Einmal quer durchs Baltikum – Teil II

Wenn ihr gerade erst eingestiegen seid: Wir stehen gerade auf einem tollen Campingplatz in der Nähe von Riga. Ihr habt also schon einiges verpasst. Fangt am besten mit Teil I an, den gibt’s hier.

Tag 10 – Halbzeit

Heute lassen wir es ruhig angehen. Line bringt zwar Kaffeewasser aus dem Hahn mit, aber die Farbe des Wassers begeistert uns nicht wirklich. Wir sind ja in einem Moorgebiet und genauso sieht auch das Wasser aus dem Hahn aus. Wahrscheinlich trinkbar, aber eben auch leicht braun und es riecht nach Eisen ( sicher seehr gesund). Eine Alternative haben wir (noch) nicht, ahnen aber schon warum es hier im Supermarkt überall Kanister mit Wasser zu kaufen gibt. Also vorerst Moorkaffee, dafür mit Rührei. Heute wollen wir endlich mal Outdoor bleiben, also keine Stadt, kein Museum oder ähnliches. Wir starten Richtung Keneri Nationalpark. Auch auf dem Weg finden sich erstaunlich viele Schotterpisten, bis auf ein paar Bremsrillen sind aber alle fahrbar. Vor Ort laufen wir kurz durch den Wald und anschließend einen wunderschönen Rundweg durchs Moor. Immer auf Holzstegen entlang mitten durch Seen.

Auf der Hälfte befindet sich ein Holzturm als Aussichtspunkt. (Von dem tatsächlich niemand ein Foto gemacht hat.)

Danach geht es weiter, genauer gesagt zurück, aber genauso schön.

Schon halb 3 sitzen wir wieder vor dem Wohnwagen, dieses Mal mit frischen Zimtschnecken und klarem Wasser für den Kaffee. Es ist zwar nicht sonderlich warm, das Wasser aber sehr angenehm. Also beschließen wir, unsere SUP aufzupumpen und eine kleine Runde zu fahren.

Am Abend schmeißen wir den Grill an, holen uns die Kunstfelle aus dem Wohnwagen und genießen den Sonnenuntergang.

Tag 11

Während es zu Hause fast 40 Grad sind, genießen wir hier angenehme 23 Grad. Das heißt, wir könnten draußen frühstücken. Noch bevor wir die Jugend wecken, fahren wir mit den SUPs auf den stillen See.

Wir waren zwar lange unterwegs, aber Frühstück hat trotzdem niemand gemacht! Also schnell alle zusammenrufen und gemeinsam essen – natürlich draußen. Danach geht es erneut nach Riga, wir haben noch ein paar Dinge auf dem Zettel. Gleich zum Tagesstart einen schwer verdaulicher Brocken – das KGB‑Museum. Zum Glück sind wir zeitig da und können uns gegenüber noch einen leckeren Kaffee gönnen.

Schon beim Kaffee haben wir das Haus im Blick. Von hier aus gar nicht so hässlich wie gedacht, im Gegenteil! Das hatten wir nicht erwartet, zumal es das Museum am originalen Schauplatz ist.

Danach geht es hinein und wir erfahren die nächsten schauerlichen Geschichten. Wie grausam Menschen sein können, wenn sie Macht haben. Beklemmend!

Weitere Bilder erspare ich euch. Wen das Thema interessiert, der sollte dort unbedingt hin. Kleine Triggerwarnung: Was ihr hier seht, sind nicht die grausamsten Szenen dort und in Kombination mit den Fakten vom Guide auch nichts für schwache Nerven. Genauso prachtvoll wie das Gebäude von außen ist, so ist das Jugendstilviertel, welches wir uns jetzt ansehen, natürlich gleich um die Ecke. Jugendstil haben wir natürlich alle schon gesehen, aber hier wird das noch mal auf eine andere Ebene gehoben!

Das Viertel ist nicht riesig, aber alles frisch renoviert und passend zum blauen Himmel wie gemalt. Das Laufen und Schauen macht hungrig und wir suchen was zum Essen. Wir hatten von einer Pizzeria gehört, die phänomenal sein soll, und suchen sie. Ganz unscheinbar in einem alten Holzhaus werden wir fündig, das Sturis, und finden sogar einen Platz draußen.

Natürlich bestellen wir die beiden empfohlenen Pizzen, einmal mit Pfifferlingen und einmal Beef und Schokolade.

Wenn ihr Essensfotos von uns seht, bei denen das Essen angebissen ist, seid euch sicher, es roch lecker und hier war es das auch. Auf jeden Fall beste Pizza der Stadt – ohne eine andere probiert zu haben! Danach geht es mit Zwischenstopp bei einer alten Markthalle (im Holzhausviertel) zurück zum Campingplatz.

Der Abend wird entspannt! Chillen, Grillen, Schaukeln und SUP‑Fahren – mehr nicht.

Die Stimmung ist einfach herrlich und so schleiche ich mit Kamera noch ein paar Mal um den Wohnwagen.

Tag 11 – Gauja Nationalpark

Das Frühstück verlegen wir aufgrund der Temperaturen nach drinnen. Der Nachteil an der Abendsonne ist, dass unser Essplatz morgens im Schatten liegt.

Wir lassen uns Zeit, trotzdem rollen wir vor 10:30 Uhr vom Platz. Das Problem ist, da macht er erst auf und vorher ist niemand da, dem wir unseren Schlüssel für die Duschen geben können. Wozu haben wir aber Aufkleber vom Caddy dabei? Also kleben wir den Schlüssel einfach an die Tür und brechen auf zum Gauja-Nationalpark. Dazu müssen wir einmal durch Riga, nur dieses Mal mit Wohnwagen hinten dran.

Auch am nächsten Platz bestehen die letzten 5 Kilometer wieder aus Schotterpiste, aber das sind wir ja schon gewohnt.

Wir kommen pünktlich an und werden von der Chefin freundlich auf dem Jaunzageri Camping begrüßt. Sie zeigt uns alles und wir merken, dass sie besonders stolz auf die sauberen Sanitäreinrichtungen ist – zu Recht! Der Platz ist schön, gleicht eher einem Park mit kleinem Flusslauf. Auch hier hat jeder Stellplatz einen Picknickplatz und eine Feuerstelle. Leider schätzt sie unseren Wohnwagen als zu groß ein, um direkt am Fluss zu stehen. Nach kurzer Enttäuschung (Micha) und 2× Umparken (auch Micha) und an die Bremsen gewöhnen (alle außer Line, die scheint immun zu sein) sind wir happy!

Wir koppeln aber nur ab und starten Richtung Sigulda. Hier soll es ein paar spannende Höhlen und Burgen geben. Erst mal treibt uns aber der Hunger. Das erste Restaurant fällt durch, bevor wir drin sind (Imbissbudenflair), das Zweite glänzt dafür auf voller Linie.

Allgemein fällt uns auf, dass die Restaurants an der Straße hier in Litauen echt toll sind. Es gab keins, das nicht lecker war. Dieses hier war es aber ganz besonders!

Danach suchen wir die Höhlen. Wer jetzt etwas Wildes, Ursprüngliches erwartet, den muss ich enttäuschen. Das waren wir wohl auch ein wenig. (Ganz nett)

Viel Zeit verbringen wir hier auch nicht und suchen nach weiteren Sehenswürdigkeiten. Wir finden ganz in der Nähe noch ein kleines, süßes Schloss und statten ihm einen kurzen Besuch ab.

Dann geht es zurück zum Campingplatz…

Wir nutzen die Liegestühle und schauen ein wenig auf den Fluss. Vielleicht gab es auch schon ein Gläschen Wein …

Am Abend machen wir natürlich ein Feuer an und sitzen lange draußen. Die Insekten haben sich scheinbar an uns gewöhnt und kommen nur noch selten zum Blutsaugen.

Tag 12 – Tag am Meer

Line ist schon früh wach und sitzt mit Blick auf die Gauja (den Fluss) draußen. Da wir aber irgendwann auch loswollen, bereitet sie schon mal Frühstück vor und so langsam kommen alle anderen auch aus ihren Betten. Wir haben entschieden: Heute geht es ans Meer. Das Wetter passt hervorragend dazu, also los. Line hat bei den Vorbereitungen von ein paar Höhlen am Strand gelesen, dahin zieht es uns. Der Parkplatz ist natürlich zahlungspflichtig und eigentlich ist das hier alles ein großer Campingplatz. Wir lassen uns nicht davon stören und machen uns auf den Weg am Strand entlang. Nach 5 Minuten erreichen wir schon das Ziel unseres Tages. Die Entfernung hat auch gereicht, die meisten Besucher haben nämlich eher aufgegeben und somit ist es hier gar nicht so voll.

Wir finden die Höhlen, nicht ganz so spektakulär wie die am Strand in Norwegen (Blog), aber für ein Foto allemal gut! Oder für 25…

Danach setzen wir uns in den Sand und überlegen, was wir weitermachen wollen. Das Münchhausen-Museum ist ganz in der Nähe (ja, der Lügner aus Deutschland, hatte wohl hier seine Frau und daher auch Haus und Hof). Da das Wetter aber immer besser wird, vor allem wärmer als angesagt, beschließen wir, hier zu bleiben.

Ich gehe mit einer Tochter noch einmal zum Auto, Volleyball holen, und schauen, ob es am Kiosk etwas Essbares gibt. Das wird ein schräges Mittagessen, aber zur Not helfen eben auch mal TUC-Kekse und Chips.

Die nächsten Stunden verbringen wir dann tatsächlich badend und volleyballspielend und, man glaubt es kaum, tobend.

Auf dem Rückweg halten wir wieder an einer der besagten Raststätten an, sitzen draußen und speisen lecker. Und wer jetzt denkt, dort gibt’s nur Dinge mit viel Fleisch, der irrt. Natürlich gibt es die, aber eben auch leckere vegetarische Alternativen.

Am Campingplatz angekommen gibt es natürlich erst ein Glas Wein mit Blick auf den Fluss und anschließend die restlichen Chips am Lagerfeuer.

Tag 13 – Auf nach Estland

Unser letztes Frühstück am Fluss. Danach fahren wir weiter und bemerken erstmals nicht mal die Grenze nach Estland. Die befindet sich mitten im Ort Wałk. Wir wollen den Staub vom Auto und Wohnwagen waschen und Bargeld abheben. Auf der Suche nach Waschstraße und Bankomat müssen wir sie übersehen haben. Irgendwie ein toller Gedanke, eine Grenze zu übersehen. Wir steuern grob den Peipussee, den drittgrößten See Europas, an. Da wir an den anderen schon waren, liegt es nahe, auch hierhin zu fahren. Zusätzlich soll es dort die Zwiebelroute geben. Da wir nah an der russischen Grenze sind, baut sich in meiner Fantasie eine tolle Küstenstraße nach dem Vorbild des Gardasees mit Häusern, die Zwiebeltürme besitzen, wie in alten russischen Märchen.

Die Realität ist nüchterner. Denn, den See können wir meist nur erahnen und Zwiebelstraße heißt sie, weil es dort Zwiebeln gibt, die zum Essen. Zwar treffen hier die Kulturen aufeinander, aber sichtbar wird das – zumindest für uns – nicht so sehr. Wir versuchen trotzdem unser Glück, biegen mehrmals Richtung Ufer ab, immer in der Hoffnung, ein kleines verträumtes Restaurant zu finden – Fehlanzeige. Das Einzige, was wir finden, ist ein Reh, welches unbedingt die Straße queren will. Mit dem Auto konnte ich noch ausweichen, aber dann kam ja hinten noch der Wohnwagen. Autsch!

Wir halten an und begutachten den Schaden. Das Reh finden wir gar nicht, scheint also überlebt zu haben, und der Wohnwagen hat zum Glück auch nur ein paar kleinere haarige Schleifspuren. Erst die Aufregung legen lassen, noch eine kurze Absprache mit einem Anwohner zum Vorgehen (das Reh ist ja nicht mehr da…), dann die letzten paar Kilometer zum Campingplatz. Am nördlichen Ende wird es dann erstaunlich voll. Alle Straßen sind mit Autos vollgeparkt, so eng, dass wir kaum durchkommen. Auf dem Campingplatz dann ähnlich voll, aber wir bekommen einen schönen Platz und machen uns erst mal was zu essen.

Da der Platz keinen direkten Zugang zum See hat, gehen wir anschließend die 50 Meter durch den Wald. Okay, der wirkt groß und aufgrund des leichten Windes auch mit ordentlichen Wellen. Wenn wir es nicht wüssten, würden wir denken, wir sind am Meer, an einem sehr braunen Meer, denn durch den Wind ist auch der Boden recht aufgewühlt.

