt Rauma nicht entgehen lassen. Schon 13:30 Uhr erreichen wir den neuen Campingplatz und sind absolut begeistert. „Sucht euch einfach einen Platz aus“ sagt der Chef des kleinen gemütlichen Platzes Pyharanta-Camping. Machen wir und stehen tatsächlich ganz vorn am Wasser. Vor uns die Ostsee, neben uns die Sauna und hinter uns der Wald – Finnland wir haben uns gerade verliebt – in dich!

Die langen Tage im Norden sind allzu verlockend, als dass wir auf dem Campingplatz bleiben könnten und so starten wir nach einem Kaffee auf unserer Terrasse (einige Plätze haben tatsächlich eine Holzterrasse mit Blumenkübel) direkt auf Entdeckungsreise nach Rauma. Ein wunderbares kleines Städtchen. Wir haben den Eindruck in eine längst vergangene Zeit einzutauchen. Zu unserem Glück, scheinen sich aktuell nur wenige Touristen hierher zu verirren. Wir genießen es – und ein Eis! In der Eisdiele spricht uns eine junge Finnin an und fragt ob sie uns übersetzen darf. Sie hatte Deutsch in der Schule und spricht es gern. Bei den Fantasienamen der unzähligen Eissorten kann es sein, dass sie ihr Angebot bereut hat. Trotzdem haben wir alle etwas gefunden und es war lecker!

Danach geht es zurück, wir wollen heute unsere erste finnische Sauna genießen. Laut dem Chef vom Campingplatz ist sie ab 16:00 Uhr angeheizt und im Preis inklusive. Dass Sauna in Finnland wenig mit dem Wellness-Trend in Deutschland zu tun hat, merken wir schnell, stören tut es uns überhaupt nicht! Wer jetzt überlegt, wie wir das meinen, dem will ich mal das Bild wiedergeben, welches uns empfing. Wir betreten die Sauna, es befinden sich darin:

2 finnische Holzhausbauer mit je einer Dose Bier

1 Oma mit ihrer Enkeltochter, diese hockt auf den Fliesen spielt mit ihrem Spielzeig, geht zwischendurch öfter raus und rein

1 älterer Herr der aus 2 Meter Entfernung mit der Holzkelle mit viel Schwung einen Aufguss macht, bevor er sich den Eimer mit heißem Wasser über den Kopf schüttet.

Alle natürlich mit Badebekleidung (ist aber weniger unangenehm als erwartet). Sofort werden wir in ein Gespräch verwickelt, meist auf Englisch, mit ein paar deutschen Brocken. Einer der beiden Holzhausbauer, hat auch in Deutschland schon Holzhäuser gebaut. Die Beiden erzählen uns, dass sie gerade auf der Insel vor unserem Campingplatz ein typisches Holzhaus bauen und währenddessen hier auf dem Platz „wohnen“ – ich überlege kurz ob ich den Job wechsle! Das Beste ist aber, dass es direkt nach der Sauna über einen langen Steg in die Ostsee zur Abkühlung geht! Ein Traum!

Pyhäranta, Tag 4

Der Platz ist so toll, dass wir spontan unsere Planung über den Haufen werfen und statt einer, lieber 2 Nächte bleiben. So können wir wieder in der Sonne frühstücken und erkunden danach die Gegend. Wir finden kleine verlassene Straßen und Wege und tolle Natur direkt am Meer.

Am Ende zieht es uns dann in das kleine Örtchen Pyhäranta (genau, so wie der Campingplatz) dort gibt es erneut Holzhäuser aber auch lecker Essen und vor allem auch wieder tollen Kaffee. Die Finnen müssen sich, was den Kaffee angeht, nicht hinter den Italienern verstecken. Beim Wetter heute auch wieder nicht!

Die Kinder fangen am Strand noch kleine Fischchen und so nutzen wir den Abend (neben der Sauna) für eine gemütliche SUP-Tour auf der spiegelglatten Ostsee – so darf das gerne weitergehen!

Kokkola, Tag 5

Ein wenig traurig sind wir schon, als wir am nächsten Morgen diesen tollen Platz verlassen. Allerdings lockt uns der Norden. Trotzdem ändern wir noch einmal kurzerhand unsere Route und bleiben noch eine Weile an der Küste. Leider klingt die Bezeichnung „Küstenstraße“ nach mehr als uns erwartet, die Küste sieht man so gut wie nie (das hätte man natürlich nachlesen können aber wer glaubt das schon, ohne es selbst zu sehen bzw. nicht zu sehen). Wir haben ein klares Zwischenziel. Nordlandblog.de haben von einem kleinen Museumskaffee berichtet, also genau das Richtige für uns! Kurz vor Vaasa finden wir es auch direkt an der Straße. Der Parkplatz ist zum Glück groß genug und wir lassen uns den selbstgemachten Kuchen und Kaffee auf einem historischen Hof schmecken. Das Thermometer zeigt schon wieder unglaubliche 30 Grad an, daher sind wir froh über die schattenspendenden Bäumchen hier.

Weiter geht es dann über die sogenannte 7-Brücken-Route und hier lässt sich die See endlich mal wieder sehen. Wir haben es zum Glück nicht eilig und so ist der eine oder andere Stopp (zum Ärger unserer Kinder) möglich.

Caddy auf der Sieben Brücken Route in Finnland

Gegen 15:00 Uhr checken wir „endlich“ am Platz ein. Wir sind heute auf dem Kokkola-Campingplatz, nicht ganz nach unserem Geschmack (zu städtisch, zu viel Straße drum herum) aber alles sauber und ordentlich. Es gibt sogar eine Skaterbahn – allerdings hält die unserem scooterfahrenden Junior nicht Stand „die ist doof“ ist sein Urteil, weil aus Holz und zu weich. Wir wollen hier nur bis morgen bleiben und dafür ist er absolut ok. Auch hier hängen wir nur schnell den Wohnwagen ab, trinken einen Kaffee und schon sind wir wieder unterwegs. Line hat eine tolle Insel im Netz gefunden, die wollen wir uns auf jeden Fall ansehen. Vorbei geht es an Wäldern und tollen Sandstränden und kurz darauf sind wir auf der Ohtaki Insel. Die Zufahrt zeigt uns, dass wir nicht die einzigen sind, denen es hier gefällt aber die meisten liegen zum Glück nur am Strand und wir sind auf unserer Inselrunde fast alleine. Ein wunderbares Stückchen Erde. Den besten Ausblick hat man von dem kleinen Aussichtsturm mitten auf der Insel, die Kinder sind zu faul nach oben zu steigen, stört uns natürlich nicht, wir sind allein oben!

Für alle Camper: Direkt nach dem Damm zur Insel gibt es einen Parkplatz auf dem man auch Campen darf (Bis auf Strom ist alles vorhanden, gezahlt wird im Bistro). Wir hatten auf ein nettes Restaurant für unser Abendessen gehofft, leider vergeblich. Also halten wir am Supermarkt und decken uns mit zu vielen regionalen Leckerbissen ein, die wir anschließend am Wohnwagen nicht schaffen. Zum Glück haben wir einen Kühlschrank!

Abendstimmung auf dem Campingplatz Kokkola

Oulujärvi, Tag 6

Mittlerweile sind wir als Camperfamilie wieder in Höchstform! Jeder kennt seine Aufgaben beim Aufbrechen und so sind wir am nächsten Morgen schnell wieder unterwegs. Eigentlich wollten wir bis Oulu an der Küste bleiben, aber uns reizt das finnische Seenland zu sehr. Planänderung! Wir verlassen also die Küste (und gefühlt die Menschen) und fahren über einsame Landstraßen durch riesige Wälder. Irgendwann wird die Straße schlechter und vor allem enger, das ganze gipfelt in einem Schild mitten im nirgendwo auf dem eindeutig steht, dass wir hier nicht weiterfahren können.

Sackgasse auf für den Caddy #thewildcaddy

Vielleicht sollten wir uns nicht blind auf die Navi verlassen (war aber auch das einzige Mal, dass sie sich geirrt hat!). Line und ich steigen aus, kratzen uns kurz ratlos am Kopf und stellen fest, dass es nun heißt: rückwärtsfahren bis zur nächsten Einfahrt, zum Glück kam diese schon nach wenigen 100m. Wir drehen um und nehmen die nächst größere Straße – auch das gehört dazu! ( ich glaube unsere Kinder haben nichts davon mitbekommen!) Kurz danach glauben wir uns schon wieder verfahren zu haben, stehen wir doch vor einem Fähranleger. Ein Blick auf die Karte zeigt aber, dass es keine Brücke gibt und wir völlig richtig sind. Die Fähre auf eine Insel im See (der fünftgrößte in Finnland) vor uns ist kostenlos und genau drauf befindet sich unser nächster Campingplatz! Wir checken schon gegen Mittag ein im Manamansalon Leirintäalue (ja genauso heißt der Platz – Willkommen in Finnland!)

Camping Manamansalon Leirintäalue von oben

Der Platz liegt inmitten eines großen Pinienwaldes, direkt zwischen mehreren Seen die wiederum auf einer Insel in einem großen See liegen, klingt irgendwie verwirrend, ist aber wunderschön! Der Platz ist recht groß, da alles versteckt im Wald liegt, stört das aber gar nicht. Wir nutzen das tolle Wetter aus und pusten die SUP’s auf. Ab da spielt sich der restliche Tag fast ausschließlich im Wasser ab. Selbst den Kaffee koche ich nur und nehme ihn mit auf das SUP… Die Sonne geht mittlerweile erst nach 22:00 Uhr unter und wir nutzen jede Minute aus!

Oulanka Nationalpark, Tag 7

Da wir am Vortag so zeitig hier waren, kommt es uns gar nicht so vor, als wären wir nur eine Nacht hier geblieben. Aber es ist so und wir wollen weiter, leider meldet auch der Wetterbericht das Ende des Hochsommers und wir stellen uns gedanklich schon auf Regenjacken und Gummistiefel ein. Bevor es soweit ist, genießen wir endlich die endlos geraden Straßen des Nordens. Es ist mir unerklärlich wie man so etwas für langweilig halten kann – ich bin fasziniert!

Heute geht es (endlich) in den Oulanka Nationalpark, der steht ziemlich weit oben auf unserer Finnland-Liste und zumindest Line und ich freuen uns. Kurz vor 16:00 Uhr kommen wir ebenso kurz vor dem Regen auf unserem Platz an, der hört auf den tollen Namen Juuman Leirintäalue und liegt (wie soll es anders sein) direkt an einem See. Genau genommen wird er ringsum von Wasser umschlossen.

Als wir ankommen sind wir fast allein und dürfen uns einen Platz aussuchen, danach gibt es Kaffee und Kuchen und wir versorgen uns mit Informationen für die nächsten Tage. Den Rest des Tages heißt es spielen, lesen und ausruhen… Ok, ich gehe noch das eine oder andere mal raus, um nachzusehen ob das Wetter ein paar spannende Fotos zulässt aber mehr geht heute nicht mehr.

Oulanka Nationalpark II, Tag 8

Ausschlafen! Draußen regnet es sowieso! Allerdings bekomme ich nun, in Anbetracht des Wetters, ein wenig Panik. Ich habe gestern Abend noch ein wenig gegoogelt und einen Anbieter für Bärensafaris gefunden. Ok, gefunden und gebucht! Für heute Abend, da ansonsten kein Tag mehr frei war. Hoffentlich findet das ganze nicht im strömenden Regen statt! Aber dazu später mehr!

Da die Tour erst abends startet, wollen wir heute noch die sogenannte „kleine Bärenrunde“ laufen. Eine Wanderung über viele kleine Hängebrücken quer durch den Nationalpark. Auch wenn der Name es vermuten lässt. auf Bären haben wir (außer unser Jüngster) weder gehofft, noch welche gesehen. Trotzdem ist diese Wanderung absolut toll! Es ist unglaublich, wie schön es in diesem Nationalpark ist. Da stören uns nicht einmal die 12 Grad um die Mittagszeit (gestern hatten wir noch 27).