Wir laufen etwas am Strand entlang, es ist tatsächlich stellenweise voller als an der Ostsee zu ihren besten Zeiten. Richtig viel Spaß macht das also nicht, daher nehmen wir uns die nächste Bank, die etwas höher steht, holen uns ein Eis und genießen den Ausblick.

Danach geht es zurück und vor dem Wohnwagen gibt es erst Nudeln mit Pesto und anschließend Bananen vom Grill, gefüllt mit Kinderschokolade – lecker!

Abends wird es dann außerhalb des Camps deutlich ruhiger und ich gehe mit Line noch einmal vor. Dieses Mal mit Badehose, fest entschlossen, auch ins Wasser zu gehen. Am Ufer angekommen stürze ich mich todesmutig in die Fluten. Also ich renne einfach ins Wasser. Nach circa 150 Metern renne ich immer noch durch das knietiefe Wasser. Es will einfach nicht tiefer werden. Also werfe ich mich einfach in die flachen Wellen und es ist gar nicht so kalt, man kann es genießen.

Tag 14 – die nächste Hauptstadt Tallinn

Wir lassen es entspannt angehen und die Kinder bis 9:00 Uhr schlafen. Mittlerweile sind wir als Familie eingespielt und so geht das Zusammenpacken schnell. Wir verlassen den Peipussee Richtung Tallinn. Hat sich der Umweg über den See gelohnt? Selbst wenn wir das Reh mal außen vor lassen (wörtlich wäre mir lieber gewesen), ist die Antwort für uns klar: Nein. Aber das können wir erst wissen, wenn wir da waren.

Kurz nach dem Mittag sind wir am Wunschplatz bei Tallinn. Ziemlich weit außerhalb des Zentrums, aber dafür sehr ruhig. Wir können auch gleich drauf fahren und uns einen Platz aussuchen. Alles ist sehr ordentlich, es gibt sogar eine Sauna samt Badeteich.

Ein weiterer Vorteil des Platzes ist die Anbindung mit der Bahn. Die ist zwar fußläufig erreichbar, aber vom Platz nicht zu hören. Genau damit machen wir uns jetzt auf in das Zentrum. Zumindest 3 von 4. Die vierte hat einen Bike-Spot gefunden und lebt lieber ihr Hobby aus. Der Rest erkundet die süße Altstadt von Tallinn.

Wir bummeln durch die engen Gassen, trinken Kaffee und genehmigen uns ein Stück leckeren Kuchen. Während wir in Riga noch die drei Brüder bestaunen konnten, warten jetzt hier die drei Schwestern. Das Thema ist das Gleiche: die ältesten Häuser von Tallinn (unten das vorletzte Bild)

Gestärkt erklimmen wir den Berg zum Dom und finden den tollen Aussichtspunkt. Während wir den Blick genießen und den anderen Touristen beim Selfie-Machen zusehen, stellen wir fest: Tallinn gefällt uns echt gut, wir müssen also dem Bolt-Fahrer von Kaunas (Teil I) recht geben. Der hatte uns genau das versprochen.

Gerade als die Sonne noch mal durch die Wolken blitzt, bestaunen wir die letzte Kirche des heutigen Tages. Erst durch das Licht wird sie so richtig beeindruckend.

Erst um 21:00 Uhr sind wir müde und kaputt zurück am Wohnwagen und froh, jetzt die Beine hochlegen zu können.

Tag 15 – Tallinn – noch einmal

Das Wetter soll heute nicht so toll werden, also Regenjacken und Schirm einpacken und ab zur Bahn. Wir wollen nochmal, dieses Mal alle 4, ins Zentrum von Tallinn. Heute starten wir in der Markthalle, direkt neben dem Bahnhof. Das frische Obst lockt, aber die erste Verkäuferin lässt uns abtreten. Weniger als 500g Obst will sie nicht verkaufen und wir wollen nur was auf die Hand. Der zweite Versuch klappt und wir laufen zufrieden, Obst essend, weiter. Leider schmeckten die Erdbeeren nicht so gut, wie sie aussehen. Habt ihr schon mal in Norwegen Erdbeeren gegessen? Macht das! Die langen Tage im Sommer machen sie viel besser, als man denkt! Okay, hier halt nicht. In der oberen Etage gibt es noch einen großen Bereich mit Vintage-Klamotten, also Second Hand. Ein Laden neben dem anderen, wir probieren viel und lachen meistens darüber. Am Ende kaufen wir aber nichts, irgendwie doch zu schräg.

Line hat ein kleines Viertel mit Street-Art herausgesucht, das Telliskivi-Viertel, und da tauchen wir jetzt ein. Spannende Architektur und zahlreiche Graffiti sind zu sehen. Wahrscheinlich können das einige von euch nicht verstehen, aber wir skippen die Banksy- und Van-Gogh-Ausstellung. So richtig haben wir (Teile der Familie) keine Lust auf „drinnen“ und „ernst“. Stattdessen gehen wir in das Café der Fotografiska. Laut Google hat das heute geschlossen, hat es aber nicht, also bestellen wir Kaffee, Matcha und Zimtschnecken. Beim Essen bewundern wir die großflächigen Fotografien an den Wänden. Auch hier lassen wir die Ausstellung im Obergeschoss aus, es ist uns zu schade, um die Zeit (es gibt noch so viel in der Stadt zu sehen) und das Eintrittsgeld für 4.

Anschließend schauen wir uns noch in einigen der kreativen Läden vor Ort um, danach treibt uns der Hunger in ein leckeres Burger-Restaurant, das Bad Habits in der Markthalle.

Danach probieren wir es wieder mal mit einem Holzhausviertel. So richtig spannend ist es nicht, wir nutzen es daher eher zum Durchlaufen.

Leider wird das Wetter schlechter und gerade am Wasser ist es echt ungemütlich.

Auch dort bleiben wir also nicht lange. Aber bevor wir wieder in die Altstadt eintauchen, schauen wir uns noch dieses monströse Gebäude an, welches von der UDSSR damals für die olympischen Sommerspiele 1980 errichtet wurde. Beeindruckend, aber auch schaurig. Heute ist es nur noch eine verlassenne Ruine. Zu groß, um es zu erhalten.

Wie lange sind wir eigentlich schon ohne Kaffee unterwegs? Zum Glück ist das Roter-Mann-Viertel nicht weit. Hier trifft moderne Architektur auf Kunst und Shopping. Und wir finden auch ein nettes Café – Levier Café Rotermann.

Wir müssen uns entscheiden: den weiteren Weg zum Schloss oder doch wieder in die Innen(Alt)stadt. Wir nehmen den kurzen Weg, irgendwie sind alle fußlahm. Also tauchen wir wieder in die alten Gassen ein.

Wir finden sogar noch ein paar Orte, die wir gestern übersehen haben. Das Café Maiasmokk, welches seit 100 Jahren genauso erhalten blieb (letztes Bild oben) aber auch die weltweit älteste Apotheke, die heute noch in Betrieb ist.

Das Drama könnt ihr auf Bild 2 erkennen. Man kann die Apotheke nämlich noch besuchen. Vorn kann man normale Medikamente kaufen und hinten ist ein Museum mit skurrilen alten Dingen, die mal als Medizin galten. Geöffnet bis 18:00 Uhr und fotografiert um 18:02 Uhr. Das heißt für uns aber auch: Essenszeit. Wir laufen schon langsam Richtung Bahnhof. Hier gibt es direkt neben der Markthalle von heute Mittag eine große Area mit Streetfood. Wir suchen uns dort den Tsungel aus, welches dem Namen entsprechend wirkt. Leider wird um uns herum schon fleißig abgebaut und weggeräumt, auch wenn die Öffnungszeiten das nicht erahnen ließen. Auch wenn das Essen lecker war, so richtig willkommen kamen wir uns nicht vor.

Tag 16 – wieder mal ein Gefängnis

Die Nacht war nass und stürmisch und auch zum Frühstück sind es nur noch 12 Grad. So richtig haben wir also keine Lust, herauszugehen. Aber wir sind nun mal so weit weg von zu Hause. Auf dem Platz bleiben ist also keine Option. Wir wollen heute weiter weg von der Stadt, nach Rummu. Der Ort lässt sich schwer beschreiben. Bei gutem Wetter wird er wohl auch irgendwie faszinierend sein.

Es handelt sich wohl um einen alten Tagebau mit angrenzendem Gefängnis. Das Ganze ist heute ein großer Abenteuerspielplatz mit Bad, Tauchbasis, Offroadpark und vielem mehr. Bei dem Mistwetter gerade, bleibt davon nicht viel. Wir zahlen trotzdem den Eintritt und sprinten durch den Regen von einem Gefängnisgebäude zum nächsten.

Wir nutzen eine Mischung aus Audioguide und Neugier, um uns alles anzusehen. Es ist schon spannend, wie der Knastalltag hier aussah. Wenn man dem Guide glaubt, sind einige der Insassen heute noch regelmäßig hier. Zurück im Auto und etwas nass, ist Stimmung ähnlich, wie das Wetter – trüb. Da wird es auch nicht besser, als wir aus der dritten Gaststätte rausgehen, weil es eher einer DDR-Firmenkantine ähnelt. Auf unserer Suche finden wir schließlich zwar kein Restaurant, das offen hat und vegetarische Gerichte anbietet, aber die estländische Steilküste.

Für ein Foto steigen zumindest zwei von vier Leuten aus. Jetzt müssen wir aber etwas Essbares finden, die Jugend ist schon echt mies drauf. Wir steuern Ott & Mattlida an. Es hat offen und ist so süß. Leider ist teilweise die Stimmung schon so im Keller, dass nicht alle das Essen genießen können. Vielleicht liegt es auch an dem gewöhnungsbedürftigen traditionellen Honigkuchen.

Was macht man am besten bei strömendem Regen? Klar, man schaut sich einen Wasserfall an. Also stehen wir kurz nach dem Essen an den Keila-Wasserfällen. Wasser von oben und unten – toll!

Danach reicht es, wir fahren zu Coop und kaufen ein, und weil es uns anlacht, halten wir bei McDonald’s. Burger für die Jüngsten und McCafé für uns.

Tag 14 – Weg aus dem Baltikum

Heute verlassen wir Estland. Schon beim Frühstück freuen wir uns, denn irgendwie gibt es hier in Estland kaum leckere Brötchen. Also packen wir zusammen und fahren eine halbe Stunde bis zum Fährhafen. Weil wir recht früh sind, stellen wir das Auto in der Warteschlange ab und spazieren noch eine Runde an der Strandpromenade entlang. Hier gibt es doch tatsächlich einen Automaten, der uns frischen und vor allem leckeren Kaffee macht.

Danach geht es in den Bauch der My Star. Während das Auto unten parkt, ergattern wir schöne Fensterplätze und genießen die kurze Fahrt.

Schon am Mittag stehen wir wieder an der Schranke von Rastilla Camping in Helsinki. Hier startete unsere Nordkapreise 2021, wir sind also „alte Bekannte“. Wir versuchen erst gar nicht, wieder Tickets im Kiosk zu kaufen, sondern lassen uns von einem Bolt-Fahrer in die Stadt fahren. Schneller und nicht wirklich teuer (zu 4.). In dem Moment, in dem wir aussteigen, hat uns das mediterrane Flair der Hauptstadt sofort wieder eingefangen. Nach einem kurzen Besuch in der Markthalle (die wurde 2021 saniert)…

…stürzen wir uns ins Getümmel. Das Wetter ist auf einmal herrlich. Es fühlt sich an, als wären wir mit der Fähre nach Süden gefahren. Wir bummeln durch die Straßen, kaufen den Mummins-Store halb leer und genießen den Abend.

Schon vor 5 Jahren war die Esplanadi voller Menschen und Musiker. Genauso ist es heute Abend auch. Auf der aufgebauten Bühne spielt eine Band und die Leute hören zu oder tanzen im Park dazu.

Zum Abendessen haben wir uns ein ein ganz regionales Restaurant rausgesucht, wir gehen zum Griechen 😉 Genauer gesagt, ein griechisches Bistro, das Cafetino. Die meisten Tische aus dem Restaurant wurden von Gästen auf die Straße gestellt, leider alle voll. Wir finden drinnen zum Glück noch einen festgeschraubten Tisch und wir lieben es.

Die Karte ist sehr übersichtlich aber eben total lecker. Die Betreiber machen alles selber, wir können quasi zusehen. Auch der Espresso danach ist super.

Auf dem Rückweg finden wir im Park sogar noch einen Eisstand, der noch geöffnet hat. Wir sitzen mit unseren Eiswaffeln am Tisch, beobachten das Treiben und es macht einfach Spaß. Es riecht, klingt, fühlt sich an, als wären wir am Mittelmeer… Erst recht spät lassen wir uns daher vom Bolt-Fahrer abholen und zurück zum Campingplatz bringen.

Tag 15 – Abschied

Line ist wie immer als erste wach, liest aber leise, bis ich aufstehe. Da wir Zeit haben, frühstücken wir ganz entspannt im Wohnwagen. Wir müssen erst Mittag auschecken, also machen wir noch einen kleinen Spaziergang zum Supermarkt. Wir kaufen natürlich nur die Sachen, die unverzichtbar sind. Erdbeermarmelade in der Quetschflasche und Käse in Form eines Elefantenfußes und fast einem Kilo gewicht- lecker! Dann packen wir aber entgültig zusammen und reisen ab. Die Fahrt bis zur Fähre dauert eigentlich nur 10 Minuten, wir suchen uns aber einen Parkplatz in der Nähe des Terminals und unternehmen noch einen kleinen Spaziergang. Hier gibt es nämlich ein Naturreservat mit einem tollen Ausblick auf Hafen und Wälder und ein paar ganz nette Wege.

Wir besteigen also den Vuosaari Peak und genießen die Aussicht.

Dann geht es aber ein letztes Mal zurück zum Auto…

…und direkt zum Fährhafen. Neben dem Warten passieren exakt 2 Dinge: Ein Womofahrer rasiert unseren Zusatzspiegel (ist geklärt und ersetzt) und wir treffen das Maskottchen der Finnlines. Und natürlich machen wir ein Foto, wenn die Kinder schon zu groß sind dafür.

Dann geht es auf die letzte Fähre (für diesen Urlaub) und wir schauen wehmütig zurück auf die finnischen Schären.

Auf dem Schiff genießen wir 2 Tage mit Lesen, Spielen, Meer anschauen und sogar einen Saunagang gönnen wir uns. Leider sind die Saunen nach Geschlechtern getrennt und alleine macht das ganze echt wenig Spaß. Die Jugend ist währenddessen im Fitnessraum und trainiert mit 1a Seeblick.

Kurz nach 21:00 Uhr kommen wir in Travemünde an und rollen vom Schiff. Kurzer Familienrat und wir entscheiden, gleich nach Hause zu fahren (ohne Zwischenübernachtung).

Fazit: Nach Schweden, Norwegen und Finnland haben wir mit den Baltik-Staaten die Ostseerunde voll gemacht. Wir wollten das und wir haben den Urlaub genossen. Die Städte sind toll, die Menschen auch und das Essen ist grandios. Wir sind begeistert, wie modern die Länder im Jahr 2026 schon sind, cool. Die Erinnerungskultur ist beeindruckend. Aber: Die Landschaft unterscheidet sich nicht so sehr von uns. Es gibt tolle Orte, allerdings: die Dichte dieser Orte ist einfach in Skandinavien höher. Dabei spreche ich nicht von Hotspots sondern auch von der Weite finnischer Wälder, der Einsamkeit der Hochebenen und vielem mehr.

Wart ihr schon mal im Baltikum?

Bangkok – das volle Programm

Mal etwas ganz anderes – Bangkok. Ja wir waren in Bangkok, natürlich ohne Camper. Dafür mit dem Flugzeug und auch nur zu zweit – Ich (Micha) und die ältere Tochter.

Und wisst ihr, welche Fragen ich ständig beantworten musste? Wo geht es nach Bangkok hin? Warum nur Bangkok? Warum im Sommer? Und unsere Antwort: Weil wir es so wollten.

Die Tochter ist volljährig und hat ihr Abi in der Tasche und sie hatte Lust auf Stadt. Nicht auf wandern, nicht auf Werbefernsehen-Badebucht, nur Stadt. Aber bevor wir dort sind, brauchte es eine Weile. Hier die Stationen im Schnelldurchlauf: Mit dem Auto nach Erfurt – das klappt gut, auf dem Bahnhof gibt’s sogar noch Brezeln, Kaffee und Pizza. Danach mit dem vollen ICE nach München, wir haben Sitzplätze, natürlich nicht nebeneinander, aber das verkraften wir. Die obligatorische Verspätung von 30 Minuten haben wir natürlich eingeplant, dass der Münchner Bahnhof eine einzige Baustelle ist jedoch nicht. Hier bekommen wir wohl nichts zu essen, also mit der S-Bahn zum Flughafen. Dort gibt es dann erstmal Mittag. Pünktlich steigen wir in das Flugzeug nach Jordanien, wir haben uns noch gefreut, dass scheinbar neben uns kein Sitzplatz ist, zumindest sah das so auf dem Buchungsplan aus. Allerdings war erst ein leerer Sitz dort und kurz drauf ein echt seltsamer und vor allem breiter Typ. So wie er sich verhalten hat, kann es nur ein Air-Marshall gewesen sein – saß der absichtlich neben mir? Noch wilder wird es auf dem Flug nach Bangkok, wir konnten keine Plätze nebeneinander buchen und müssen 2 Mittelplätze nehmen. Das Pärchen, es dachte wohl es ist sehr clever, reichte nun ständig irgendwelche Dinge oder Essen über mich hinweg, wir hätten auch einfach die Plätze tauschen können… Auf beiden Flügen gab es tatsächlich nichts Vegetarisches zu essen, leben wir wirklich im Jahr 2026? Insgesamt ein langer Trip. Zum Glück werden wir am Flughafen von einem Fahrer abgeholt. Ich bin so müde und er will uns so gern ganz viel erzählen. Das ist total nett aber noch dazu spricht er kaum englisch, das hält ihn natürlich nicht ab es zu tun. Es ist später Nachmittag und der Verkehr wird immer dichter. An der Stelle mit den meisten Autos, TuckTuck und Rollern sind wir angekommen. Unser Hotel Royal Bangkok @Chinatown macht seinem Namen alle Ehre, zentraler kann man hier wohl nicht wohnen.

Es ist mittlerweile kurz vor 19:00 Uhr Ortszeit. Trotzdem verschwinden wir erstmal auf unserem Zimmer. Kein Luxus aber völlig in Ordnung. Danach machen wir uns auf die erste Abendessensuche. Direkt vorm Hotel gibt es ja unzählige Straßenküchen, die Entscheidung fällt also nicht leicht. Was uns auch auffällt: Es stinkt! Ein ganz eigener Geruch, später erfahren wir, dass es eine Mischung aus der traditionellen Fischsoße (fermentiert), der Stinkfrucht und der Kanalisation (die Essenstände stehen oft genau auf den Gittern um die eigenen Abfälle gleich verschwinden zu lassen) ist. Die Essensentscheidung nimmt uns die Regenzeit ab. Wir sind ja im August hier und scheinbar kommt jeden Abend ein Schauer. Wir wählen also das nächste „Dach“ und schauen was es dort gibt.

Es werden Dumplings, in vegetarisch also teilen wir uns unsere Portion. Weil der Regen hier scheinbar nie lang anhält, können wir weiter und finden auf dem Rückweg noch ein Crêpe-Stand auf Thai. Also einmal Crêpe mit Schoko und Banane für uns – lecker!

Tag 2 – unser erster Tempel

Wir haben den Schlaf gebraucht und genossen. So sehr, dass wir den Wecker noch ein Paar mal ausdrücken. Aber wir wollen die Stadt erleben also raus aus den Betten und hoch ins Frühstücksrestaurant. Die Speisen sind gewöhnungsbedürftig aber gut, der Ausblick ist spitze.

Wir wollen heute unseren ersten Tempel besuchen. Wenn wir schon in Bangkok sind, dann auch das volle Programm mit Tempel und Buddha. In Bangkok kannst du diverse Fortbewegungsmittel nutzen, wir werden die meisten ausprobieren, heute ist erstmal Boot dran. Also laufen wir das Stück zum Ratchawong Kai. Am ersten Tag ist selbst dieser kurze Weg das reinste Abenteuer…

Dort haben wir die Wahl zwischen roter, grüner und gelber Linie. Eigentlich fahren alle dieselbe Route, je nach Farbe der Fahne aber mehr oder weniger touristisch und eben auch die Haltestellen angepasst. Auch wenn wir heute noch gar nicht so richtig wissen, wie das funktioniert, die ThailänderInnen sind alle nett und versuchen uns zu helfen. Kurz drauf sitzen wir mit einem billigen Ticket im gelben Boot und bestaunen die Stadt vom Wasser aus.

Am Ratchaworadid Pier steigen wir aus, unser Ziel ist nämlich der große Palast. Vom Pier geht es eine kurze Einkaufsstraße entlang. Hier gibt es unter anderem die langen Hosen, die beim Besuch der Tempel nötig sind. Warum alle Touristen denken, es müssen immer die mit den Elefanten drauf sein, wissen wir nicht. Achtet mal drauf wenn ihr dort seid! 😉 Und dann geht es rein. Sicherheitskontrolle, Rucksäcke kontrollieren und in einer langen Schlange durch den Eingangsbereich.

Drinnen verläuft es sich ein wenig, voll ist es natürlich trotzdem. Und vor allem ist der Tempel beeindruckend, deswegen auch ein paar mehr Fotos in der Galerie. 😉

Nachdem wir uns die volle Gold-Dröhnung gegeben haben schlendern wir zum Pier und beginnen eine wundervolle Tradition. Wir entdecken die thailändischen Smoothies für uns. Die gibt es überall hier, wir beschließen aber, sie nur in echten Läden zu kaufen also nicht an der Straße ohne Strom. Wir suchen uns also eine Fruchtsorte aus, diese kommt frisch in den Mixer, Eiswürfel dazu und je nach Obstsorte noch ein süßender Sirup. Das ganze mixen und fertig. Bei über 30 Grad und der hohen Luftfeuchtigkeit das perfekte Mittagessen.

Gestärkt machen wir uns zu Fuß auf zum Wat Pho, das klingt dramatischer als es war. Beide Anlagen liegen quasi nebeneinander und wir laufen keine 10 Minuten. Schon tauchen wir ein in die nächste Überdosis aus Gold und Prunk.

Hier ist es nichts ganz so voll aber genauso beeindruckend. Und hier finden wir ihn auch, den riesigen liegenden Buddha.

Aller guten Dinge sind drei und wir geben uns heute die volle Ladung! Also setzen wir uns in die Fähre und überqueren den Fluss.

Genau gegenüber steht nämlich schon der nächste Tempel: Wat Arun.

Erst dachten wir, dass hier jede Menge traditionelle Einheimische leben, bis wir die Massen an Fotografen sehen. OK, auch das Aussehen der (meist) Damen in den traditionellen Gewändern war nicht immer Thailändisch. Hier gibt es massenhaft Läden rund um den Tempel bei denen man Kleidung, Make-Up und gleich einen Fotografen dazu kaufen kann. der ganze Palast gleicht also einem Foto-Set. Das ist uns zu viel, wir bleiben also nicht lange sondern nehmen die Fähre zurück auf die andere Flussseite. Dort angekommen, entscheiden wir zurück zu laufen. Wir wollen einfach noch mehr vom Bangkok.

Natürlich probieren wir auch eine frische Kokosnuss am Straßenrand, mit dem Ergebnis: Wir bleiben beim Smoothie… Auf unserem Rückweg kommen wir an einem interessanten (nennen wir es mal) Markt vorbei. Es ist alles voller gelber Blumen und die ArbeiterInnen sitzen auf dem Boden und flechten sie zu Kränzen.

Wir haben keine Ahnung wofür und versuchen das auf Englisch rauszubekommen. Da wir hier aber die einzigen Touristen sind, spricht auch niemand englisch, Google hilft uns aber und so erfahren wir, dass diese Kränze als Ehrung und Opfergaben gelten. Später sehen wir sie dann an allen möglichen Ständen zum Verkauf. Wir laufen weiter und kaufen erste Souvenirs und Geschenke. An Läden mangelt es hier nicht.

Irgendwann spuckt uns dieser riesige Markt wieder aus und wir gehen die letzten Meter zum Hotel.

Und wenn wir schon ein Hotel mit Pool auf dem Dach haben, dann nutzen wir das natürlich auch noch.

Danach geht es frisch geduscht wieder ins Getümmel. Wir entscheiden uns heute für ein Rahmenrestaurant. Unser Essen ist lecker aber neben uns sitzt eine Europäerin, sie kämpft sowohl mit den Tränen als auch mit dem scharfen Essen. Gut, dass wir wenig scharf bestellt haben. Diesmal kommt der Regen erst später und so beobachten wir das aufziehende Gewitter von unserer Dachterrasse aus.