Besonders begeistert hat uns vor allem, dass es hier an jedem Rastplatz eine Feuerstelle gibt. Aber es liegt nicht nur Holz bereit, es gibt auch eine Axt, Grillspieße und Gusspfannen. Leider haben wir nichts zum Grillen mit – das passiert uns in diesem Urlaub nicht wieder!

Grillplatz im Oulanka Nationalpark

Wir kommen am Nachmittag zurück zum Campingplatz und haben trotz der 12 km Bärenrunde noch ausreichend Zeit, um uns mental und klamottentechnisch auf unseren abendlichen Ausflug vorzubereiten. Aufgeregt lesen wir noch einmal die Mail und stellen fest, wir brauchen Bargeld! Was??? In Skandinavien Bargeld? Liegt laut Anbieter am fehlenden Handyempfang direkt an der russischen Grenze. Also fahren wir noch ins nahegelegene Ski-Gebiet, da zeigt Google einen Geldautomaten an, den Line nach einiger Sucherei auch findet – wird wohl nicht oft gebraucht hier. Während wir die Schotterpiste zum ausgemachten Treffpunkt fahren, ruft die Mitteldeutsche Zeitung an. Ein Mitarbeiter hat kurz vor unserer Abfahrt unseren Caddy gesehen und ist der Internetadresse zu unserem Blog gefolgt. Sie wollen einen Artikel über uns schreiben, also geben wir kurzerhand noch ein Interview, bevor wir pünktlich im Nichts ankommen. Wären wir noch 2 km weiter gefahren, wären wir jetzt in Russland…

Wir haben uns für das Unternehmen Karhu-Kuusamo entschieden (der Tipp kam erneut von Nordlandblog) und das ganze per Mail auf Englisch gebucht. Die Website gibt es sogar in Deutsch! Kurz haben wir beim Buchen noch überlegt, ganz billig ist das ganze nämlich ehrlich gesagt nicht (120,- pro Erwachsenen, Kinder die Hälfte) aber wann kommt man schon mal dazu, wilde Bären zu beobachten! Am Treffpunkt sind wir erstmal etwas enttäuscht, irgendwie hatten wir gedacht, dass wir 4 alleine mit einem Guide durchs Unterholz robben. Nein, hier standen schon Menschen, die locker einen halben Reisebus gefüllt hätten. Die Einweisung gab es in mehreren Sprachen und gut verständlich. Einige Gäste hatten die ganze Nacht gebucht, wir nur den Abend. Die Erleichterung kam aber gleich danach, wir als Familie bekommen eine extra Beobachtungshütte für uns allein. In der Mail stand bereits, dass wir Essen und Trinken mitbringen sollen, also schleppen wir den Proviant und die Kamera einen kleinen Trampelpfad entlang, bis uns unsere Guide eine Hütte zeigt, die die nächsten 4 Stunden unser Heim wird. Unsere Hütte trägt den passenden Namen Pöpö (wir überlegen, ob wir unseren Sohn umbenennen sollen, ist ja nicht weit weg) erfahren aber, dass dies einer der 180 möglichen finnischen Begriffe für Bär ist (Sage noch jemand, dass Deutsch schwer ist). Bevor wir die Hütte betreten, ziehen wir (typisch finnisch) die Schuhe aus, drinnen gibt es Teppich, Kissen und Decken. Wir werden also weder frieren noch unbequem sitzen. Hinter uns an der Wand gibt es Betten, vor uns Fensterscheiben und darunter mit Stoff isolierte Löcher um das Kameraobjektiv durchzuschieben. Auch an Erbsenkissen (um die Kamera abzulegen) und Ferngläser hatte man gedacht.

Bärenbeobachtung

Wir machen es uns gemütlich (Handyempfang gibt es zum Ärgerniss des Kindes wirklich nicht) und breiten unser Picknick aus. Jetzt heißt es warten. Draußen beobachten wir, wie die beiden Damen mit einem Quad einige Stellen anfahren und dort Lachse und (wie wir später erfahren) Trockenhundefutter verteilen. Und wir können es kaum fassen, an der Waldgrenze wartet bereits geduldig ein riesiger Bär, bereits 19 Jahre alt, wie wir später von unserer Guide erfahren und sozusagen ein Stammgast des Buffets. Es kommen noch 2 weitere jüngere Bären und lassen es sich schmecken, ziehen sich aber wieder zurück. Dann stößt unsere Guide zu uns (natürlich exakt in dem Moment in dem ich auf dem Klo sitze, welches sich im Eingangsbereich befindet…) und erzählt uns flüsternd jede Menge über die Bären. Wir wissen jetzt nicht nur ihre Namen sondern auch, dass sie alle aus Russland kommen. Das unberührte und wilde Gebiet des Nationalparks ist dort, auf der anderen Seite der Grenze, noch viel größer als auf der finnischen Seite und wohl auch kaum zugänglich. Kaum fragen wir sie, ob wohl nochmal Bären kommen, fühlt es sich an wie auf dem Bärenbahnhof. Ein Kommen und Gehen, unsere Große zählt am Ende 11 Bären. Leider kam die Sonne nicht mehr raus und (ein Grund nochmal zu kommen) es gab an diesem Abend keine Bärenmama mit Nachwuchs zu sehen.

Wir sind total geflasht von diesem Erlebnis, wie oft haben wir schon von der „größten Bärendichte in ganz Skandinavien“ gelesen, gesehen haben wir aber noch nie einen und jetzt gleich so viele. Und das war es noch nicht, erst glauben wir zu irren, als wir zwischen den Möven glauben einen Adler auszumachen. Aber wir liegen richtig, unsere Guide hat es bestätigt, es sind Seeadler und zwar jede Menge.

Gegen 22:15, also schon mit Verspätung verlassen wir die Hütte. Line ist etwas mulmig zu mute, denn da draußen stehen ja die Bären immer noch. Ich bin total fasziniert, als ich ohne Scheibe dem jungen neugieren Bären gegenüber stehe, bevor er oder sie auch, wie die älteren bereits zuvor, das Weite sucht. Auf der Rückfahrt (eine Stunde durchs Hinterland) machen wir noch Abendbekanntschaften mit den, hier allgegenwärtigen Rentieren und fallen anschließend völlig fertig aber glücklich in unsere Betten.

Rentier bei Nacht

Oulanka Nationalpark III, Tag 9

Nachdem es gestern fast Mitternacht war, schlafen wir nochmal aus und machen uns nach Frühstück und Dusche auf zum Oulanka-Touristcenter. Von hier aus startet unsere heutige Wanderung. Das Wetter ist besser geworden, die Regensachen bleiben also erstmal im Rucksack. Dort befindet sich auch unser Grillgut – wir sind also vorbereitet. Die Kinder haben nicht so richtig Lust auf eine lange Wanderung und so laufen wir an einigen Stromschnellen entlang bis der Fluss ruhiger wird und wir eine tolle Feuerstelle finden: Picknick!!!

Irgendwo habe ich mal den Tipp mit der Birkenrinde gelesen und so schwärmen wir kurz aus und zupfen von den Stämmen die Dünnen abstehenden Rindenstücken ab. Getrocknetes Holz steht sowieso bereit, genauso wie die obligatorische Fiskars-Axt (steht jetzt auf meiner Wunschliste!) Das mit der Rinde klappt wunderbar und so brennt in weniger als 5 Minuten ein herrliches Lagerfeuer. Wir grillen unsere Würste (Bratwürste heißen in Finnland übrigens Bratwurscht und sind in jeder erdenklichen in Deutschland bekannten Form erhältlich.) – wir haben Nürnberger, die lassen sich im Paar super zwischen das runde, weiche Brot packen, welches es hier in Skandinavien überall gibt! Lecker! Danach geht es langsam zurück zum Campingplatz.

Wir haben die Sauna gebucht. Heute lässt sich sogar unsere Große dazu hinreißen mitzukommen. Also sitzen wir am Holzfeuer und schwitzen und schwatzen über die tollen Tage bisher. Die Abkühlung danach gibt’s im glasklaren See oder Fluss, wer weiß das schon, direkt vor der Tür.

Der Abend zeigt sich von der besten Seite und der Platz scheint zu sagen, dass wir noch bleiben sollen. Lange sitzen wir draußen und genießen den spektakulären Anblick.

Inari, Tag 10

Line zieht beim Frühstück ein erstes Resümee: 4750km gefahren und 88km gelaufen (mehr als erwartet) und alles genossen! Nach dem Frühstück packen wir zusammen, das geht tatsächlich immer schneller, alles ist jetzt dort, wo es am besten passt, alle 4 sind eingespielt und wissen was zu tun ist. Trotzdem, dass wir erst nach 8 aufgestanden sind, beim Abbau noch einem kleinen Konzert eines deutschen Lehrerpärchens im Sabbatjahr gelauscht haben (es gab the weatherman mit Ukolele und Flöte – echt cool, achja und die beiden sind ein Jahr mit dem Fahrrad unterwegs!) sitzen wir schon vor 10 Uhr im Auto und genießen erneut die Weite Finnlands. Es geht Richtung Norden und der Regen verfolgt uns. Trotzdem gibt es unterwegs ein Picknick am See und eine leckere Fika in einem gemütlichen kleinen Café (erst draußen, mit einsetzendem Regen dann drinnen) was gleichzeitig die Rezeption eines Campingplatzes ist. Der Chef ist echt nett und wir schwatzen ein wenig, aber wir wollen noch etwas weiter! Am späten Nachmittag kommen wir am Uruniemi Camping Ky in Inari an, die Einfahrt wirkt nicht wirklich einladend, das Betreiberpärchen ist ein wenig „speziell“ aber dabei nicht unhöflich. Wir lassen uns darauf ein und schauen darüber hinweg, dass es etwas wenig Toiletten und Duschen gibt. Wir sind jetzt 11 Tage unterwegs und daher tiefenentspannt. Es dauert nicht sehr lange und wir mögen den Platz, wieder einmal ist ringsum Wasser und der Blick einfach toll! Das hat doch immer wieder eine unglaublich beruhigende Wirkung.

Uruniemi Camping Ky in Inari

Wir machen noch einen kleinen Spaziergang, aber so richtig Lust haben wir heute nicht mehr. Zum Glück waren wir bereits auf dem Weg einkaufen und haben alle Leckereien an Bord. Wir müssen also unser Abendprogramm nur durch Essen und über das Wasser schauen, unterbrechen.

Inari, Tag 11

Sonnenuntergang gestern 23:16 Uhr, Sonnenaufgang heute Morgen 03:14 Uhr. Wir merken deutlich, dass wir im Norden sind. Die Kinder stört es nicht, sie liegen in Ihrem Aufstelldach und pennen, bis wir sie mit etwas Nachdruck wecken. Gefrühstückt wird drinnen, obwohl die Sonne scheint. Nennt uns Weicheier aber bei 9° Außentemperatur ist uns nicht nach draußen sitzen, wir können ja raus schauen. Wir wollen heute in den Lemmenjoki Nationalpark aber da es auch ewig hell ist, haben wir es nicht eilig. Der Nationalpark gehört zu den größten straßenlosen und unberührten Gebieten Europas – wir sind gespannt! Die Kinder bestechen wir auch heute mit der Aussicht auf Lagerfeuer und Bratwurst und zusätzlich mit dem Hinweis, dass das heute statt einer Wanderung quasi ein Spaziergang ist. So sitzen wir kurz danach im Auto, die Kinder haben Kopfhörer auf, um unser Staunen nicht mehr zu hören. Line und ich staunen für uns allein.

In dem riesigen Park fällt die Auswahl schwer, wir entscheiden uns für den Luontopolku Naturtrial und sind am Parkplatz erstmal kurz verwundert. Der Parkplatz liegt weit abseits und ist trotzdem voll! Allerdings treffen wir auf der Wanderung selbst, kaum einen Menschen. Keine Ahnung, wo die alle sind. Der Pfad ist für skandinavische Verhältnisse gut ausgeschildert und wie erhofft natürlich, wunderschön (Achtung: Wortspiel). Das Wetter passt dazu und in ganz mutigen Momenten ziehe ich sogar die Jacke aus und genieße die Sonne.