Tag 3 – Shopping

Tempel hatten wir gestern genug. Unser Fahrer vom Flughafen hatte uns ja einige oft unverständliche Tipps gegeben. Einen haben wir verstanden: Ihr müsst ins Iconsiam. Also nehmen wir die gelbe Linie (Boot) bis direkt zum Einkaufszentrum Iconsiam. Wir bummeln durch alle Etagen, staunen und lachen über viele Dinge aber viel kaufen, ne das nicht.

Dafür ist der Ausblick von der Terrasse (und dem Apple Store) gigantisch.

Unser Fazit: Kann man machen, muss man aber nicht. Also wieder raus in die Stadt.

Dann geht es aber nicht zurück, der Plan für heute Abend ist der Asiatique Nachtmarkt. Das Schiff dorthin ist kostenlos. Zumindest wenn man sich nicht dazu überreden lässt, die Gelbe Linie dorthin zu buchen. Start und Ziel ist jeweils das Pier Sathorn. Wir müssen eine Weile auf unser Boot warten, werden aber bestens vom Schaffner unterhalten. Er erzählt uns allerhand spannendes über Bangkok und bringt uns Danke auf Thai bei. Dort angekommen, kaufen wir Hosen, Magnete und einiges mehr. Hier ist es im Gegensatz zum Einkaufscenter wesentlich günstiger. Danach gibts, wie soll es anders sein, Nudeln.

Neben exotischen Tieren mussten wir leider auch einen Laden sehen, in dem man alles streicheln konnte, was man sich nur vorstellen kann. Da saßen diverse Tiere auf dem nackten Boden und mussten ertragen, dass kleine Kinder sie als Spielzeug ansehen, erschreckend.

Die Rückfahrt im Dunkeln ist dafür wieder positiv beeindruckend, und das wieder ganz umsonst.

Vom Pier zum Hotel wollen wir heute nicht laufen aber wir werden mutiger. Mittlerweile haben wir gelernt, dass hier in Bangkok sehr defensiv gefahren wird. Also trauen wir uns und nehmen ein TuckTuck für 160 Bhat.

Tag 4 – schwimmende Märkte

Wir lassen uns nach dem Frühstück vom Bolt abholen. Der Fahrer bringt uns für 160 Bhat zum Taling Chan Floating Market.

Der ist irgendwie sehr enttäuschend. Zum Glück haben wir heute noch einen anderen geplant, laut Google soll es von hier ein sehr günstiges Boot dorthin geben. Irgendwann geben wir die Suche auf und zahlen 300 Bhat um mit dem Touristen-Boot durch die Kanäle zum Klong Lat Mayom Floating Market zu fahren.

Die Tour ist spannend (und ihr Geld wert) und wir sind endlich auf einem Markt, der unserer Vorstellung nahe kommt. Natürlich ist das alles hier für Touristen gemacht aber man kann erahnen wie es ursprünglich war.

Wir schlendern durch die Marktstände…

…und finden noch ein paar tolle Fotomotive am und auf dem Kanal.

Danach reicht es uns. Wir schauen erst ob wir rings um den Markt noch etwas authentisches Thailand sehen können aber da ist nicht viel zu sehen. Also fahren wir mit ’nem Bolt zum Chao Phraya Sky Park. Wir hatten Fotos von dieser Fußgängerbrücke gesehen und sind gespannt. Erstmal müssen wir aber vor dem 7-Eleven warten bis unser Fahrer Geld gewechselt hat, er kann nämlich (wie oft) nicht rausgeben. Die Brücke ist toll, viel grün, mehrere Ebenen und immer wieder Plätze zum Hinsetzen, Ausruhen und den Ausblick genießen.

Von dort aus, laufen wir zu Fuß zum Hotel, natürlich darf der Smoothie nicht fehlen.

Am Abend haben wir genug Trubel gehabt, decken uns bei einem der zahllosen 7-Eleven mit Rahmen und Snacks ein und essen auf dem Zimmer.

OK, kurz gehe ich doch noch mal nach unten und besorge uns Nachtisch, konnte mich nicht entscheiden, also alle 4.

Tag 5 – großer Buddha

Was wir in Bangkok total unterschätzt haben ist, dass kaum jemand Kartenzahlung akzeptiert und dass nicht jeder Geldautomat meine deutsche Kreditkarte akzeptiert. Heute Morgen haben wir aber Glück und finden einen Automaten. Zähneknirschend zahlen wir auch die 300 Bhat Gebühr. Dafür haben wir unsere heutige Tour mit Get-your-Guide gebucht und auch online bezahlt. Ob das gut war, wissen wir noch nicht. Treffpunkt ist wieder der große Palast. Da wir mittlerweile Profis sind, nehmen wir die gelbe Linie und steigen natürlich eine Station zu früh aus. Egal, wir nutzen unseren Fehler um den Smoothiestand hier aufzusuchen, den wir schon kennen. Danach schlendern wir mit kaltem Getränk in der Hand zum Treffpunkt. Unsere Guide spricht gut Englisch und erzählt uns, dass wir noch auf vier weitere TeilnehmerInnen warten. 2 Engländerinnen kommen kurz danach, der Rest taucht einfach nicht auf, also geht es los. Am Pier steigen wir in ein traditionelles Longboat, also fast, denn natürlich paddelt hier keiner mehr sondern ein riesiger LKW-Motor übernimmt das.

Gebucht haben wir eine Tour durch die Kanäle vorbei am großen Buddha. Dazu überqueren wir den großen Fluss und verschwinden auf der anderen Seite in einen Kanal. Hier sieht es eher nach Industriegebiet aus aber mal sehen.

Mit unserer Guide hatten wir auf jeden Fall Glück. Sie erzählt uns viel Interessantes und vor allem spricht sie ein gut verständliches Englisch. Auch die Industrie lassen wir hinter uns.

Dann blitzt er schon immer mal durch die renovierungsbedürftigen Häuser, ein riesiger goldener Kopf.

Und er ist wirklich riesig! Leider ist ein Stopp in unserer Tour nicht vorgesehen und so fahren wir zweimal dran vorbei.

Kurz danach erleben wir, wie ein Unfall hier auf dem Wasser abläuft. Unser Fahrer kann an einer Kreuzung nicht rechtzeitig bremsen und kracht seitlich in ein anderes Longboat.

Wir gehen davon aus, dass wir erstmal anhalten und Daten austauschen oder gar die Polizei kommt. Quatsch. Beide Fahrer wechseln 2 Worte und wir fahren weiter. Ganz folgenlos bleibt der Crash aber nicht. Alle Bootfahrer die uns ab jetzt entgegenkommen, machen sich mit Worten oder Gesten über unseren armen Kapitän lustig – so läuft das hier also.

Wir fahren weiter, nächster Halt ist der Künstlermarkt und ein kleiner Tempel direkt daneben. Eigentlich sind wir keine Freunde von Reisegruppen, da wir aber nur 4 Gäste sind, ist es sehr entspannt und wir erfahren jede Menge über den Buddhismus und Thailand. Langsam verstehen wir auch, warum die Thailänder so sind wie sie sind.

Bevor wir uns auf dem Markt trennen kauft unsere Guide noch eine riesige Tüte Fischfutter und wir besänftigen gemeinsam die Götter oder woran wir auch immer glauben.

Danach ziehen wir allein los. Muss man zu dem Künstlerhaus? Nein, muss man nicht unbedingt aber es ist ganz nett hier.

In einer kleinen Nebenstraße finden wir noch handgemalte Postkarten, der Verkäufer ist gleichzeitig der Künstler und wir sind begeistert. Mitbringsel haben wir somit erledigt!

Danach geht es mit dem Boot zurück. Das Wetter ist heute nicht so prall, der Himmel verspricht nichts Gutes…

Gerade als wir am Pier ankommen, öffnen sich die Pforten und uns bleibt nichts anderes als abzuwarten. Wir sind nicht allein, neben uns sitzt ein Pfau, dem es wohl auch zu nass war.

Als der Regen weniger wird, beschließen wir loszulaufen. Wir haben die Regenschirme immer dabei und heute nutzen wir sie auch mal. Unterwegs kommen wir am Irvin vorbei, einem netten Restaurant in dem alle Bedienungen als Thai-Boxer angezogen sind. Das Essen ist hervorragend und oben drauf gibt es noch ein Eis aufs Haus. Was uns erfreut ist, hier ist vegetarisch auch wirklich vegetarisch. Die Bedienung weist uns gleich darauf hin, dass die Speisen dann ohne die Fischsoße gemacht ist – in Chinatown eine Ausnahme.

Danach geht es ins Hotel, da der Regen vorbei ist, nutzen wir wieder mal den Pool auf dem Dach. Irgendwie sind wir mit den Tageszeiten durcheinander gekommen, das stört hier beim Essen zum Glück niemanden. Also geht es jetzt nochmal nach unten. Wir haben im Netz ein Veganes Restaurant „So Vegan“ gefunden, das probieren wir aus. Es liegt eine Straße weiter in einem Einkaufscentrum der I’m Chinatown Mall. Gemütlich ist es zwar nicht, aber lecker.

Tag 6 – Pixel-Haus

Wir haben dieses Haus schon oft gesehen, mal von der Dachterrasse unseres Hotels oder aus dem Einkaufszentrum, wir haben ihm sogar einen Namen gegeben: Pixeltower – der Name erklärt sich von selbst, es ist das hohe Haus links hinten. Dabei hat er natürlich einen Namen: MahaNakhon

Heute wollen wir ihn also bezwingen. Tickets kann man Online kaufen, haben wir. Also rufen wir uns ein Bolt und fahren dorthin. Die Sicherheitskontrolle am Eingang ist mindestens so hart wie am Flughafen, Rücksäcke dürfen nicht mit hoch, egal wir wollen eh nicht runterspringen. Das erste Highlight erleben wir im interaktiven Fahrstuhl. Alle Wände (ja alle) sind animiert und so fährt man durch wilde Phantasiewelten nach oben. Der Dachbereich besteht aus 2 Etagen, irgendwie wirkt hier alles lustlos. Man erwartet doch ein nettes Café oder so hier oben. Aber egal, wir gehen raus! Und der Ausblick ist schon gigantisch.

Nach langem Suchen finden wir auch unser Hotel im Gewimmel. Ihr auch? 😉

Das eigentliche Highlight ist aber der Skywalk. Frei schwebend gibt es hier eine große Glasfläche und, na klar, auf die müssen wir drauf.

Wir sitzen noch eine Weile und genießen den Ausblick, für nur 5 Minuten wäre es auch echt zu teuer.

Dann tauche wir wieder ein in die Welt, die wir eben von oben gesehen haben (siehe beide Bilder oben – gleiches Motiv). Unser Flughafenfahrer (der mit dem schlechten Englisch) hatte uns noch etwas empfohlen und das ist gar nicht weit. Es soll noch so etwas wie einen Skywalk geben aber direkt über der Straße und direkt für Fußgänger von einem Einkaufszentrum zum nächsten.

Wir finden ihn aber er haut uns jetzt nicht wirklich vom Hocker. Aber hey, wenn er doch von einem zum anderen Einkaufszentrum geht, dann gehen wir eben da rein.

Wir können uns gerade so zurückhalten und kaufen keine Krawatte in Fischform. Die Luft ist aber raus und wir fahren zurück ins Hotel. Am Abend treibt mich die Unruhe aber noch mal nach draußen. Mittlerweile weiß ich wie der Verkehr hier funktioniert und so suche ich mir noch ein paar Fotomotive im Nachtleben von Chinatown.

Ja ich weiß, das sind viele Fotos aber glaubt mir, das ist nur ein winziger Ausschnitt von diesem Abend. Das letzte Foto zeigt übrigens unser Hotel, näher dran kann man nicht sein.

Tag 7 the ancient City

So langsam geht unser Städtetrip zu Ende und wir überlegen was wir unbedingt noch sehen wollen. Irgendwie ist es doch komisch, dass Bangkok am Meer liegt und niemand redet darüber. Es wäre also irgendwie cool, das Meer wenigstens mal zu sehen. Andererseits haben wir im Netz auch die Ancient City gefunden, eine Art Freizeitpark in dem man die kulturellen Highlights von Thailand sehen kann. Da ganze hat sogar die Form von Thailand in Mini. Wir entscheiden uns für beides. Heute nutzen wir wieder mal die Öffentlichen, erst geht es per S-Bahn bis zur Endstation, danach weiter mit Linie 33 – so zumindest steht es im Plan. Was wir nicht ahnen, Linie 33 ist dieser PickUp:

Wir haben es überlebt und der Fahrer winkt uns freundlich zum Abschied. Irgendwie sieht es hier so gar nicht nach Freizeitpark aus aber wir laufen erstmal mit Google Maps los. Kurze Zeit später sieht es besser aus und das Schild kann nicht irren.

Heute ist es verdammt heiß und sonnig (ganz anders als der Wetterbericht sagt) und so entscheiden wir uns für eines der Leih-Golfkarts.