Es ist still, einsam und wild. Wir genießen und sogar Line findet sich damit ab, dass das heute tatsächlich ein Spaziergang und keine Wanderung über mindestens 10km wird. Schon nach gut einem Kilometer stoßen wir auf eine Feuerstelle, an der wir unmöglich vorbei gehen können. Sie liegt unmittelbar an einem See und ruft uns quasi. Also Feuer an, die Kinder wissen schon, was ich brauche und bringen mir jede Menge Birkenrinde. Im Schuppen nebenan finden sich: die obligatorische Axt und Brennholz. Line hat noch nicht ganz unseren Proviant aus dem Rucksack geholt, da brennt das Feuer schon. Ich weiß nicht mehr, wie lange wir dort saßen, aber wohl weit länger, als eine Picknickpause dauert. Diesmal haben wir sogar an den Nachtisch vom Grill gedacht. (unser Tipp: Bananen bis etwas über die Hälfte einschneiden und dann Stücken Vollmilchschokolade reinschieben. Anschließend einfach auf den Grill legen und warten bis Schale braun ist und die Schokolade geschmolzen.) Das besondere Highlight der Kinder: Der Papa hat ihnen Marshmallows besorgt und ist somit Held des Tages!

Als wir wieder im Auto sitzen und die Sonne herrlich scheint, haben wir alle keine rechte Lust, einfach zurück zu fahren und so halten wir zunächst bei einer Rentierfarm an. Wir sind die einzigen Gäste und der Besitzer kommt etwas ungläubig aus dem Haus. Wir versichern ihm, dass wir uns seine Farm ansehen wollen und bezahlen gern die 10,- Eintritt. Er ist natürlich Same und erzählt uns viel über das Leben mit den Rentieren, auch über die Zeit als keine Gäste mehr kamen. Aus dem Stehgreif kann er das Datum im März 2020 nennen, an dem für seine Familie alles anders wurde. Er nimmt sich viel Zeit für uns, zeigt uns seine Tiere, erklärt uns jede Menge und beantwortet alle unsere Fragen. Außerdem wissen wir jetzt, dass Rentiere schön gesagt, sehr ausgeglichen, entspannt und wenig ehrgeizig sind. Sie benötigen 4 Jahre für die Ausbildung zum Schlitten-Rentier und selbst dann schaffen es nicht alle, einen Schlitten zu ziehen (an Kraft mangelt es aber nicht). Er selbst bildet gar keine mehr aus, er meint, es wäre für die Tiere auch gar nicht so gut.

Wenn er keine Gäste rumführt, schnitzt er Dinge aus Rentier-Geweihen oder eben die traditionellen Holztassen. Jedes Geweih eines Rentieres ist einzigartig, wie ein Fingerabdruck und es wird einmal im Jahr entsorgt (durch das Tier) und wächst danach erneut innerhalb eines Jahres auf die immer stattlicher werdende Größe. Er zeigt uns seine Schnitzereien, aber sehr unaufdringlich. Begeistert zeigt er uns, wie die wunderschönen Holztassen „Kuksa“ entstehen und erzählt uns die Geschichte zu deren Entstehung und den unterschiedlichen Verzierungen. Wir kaufen einige der hübschen Kleinigkeiten – seitdem trägt unser Jüngster stolz seine Rentier-Kette mit einem geschnitzten Gott des Donners darauf. Eine kleine Entschädigung für die ausbleibenden Touristen ist übrigens der Ort, an dem er mit seiner Familie wohnt. Schöner geht es eigentlich gar nicht! Er gibt uns zu verstehen, dass er das weiß und es auch niemals anders haben möchte! Siehe nächstes Bild:

Wir ziehen weiter, kommen aber nicht weit. Line hat in der Nähe der Straße eine tolle Hängebrücke entdeckt und wir legen den nächsten kleinen Spaziergang ein. Sogar die Kinder kommen ohne Beschwerde mit und wir finden das nächste Stückchen tolle Natur zum Kraft tanken.

Jetzt aber zurück zum Campingplatz und die Sonne genießen. Ich komme mit einem finnischen Biker ins Gespräch. Jani, an dieser Stelle viele Grüße! Er spricht mich an, weil er unseren Caddy fotografieren will. Darf er natürlich. Und weil der Platz recht klein ist, laufen wir uns immer mal wieder über den Weg. Die letzte Begegnung haben wir direkt am See. Ich habe die Kamera in der Hand, er eine Dose finnisches Bier. Seine Aufforderung reinzuspringen lehne ich dankend ab (ist mir zu kalt). Er jedoch will mir zeigen was echte Finnen sind. Zu meiner und der Verwunderung aller Anwesenden zieht er sich komplett aus (und das in Finnland) und springt mit einem beeindruckenden Sprung ins kalte Wasser. Um ihm das Bild zu schicken, tauschen wir natürlich anschließend unsere Kontakte aus. Auch euch möchte ich dieses Meisterwerk nicht vorenthalten:

Jani

Aber auch ohne Jani ist der Abend am See wunderbar und wir können uns gar nicht satt sehen, am ewigen Sonnenuntergang.

Es geht nach Norwegen, Tag 12

Wir packen unsere Sachen und verabschieden uns von Inari. Wir sind aufgeregt wie lange nicht mehr. Warum? Eigentlich wollte ich nicht schon wieder über Corona schreiben aber ohne würden wir selber es bald nicht mehr verstehen. Als wir in Deutschland gestartet sind, hat Finnland nur Touristen reingelassen, welche aus Ländern mit Inzidenz unter 25 kamen, das haben wir geschafft! Nun ist Finnland aber selber, und zwar erst während unseres Aufenthalts hier, auf über 75 Inzidenz gestiegen und somit von Norwegen als Orange eingestuft. Wir Erwachsenen sind geimpft, also save aber die Kinder?! Wir lesen viel im Netz, Online Anmeldung oder nicht, gilt nun das ganze Land Finnland oder nur die Region (die ist noch „grün“), hat der Grenzübergang überhaupt auf, glauben sie uns, wo wir herkommen?! Wir wissen es alles nicht und machen uns schon einmal bereit, das Nordkap aus der Planung 2021 zu streichen.

Ob wir es geschafft haben und wie die nächsten 2 Wochen durch Skandinavien waren, kannst du hier lesen:

https://schwarz-blog.de/2021/09/09/einmal-quer-durch-skandinavien-sommer-2021-teil-ii

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Nordfriesland ist ja fast Römö

Unser erster Urlaub 2021 – Ziel egal!

Ich sage mal so: Es war uns noch nie so egal, wohin wir in den Urlaub fahren wie dieses Mal! Wir brauchten diese Auszeit und wir haben sie gut genutzt. Himmelfahrt ist bei uns traditionell die Zeit um nach Römö zu fahren. Die Zeit nutzen wir gern zum Kiten, Entspannen und das Meer zu genießen. 2021 aus bekannten Gründen unmöglich! Da kam die Info, zum Glück hatte ich im Homeoffice das Radio laufen, dass Nordfriesland eine Modellregion für den Tourismus wurde genau richtig. Sofort suchte ich einen freien Stellplatz, keine Minute zu früh! Schließlich buchten wir kurz entschlossen auf dem Nordseecamping zum Seehund. Den Zeitraum konnten wir nur noch teilweise beeinflussen aber 6 Tage sind besser als gar nicht!

Am Wochenende vor Himmelfahrt ging es für uns los. Ein großer Vorteil von Corona ist ja, dass es gefühlt keinen Stau mehr auf Autobahnen gibt. Wir rollten also ohne zu bremsen durch den Elbtunnel und waren noch vor dem Anreisetermin (ab 15:00) dort. Allerdings nicht die ersten. Also Jacke an und ab auf den Deich. Wasser? Fehlanzeige, musste wohl gerade Ebbe sein. Dann doch erst mal reinfahren und aufbauen. Der Platz ist sehr ordentlich, viel war aber nicht offen – Corona! Unser Stellplatz (wir hatten ein wenig Angst, weil in der Anmeldung stand: für Wohnmobile) war auch ausreichend groß, leider etwas schattig.

Muttertag und die große Frage: Was macht man hier? Als erstes natürlich Frühstücken! Naja, ohne Corona wäre das so, heute geht es als erstes zum Testen. Die Teststation befindet sich in einem Mobilheim gleich auf dem Platz, das ist also schnell erledigt. Danach gibt’s dann aber Frühstück, draußen in der Sonne! Das Wetter soll gut bleiben und wir haben zum Glück die Räder mit gefühlt 3000 Gängen dabei, hier im flachen Land hätte es auch ein Gang getan aber was soll’s. Eigentlich gibt es auch nur 2 Routen die wir wählen können, auf dem Deich nach links oder nach rechts. Line ist der Meinung, wir schaffen heute richtig was und schlägt ‚links‘ vor. Nur 36km entfernt ist nämlich Sant Peter Ording, aber auch wenn wir das nicht schaffen, werden wir schon was schönes sehen. Also radeln wir los. So richtig weit kommen wir nicht, denn links hieß auch Gegenwind und irgendwie gibt es spannenderes als Deich und Schafe. Das Wasser sehen wir auf der Tour nicht, muss wohl Ebbe sein. Nach knapp 13 Kilometern machen wir Pause, wir haben das erste mal einen Platz mit Blick aufs Wasser gefunden, eine ganz harte (sie muss hier von der Küste kommen) geht auch gleich baden – wenn schon mal Wasser da ist. Bevor wir die Reserven aus unserem Rucksack opfern, schicken wir die Kinder auf den Deich. Sie sollen nach einem Bistro oder ähnlichem Ausschau halten. Kopfschüttelnd kommen sie zurück. An dieser Stelle sei schon verraten, dass wir mit dem Auto noch einmal genau hinter diesem Deich lang fahren und was soll ich sagen, nicht das erste Haus (das war ein Pumpenhäuschen) nein das zweite (von insgesamt 2) war natürlich genau das wonach sie suchen sollten…

Während wir so sitzen und den Rucksack leer fressen, werfe ich einen Blick auf die Wetter-App. Natürlich nur um mir bestätigen zu lassen, dass es sonnig bleibt aber wärmer wird, schließlich berichten die Nachrichten seit einer Woche von 30 Grad zum Muttertag. Wir haben gerade mal die Hälfte. Die App hält sich nicht dran und behauptet, in 30 Minuten regnet es – stark! Ok, wir haben eine Stunde bis hierher gebraucht, das wird knapp. Allerdings lässt uns der Wind nicht im Stich, auf der Hinfahrt Gegenwind, heißt jetzt Rückenwind. So kommen wir mit dem Regen im Rücken gerade so trocken am Wohnwagen an. Wir warten den Schauer ab und genießen danach den Kaffee wieder in der Sonne. An dieser Stelle ein Lob an die App „Regen“ . Wenn das Meer schon einmal direkt vor dem Zeltplatz liegt, nutzen wir die Chance und machen Abends noch einen kleinen Spaziergang zum Deich. Die Nordsee ist nicht zu sehen, es scheint gerade Ebbe zu sein! Wir genießen es trotzdem!

Ein neuer Tag und wieder die Frage, was machen wir?! Sankt Peter Ording (SPO) ist nur 30 Kilometer entfernt und verspricht ein klein wenig Römö-Feeling, weil man mit dem Auto an den Strand darf. Also geht es nach dem Frühstück (schon wieder draußen) los. Da wir den ganzen Tag am Strand verbringen wollen, müssen wir in SPO noch unsere Vorräte auffüllen. Die Stadt scheint wie geschaffen für einen Urlaubsbummel mit Eis und Kaffee uns ist es aber zu voll. Also sprintet Line nur schnell zum Edeka und holt was wir brauchen.

Danach geht’s ab zum Strand, direkt hinter dem Ort finden wir auch die Autoschlange und stellen uns brav an. Warum es hier eine Schlange gibt, erklärt sich kurze Zeit später als wir am Eingang stehen und Eintritt bezahlen. Das kennen wir zwar nicht aber ok, wenn es dafür nicht so voll ist, zahlen wir gern. Haben wir gedacht. die Autos stehen dicht an dicht und so richtig viel Platz ist zwischen den Verbotsschildern auch nicht. Zumindest wenn man verwöhnt ist wie wir. Wir finden noch ein Plätzchen an einer Düne und richten uns erstmal häuslich ein.