Am Einparken kann meine Chauffeurin noch arbeiten 😉 Wir bekommen am Eingang einen Plan und die nette Mitarbeiterin kreuzt uns auch gleich an, was sich lohnt. Also fahren wir das ab.

Wir sind uns nicht sicher ob es uns gefällt, ist zwar beeindruckend aber eben alles Fake. Und es verdammt leer hier überall. Wir bleiben ungefähr 3 Stunden, dann haben wir alles gesehen und geben unseren Wagen wieder ab. Es ist kurz nach Mittag und verdammt heiß. Wir könnten 20 Minuten zu Meer laufen, entscheiden uns aber für ein Bolt. Kurz darauf stehen wir in einer Sackgasse, vor uns das Meer. Also naja, irgendwie ist es das, obwohl wir uns das anders vorgestellt haben.

Wir sind irgendwie mitten im Nirgendwo, der Dreck liegt überall und um uns herum stehen alte Schiffe und Maschinen.

Laut Maps soll ganz in der Nähe ein gut bewertet Restaurant sein, also laufen wir am Ufer entlang, erst durch dieses ganze Chaos aber später wird es dann ganz nett.

2 Restaurants lassen wir links (eigentlich rechts) liegen und vermuten auch, dass das nächste nicht mehr ist als ein Imbiss. Nein! Wir werden absolut überrascht. Es ist toll! Wir sind im Afternoon Bangpu gelandet und hier gefällt es uns. Das Restaurant hat einen tollen Ausblick aufs Meer, überall wird feiner Wassernebel versprüht, so ist die Hitze heute gut zu ertragen.

Es gibt guten Kaffee aus selbstgetöpferten Tassen auf selbstgetöpferten Fliesentischen. Hier ist mal kein Plastik-Wegwerfrausch und der Crepè schmeckt noch dazu toll.

Tag 8 Streetart

Unser letzter Tag und wir haben nichts Besonderes vor. Wir wollen nochmal eintauchen in das Bangkok auch außerhalb der Touristenwege. Vom Hotel aus machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Als wir mit dem TuckTuck gefahren sind, haben wir das Viertel schon mal gesehen, in das wir jetzt gehen.

Hier im Song Wat gibt es Street Art, nicht so viel, wie man denken könnte, wenn man sich die Berichte im Netz ansieht aber es ist ok. Bevor wir die aber finden, gönnen wir uns unseren täglichen Smoothie.

Was uns, ok vielleicht auch nur mich, in dieser Gegend viel mehr begeistert sind die kleinen Geschäfte. Es ist scheinbar die Gegend für Autoersatzteile. Hier gibt es aber keine Läden, in denen man alle Ersatzteile bekommt. Nein, je Laden gibt es genau eine Art von Teilen. Ein Laden mit Gelenkwellen, der nächste mit Kupplungen und immer so weiter.

Immer wieder parken irgendwelche alten Gefährte und zwischendurch, wie kann es anders sein, Tempel und Garküchen.

So verbringen wir den Tag und kommen erst abends und hungrig zurück. Wir lassen uns von einer netten Dame in ein Restaurant „locken“ und bereuen es nicht. Im Shaxia Snack gibt es leckere Nudeln, vor allem echt vegetarisch und die Bedienung ist megafreundlich.

Tag 9 die Abreise

Unser Flug geht erst abends und 18:00 Uhr holt uns das Shuttle ab. Bei Auschecken erfahren wir, dass wir daher unser Zimmer bis morgen haben, also können wir die Koffer dort lassen und am Abend auch noch mal duschen -perfekt! Wir lassen uns beim Frühstück Zeit und decken uns anschließend bei 7Eleven mit allerhand thailändischen Snacks für zu Hause ein. Danach geht es für uns zum ersten Mal zur Thai Massage, wir haben uns für die Blessed Hands Thai Massage entschieden, 5,0 bei über 1500 Bewertungen können nicht irren. Fotos gibt es davon natürlich nicht aber es war ein tolles Erlebnis. Dann heißt es wirklich, Bye Bangkok. Unsere Fahrerin kommt und wir fahren in der Dämmerung zum Flughafen. Hier klappt alles, es ist zwar voll aber wir haben genug Zeit und stimmen uns schon mal mit Burger King auf die westliche Welt ein. Auf dem Hinflug hatten wir uns schon eine ruhige Stelle im jordanischen Flughafen ausgesucht, hier wollen wir die 8 Stunden Aufenthalt schlafend verbringen. Umso überraschter sind wir, als wir vom Bodenpersonal der Jordanian Air einen Gutschein für eine Übernachtung im Airporthotel bekommen, leider braucht es gefühlt ewig bis alle bürokratischen Sachen erledigt sind und wir im Shuttle sitzen. Schon im Flughafen hingen Bilder vom 4-Sterne Hotel am Airport. Als wir ankommen, ist davon nicht viel übrig. Wir nehmen es locker, für ein paar Stunden Schlaf reicht es allemal und bequemer als auf dem Flughafenboden ist es auch. Sauberer ist es allerdings nicht, ganz im Gegenteil.

Dafür können wir am nächsten Tag noch einen Blick auf Jordanien erhaschen. Ich sag mal so, Lust auf Urlaub machte der nicht gerade.

Fazit:

Erst heute habe ich gelesen, dass Bangkok auf Platz 1 in mehreren Rankings einnimmt, unter anderem als beste Stadt der Welt 2026. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen aber es war toll. Die Menschen hier sind super freundlich, wir hatten nie das Gefühl unwillkommen zu sein und mal ehrlich so tief einzutauchen in eine Kultur, ein Land ist schon toll. Ich würde Bangkok in die „Muss-man-mal-gewesen-sein-Liste“ aufnehmen. Haben wir es bereut, nur in Bangkok zu bleiben? Überhaupt nicht!

Einmal quer durchs Baltikum – Teil I

Bei unserer Ostseerunde fehlten uns noch die baltischen Staaten. Das haben wir im Sommer 2026 endlich nachgeholt.

Die Tage vor der Abfahrt sind aufregend wie selten zuvor. Zwei Theaterpremieren und ein Abiball, zwischendurch packen und direkt am Tag nach der Party los. Trotzdem starten wir schon weit vor Mittag am ersten Julisonntag. Die Strecke ist heute nicht so weit – wir wussten ja nicht, wie wild der Abiball wird… Die Stimmung ist gut, das Reiseziel haben in diesem Jahr die Kinder ausgesucht. Also, „Kinder“ ist eventuell nicht mehr der richtige Begriff mit 15 und 18 Jahren. Das mit der Stimmung ändert sich allerdings schlagartig, als wir bemerken (ok, Line bemerkt), dass wir den nagelneuen Pass von der Jüngsten nicht dabei haben. Ich, habe den zwar in eine Handtasche gesteckt, aber leider in die falsche und die steht jetzt zu Hause. Mist! Wir beschließen aber, weiterzufahren, und hoffen darauf, nicht kontrolliert zu werden. An der polnischen Grenze klappt das gut, ist auch niemand zu sehen, der kontrollieren könnte. Bei Poznan verlassen wir schon die Autobahn und steuern den Campingplatz bei Körnik an. Der Campingplatz liegt prinzipiell schön an einem See, allerdings liegt er auch mitten in einer Sportanlage. Uns egal, für eine Nacht ist das völlig ok.

Wir sind so zeitig dran, so dass wir das gute Wetter nutzen und einen Spaziergang in die Stadt unternehmen.

Die Stadt ist ganz nett: ein kleines Schloss, eine Promenade mit Restaurants und Cafés. Genau das Richtige für unseren ersten Urlaubstag.

Alt werden wir aber nicht, der Abiball… Nun spüren wir, dass die 4-Sterne des Platzes eventuell etwas übertrieben sind. Es ist sehr laut und die Duschen bräuchten neben der Reinigung auch eine Renovierung. Mehr gibt es hier nicht. Für uns braucht es das aber nicht, wir wollen nur schlafen.

Tag 2 Warschau

Line hat perfekte kleine Etappen geplant und so rollen wir gegen 13:30 Uhr auf den nächsten Campingplatz. Wir stehen in einem kleinen Wald am Ortsrand von Warschau. Der Platz nennt sich Camping WOK und wie der letzte auch, ist er nicht günstig, aber deutlich komfortabler.

Es gibt ausreichend und saubere WCs und Duschen und der Betreiber ist mega freundlich. Lange schauen wir uns aber nicht um, sondern fahren gleich Richtung Innenstadt. Die Parkplatzsuche gestaltet sich überraschend einfach (nicht billig) und so flanieren wir kurz darauf durch die wirklich wunderschöne Altstadt.

Und was isst man, wenn man in Polens Hauptstadt ist? Genau, wir essen in einem kleinen hübschen Restaurant Pieroggen, drei Sorten mittig auf dem Tisch, und jeder kostet mal. Es war sehr lecker! Falls ihr jetzt hungrig seid: Wir waren im Bella Kaffeteria.

Danach machen wir uns auf ins sogenannte Kultviertel auf der anderen Flussseite. Wir hatten den Tipp im Netz gelesen, außer Plattenbauten und urbanem Wirrwarr war hier aber wenig zu holen.

Auch wenn das hart klingt, das Schönste auf der anderen Seite war der Blick auf die Altstadt. Den genießen wir auch ausgiebig von der neuen, spannenden Fußgängerbrücke.

Danach gibt’s natürlich auch noch einen Kaffee im Straßencafé, bevor es zurück zum Stellplatz geht. Allerdings sind unsere Vorräte aufgebraucht, also müssen wir noch den polnischen Lidl aufsuchen.

Tag 3 – immer noch Warschau

Irgendwie ist die Stimmung heute genauso wie das Wetter: Es regnet. Wir wollen natürlich trotzdem wieder nach Warschau rein, nehmen dafür erneut das Auto. Heute ist Kultur angesagt, leider haben heute fast alle Museen in Warschau geschlossen. Ja, wir hätten das vorher nachlesen können, haben wir aber nicht. 😉 Also Alternativprogramm. Das Wahrzeichen von Warschau ist dieser riesige Backsteinbau im Zentrum. Ein Geschenk der Russen und bis heute zu besichtigen.

Also, rauf da. Mit dem historischen Fahrstuhl fahren wir ganz hoch, aber auch da ist das Wetter nicht besser. Trotzdem gehen wir raus auf die Plattform, bezahlt ist bezahlt!

Gemütlich ist aber etwas anderes, also nur kurz in jede Richtung schauen, dann wieder runter und etwas anderes suchen. Line hatte vorab schon einen Foodcourt in einem alten Industriekomplex herausgesucht, der scheint jetzt perfekt. Das Essen ist lecker und die Atmosphäre sehr cool!

Auf Shoppen haben wir aber keine Lust, also wieder raus in den Regen. Mit dem Auto fahren wir zurück und stellen uns wieder auf den gleichen Parkplatz wie heute Morgen, denn gleich gegenüber ist das Museum of Modern Art. Hier verbringen wir die nächsten Stunden zwischen politischer Kunst und großen Werken. Okay, einen Teil davon sitzen wir auch einfach vor der riesigen Glasscheibe und schauen den Turm von vorhin an (Teile der Familie behaupten, das war schöner als der Surrealismus). Eine gute Nachricht erreicht uns am Abend: Der Reisepass ist per Express-DHL auf dem Weg nach Riga. Auch wenn die Grenzübergänge problemlos blieben, spätestens an der Fähre hätten wir ein Problem (so die Recherche von Line).

Tag 4 – Auf nach polnisch Lappland

Wir haben nicht nur genug vom Wetter (8 Grad und Regen), sondern auch von der Großstadt. Also ziehen wir weiter. Erst hoffen wir noch auf eine Regenpause, um im Wigierski Nationalpark eine Runde spazieren zu gehen, aber statt Pause, kommt zum Regen auch noch Sturm. Weil das noch nicht reicht, gesellt sich ein leichtes Klackern aus dem Frontbereich des Autos dazu. Außer dem Geräusch ist noch nichts zu spüren, also fahren wir vorsichtig zum Campingplatz. Eigentlich wunderschön am See gelegen, wenn man ihn durch das Mistwetter sehen würde.

Wir kochen erst mal Kaffee und telefonieren mit VW (also eigentlich mit einem Freund bei VW). Zwischendurch krieche ich dann im Regen unter das Auto und fotografiere mal alle Bauteile, die es sein könnten. Und siehe da…

Ich möchte euch hier nicht mit technischen Details langweilen, daher: Die Gelenkwelle machte die Geräusche. Es folgen Telefonate mit ADAC Deutschland, ADAC Polen und ADAC Litauen, weil der nächste Händler schon hinter der polnischen Grenze ist. Das sprengt allerdings die denkbaren Szenarien des ADAC. Also lassen wir das mit dem ADAC vorerst und gehen ins Bett.