Das Wetter ist zwar nicht so gut wie angesagt aber das ist egal, wir sind am Strand und das tut gut. Die Kids buddeln und spielen und wir machen uns auf zum Wasser, hier ist es nämlich da!

Als sich die Kinder mit knurrenden Mägen melden, zaubern wir aus unserem Caddy die Küchenkiste. Kocher, Pfanne, Teller, Besteck – haben wir immer dabei. Heute soll es traditionell Pfannkuchen geben, erst mit Schinken und Käse und der zweite Durchgang natürlich mit Nutella. Lecker!!!

Leider wird das Wetter zunehmend schlechter und nasser. Wir beschließen also schon nach einem leckeren Kaffee aus dem Perkolator die Sachen zusammen zu packen und zurück zu fahren. Unser nagelneues Cross-Bowl Spiel blieb leider auf alle Holzpfähle verteilt am Strand liegen (Falls es jemand gefunden hat – viel Spaß damit). Natürlich können wir nicht fahren ohne #thewildcaddy nochmal ein wenig in Scene zu setzen, die Kinder nehmen es gelassen – sie haben ja Handys.

Da wir auf dem Rückweg direkt am berühmten Leuchtturm Westerheversand vorbei kommen, machen wir natürlich einen kurzen Stopp. Der kleinste bleibt im Auto, er hat genug für heute und wir anderen beschließen die 20Minuten kostenloses Parken auszunutzen und spurten auf den Deich. Das Wetter ist immer noch nicht toll, also reicht uns heute auch ein Blick aus der Ferne…

Am Abend lässt sich dann doch die Sonne nochmal blicken und die Kinder beschließen, es ist Zeit für Schafe! Sie sammeln saftigeres Gras als auf dem Deich und wir schlendern noch mal vor. Wasser ist keins zu sehen – muss wohl gerade Ebbe sein!

Wir schreiten also den Schafen entgegen und befinden uns kurz darauf quasi mitten im Wattenmeer. Alles ist trocken, bis auf die Gräben, darin befindet sich die typische dunkelgraue schlammige Masse. Kurze Zeit später befinden sich auch die Crocs des Juniors in eben dieser Masse. Dazu noch ein paar tiefe Abdrücke von seinen Füßen. Er steht auf der anderen Seite des Grabens, natürlich mit schwarzen Füßen. Ob er die Socken noch anhat können wir erst erkennen als wir ihn am Wohnwagen komplett abgeduscht haben. Nur um das deutlich zu machen, wegen Corona waren die Waschhäuser zu, aber wir hatten eine Dusche am Kaltwasserhahn angeschlossen. Er hat es ertragen…

Später lachen wir darüber aber heimlich! Die Sonne war trotzdem noch schön, auch wenn ich sie nur allein genießen konnte, der Rest saß spielend im Wohnwagen.

Tag 3

Es regnet! Also gehen wir morgens nur schnell zum Testen und dann wieder zurück in den warmen Wohnwagen. Erstmal Frühstücken. Wir beschließen heute eine kleine Städtetour zu machen. Als klein im doppelten Sinne, nicht nur eine kleine Tour, sondern auch kleine Städte. Zuerst geht es in die sogenannte Holländerstadt Friedrichstadt. Ein kleines Örtchen mit vielen alten Häusern. Kann man sich mal ansehen, wir finden es nicht so spannend.

Danach versuchen wir es noch mit Tönning, ein Städtchen mit historischem Hafen. die größte Attraktion ist sicher das Multimar Wattforum, das lassen wir aber aus gegebenem Anlass aus und schlendern auch hier nur ein wenig durch die Stadt.

Der größte Erfolg an diesem Tag war wohl die Entdeckung des Streuselhauses in Tönning. Hier gab es Donuts die waren so voll mit leckeren Sachen, einfach verrückt! Unser Kaffee heute war uns sicher.

Der restliche Tag fällt dann dem Regen zum Opfer. Wir machen das Beste draus, trinken Kaffee, heißen Tee und spielen im Wohnwagen.

Tag 4

Wir können es kaum glauben, die Wetter-App zeigt heute Morgen spontan gutes Wetter an. Wir dürfen sogar auf die Sonne hoffen. Nach dem Frühstück schwingen wir uns also auf die Räder und biegen dieses Mal rechts ab. Rechts heißt in diesem Fall, auf nach Husum. Heute ist Mittwoch und das heißt Markttag. Wir lieben Markt! Und bei Sonne an den Marktständen vorbei zu schlendern fühlte sich tatsächlich an wie in Italien. Ok unseren Käse kaufen wir hier nicht bei Pietro aus Venetien, sondern bei Käse-Uschi aber es ist toll hier. Wir dürfen kosten, Uschi macht Späße auf kosten aller Männer und wir kaufen viel zu viel Käse. Dazu gibt es geräucherten Fisch und Brot, alles frisch an Marktständen.

Das Wetter legt sogar noch einen drauf und wir können in der Sonne das essen, worauf Line schon lange wartet. Es gibt ein frisches Krabbenbrötchen direkt im Hafen. Danach schlendern wir noch etwas durch den Ort.

Natürlich lassen wir dabei nicht unser heimliches Ziel aus den Augen, wir wollten nämlich noch zum Lamm-Kontor. Line hat wieder einmal hervorragend recherchiert und so nicht nur den Markttag, sondern auch diesen Laden gefunden, der das beste Fleisch der Region bieten sollte. Wir finden ihn und soviel vorweg, das Fleisch ist der absolute Hammer! Neben Lamm gibt’s auch Rind und wir glauben unseren Augen kaum – sie verkaufen Honig von Römö. Solltet ihr mal in Husum sein und Fleisch nicht verachten – da müsst ihr hin!

Auf dem Weg zurück zum Auto kommen wir unweigerlich am Eiscafé im Hafen vorbei und haben uns nur ganz kurz geziert. Ewig muss das her sein, dass wir in der Sonne in einem Café saßen und Eis gegessen haben.

Danach machen wir uns auf den Weg zurück zum Campingplatz, den Rucksack randvoll mit Leckereien und eine ordentliche Brise Gegenwind im Gesicht. Das macht uns aber nix, wir freuen uns aufs regionale Abendessen! Danach gehen wir nochmal zum Deich, um zu schauen ob das Wasser da ist – muss wohl gerade Ebbe sein.

Tag 5 und Vatertag

Mistwetter ist angesagt, es soll den ganzen Tag regnen. Vorsorglich haben wir den Testtermin erst auf halb 10 gelegt und schlafen aus. Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns mit dem Auto auf zur Halbinsel Nordstrand. Ein echtes Ziel haben wir nicht, halten immer mal an, um zu schauen. So richtig viel gibt es allerdings, außer Schafen, nicht zu sehen. Aber immerhin bekommen wir an der alten Windmühle leckeren Kuchen – das wichtigste ist also erledigt.

Danach fängt es an zu regnen und wir finden uns tatsächlich in einem Café wieder, es alles etwas altmodisch, es riecht etwas muffig aber es hat nordischen Charme. Statt Mittag essen wir Pfannkuchen und für mich gibt’s zum Vatertag Milchreis mit Zucker und Zimt. Zu mehr als einem kurzen Stopp am Fährhafen hat heute keiner Lust, also zurück zum Wohnwagen und einen letzten Kaffee mit Kuchen genießen.

Am letzten Abend holen die Kinder nochmal die Spiele heraus und so stört uns der Regen nicht wirklich.

Tag 6

Wir müssen heute abreisen, länger war leider kein Platz frei. Es fühlt sich aber ok an. Wir frühstücken in Ruhe und packen danach in einer Stunde alles zusammen. Die Heimfahrt verlief ebenso staufrei und 17:00 Uhr parken wir schon zu Hause vor der Tür.

Fazit:

Das ganze Fazit in diesem Bild! Es war toll mal wieder im Urlaub zu sein, wir haben die Zeit genossen. Es gab unglaublich viele Deiche mit noch viel mehr Schafen. Es gab wenig Wasser und erst recht keine Seehunde (der Name des Campingplatzes). Wir waren mal da und das reicht uns. Der Campingplatz ist allerdings zu empfehlen, denen die Deich, Nordsee und weidende Schafe mögen!

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#Thewildcaddy – der Umbau

Noch bevor unser Caddy bestellt wurde, stand fest: Original bleibt er nicht! So wurde auch gleich nach der Abholung im Autohaus Schneider mit den umfangreichen Umbauten begonnen.

Aufgrund der Verlinkungen und Kooperationen mit verschiedenen Herstellern möchten wir darauf hinweisen, dass dieser Beitrag Werbung enthält.

In diesem Beitrag möchten wir euch einmal genau vorstellen, was geändert wurde.

Als Basis dient ein Caddy Maxi 2.0 TDI 4Motion. Alles zum Auto und seinen Erlebnissen könnt Ihr natürlich auf unserer Website https://schwarz-blog.de/thewildcaddy/ nachlesen.

Als erstes wurde das Auto von der Firma NF Folientechnik foliert. Das Design habe ich erstellt und als Datein geliefert.

In enger Absprache mit Delta4x4, Yokohama und Seikel entschieden wir uns für folgende Komponenten:

https://www.seikel.de/shop/fahrwerkshoeherlegung-4motion

Beim Caddy 4Motion werden normalerweise nur die Dampfer ersetzt und so eine kleine Höherlegung erzielt. Das reichte mir allerdings nicht und so bekam er noch die Klötze für die Hinterachse von Seikel

https://www.seikel.de/shop/hoeherlegung-caddy-caddy-4motion-um-30-mm-4

Nun stand er zwar etwas „keilförmig“ da, aber immerhin war genug Platz für die großen Räder. Hier kam nur eine Felge infrage, die Klassik B von Delta4x4. Bei der Größe einigten wir uns auf 8×17 Zoll, so konnten die bereits vom Amarok bekannten Reifen Yokohama Geolandar G015 in 215/60R17 verbaut werden. Ein komfortabler AT-Reifen, für unsere Reisen also perfekt. (ich habe euch die Felge mal verlinkt, für weitere Infos von Delta4x4 klickt einfach das Bild an). Die Außenringe sind austauschbar und wurden gleich mit foliert.

Der nächste Umbau diente dem Schutz. Wir wollen mit dem Caddy Abenteuer abseits der Asphaltstraßen erleben. Daher braucht es einen stabilen Schutz von unten. Auch hier kam die Firma Seikel ins Spiel. Anfangs nur mit dem Alu-Motorunterfahrschutz:

https://www.seikel.de/shop/schutzplatte-motorgetriebe-ab-mj-2012-bis-2015-2

Im Winter 20/21 kamen dann noch der Schutz für das Differenzial hinten dazu und natürlich die stabilen Rockslider.

https://www.seikel.de/shop/rockslider-caddy-maxi
https://www.seikel.de/shop/schutzplatte-haldex-und-differential

Weiter sollte es mit Licht gehen. Lange habe ich mit dem Satz von Lazer Lights geliebäugelt. Mittlerweile ist er in den Grill eingezogen und ich bin mehr als begeistert. Absolut perfekte Passform, eine Top-Einbaunanleitung mit allen Schablonen und ein echt cooles Licht! (Bilder und ein extra Bericht folgen demnächst!) Die beiden LED im Grill kommen übrigens mit Straßenzulassung als Fernlicht, können also direkt auf das originale Fernlicht geschlatet werden – Anbaumaterial ist komplett dabei! Das Set bekommt ihr übrigens bei Genesis-Import.eu – hier ist der direkte Link zum Set

Aktuell liegt noch ein LED-Balken von LAZER in der Werkstatt und wartet darauf, auf dem Dach montiert zu werden, natürlich ebenfalls mit e-Prüfzeichen als Fernlicht. Auch hier der Link direkt zu dem passenden Balken

Ein kleines Video zum aktuellen Licht:

Nun war der Caddy fast perfekt. Was mich allerdings immer noch störte, war das Keilfahrwerk. Vor allem könnte der Caddy nach meinem Geschmack gern vorn noch etwas höher. Bei meiner Recherche im Netz stieß ich auf die Firma Spaccer. Nach einigen netten Mails mit dem Chef war ich überzeugt. Original VW-gelistet in Österreich, Fahrzeugspezifisches Gutachten und ein echt geniales Konzept! Da man sich sein Setup völlig frei wählen kann, bestellte ich (nach Messen des Restfederwegs) 2x12mm Spaccer pro Seite. Auch hier liegt wieder eine Anleitung bei, die keine Fragen offen lässt. Fahrwerk ist aber sicherheitsrelevant – also überließ ich die Montage einem Fachmann, inkl. Achsvermessung. Ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Außen war es das aktuell erstmal – irgendwie ist man ja nie fertig! Innen ist der Caddy recht gut ausgestattet. Daher beschränkt sich die Modifikation auf Reisetätigkeit. Eine Alubox von Alutec beherbergt nun einen Gaskocher und einen Perkolator von Petromax. Die Kiste dient uns gleichzeitig als Fläche für unsere Sticker von anderen Blogger.

Das neuste Mitglied in der Wild-Caddy-Familie ist eine coole Kompressor-Kühlbox der Firma SnoMaster. Von der Größe her perfekt für den Caddy und wie gemacht für einen Trip auch mal abseits der Straßen (auch hier folgt nochmal eine detailierte Vorstellung! ) Die Teile aus Südafrika gibt es ebenso bei Genesis-Import.eu

Zu guter Letzt muss das ganze natürlich legal auf Deutschlands Straßen bewegt werden. Gute Vorarbeit leisteten dabei schon die Firmen Delta4x4, Seikel und Spaccer indem sie Gutachten für Ihre Produkte erstellen ließen. Trotzdem erwies sich die Suche nach einem engagierten und fachkundigen Prüfer nicht als einfach. Bei einer Offroadveranstaltung lernte ich dann Sebastian von „die Autoprüfer“ kennen. Er schaute sich gleich alles im Gelände an und war zufrieden mit dem, was ich da gebaut habe. Also habe ich einen Termin zur Eintragung ausgemacht und jetzt fährt der Caddy zu 100% legal über Deutschlands Straßen. Nein, es gab kein Geld für diese Werbung – ich bin einfach begeistert vom Service!

Außen war ja so weit alles gut. Nur innen wäre etwas mehr Stauraum toll. Wir haben also aufgerüstet. Die Taschen von Lazy-Camping, einmal fürs Fenster, einmal für die Rücklehne, einen ausführlichen Bericht haben wir dazu hier geschrieben.

Habt ihr Fragen? Dann schreibt diese einfach in den Kommentaren oder schickt uns eine Mail.

SoloVANLife – Buchvorstellung

Ein Buch von Susanne Flachmann, erschienen im Bruckmann Verlag mit 224 Seiten. Preis: 29,99 Euro

Dieses Buch ist nichts für uns! Und das aus mehreren Gründen. Ich mag es trotzdem, obwohl ich sicher nie auf die Idee gekommen wäre, es zu kaufen. Es zeigt quasi das andere Ende des Camperlebens auf und das auch noch ohne große Mengen an Traumfotos (keine Angst, es sind schon ein paar dabei!).

Susanne Flachmann hat dieses Buch für Menschen geschrieben, die darüber nachdenken, ihr Wohnungs-Leben hinter sich zu lassen und einen Großteil zukünftig im Van zu verbringen. Oder eben für jene, die sich zwar entschieden haben, aber es nun noch tun müssen.

Dabei gibt sie jede Menge von sich Preis, erzählt von ihren Erlebnissen unterwegs. Dies bleibt immer spannend, ist sie doch nicht nur mit Van unterwegs gewesen, sondern auch mit dem Motorrad. Auch wenn sich mir als ehemaligen BMW Enduro-Fahrer bei ihren Erzählungen manchmal die Haare zu Berge standen, es ist immer unterhaltsam und meist amüsant. Und genau wegen dieser Geschichten, bin ich der Meinung, lohnt sich das Buch auch für andere Reisefreunde.

Aber für wen ist es denn nun? Das muss jeder selber entscheiden. Es geht ums alleine Reisen aber eben auch darum Menschen kennenzulernen. Es geht um den großen Schritt komplett ins Wohnmobil zu ziehen aber eben auch um das was uns alle verbindet – das Reisen. Erfahrenen Campern oder Van-Lifern dürften allerdings die Tipps zum Kauf und zum Strom auf gut 30 Seiten zu platt sein, dafür gibt es bestimmt bessere Literatur – Tipps dazu finden sich dann aber auch wieder im Buch.

Begeistert war ich beim Lesen, von den vielen Gesprächspartnern die in ihrem Buch zu Wort kommen, das ist unterhaltsam und vermittelt Vertrauen. Es sind meist auch Alleinreisende, die (warum auch immer) zu einem bestimmten Thema interviewt werden. Manchmal ist es mir ein wenig zu, sagen wir esoterisch angehaucht. Vielleicht liegt es daran, dass es eben nicht unsere Art zu Reisen ist.

Und gleich noch ein Riesenlob an Susanne Flachmann! Obwohl sie das Vanlife lebt und zelebriert, verteufelt sie in ihrem Buch keine Campingplätze. Sie schreibt über Vor- und Nachteile, über Ängste ohne Campingplatz und gibt Tipps. Gerade in der aktuellen Schwämme an Leuten, die denken, dass sie nur Vanlifer sind wenn sie nie auf einem Campingplatz stehen finde ich das gut!

Fazit: Träumt ihr vom Aussteigen? Seid Ihr allein unterwegs? Dann ist das Buch genau das richtige für euch. Für alle anderen bietet es interessante Geschichten übers Reisen. Ich mag es.

Alle Buchvorstellungen findest du hier!

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Heimat-Ausflüge 2020

Vielleicht könnt ihr es nicht mehr hören aber es ist so: Es ist Corona-Zeit. Also haben wir schon 2020 begonnen statt Wochenendausflüge mit Wohnwagen zu machen, öfter mal die nähere Region zu erkunden. Was soll ich sagen, wir haben es schön hier! In diesem Blog stelle ich euch in loser Reihenfolge unsere Ausflüge aus 2020 vor. Da wir zwar in Sachsen-Anhalt leben aber die Grenze zu Thüringen quasi in Spuckweite liegt, werden unsere Ausflüge auch genau dorthin gehen. (Ich habe euch immer den Wikipedia-Eintrag dazu verlinkt)

Süßer SeeWippertalsperreKiliansteichPferdeköpfeKyffhäuserBurgk SaaleschleifeHarzer SandhöhlenRappbodetalsperreEbertswiese an RennsteigBrockenTeufelsmauerHängebrücke Hohe Schrecke

Süßer See 51° 29′ 43″ N, 11° 40′ 22″ O

Der Süße See liegt im Osten des Landkreises Mansfeld Südharz, also exakt vor unserer Tür. Gerade zu harten Zeiten des Lockdowns waren wir über seine Nähe dankbar. Um den See führt ein Rad- und Wanderweg der auch für Familien mit kleineren Kindern machbar ist. Auf dem See kann man surfen, paddeln oder wie wir SUP fahren. Der See ist zu jeder Jahreszeit toll. Am Nordufer gibt es einen Campingplatz, der durch eine Sendung im MDR Berühmtheit erlangt hat.

Wippertalsperre 51° 34′ 0″ N, 11° 12′ 22″ O

Wie der Name sagt, wird hier die Wipper angestaut. Der Stausee ist ideal um einmal herum zu laufen, dabei ist es egal ob man an der Staumauer in der Nähe von Wippra oder an der höheren Seite anfängt. Der Weg zwischen Staumauer und dem schönen Ort Wippra ist auch empfehlenswert, hier wird allerdings aktuell (2020/2021) ein Rückhaltebecken für Hochwasser gebaut.

Kiliansteiche 51° 36′ 21″ N, 11° 1′ 23″ O

Die Kiliansteiche sind sogenannte Kunstteiche, typisch für die Bergbauregion im Südharz. Von Straßberg aus geht eine kleine Straße Richtung See. Kurz bevor Durchfahrt verboten ist, gibt es eine Möglichkeit zu parken. Direkt daneben fließt ürbigens eine Quelle mit Trinkwasserqualität, ideal um die Trinkflaschen aufzufüllen. Ab dort gibt es dann einen Rundweg, der erst durch den Wald führt und auf dem Rückweg an den Teichen entlang, insgesamt ca.7km.

Pferdeköpfe 51° 33′ 4″ N, 11° 18′ 3″ O

Für diese kleine Wanderung in der Nähe von Wippra gibt es eine klare Empfehlung: Geht im April dorthin. Diese Region ist nämlich für den riesigen Teppich aus Buschwindröschen bekannt, und die blühen meist im April. Direkt an der Straße gibt es einen Parkplatz und ab da einige Möglichkeiten, wir haben den Naturlehrpfad genutzt und immer wieder die Tafeln gelesen. Weil der uns zu kurz war haben wir eine größere Runde auf Waldwegen nagehängt, insgesamt kanpp 10km.

Kyffhäuser 51° 25′ N, 11° 5′ O

Sicher kein Geheimtipp aber für einen Tagesausflug absolut empfehlenswert. Das Denkmal steht auf dem eigentlichen Kyffhäuser, einem der kleinsten Gebirge Deutschlands. Der Blick von der Aussichtsplattform ist toll und rings um gibt es kleinere oder größere Wanderungen.

Burgk an der Saaleschleife 50° 33′ 13″ N, 11° 42′ 56″ O

Die Saale fließt hier in einer spektakulären Schleifen, das bewunderten scheinbar schon die Burgherren im Mittelalter und bauten die Burgk (die heißt wirklich so) direkt ans Ufer. Beides ist in einer kleinen Wanderung gut zu erleben. Starten kann man am besten mit einem Ausblick vom neugebauten Aussichtsturm. Ein Parkplatz ist direkt daneben. Von dort sind wir durch die Burg hinab zur Saale und in einer schönen Runde zurück zum Parkplatz, ca. 6km

Im Anschluss gab es an einem kleinen See noch leckeren Kaffee, frisch gebrüht mit unserem Perkolator von Petromax (Falls euch das interessiert, hier ist der Amazon-Link dazu – absolut lecker!)

Sandhöhlen im Heers bei Blankenburg 51° 49′ 0″ N, 10° 58′ 1″ O

Die Sandhöhlen bei Blankenburg sind ein großer Spielplatz für kleine und große Kinder. Aber Achtung, wer die Einsamkeit liebt, sollte hier her wenn es hagelt. Ansonsten ist hier irgendwie immer was los. Der Parkplatz ist direkt neben der Harzautobahn an der Abfahrt Blankenburg (keine Angst, es ist nicht laut) von da aus kann man den kurzen Weg (gerade aus) nehmen oder eine schöne Runde (rechts oder links) durch den Wald und an einem alten Mühlrad vorbei. Auf der Wanderung waren wir immer allein, nur direkt bei den Höhlen war viel los.

Rappbodetalsperre 51° 44′ 24″ N, 10° 53′ 36″ O

Eines der bekanntesten Ziele im Ostharz ist sicher die Rappbodetalsperre. Vor allem durch die große Hängebrücke. Abseits davon gibt es aber auch tolle einsame Wanderungen rund um den Stausee. Wenn man von Süden aus auf die Staumauer zufährt, gibt es links einen Parkplatz und von dort aus führt ein Rundweg erst nach Osten und später am Wasser zurück.

Ebertswiese am Rennsteig 50° 47′ 5″ N, 10° 32′ 3″ O

Ein kleiner grünschimmernder Bergsee am Rennsteig. Nicht mehr und nicht weniger ist das Ziel dieser Wanderung. Dafür läuft man durch den tollen Thüringer Wald, über Wiesen mit unmengen an Schmetterlingen und genießt zwischendurch sogar den Ausblick auf den Inselsberg bei Oberhof. Dafür meist ganz allein.