Tag 5 Totalausfall

Das Wetter ist etwas besser und wir schauen nach dem Frühstück zumindest kurz, wie schön der Platz eigentlich ist.

Danach machen wir uns auf nach Litauen, aber ganz langsam und vorsichtig. Die ersten 5 Kilometer sind Schotterpiste, dann noch etwas enge Landstraße und dann endlich Autobahn. Das Klackern begleitet uns ständig und wird auch lauter. Jeder Kilometer stärkt die Hoffnung, bis zum VW-Händler zu kommen. Nach der Grenze (wieder ohne Kontrolle – danke EU) ist dann aber Schluss. Nichts geht mehr und wir müssen das Gespann ausrollen lassen. Zum Glück landen wir auf einer Tankstelle und stehen nicht im Weg. Also rufen wir wieder beim ADAC an. Dieses Mal schicken sie einen Abschlepper, der auch nach kurzer Überzeugungsarbeit unseren Wohnwagen mitnimmt.

Erster Stopp ist dann auch unser Wahlcampingplatz, nämlich Kaunas Lake Camping. Dort lasse ich Familie und Wohnwagen zurück und fahre mit dem Abschlepper zu VW. Allerdings recht erfolglos, der Händler meint nämlich, dass er erst in 2 Wochen einen Termin hat (das Wort „Mobilitätsgarantie“ überhört er zufällig). Zum Glück, hat das gleiche Unternehmen noch eine freie Werkstatt gleich nebenan. Dort darf ich mein Auto lassen. Wie lange es dauert? Wissen Sie nicht, Leihwagen haben sie nicht, Auftrag gibt es nicht. Lasse ich das Auto trotzdem da? Ja, was sonst?

Als ich die Werkstatt verlasse, habe ich noch keine Ahnung, wie ich wieder zu Familie und Wohnwagen komme. Immerhin, wir sind eine gute halbe Stunde durch den Ort gefahren. Nur auf eins ist Verlass: auf das Wetter. Während es in Strömen regnet, lade ich mir die Bolt-App und bestelle mir einen Fahrer. Was soll ich sagen – ich werde augenblicklich zum Fan. 5 Minuten später sitze ich im Auto und erhalte Tipps zu unserer weiteren Reise.

Als wir wieder vereint sind, kommt sogar die Sonne raus und wir machen einen kleinen Spaziergang. Der Platz liegt, wie der Name vermuten lässt, direkt an einem See, leider aber auch ziemlich dicht an einer großen Straße.

So langsam finden wir uns mit der Situation ab und schmieden Pläne für die nächsten Tage. Das müssen wir auch, denn unser Pass liegt nun tatsächlich schon in Riga, wir sind aber bisher nicht einmal im richtigen Land. Das Problem vertagen wir auf Montag (heute ist Freitag). Am Abend sitzen wir tatsächlich das erste Mal im Urlaub auch vor dem Wohnwagen, wenn auch nur kurz.

Tag 6 Kaunas

Irgendwie sind wir alle müde. Line steht zwar früh auf, um zu duschen, schläft aber danach noch einmal ein. Erst gegen 10 wecken wir die Jugend zum Frühstück. Das Wetter animiert auch heute nicht, uns zu beeilen. Kurz nach Mittag bestellen wir uns wieder einen Bolt und lassen uns ins Zentrum fahren. Nach einem letzten heftigen Schauer verziehen sich auch die Regenwolken und wir bummeln durch Kaunas.

Wir bekommen einen leckeren Kaffee mit kreativem Muster und unsere Laune bessert sich minütlich.

Danach bummeln wir weiter und stellen fest, an Kirchen mangelt es hier nicht.

Aber auch nicht an kleinen hübschen Kunstwerken.

Wir machen uns gerade auf den Weg zur nächsten Kirche – Kirche der Auferstehung Christi, weil man da wohl hoch kann und einen tollen Blick hat. Da klingelt mein Telefon. Der Mann am anderen Ende der Leitung sagt auf Englisch etwas, was ich kaum glauben kann: Unser Auto ist fertig! Wie cool ist das denn? Also Bolt-App raus, Fahrer bestellt und nichts wie ab zur Werkstatt. 15 Minuten später sitzen wir im Caddy und fahren nun wieder mobil und erleichtert zur besagten Kirche.

Jetzt genießen wir um ein Vielfaches entspannter den Ausblick…

Danach haben wir Hunger und finden direkt neben der Kirche das Kuhne, ein kleines, aber sehr feines Restaurant mit gutem Essen. Line bestellt zum ersten Mal eine Suppe, die uns ab hier vielfach begegnen wird. Es handelt sich nämlich um das Nationalgericht von Litauen, vielleicht sogar vom Baltikum. 😉 – die Rote-Bete-Suppe.

Schlagartig ist alles wieder schön. Satt und bei sonnigem Wetter fahren wir noch zur Festungsanlage in Kaunas.

Bevor wir zurückfahren, dürfen die „Kinder“ noch eine Runde schaukeln und wir laufen ein Stück am Fluss entlang, hier fließen nämlich Memel und Neris zusammen. Klingt vielleicht spannend, ist es aber nicht.

Jetzt ist endlich Urlaub und wir holen uns einen Rosé vor den Wohnwagen – Prost!

Tag 7 Villinius

Wir frühstücken heute ziemlich zeitig, wir haben nämlich beschlossen, nur mit dem Auto nach Vilnius zu fahren und abends zurück. Die Fahrt ist unproblematisch und nach anfänglicher Parkplatzverwirrung (der Automat bleibt für uns ein Rätsel) entscheiden wir uns für das Parkhaus im Skyline Vilnius. Es heißt nicht nur so, sondern befindet sich auch genau da.

Wir wollen aber Altstadt, also überqueren wir die Neris und tauchen in das alte Litauen ein. Na gut, erst freuen wir uns noch über die Skaterbahn im Design der landestypischen Suppe!

Nun sind wir aber wirklich im älteren Teil der Stadt. Uns fällt auf, dass alles sehr sauber ist. Und es gibt offensichtlich noch viel mehr kirchliche Bauten als in Kaunas.

Direkt an dem Turm im Bild oben, finden wir eine Fliese mit der Aufschrift „Stebuldas“, also „Wunder“, im Boden eingelassen, und dank Internet wissen wir auch kurz darauf, was es damit auf sich hat. Also umrunden wir die Fliese jeweils 3 × im Uhrzeigersinn und haben einen Wunsch frei. Danach geht es weiter. So langsam, wie sollte es anders sein, bekommen wir Hunger.

Wir landen auf dem Markt und suchen uns selbstbewusst, trotz Regenprognose, einen Tisch draußen. Wohlwissend, dass der Sonnenschirm uns nicht retten wird. Es geht aber (fast) alles gut und wir beobachten das Treiben ringsum. Dabei bemerken wir immer wieder Leute, die vor etwas stehen bleiben und plötzlich wild anfangen, zu winken.

Von der anderen Seite können wir es dann auch erkennen: einen runden Monitor, der uns im Minutentakt mit Menschen in anderen Ländern verbindet. Ton gibt es nicht, also bleibt nur Winken, Zeichensprache und Freuen. Ein ganz anderes Erlebnis bekommen wir am Tor der Morgenröte mit der goldenen Madonna-Ikone. (siehe die nächsten Bilder) Schon beim Eingang, aber auch direkt im Raum, weisen diverse Schilder auf ein Foto- / Videoverbot hin. Stört das die Einheimischen und Touristen? Natürlich nicht! Da wird gefilmt, gepostet, fotografiert und als wäre das nicht genug, baut ein Pärchen ganz entspannt das Stativ für seine 360‑Grad-Kamera auf. Es gibt Dinge, die verstehen wir einfach nicht!

Wir ziehen weiter. Was wir sonst noch so sehen, gefällt uns richtig gut!

Nach einiger Zeit stellen wir fest: Wir haben ausreichend Kirche gesehen und betreten die Republik Užupis, ein alternatives Stadtviertel mit eigenem Charme und vor allem eigener Verfassung. Diese ist gleich am Start großflächig aufgehängt. Dort steht z. B. „Jeder Mensch hat das Recht, unglücklich zu sein“, aber auch, dass man Katzen haben darf und keine haben muss. (sehr vernünftig)

Zwischendurch gibt es natürlich Kaffee und Kuchen. Wirklich zufällig regnet es gerade stark, als wir hier ankommen und die ausgefallensten Gebäckstücke verkosten.

Wir machen uns auf den Rückweg und überlegen im Auto, was wir wohl zu Abend essen. Zeppelinas – das litauische Nationalgericht! Alle Nichtfahrerinnen googeln und schlussendlich landen wir auf dem Campingplatz, bevor wir etwas gefunden haben und ordern litauisches Essen per Bolt. Die vegetarische Variante fehlt und so müssen wir schnell noch etwas Vegetarisches kreieren, damit auch alle in der Familie satt werden. Es war insgesamt okay, aber der Wunsch nach Zeppelinas bleibt.

Tag 8 – Berg der Kreuze

Ich gehe mit Line am See entlang zum Supermarkt, um frische Brötchen zu holen. Nach dem Frühstück packen wir zusammen und koppeln erstmals nach der Reparatur wieder an. Das Auto läuft problemlos und wir sind erleichtert. Viel zu sehen gibt es hier nicht: ein paar Seen, wenig Wald und sehr viel Acker. Wir halten Ausschau nach interessanten Wegweisern am Straßenrand (hat schließlich in Skandinavien auch immer funktioniert), aber hier werden wir nicht fündig. Einen Stopp machen wir natürlich doch (Tipp von guten Freunden). Wir kommen, nicht ganz zufällig, am Berg der Kreuze vorbei. Der Parkplatz ist gut ausgebaut und dank eines netten Reisebusfahrers, der uns Platz macht, finden wir einen Parkplatz. Mit einigen anderen Touris machen wir uns auf den Weg. Dieser ist mittlerweile beleuchtet und nagelneu ausgebaut.

Die Gefühle vor Ort sind gemischt. Irgendwie ist Ehrfurcht dabei, aber auch Verwirrung, Unglaube und vieles mehr. Hier ein paar Bilder. Was aber bleibt, ist: Man muss sich das ansehen.

Das Ganze dauert allerdings nicht so lange und mehr gibt es dort auch nicht zu sehen. Also springen wir wieder ins Auto und fahren ein Stück weiter zum Campingplatz. Der ist tatsächlich so nah, dass wir kurz überlegen, ob wir bis Riga weiterfahren. Wir entscheiden uns dagegen und sind super happy damit! Der heutige Campingplatz der Sunny Nights Camping ist ein absoluter Glückstreffer! Natürlich suchen wir vorher recht intensiv nach geeigneten Plätzen, aber endgültig sieht man das erst vor Ort.

Der ganze Platz befindet sich auf einer alten Apfelbaumwiese und wird liebevoll gestaltet. Passend zum besser werdenden Wetter, gibt es hinten dran einen tollen kleinen Badesee.

Das lassen wir uns nicht entgehen, also rein ins Wasser und danach mal das tun, was man auf solchen Plätzen eben macht. Wir schaukeln in der selbst gebauten Schaukel für zwei Personen, spielen Badminton, lesen und entspannen einfach. Ich habe noch den Wunsch der Tochter im Kopf: Zepellinas essen, aber vegetarisch. Ich telefoniere ein wenig herum und finde schließlich ein top-bewertetes Restaurant in der Nähe. Am Telefon sagt die nette Bedienung, dass sie zwar keine auf der Karte haben aber nach Rücksprache mit der Küche, machen sie uns welche. Also reservieren wir und freuen uns auf das Essen.

Pünktlich um 18:00 Uhr sind wir beim Forrest, dem Restaurant.

Wir werden superfreundlich begrüßt und erfahren, dass die Quark-Zeppelinas die originale Variante sind.

Im Bild seht ihr natürlich die Variante für mich, mit Schinken. Einfach lecker! Immer wieder kommt die Bedienung vom Telefon an unseren Tisch. Sie freut sich, mal wieder Englisch sprechen zu können, hat nämlich mehrere Jahre in den USA gelebt. Daher erzählt sie uns einiges. Auch ein paar Informationen zum Berg der Kreuze gibt sie uns. Ein Kreuz von ihr steht wohl auch da. Sie hat es aufgestellt, bevor sie wegging. Wir erfahren auch, dass die Kreuze eigentlich aus Protest gegen die Russen aufgestellt worden. Immer wenn diese sie planiert hatten, standen nach der nächsten Nacht noch mehr da. Heute gibt es dafür wohl immer wieder Brandstiftung. Geblieben ist: die Kreuze werden immer wieder aufgestellt und es werden mehr… Nach dem Nachtisch nehmen wir uns noch einen unschönen Punkt der deutschen Geschichte vor. Im Wald befindet sich eine Gedenkstätte für jüdische Bewohner, die hier von den Nazis erschossen wurden. Gerade in heutiger Zeit gehört aber genau so etwas für uns dazu, gerade wenn es auf dem Weg liegt.