Brocken 51° 47′ 57″ N, 10° 36′ 56″ O

Zum Brocken muss ich wahrscheinlich nicht viel sagen. Auch hier besteht das Problem, dass er sehr bekannt und sehr beliebt ist. An Wochenenden und bei schönen Wetter werdet ihr also mit ganz vielen anderen auf diesen Berg laufen, egal welcher Weg. Der schönste Weg auf den Brocken, ist unserer Meinung nach der Auftsieg über das Eggerloch, steil, wild und schön. Allerdings müsst ihr die nächsten 30 Jahre den Anblick eines sterbenden Waldes ertragen. Aktuell wird nämlcih nicht mehr eingegriffen, die Kiefern sterben und der ehemalige Mischwald braucht noch etwas Zeit.

Teufelsmauer 51° 45′ N, 11° 5′ O

Auf der Teufelsmauer waren wir schon mehrmals, es gibt ja auch einige Teile, die sehenswert sind, im herbst 2020 sind wir am Großvaterfelsen gestartet. Aus meiner Sicht der schönste Teil der Teufelsmauer. Verlaufen kann man sich nicht, der Weg geht immer auf dem Kamm entlang. Hier durfte ich auch das erste mal meinen neuen Wanderrucksack von Nordkamm testen. Ich war so zufrieden, dass wir euch die Produkte von Nordkamm hier auf unserer Seite vorstellen – Link

Hängebrücke Hohe Schrecke 51° 18′ 45.72″ N 11° 17′ 4.71″ O

Diese Hängebrücke in der Nähe von Heldrungen war uns auch neu (ist sie ja auch), ein schöner Wanderweg führt vom Wanderparkplatz nahe der A71 hin und in einem Rundweg auch wieder zurück ( ca.10km). Bei uns war leider Mistwetter aber hier kommen wir sicher nochmal hin.

Auch 2021 haben wir noch einige Ziele auf unserer Liste: Heimat-Ausflüge 2021

Habt ihr Fragen zu den einzelnen Wanderungen oder habt Tipps? Schreibt uns einfach!

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    Heimat-Ausflüge 2021

    Hier gibt es sie nun, unsere Ausflüge in unserer Region. Bereits 2020 habt ihr einen Überblick bekommen welche Ausflüge in Sachsen-Anhalt und Thüringen wir unternommen haben, den Blog findet ihr hier: Heimat-Ausflüge 2020

    Ich verlinke euch wieder den Wikipedia-Eintrag zum jeweiligen Ort

    Ruppberg am RennsteigWeitere Pläne

    Ruppberg am Rennsteig 50° 41′ 2″ N, 10° 38′ 21″ O

    Eine der ersten Wanderung im Jahr 2021 ging in den Thüringer Wald, und zwar zum Ruppberg. Wir parken am gleichnamigen Parkplatz und wandern durch den toll verschneiten Wald. Die Wanderung geht nur 4km, dann ist man auf dem Gipfel, der übrigens einen tollen Rundumblick verschafft. Auf dem Rückweg, biegen wir noch zum 3-Herrenstein ab. Der Weg dorthin ist auch toll, es gibt sogar einen Selfispiegel… Der Stein?! Ist eben ein Grenzstein, muss man nicht gesehen haben. Am Gipfel gibt es normaler Weise einen Imbiss, natürlich nicht zu Corona-Zeiten. Am Ende gibts noch ein kleines Fotoshooting vom #thewildcaddy

    Hast du Fragen zu den Wanderungen oder Tipps für uns? Dann schreib uns einfach!

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      On the Road – Mit dem Campervan durch Nordspanien

      Ein Buch aus der Reihe „On the Road“ von Mareike Busch, erschienen im Bruckmann Verlag mit 191 Seiten. Preis: 29,99 Euro

      Ein Bildband ist dieses Buch aus einer ganzen Serie „On the Road“-Büchern nicht. Allerdings liegt das nur teilweise an den Bildern selbst, so kommt das Buch als matt gedrucktes daher, ideal zum Mitnehmen auf die große Reise. Und dafür ist es ja auch da.

      Ein Reiseführer der Lust darauf macht ihn zu lesen. Also habe ich mich mit einem Kaffee an den Küchentisch gesetzt und habe gelesen was uns Mareike Busch zu sagen hat.

      Wieder mal ein Fazit vornweg: Ich mag die unaufgeregte Art wie Mareike Busch in ihrem Buch Tipps mit eigenen Erlebnissen kombiniert. Die Fotos untermauern dieses Gefühl äußerst passend. Wer auf der Suche nach spektakulären Surfbildern am Atlantik ist, der ist hier falsch. Wer gern gut vorbereitet in sein nächstes Abenteuer startet und vor allem gern regional isst, der ist mit diesem Buch gut bedient. So garniert die Autorin ihre Routen mit eigenen Rezepten die angelehnt an die lokale Küche Lust auf die Nordküste Spaniens machen.

      Wer, wie ich, häufiger Reisebücher liest, fragt sich natürlich ob jedes Buch mit Tipps zum Bulli, der Planung oder den Übernachtungen daher kommen muss. Aber ehrlich, wer das nicht ständig tut, ist über solche Tipps sicher dankbar. Dieses Buch schafft es ohne erhobenen Zeigefinger die wichtigsten Regeln Spaniens so zusammenzufassen, dass man sich vorbereitet fühlt. Natürlich nicht ohne zu vergessen, dass jeder Roadtripp ein Abenteuer bleiben soll.

      Der Hauptteil des Buches sind natürlich die Tourenvorschläge welche sich wie eine Perlenkette an der Nordküste entlangziehen. Liest man sich so etwas durch wenn man nicht vor hat morgen dorthin zu starten? JA! Erstens mag ich das Gefühl des Fernwehs und zweitens hat Mareike Busch reichlich von dem was mir bei Oliver Raatzs Buch ‚Quer durch Deutschland‘ etwas fehlte: eigene Geschichten. Ich mag so etwas! Diese Geschichten in den einzelnen Routen verpackt macht dieses Buch lesenswert, wer einen stumpfen Reiseführer sucht, kauft besser was anderes.

      Da Mareike mit Ihrem Partner das Surfen lernt, Mountainbiketouren und Wanderungen unternimmt, findet ihr in diesem Buch auch etliche Empfehlungen in diese Richtung. Dazu gibt es jede Menge nützliche Links zu allen vorgestellten Orten. Zu ihren Nachtlagern veröffentlichen sie sogar die Geodaten – ob ich das gut finde, weiß ich noch nicht. Wer die Touren fährt, kann ja mal berichten wie viele Camper sich im Sommer dort mit dem Buch hinter der Frontscheibe treffen…

      Habt ihr vor demnächst Nordspanien zu erkunden? Wollt ihr jetzt schon die passende Stimmung dazu erhalten? Dann empfehle ich dieses Buch! Genau richtig für mich und meinen Kaffee, bei grauem Dezemberwetter in meiner Küche. Jetzt habe ich Hunger! auf Tapas..

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      Ab durch Deutschland!

      Ein Buch von Oliver Raatz, erschienen im Bruckmann Verlag mit 223 Seiten. Preis: 22,99 Euro

      Ist es ein Bildband, ein Reiseführer oder das Reisetagebuch des Autors? Da sich Oliver Raatz diese Frage schon in der Einleitung zu seinem Buch stellt, tun wir das als Leser natürlich auch. Ich wahrscheinlich noch etwas kritischer, habe ich mir doch vorgenommen, eine kurze Rezension dazu zu schreiben.

      Nehmen wir das Fazit vorweg: Es ist ein wundervolles Buch! Warum? Ich liebe tolle Reisefotos und davon sind massig im Buch vorhanden. Gespickt sind diese mit kurzen aber guten Tipps zur Region.

      Aber von vorn. Nüchtern betrachtet, ist Oliver Raatz quer durch Deutschland gefahren, hat seine Touren mit Kamera und Geodaten festgehalten und die 15 schönsten Touren in diesem Buch für uns zusammengefügt. Dazu gibt es eine Prise alte VW Bullis und manchmal ein ganz klein wenig zu viel Surferromatik – also zumindest wenn man nicht gerade einer ist. Aber das macht das Buch nicht schlechter! Zu jeder der Touren gibt es neben tollen Drohnenfotos (wer auf Drohnenfotos steht – wie ich – wird es lieben) Tipps zur Übernachtung und zu Wanderungen ohne Bulli. Das ganz kurz und knapp, ohne epische Ausschweifungen. Wer mehr möchte, bekommt zu jeder Tour einen Link auf seine Internetseite und kann sich dort die genauen Tourdaten und einiges mehr herunterladen.

      Das Buch lädt immer wieder ein zum Durchblättern auf der Couch und macht tatsächlich Lust auf Deutschland – in der aktuellen Zeit ja keine schlechte Entscheidung.

      Für diejenigen, die das Buch als Sprungbrett in ihre startende Campingliebe nutzen wollen, bietet Oliver Raatz auf den ersten Seiten auch noch nützlich Tipps zur Auswahl des richtigen Fahrzeuges, Planung der Touren und den wichtigsten Camper Must-Haves auf so einer Reise.

      Seine Gedankengänge zum Thema ökologischer Fußabdruck haben mich besonders überrascht, weil ich sie in solch einem Buch noch nie gefunden habe. Meine Frau und ich waren von dem Tipp zur Co²-Bilanz so begeistert, dass wir uns für 2021 gleich die Plakette bestellt haben. Danke dafür an den Autor!

      Ich weiß nicht wie es euch geht, mir kommt es gerade so vor, als ob sich die Campergemeinde gerade voneinander entfernt. Da gibt es das Lager „Campingplatz“ und die „Vanlifer“ welche jede Art von Struktur und Parzellierung verabscheuen. Oliver geht mit der Auswahl zwischen „frei stehen“ und „chilliger Campingplatz“ erfrischend entspannt um, das gefällt mir.

      Da das Fazit schon zu Beginn kam, nun noch ein Feedback: Ich hätte mir in den Routen die eine oder andere Geschichte gewünscht. Erlebnisse, Niederlagen, Höhenflüge – was auch immer. So ist es ein wundervoller Bildband, ein guter Ratgeber aber das Reisetagebuch von Oliver Raatz muss erst noch geschrieben werden – ich kann warten.

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      Beitrag enthält unbezahlte Werbung aufgrund Markennennung.

      Caddy2020 – mein erster Eindruck

      Im Oktober wäre ich zu einer toll organisierten Vorstellung von Volkswagen Nutzfahrzeuge gewesen. Ich hätte in einem netten Münchner Hotel eingecheckt, hätte lecker gegessen, viele neue Leute kennengelernt und noch dazu den neuen Caddy bei schönstem Herbstwetter erlebt und fotografiert. Wenn Corona nicht wäre. So wurde sicherheitshalber alles abgesagt und nun Mitte Dezember in ganz kleinem Rahmen, dafür absolut sicher, nachgeholt. An dieser Stelle vielen Dank an VW-Nutzfahrzeuge für das tolle Konzept und die Möglichkeit.

      Statt in München ging es also nach Wedemark, dem Schulungszentrum von VWN. Dort begrüßte mich Andreas Gottwald, der Pressesprecher. Wir kennen uns schon vom Spirit of Amarok und haben da auch noch eine Wette offen. ( Andreas, Caddy gegen Amarok – ich vergesse nicht 😉 ) Aber das ist eine andere Geschichte.

      Ich nutzte die Zeit in der warmen Werkstatt und inspizierte die beiden Modelle ausgiebig. Ausgestellt war hier sowohl ein Caddy Maxi als auch ein 4Motion.

      Als erstes also einen Blick auf den Maxi. Von außen fällt auf, dass man ihm nicht mehr an der typischen Stelle (hinter der Schiebetür) ansieht, dass er länger ist. Tatsächlich ist es nun die Schiebtür selbst. So kann man leichter nach hinten einsteigen. Ich habe es zwar nicht probiert, es wurde aber versprochen, dass sogar eine Palette da durch geht. Beim Tür schließen fällt mir auf, dass die Geräusche edler sind als bei 4’er und es gibt sogar Softclose für die Seiten und die Heckklappe – mir gefällts. Der Maxi ist außen minimal kürzer als der 4’er, das wirkt sich aber innen nicht aus. Damit der Caddy und vor allem der Maxi nicht so plump aussieht, wurde die Dachlinie hinten abgesenkt. Das hilft der Optik, klaut allerdings hinten ein paar Zentimeter an Ladehöhe.

      Caddy Maxi 2020

      Der Kofferraum ist nicht spektakulär anders aber das ist auch gut so. Einige Änderungen sind so schön, dass ich überlege ob ich die in unseren Caddy übernehmen kann. Gerade an den Sitzen hat VWN nochmal ordentlich Hand angelegt. Die 3.Sitzreihe sind nun 2 Einzelsitze, da man die auch einzeln klappen und entfernen kann, so ist der Kofferraum wesentlich flexibler ( in jeder Sitzreihe ein Einzelsitz und es passen locker ein paar Fahrräder daneben). In der zweiten Sitzreihe hat sich optisch kaum was verändert aber bei meinem Sitztest war ich begeistert, dass nun die Passagiere ihre Rückenlehne in der Neigung verstellen können (Da die Aufnahmen gleich geblieben scheinen, dürfte eventuell eine Umrüstung des Vorgängermodells möglich sein.) Auch ganz vorn ist der Sitzkomfort deutlich gestiegen. Ich kenne sie schon aus dem Amarok V6, nun gibt es die Ergo-Comfort-Sitze auch im Caddy – die sind absolut zu empfehlen. Caddy-Fans werden das Fach über den vorderen Sitzen vermissen, ich kam gut ohne klar.

      Nachtrag: Das Fach über den vorderen Sitzen fällt nur weg wenn man das Glasdach bestellt. (Danke für den Hinweis aus den Facebook-Gruppen)

      Ebenfalls sind die oft undichten Schiebefenster abgeschafft. Laut VWN soll es demnächst klappbare Fenster in den Schiebetüren geben. Im Dach fällt das riesige Glasfenster auf, sehr angenehm vom Licht, allerdings ist es heute auch sehr trüb, wie das bei praller Sonne ist, bleibt abzuwarten. Ein Stoffrollo zum Verdunkeln wird es wohl ausschließlich im California (also dem Minicamper) geben, ich vermute die Zubehörhersteller werden sich auf diese Lücke stürzen. Apropos Lücke, öffnen kann man das Glasdach nicht.

      Noch weiter nach vorn geschaut, fällt dem blindesten der Fortschritt auch auf. Das volldigitale Display ist ein echter Hingucker. Auf der ersten Fahrt musste ich allerdings in der Radio- und Klimaeinheit relativ viel im Menü suchen, das lenkt ab. Auf der Rückfahrt war es dann aber schon wie im eigenen Auto. Rund darum gibt es diverse Ablagen, eine auch über dem Tacho, sogar mit 12V-Buchse – coole Idee! Ich nutze auch bei der Probefahrt mein Iphone, Apple-Car-Play funktioniert nun ohne Kabel und vor dem Mini-Schaltknauf gibt es ein extra Fach fürs Handy, mit induktivem Laden. Ich bin verliebt.

      Vor der Probefahrt geht es aber erstmal nach nebenan. Da steht der Caddy 4Motion und direkt daneben liegen die 4 Arme einer Hebebühne. Die rufen mir quasi „benutz mich“ zu und so ist auch schnell ein Fachmann gefunden, der den Caddy hochhebt. Nun ist der Blick auf den Allrad frei. Technisch hat sich nicht viel geändert, es bleibt beim klassischen 4Motion mit Haldex-Kupplung. Allerdings ist das hintere Differential nicht mehr der tiefste Punkt unter dem Auto. Das schont das Getriebe im harten Gelände. „Schuld“ daran ist die neu entwickelte Hinterachse mit Schraubenfedern statt Blattfedern. Der Achskörper liegt bei 4Motion nun inklusive einem Stabi hinter dem Getriebe und den Rädern und stellt mit seinem stabilen Querträger den tiefsten Punkt. Ein kleiner Wehrmutstropfen: die Achse bleibt auch bei einer Höherlegung dort unten, Abhilfe schaffen nur große Räder.

      Nun aber ab zur Probefahrt. Einen 4Motion kann mir leider auch der Pressesprecher nicht besorgen (Dafür treffen wir uns nochmal im Dreck, Andreas!) also schnappe ich mir einen top ausgestatteten Caddy Move (das Einführungsmodel). VWN hat die Linien Highline usw. verlassen und so gibt es beim Caddy nun als einfachste Linie den „Caddy“ dann folgt der Caddy „Life“ und als Top-Modell der Caddy „Style“ (Eselsbrücke: zusammen also Caddy Life Style). Mein Move hat auch alles und ich will alles testen. Die Navi sagt, 40 Minuten bis zum Steinhuder Meer, also geht’s dort hin.

      Der Caddy schwimmt gut im Verkehr mit, ist natürlich kein Rennwagen, aktuell ist der 2.0 TDI mit 122PS das Topmodell, ähnlich spritzig wie der 150 PS im Caddy 4. Bei Vollgas an der Ampel wünsche ich mir allerdings meinen 4Motion zurück. Was mich überrascht, alle Assistenzsysteme arbeiten noch einmal viel flüssiger als in unserem Caddy. Wir haben zwar auch das meiste (ACC, Spurhalte, Fernlichtautomatik) aber hier arbeiten die Helferlein nochmal feiner. Zum Beispiel gibt der Tempomat nicht automatisch Gas, wenn man rechts blinkt um von der Autobahn abzufahren sondern er wartet entspannt ab ob trotz Blinken, ein Auto vor uns bleibt. Das gefällt mir gut! Die Hinterachse hat den Caddy nun endgültig vom Hundefänger in den PKW-Bereich befördert. Nix holpert, nichts knallt von hinten. Sicher ein Vorteil, dass der Caddy nun auf der MQB-Plattform des Golf 8 steht. Caddy Fahrer wissen wovon ich spreche… Selbst Kurvenfahren geht wie von selbst. Am Steinhuder Meer angekommen merke ich, dass ich viel zu lange schon durch die Gegend fahre. Also schnell noch ein paar Beweisfotos und dann schnell wieder zurück.

      Kurz bevor ich wieder zum Tauschen bei VW bin, ruft mich noch eine kleine Allee, die meisten Blätter sind zwar schon am Boden, aber ein paar Fotos müssen sein.

      Fazit: Danke an VWN, ich habe es genossen! Der neue Caddy ist reifer und erwachsener geworden. Zumindest innen. Alles funktioniert noch besser als in meinem 4’er und der macht doch schon alles was er soll. Von außen? Da brauche ich noch ne Weile für ein Urteil, Erwachsen zumindest nicht. Von hinten mag ich ihn (nicht zuletzt wegen der LED-Rückleuchten) jetzt schon. Und der Rest? Ich mochte den 3’er Golf nicht als er kam, ich mochte den 4’er nicht. Ich mochte den Polo 6n nicht zum Marktstart. Etwas später ändert sich das, keine Ahnung was VW da reintut. So wird es mir mit dem Caddy sicher auch gehen. Bis dahin schwärme ich vom Innenraum. Trotzdem steige ich gern wieder in unseren #Thewildcaddy – der ist so wie ich Caddys mag.

      Alle Infos zu unserem Caddy gibts hier: #thewildcaddy

      Es handelt sich um eine bezahlte Kooperation mit VWN.

      Der nächste „statt“ Tripp – Mecklenburgische Seenplatte statt Gardasee im Herbst 2020

      Diesmal haben wir es bis zum letzten Tag hinausgeschoben. Bleibt es wie geplant beim Gardasee? Aber die Einschläge kommen nähe. 5 Tage vor unserer angepeilten Anreise Maskenpflicht in ganz Italien. 2 Tage vorher, steigt der Inzidenzwert in der Region über 100. Das ist uns zu heiß! Quarantäne können wir uns nicht leisten und gefährden wollen wir auch niemanden. Da ich mich bisher gegen diese Entscheidung gewehrt habe, steht auch keine Alternivroute bereit und so setzen wir uns an den Rechner und basteln uns eine kleine feine Norddeutschlandrunde. So richtig konzentrieren können wir uns nicht, dabei ist morgen schon Freitag und wir wollen los! Ständig hustet der kleine dazwischen. Moment!!!! Husten in Corornazeiten?! Ok, wir wissen woran es liegt (er kam bei 12 Grad schwitzend mit freiem Oberkörper im Nieselregen mit dem Rad nach Hause) aber das hilft uns nichts. Wir müssen also warten bis es weg ist. Wann und ob wir losfahren steht in den Sternen. Am Sonntag Abend beschließen wir, wenn es Montag nicht weg ist, fahren wir zum Arzt und lassen uns eine Bestätigung geben, die hoffentlich akzeptiert wird. Montag früh – Husten weg.

      Wir packen also die letzten Sachen ein, irgendwie ist es auf einmal hecktischer als sonst aber wir kommen gegen 11:00 Uhr los, Richtung Norden. Die Rundtour haben wir verworfen, lohnt nicht mehr. Wir machen uns auf zum Ferienpark Havelberge am Woblitzsee. Kennt ihr nicht? Wir auch nicht und das spricht für uns dafür. Wir erwarten: wenig Leute, also wenig Risiko, Ruhe, Enspannung und Blick auf einen See. Die Bewertungen im Netz versprechen einen schönen Platz. Wir sind gespannt. Ein Anruf bei der Azubine bestätigt den Eindruck, sehr nett, und wir dürfen kommen. Leider erinnert sich bei unserer Ankunft niemand mehr an unser Telefonat, aufgeschrieben ist auch nichts. Eine Entschuldigung oder ähnliches hätte gefühlt von uns kommen müssen aber zum Glück gibt es genügend freie Plätze und so können wir kurz nach 5 auf einem tollen Seeblick-Platz aufbauen.

      Es wird viel zu schnell dunkel und vor allem kalt und so nutzen wir tatsächlich mal ausgiebig den Fernseher ( Digital-TV dank der Nähe zu Berlin kein Problem) , dazu gibt es heißen Tee und Schokolade. Wir haben es geschafft, wir sind im Urlaub!

      Am nächsten Morgen wachen Line und ich durch das klacken der Heizung auf. Bis dahin haben wir herrlich geschlafen, immerhin bis 8 Uhr. Diesmal schlafen wir nämlich oben, die Streitigkeiten zwischen unseren Kindern führte dazu, dass sie keine Lust auf ein gemeinsames Bett hatten. Also, haben sie nun unten ihr „Kinderzimmer“ mit Einzelbetten und wir oben unser Doppelbett – Warum haben wir das nicht schon viel eher gemacht!?Trotz 2 Grad in der Nacht, war es kuschelig warm und saugemütlich. Ich verstehe unsere Kinder nicht. Aber die Heizung klickt, erster Gedanke: Gas alle. Das kann eigentlich nicht sein, beide Flaschen sind voll aber ich tausche vorsichtshalber. Die Heizung klickt. Ich drehe sie ein wenig höher, vielleicht brennt die Flamme nicht sauber. Die Heizung klickt. Line und ich schauen uns ungläubig an – das Dach??? Ich ziehe das Aufstelldach ein – die Heizung schnurrt wie ein Uhrwerk. Mist! Ich muss ein wenig ausholen, damit ihr das versteht. Der Kamin (Schornstein) der Heizung, ist direkt neben dem Aufstelldach. Wenn dieses hochgeklappt wird, entsteht bei Wind dort ein Wirbel, der durch einen Unterdruck die Flamme der Heizung unten löscht. Das wussten wir zum Glück bereits aus diversen Foren ( Im Herbst 2019 leider noch nicht) und hatten eine Kaminverlängerung drauf. Die half auch immer, bis jetzt. Zum Glück laufen am Morgen die Nachbarn vorbei und ich höre, sie wollen schnell zu Fritz Berger fahren. Also Handy raus, googeln und siehe da, in 12km Entfernung ein toll ausgestatteter Fritz Berger Laden. Hier gibt es sogar die nächsten 3 Verlängerungsstücken. Nun funktioniert alles wieder (sieht zwar aus als könnten wir damit sogar tauchen gehen) und wir machen weiter Urlaub. Wenn wir schon in Neustrelitz sind, schauen wir uns doch gleich ein wenig um. Das Herbstwetter ist gnädig mit uns und wenn die Sonne rauskommt, lassen sich die einstelligen Temperaturen sogar ganz gut aushalten.