Tag 9 – Lettland

Wir können endlich draußen frühstücken und das geht kaum besser als unter alten Apfelbäumen. Danach überqueren wir die nächste Grenze und befinden uns ganz unaufgeregt in Lettland. Wie schon geschrieben, ist auch diese Etappe nicht weit. Wir haben uns für einen Platz etwas außerhalb von Riga entschieden. So haben wir zwar die Großstadt vor der Tür, aber die Ruhe der Natur um uns. Die letzten Kilometer sind allerdings nicht leicht. Aus dem Asphalt wird nämlich Schotter. Das sieht auf Reisberichtsfotos zwar cool aus, fühlt sich innen aber nicht so gut an.

Die Strecke ist zum Glück nicht so lang und wir kommen am Platz Bejas Kompleks an. Wieder mal zu früh, wir müssen noch 10 Minuten warten, bis das Tor sich öffnet. Habe ich gestern geschrieben, dass der Platz toll war?! Der heute ist mindestens genauso toll. Schon bei der Reservierung haben wir gesehen, dass wir direkt am Wasser stehen. Nun sehen wir, dass dies sogar ohne Nachbarn sein wird.

Auf dem Bild oben stehen wir mittig im Bild. Zu unserem Stellplatz gehören ein Grill, eine Picknickhütte, eine Mülltonne und ein (nicht riechendes) Plumpsklo und zur Freude der Jugend: 2 Schaukeln. Jackpot!

Wir bleiben aber nicht lange am Platz, sondern starten gleich nach Riga. Dort liegt nämlich unser Pass und den wollen wir als Erstes holen. Das klappt und wir sind erneut erleichtert!

Die anschließende Parkplatzsuche gestaltet sich einfacher (und günstiger) als für eine Hauptstadt erwartet. Zwei Minuten später sind wir schon am Domplatz und …

essen, was sonst, das lettische Nationalgericht – Erbsen mit Speck. Klingt komisch, ist aber lecker! Naja, wir essen nicht gleich, denn nach ca. 30 Minuten erklärt uns die Bedienung, dass es noch 30 Minuten dauert. Wir schwanken ein wenig zwischen genervt und entspannt, aber am Ende schmeckt es und wir sind milde gestimmt.

Danach nehmen wir die klassische Touristenroute, 3 Brüder (älteste Häuser von Riga)

… das Schwedentor

…Pulverturm

und vieles mehr:

Die Petrikirche kennen wir zwar aus meiner Heimatstadt, aber nur hier gibt es einen Lift bis ganz nach oben. Heute passt auch das Wetter und wir genießen den Blick.

Es gibt übrigens eine kleine Hürde beim Ausblick. Ihr müsst euch in die Hände des in die Jahre gekommenen Lifts begeben…

Von oben haben wir die historischen Zentralmarkthallen gesehen, dahin geht es nun. Die Hallen gefallen uns, nur ein gemütliches Café fehlt. Also schlendern wir nur einmal durch.

Direkt daneben befindet sich das Ghettomuseum und auch wenn es die Stimmung deutlich abkühlt, besuchen wir es. Was da vorgefallen ist, ist einfach grausam. Gut, dass diese Verbrechen an solchen Orten in Erinnerung bleiben.

Danach brauchen wir eine Pause und finden am Livu-Platz ein Café für uns.

Auf dem Rückweg stoppen wir noch kurz am Supermarkt und sitzen danach schon fast bei Dämmerung am See und essen Abendbrot. Natürlich nutzen wir dafür unsere private Picknickhütte mit Blick aufs Wasser.

Am Abend wird es frisch und wir ziehen um und spielen im Wohnwagen Uno. Immer mal wieder unterbrochen von Fotopausen…

Die Hälfte unseres Roadtrips ist nun vorbei. Wie es in Lettland und Estland weitergeht, lest ihr gern im zweiten Teil.

Bayerischer Wald – von Wildnis bis Spießigkeit!

Wir waren schon mal hier. Nun treibt uns unser bikeverrücktes Kind erneut in den Bayerischen Wald.

Der Zugang zu gleich 2 Bikeparks hat den Ausschlag gegeben. Na ja, wenn wir ehrlich sind, lockt vor allem Line der tolle Campingplatz mit Pool, Sauna und mega Restaurant. Wir packen also zum Start der Pfingstferien unseren Wohnwagen und machen uns auf. Eigentlich wollten wir erst Montag anreisen, aber irgendwie sind wir schneller mit allem, was zu Hause noch zu erledigen ist. Also rufe ich einen Campingplatz auf der halben Strecke an. Ergebnis: Alles ausgebucht. Ganz vorsichtig versuche ich mein Glück gleich danach auf unserem Zielcampingplatz. Und was höre ich? Wir haben schon ab Sonntag reserviert. Ups! Aber irgendwie auch gerade unser großes Glück.

Also auf zum Camping Resort Bodenmais, einem, sagen wir mal, Luxuscampingplatz am Ortsrand von Bodenmais. Trotz der Pfingstferien bauen wir gegen 17:00 Uhr bei 32 Grad auf. Das fühlt sich an wie Hochsommer. Also Kaffee kochen und weil beim Campen die Uhrzeit egal ist gibt es noch Kuchen. Danach springen wir natürlich noch in den Infiniti-Pool, bezahlt ist bezahlt.

Viel mehr passiert heute nicht mehr, Abendessen und den Sonnenuntergang genießen.

Tag 2 – Geißkopf

Heute bekommen wir Frühstück gemacht, weil da jemand gern zum Bikepark möchte. Wir müssen uns nur noch an den Tisch setzen. Wir genießen das Frühstück, das Wetter macht es uns aber auch leicht, schon wieder strahlender Sonnenschein. Danach geht es knapp 30 Kilometer zum Geißkopf. Dort trennen wir uns. Eine nutzt ihre Gravity Card und startet in den Bikepark MTB Zone. Wir dagegen wollen zum Gipfel wandern.

Zwar machen wir das auch, aber schon gegen 10:00 Uhr sitzen wir oben auf der Terrasse und trinken einen zweiten Kaffee.

Wir hatten die Tour irgendwie länger erwartet, aber das ist nicht schlimm. Nach dem Kaffee besteigen wir noch den hölzernenen Aussichtsturm auf dem Gipfel.

Danach wandern wir noch eine Weile über die gut ausgeschilderten Wege ringsum den Gipfel. Das Hochmoor ist leider weniger spektakulär aber für den Vormittag haben wir genug Beschäftgung.

Zum Mittag treffen wir uns alle wieder und zwar unterhalb des Bikeparks im Forstgasthaus. Wir sitzen im Biergarten und lassen es uns schmecken. Die Karte ist überschaubar, aber das Essen ist wirklich gut. Weil die Wanderwege nahe der Bikstrecken sind, beschließen wir nochmal ein wenig nach oben zu laufen und uns eine Stelle zum Fotografieren zu suchen. Line und ich positionieren uns und warten gespannt, bis die Bikerin kommt.

Danach folgt das übliche: Pool, Abendessen, Chillen.

Tag 3 – Biketag oder?!

Wir machen zusammen Frühstück und wollen dann zum Bikepark. Line hat eigene Pläne. Beim Zusammenpacken stellen wir allerdings eine gebrochene Achse am Bike fest. Kurz lange Gesichter und dann startet der Problemlösemodus. Ich rufe alle Radläden in der Region an und in Regen bekommen wir dann die erlösende Antwort: „Haben wir da“. Also sind wir zwar 80,- € ärmer ( ich ärgere mich auch nur kurz über den Preis den der Händler dafür aufruft…) aber der Tag ist gerettet.

Während wir im Bikepark unseren Spaß haben und schwitzen, liegt Line noch am Pool und liest. Dort bleibt sie bis 14:00 Uhr, danach schlüpft sie in die Radsachen, um zur Joska Glas Manufaktur zu radeln. Nun liegt der Campingplatz am Hang, Ausgang ist ganz unten. Dort merkt sie, dass die Sonnenbrille noch im Wohnwagen liegt. Als sie wieder dort angekommen ist, gewinnt die Sonne. Es ist so warm, dass sie das einzige vernünftige macht: Badesachen an und zurück an den Pool. Wir beiden sind da nicht so vernünftig. Der Bikepark ist bezahlt, also wird er auch befahren. Nach Feierabend wiederholt sich das Prozedere der letzten 2 Tage. Nur das Kind verwandelt den Platz vor dem Wohnwagen in ihre persönliche Fahrradwerkstatt.

Tag 4 – Arber

Zum Glück öffnet Bikepark Nummer 2 erst 10:00 Uhr, so dürfen wir heute etwas länger schlafen. Dürften! Line hat sich vorgenommen, morgens noch Schwimmen zu gehen, halb 8 schleicht sie sich also raus und zieht es durch. Es ist aber schon wieder so warm, dass es uns alle aus den Betten treibt. Wir machen Frühstück und warten mit frischen Brötchen auf sie. Danach starten wir Richtung Bikepark Arber.

Eigentlich wollten Line und ich jetzt wandern gehen. Bei Eigentlich muss ein „aber“ kommen, unser aber ist die Tankanzeige. Es ist ja verdammt bergig hier und so haben die wenigen Kilometer vom Campingplatz bis zum Arber die Tankanzeige auf 0km gebracht. Die nächste Tankstelle ist in Tschechien, also beiteiligen wir uns mal am Tanktourismus. Lohnt sich übrigens nicht wirklich aber der Tank ist wieder voll und wir können endlich wandern. Wir starten vom Wanderparkplatz Mooshütte und laufen durch einen echt schönen Wald.

Unser Ziel heute ist der kleine Arbersee. Wir hoffen auf etwas leckeres zu Essen im Restaurant dort, vom Rest lassen wir uns überraschen. Lange dauert es nicht und wir sehen den See, das gefällt uns schon mal sehr gut!

Baden darf man leider nicht aber es gibt einen Weg drum herum, den nehmen wir.

Es ist super schön hier, aber wir müssen feststellen, dass im Gegensatz zu den skandinavischen Ländern (und ein wenig fühlt es sich hier so an) hier das moderne Zahlen mit Karte oder Handy noch nicht angekommen ist. Das Schild am Eingang des Gasthauses weist uns darauf hin: Nur bar! Also bekommen wir hier heute nichts, schade.

Wir haben nun 2 Möglichkeiten, entweder besteigen wir den Arber und hoffen, dass wir oben mit Karte bezahlen können. Das ist recht riskant und vor allem ist es schon wieder verdammt heiß. Wir nehmen also die Variante B und laufen zum Auto zurück und wechseln vom kleinen an den großen Arbersee. Hier gibt es erstmal auf der Terrasse leckere Gulaschsuppe und vor allem Kaffee mit Apfelstrudel. Wir sind happy und wenn wir schon um den einen See gelaufen sind, dann auch jetzt um den anderen.

Auch wenn es hier recht voll ist, finden wir immer mal wieder ein ruhiges Plätzchen zum Genießen. Danach geht es zurück, die Bikerin abholen.

Sie kommt uns entgegengesprungen und wir beschließen den Abend im „Franz“ dem Restaurant am Campingplatz.

Wir wurden wieder mal nicht enttäuscht.

Tag 5 – bayrisch Canada

Frühstück, Bikerin zum Geißkopf, soweit alles wie immer. Wir wollen heute am schwarzen Regen, einem Fluss, entlang wandern. Dazu fahren wir nach Teisnach und parken direkt an der Bahnhaltestelle. Der Fluss wird auch immer mal wieder als bayrisch Canada bezeichnet, das wollen wir sehen.

Als wir am Fluss angekommen sind, müssen wir zugeben, es stimmt. Zumindest mit viel Phantasie. Da unsere Wanderung noch etliche Kilometer am Fluss entlang geht, hat dieser auch noch ein wenig Zeit uns zu beeindrucken.

Und das macht er dann auch! Wenn man hier steht, könnte man wirklich denken, man befindet sich in Skandinavien oder eben in Canada. Es gibt aber ein kleines Manko: Der Torusimusverband spricht zwar vom Flusswanderweg, leider verläuft dieser Weg in großen Teilen soweit weg vom Fluss entfernt, dass man ihn nur erahnen kann. Auf Schildern wird uns mitgeteilt, dass das an brütenden Vöglen liegt. Das akzeptieren wir, nur dann nennt ihn doch bitte nicht so. Wenn wir ihn aber sehen, sieht er toll aus.