      Auf dem Markt zurück erspähen wir einen Bäcker und fühlen uns sofort zur Fika nach Schweden versetzt, lecker Kaffee und Kuchen, Eis für die Kinder und tolle Brötchen auf die Hand – so kann es weiter gehen.

      Auch die zweite Nacht schlafen Line und ich oben. Herrlich hier, erst recht wenn immer mal leichter Regen einsetzt. Wir gehen hier nicht mehr weg! Habe ich das schon gesagt? Kurz vor 9 Uhr setzt der Frühstückshunger ein, zumindest bei uns, die Kinder pennen noch. Also geht Line duschen und ich im Platz-Supermarkt (auf dem es alles gibt, so die Dame an der Rezeption) Brötchen holen. Ich weiß nicht, ob ich amüsiert oder entsetzt bin, wahrscheinlich von beidem ein wenig. Der Platz liegt so toll, hat alles was es braucht aber es fehlt einfach Liebe. Leider ist uns das in letzter Zeit schon öfter auf Plätzen aufgefallen, die nicht vom Betreiber geführt werden. Das ist echt schade. Der Platz wirbt mit Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit – bis in den Laden hat es diese Werbung noch nicht geschafft. Von Bio oder auch Regional fehlt hier jede Spur.

      Brötchen bekomme ich aber, also schnell Frühstück machen und die Kinder wecken (irgendwie war das früher mal anders rum). Das Wetter ist typisch Herbst, kalt und feucht. Trotzdem machen wir uns nach einem ausgedehnten Frühstück auf in Richtung Neubrandenburg. Wir haben für unseren Jüngsten und sein neues Hobby heute einen Termin auf dem Pumptrack, aber zum Glück erst Nachmittag, bis dahin nervt er aller 5 Minuten mit der Frage wieviel Zeit noch ist. Viel! So unsere stetige Antwort…

      Als erstes nehmen wir uns die Burg Stargard vor, welche auf dem Weg liegt. Zu Corona-Zeiten nicht sonderlich spektakulär aber immerhin kann man sich lebhaft vorstellen wie es hier zu Mittelalterfesten aussieht. Wir finden auch einen Teil des nördlichsten Weinanbaugebietes Deutschlands direkt im Burggarten.

      Als wir danach in Neubrandenburg rein zufällig am 25 Grad vorbei laufen (einer hochgelobten Kaffeebar) setzt der Nieselregen ein und was liegt da näher als gemütlich drinnen zu sitzen?! Wir können die Rezensionen nur bestätigen! Leckere Croissants und Milchkaffee. Beim Stöbern im Cafè (sooo viele Weisheiten zu Kaffee, sehr amüsant) entdecken wir ein Schild mit den Arten, wie man hier Kaffee zubereitet Wir bleiben an der Art ‚Syphon‘ hängen, eine Art Glaskolben wie im Chemieunterricht. Das sieht spannend aus und wir bestellen zwei Tassen. Zubereitet wird das ganze direkt bei uns am Tisch und wir beschließen: So ein Teil muss her, ideal für kalte dunkle Wintertage. Der Geschmack ist toll und das Erlebnis beim zusehen noch toller.

      Wir bleiben eine gefühlte Ewigkeit dort und alle! schaffen es, sich ohne Handy einfach mal zu unterhalten, die Kinder würden am liebsten bis 16:00 Uhr (Fahrradtermin) hier sitzen. Wir wollen aber wenigstens noch ein wenig von Neubrandenburg sehen. Na gut, wenn wir ehrlich sind (hoffentlich trete ich jetzt niemandem auf den Schlips) gibt es soviel dort gar nicht zu sehen. Wir laufen einmal die Stadtmauer ab und bestaunen die alten Fachwerkhäuser die mitten in die Mauer gebaut wurden – fertig 😉

      Irgendwie sind wir nicht die Städtetouristen… Also auf zur Bike-Halle. Ich hatte vorher mit dem Chef Christian vom DirtForce Bikepark telefoniert und einen Treffpunkt ausgemacht. Eigentlich ist heute Training draußen, dafür ist das Wetter aber zu schlecht, also in die Halle.

      Der Rest der Familie nutzt die Zeit für einen kleinen Spaziergang am stadteigenen See, das ist schon toll an dieser Gegend. Eben noch „Großstadt“ und einmal rumdrehen schon stehst du in der Natur und vor allem am Wasser. (was ja wissenschaftlich erwiesen glücklich macht)

      Und wie wir so laufen überkommt uns die Lust auf Essen gehen, statt im Wohnwagen kochen. Nach der tollen 25 Grad – Idee von Line finde ich diesmal das Restaurant „Herr Grünfink“, die Fotos im Netz versprechen viel und wir reservieren schnell einen Tisch bevor wir den Junior vom Biken abholen. Das Restaurant liegt, recht unscheibar, direkt am Stadtring im Hinterhaus. Ist man drinnen, ist das völlig egal. Wir sind begeistert! Gemütlich eingerichtet, offener Blick auf die Küche, nette Bedienung und das Essen ein Traum! Seid ihr in Neubrandenburg, lautet unser Tipp, dort Essen gehen!!!

      Nach dem Essen geht es zurück zum Campingplatz. Es ist spät geworden und so schlafen wir lange und können danach doch tatsächlich draußen in der Sonne frühstücken. Wir sind begeistert. Ist ja fast wie Italien im Herbst.

      Heute wollen wir den Indiansummer von Meck-Pom erleben, mit den Rädern. Der Platz liegt dafür perfekt an einem Radweg, von hier geht es quasi überall hin. Die Prospekte schwärmen von Wesenburg, ein Stück südlich hier am See. Also ab auf das Rad und am See entlang. Ok, der Indiansummer braucht ein wenig Fantasie, um so spektakulär wie in Übersee zu sein aber dafür ist das Wetter gut, kühle klare Luft und Sonne. Das lockt nicht nur uns, sondern auch riesige Pilze am Wegesrand heraus. Wesenburg selbst ist dafür ein Flop, zu sehen gibt es nichts. Für Fika ist es zu ungemütlich. Uns hält es nicht lange und wir radeln weiter, bis zu einem Schild auf dem frischer Fisch direkt am See angeboten wird. Also abgebogen und Halt gemacht. Auf dem Fischereihof Wesenberg gibt es alles, was das Fischliebhaberherz begehrt. Sollte jemand von euch keinen Fisch mögen (So wie ich), dann lasst die Finger von der Soljanka. Ich habe sie mir als Fischersatz bestellt, Line hat sie dann gegessen, soll lecker nach Fisch schmecken… Während wir noch beim Essen sitzen, erkunden die Kinder den Hof und belagern einen Pickup, der den Fang des Morgens bringt. Der junge Fahrer erklärt ihnen bei jedem Fisch, welcher es ist und was das besondere am Aal und Rotbarsch ist. Sie sind begeistert, wir auch!

      Danach geht es vorbei an Schleusen, Fachwerkhäusern, bunten Wäldern und zurück zum Campingplatz. Ich will heute noch mit unserer Großen (oder sie mit mir) in den Hochseilgarten direkt auf dem Platz. Der ist echt gut und wir kommen in den Nachmittagsstunden nochmal so richtig ins Schwitzen. Der Junior kommt nicht mit, er will, wie immer Rad fahren…

      Als Tagesabschluss leiten wir Erwachsenen feierlich die Glühwein-Saison ein, natürlich draußen am See.

      Der nächste Morgen, wir schauen von unserem Dachfenster direkt auf den See. Der liegt heute so still, dass wir direkt auf unsere SUPs steigen könnten. Wenn wir sie denn dabei hätten. Wenn es 10 Grad wärmer wäre. Also ohne SUP heute und leider auch ohne Sonne. Unser Ziel sind heute die „heiligen Hallen“, dabei soll es sich um einen uralten Buchenwald handeln. Als Hallen wird dieser Wald bezeichnet, weil früher dort ausschließlich diese alten riesigen Bäume standen. Im Netz liest man schon viel, dass der Wald seinen Reiz verloren hat, wir wollen trotzdem hin. Schon auf der Fahrt dorthin sind wir begeistert, hier ist es, genau wie erhofft – ruhig und die Wälder schön bunt. Ab und zu schaut sogar die Sonne raus. Am Forstamt von Lüttgenhagen lassen wir das Auto stehen und gehen die kleine Wanderung.

      Auf der Wanderung präsentieren sich uns die unglaublichsten Pilze und immer wieder tolle Herbstfarben. In den heiligen Hallen angekommen, wissen wir, was das Netz meint. Die Hallen (nur riesige alte Bäume, die ein geschlossenes Blätterdach erzeugen) gibt es so wie in den 80’ern nicht mehr. Trotzdem ist dieser Wald für uns magisch und auf jeden Fall einen Besuch wert. Automatisch sind alle ganz leise und beobachten alles ganz genau

      Danach steht uns der Sinn, wie sollte es anders sein, nach Kaffee. Laut Internet soll es Carwitz ein tolles Gartencafé geben, das Café Sommerliebe. Klingt gut und ist um die Ecke, also machen wir uns auf den Weg. Wir finden es, leider genießen die Betreiber auch gerade ihren Urlaub. Nach einem traurigem Blick, kehren wir gegenüber ein. Sagen wir mal so, es war ok.

      Café Sommerliebe

      Auf dem Weg dorthin entdecken wir einen Friedhof mit einem wundervoll bunten Ahorn, für ein Foto schnell den alten Natursteinweg entlang und schon stehen wir rein zufällig am Grabstein von Hans Fallada und mal ehrlich, zumindest schön liegt er hier…

      Grab von Hans Fallada

      Nach dem Kaffee, machen wir dann natürlich noch einen kleinen Ausflug zum Fallada-Haus. Wir finden es am Ausgang des Ortes und direkt am Carwitzer See, der heute so klar und ruhig ist, dass man in der Tiefe die Tiere beobachten kann. Das Haus ist zwar ein Museum, aber keiner von uns kann sich begeistern. Also ab zum Wohnwagen, heute Abend steht eine Partie Monoploy auf dem Plan und ich habe den Ruf zu verlieren! Oder doch nicht?!

      Der letzte Tag ist da und zumindest hier gleicht der Urlaub dem am Gardasee – wir wollen nicht nach Hause. Also wird alles in Zeitlupe erledigt. Das Wetter spielt mit und so schaffen wir es sogar, die Markise und das Dachzelt trocken einzufahren. Irgendwann können wir es aber nicht mehr rauszögern. Wir gehen noch einmal an den tollen See, sagen Tschüß und fahren ab.

      Kennt ihr das? Man fährt so durch eine tolle Gegend, in unserem Fall mit wunderschönen Alleen und passiert dabei einige tolle Gaststätten. Also beschließt man, nochmal lecker Essen zu gehen. Und exakt ab diesem Moment findet man NICHTS! Geht uns immer so. Also fahren wir die nächsten 20km über Land, ohne was zu finden. Als wir auf die Autobahn fahren meldet sich der Jüngste mit dem WC-Wunsch, ich halte am Rasthof an und nutze die Zeit, um im Handy zu schauen, ob sich nicht doch noch was findet. Findet sich! Keine 5 km weiter finden wir an einen Reiterhof angegliedert das Restaurant Almrausch im Brandenburgischen Stolpe (gleich neben der Autobahn). Witzig! Wahrscheinlich hätten wir doch auf der Rückfahrt vom Gardasee, auch in den Alpen Mittag gemacht. Es ist toll dort, die Kinder können direkt in die Reithalle schauen und wir genießen das leckere Essen.

      Danach geht es aber auf direktem Weg nach Hause, mal schauen wann wir das nächste mal los können…

      Fazit: Die Mecklenburgische Seenplatte im Herbst ist absolut zu empfehlen! Die Restaurants auch. Nur beim Campingplatz suchen wir uns das nächste Mal wieder einen kleineren , auf dem einen der Chef morgens beim Brötchen holen zuwinkt.

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