Unser Ziel ist heute das Adventure Camp Schnitzmühle. Wir verfolgen diesen Platz schon länger auf Instagram und wollen uns heute mal dort umsehen. Leider dauert der Weg dorthin (wegen der großen Umwege) länger als geplant und nach 18km sind wir erstmal hungrig. Wir finden einen Platz auf der gemütlichen Terrasse und bestellen leckeres Essen. Unser Tipp ist die Tomatenmarmelade, die es zu Lines Essen gab. Das Essen zieht sich allerdings etwas, so dass wir die weitere Besichtigung verschieben müssen und zur Bahn eilen. Das schöne an dieser Wanderung ist nämlich, dass man einfach soweit wandert, wie man mag und den Rückweg von einer der vielen Haltestellen antreten kann.

Vom Zug aus ist der Ausblick auf den Fluss tatsächlich viel öfter möglich, als zu Fuß. Wir genießen also die Ausblickke auf dem Rückweg aus dem Zugfenster heraus.

Tag 6 – Silberberg

Am letzten Tag will die Bikerin natürlich nochmal ihrem Hobby nachgehen und wir suchen uns was in der Nähe. Auf dem Silberberg waren wir zwar schonmal aber da dasTicket für die Seilbahn inklusive ist, setzen wir uns auf die Räder und strampeln den extrem steilen Weg zur Talstation – der Name ist deutlich irreführend. Wir fahren also nach oben und laufen eine kleine Runde.

Wir lernen sogar noch etwas über den Silberbergbau, Fledermäuse und jede Menge zusätzliche Infos aus zu lauten Touristen, die wir gar nicht wissen wollten. Das ist scheinbar der Nachteil vom Seilbahnen…

Wir sind wieder unten aber der Tag ist noch lange nicht um, also fahren wir vorsichtig Richtung Geißkopf, machen aber in Regen nocheinmal Stopp. Hier schlendern wir durch die kleine aber hübsche Altstadt und, wie soll es anders sein, suchen ein Cafe.

So richtig gefällt uns aber nichts und wir beschließen, gleich zum Geißkopf zu fahren, um am Forthaus noch alle zusammen Kaffee zu trinken.

Fazit: Morgen geht es nach Hause. Auch nach unserem zweiten Besuch sind wir noch hin und hergerissen. Der Campingplatz ist toll, einige Regionen auch wirklich spannend aber es ist eben an vielen Orten auch extrem spießig und in den 70ern stehen geblieben. Was es über die Bikeparks zu sagen gibt, findet ihr sicher demnächst in einem Extrablog.

100.000 km mit dem Caddy – Ein Resümee

Nach fast 6 Jahren haben wir sie voll gemacht, die 100.000 Kilometer mit #thewildcaddy. Ich will in diesem Blog einmal zurückschauen und euch auch mein ehrliches Feedback zum Auto inklusive Umbau geben.

Im März 2020, mitten im Corona-Lockdown kam der Caddy als Neuwagen zu uns. Er ist somit einer der letzten aus der 4. Generation. Wenn ihr wissen wollt, welche Ausstattung der Caddy mitbringt und was umgebaut wurde, schaut gern in den Beitrag hier.

Seit damals ist viel passiert und, soviel kann ich vorwegsagen, der Caddy hat das alles gemeistert. Gekauft haben wir ihn, um mit unserem Wohnwagen auf Reisen zu gehen und natürlich um zu meinem Job zu kommen. Die dienstlichen Kilometer haben sich zum Glück in den letzten Jahren drastisch gesenkt und seit ein kleiner e-UP! eingezogen ist, darf der Caddy sich auf die härteren Einsätze konzentrieren. Und davon gibt es seit 2022 eine ganze Menge!

Zwischen 2022 und 2025 diente der Caddy neben seiner Reisebereitschaft auf als Hausbauhelfer. Egal ob Grünschnitt, Bagger holen, Terrassenholz holen – er musste alles mitmachen. Das ganze passierte auch ohne Probleme, auch wenn er die eine oder andere unschöne Stelle bekommen hat. Dank dem Allrad und der knapp 2.0t Zuglast waren auch größere Transporte (siehe Foto 4) problemlos möglich. Auch wenn der Innenraum nicht unbedingt dafür gemacht ist, als Maxi konnte er seine Länge beim Transport von 3 m Balken ganz ausspielen.

Aber nicht nur als Baufahrzeug konnte er zeigen, was er kann. Bei den Kindern haben sich die Hobbys verändert und so dient der Caddy mittlerweile auch als Fahrradtransporter um in die Bikeparks Deutschlands und der Alpen zu kommen.

Dabei ist es problemlos möglich 3 Räder (Downhill, Enduro, Dirt) ins Auto zu laden, ohne etwas abzubauen. Natürlich haben dann auch noch alle 4 Personen im Auto Platz.

Sollten wir mal mehr Platz benötigen, haben wir nun noch einen Heckträger. Hauptsächlich bleibt er aber, was er ist – unser Urlaubsfahrzeug.

So sind wir von den insgesamt 100.000 km knapp die Hälfte mit Wohnwagen gefahren. Dabei waren wir hoch im Norden am Nordkap, aber auch im Süden in Italien.

Sollte sich der ein oder andere für den Verbrauch interessieren, hier unser Langzeitwert.

Im Solobetrieb: 7,8 Liter

Mit Wohnwagen: 12,3 Liter

Meistens mit 4 Personen, 4 Motion und den großen AT-Reifen. Das mag kein Traumwert sein, aber wenn man den Nutzwert dazunimmt doch echt ok.

Reparaturen

Wie sieht es denn aber mit der Zuverlässigkeit in dieser Zeit aus? Eins vorweg: Wir lassen den Caddy aktuell ausschließlich bei VW warten. Hier vor Ort steht uns das Autohaus Schneider dazu zur Verfügung. Alle Inspektionen wurden dort erledigt.

Liegen geblieben ist der Caddy bis heute nicht, ich hoffe, das bleibt auch so! Allerdings gab es ein paar kleine Defekte, welche im Laufe der letzten 6 Jahre behoben werden mussten.

Als Erstes ist im Sommer 2024 die Klima ausgestiegen. Wir sind also ganze 4 Jahre ohne den kleinsten Defekt gefahren. Es war am Ende nur ein Dichtring an einer Klimaleitung. Er wurde ersetzt, seitdem läuft sie.

Als Nächstes ist dem Autohaus im Januar 2025 bei einer Inspektion aufgefallen, dass vorn links die Feder gebrochen war. Da diese trotz Seikel original geblieben ist, wurde sie durch ein Neuteil auf Garantie ersetzt. Ich hatte zum Glück die Anschlussgarantie, musste also nichts bezahlen.

Bei knapp 100.000 km waren dann im September 2025 die Bremsen vorn fällig. Auch die Yokohama Geolandar AT-Bereifung war verdienterweise fällig. Da wir mit diesem Reifen sehr zufrieden sind, blieben wir dabei und orderten 4 neue. Einige Sorgen bereiteten uns beim Wechsel allerdings die Felgen. Wir fahren ja die Klassik B von Delta 4×4 und nach 5,5 Jahren mit einigen Geländepassagen waren die äußeren Ringe recht ramponiert. Genau dafür sind sie ja auch da und sollten im Zuge des Reifenwechsels ersetzt werden. Die Schrauben sahen das allerdings ganz anders und wollten einzeln ausgebohrt werden.

Nach einem Rad habe ich aufgegeben und die Räder mit einem Satz neuer Ringe verkauft. Delta 4×4 konnte zwar garantiemäßig nichts mehr machen, hat mir aber einen echt guten Preis für einen Satz neue Felgen gemacht, die nun mit den neuen Reifen auf dem Caddy sind. Wir haben dieses Mal die schwarzen Ringe schwarz gelassen, so sehen die Felgen gleich noch etwas größer aus. Was meint ihr?

Das wäre es eigentlich gewesen, wenn nicht kurz vor diesem Blog noch gleich zwei Mängel aufgetreten wären. Als Erstes machte sich ein klackerndes Geräusch aus dem Fahrwerk bemerkbar. Laut Werkstatt ein nicht so seltenes Problem beim Caddy – die Gelenkwelle vorn links. Aufgrund des Fahrzeugumbaus mussten wir über eine Kulanz gar nicht nachdenken und so ersetzten wir die Gelenkwelle gegen eine neue aus dem Hause SKF. Ob das jetzt mit der Höherlegung zu tun hatte oder einfach eine Folge der Kilometerleistung war, wir werden es nicht erfahren. Bei einem Materialpreis von knapp 150,– aber zu verschmerzen.

Ärgerlicher war da schon der jetzt wirklich letzte Defekt bis heute. Im Januar 26, bei knapp über 100.000 ging beim Starten die Motorkontrollleuchte an, löschen brachte nur kurz Linderung. Also Fehler auslesen und ein bekanntes Problem beim 2.0TDI finden. Die Glühkerze am 3. Zylinder ist hinüber. Ja genau, die teure mit dem Sensor dran. Wurde bei der letzten Inspektion gleich mitgemacht. Und das war‘s!

Fazit:

Auch wenn ich immer mal mit einem anderen Fahrzeug liebäugele, einen echten Ersatz für den Caddy gibt es aktuell nicht. Die Kombination aus 4Motion, Anhängelast, riesigem Kofferraum und genug Platz für 5 Personen macht ihn unverzichtbar. Gibt es etwas zu kritisieren? Ja! Der Fahrkomfort ist aus meiner Sicht nicht optimal. Die Blattfedern hinten mögen zwar gerade im Baustellenbetrieb dank der hohen Zuladung ihre Daseinsberechtigung haben, aber wer viel ohne Last und Anhänger unterwegs ist, wird merken, dass der Unterschied zu einem Passat (nur als Beispiel) schon recht groß ist. Mit Wohnwagen am Heck ist es aber dafür sehr entspannt, da wippen PKW deutlich mehr.

Wir mögen den Caddy und ab sofort darf auch der Nachwuchs, dank erworbenem Führerschein, damit fahren. Bin gespannt, wann (und ob) sie mit ihren Freundinnen ins Vanlife-Abenteuer starten will!

Kopenhagen – die Hauptstadt der glücklichsten Menschen

Wir waren eine Woche zu Hause (kennt ihr den Blog vom Sommer Part 1? Hier ist er), Zeit genug, den Wohnwagen neu zu packen und ein wenig zu arbeiten. Wir starten erst Samstag, dafür aber recht früh. Es geht Richtung Norden, genauer gesagt nach Kopenhagen. Unsere Tochter hat sich das gewünscht und der Sohn ist schon wieder in den Alpen zum Biken. Wenn wir nach Dänemark wollen, führt kaum ein Weg an Hamburg vorbei und das heißt regelmäßig Stau. Heute auch! Wir gehen erst mal ins Soltauer Outlet und hoffen, dass der Verkehr weniger wird. Wird er aber nicht, also stellen wir uns artig hinten an. Das ganze dauert bis 19:30 Uhr, dann haben wir die dänische Grenze erreicht und wir übernachten auf dem ersten Campingplatz hinter der Grenze.

Hier gibt es keine Parzellen, aber genügend Platz, wir lassen also den Wohnwagen angehängt und starten gleich nach dem Frühstück (Dank des Wetters draußen) nach Kopenhagen. Trotz voller Straßen stehen wir kurz nach 12 Uhr an der Schranke vom Campingplatz. Wir haben uns Chralottenlund Fort Camping ausgesucht und spüren nun den Nachteil eines vollautomatischen Campingplatzes. Wir stehen vor dem Tor, dafür haben wir auch einen Code, aber der funktioniert erst ab 12:30 Uhr. Zum Glück stören wir niemanden bei der Ein- oder Ausfahrt und rollen 12:31 Uhr durch die Schranke auf die Insel, die früher mal ein Fort war.

Der Platz gefällt uns ganz gut, direkt hinter dem Erdwall befindet sich das Meer, bis in die Innenstadt sind es mit dem Rad oder der S-Bahn ungefähr 20 Minuten. Trotzdem ist es recht ruhig.

Das Bad und die Abwaschräume befinden sich in einem der Erdwälle und sind ok. Nach einem Kaffee machen wir natürlich auch das, was so nahe liegt, wir packen unsere Badesachen und gehen vor ans Meer. Es ist zwar sonnig und angenehm, aber trotzdem schafft es keiner von uns 3en ganz ins Wasser, erst recht nicht, nachdem eine der beiden Damen Fußkontakt mit einer Krabbe hatte. OK, also Baden beendet und wir nehmen die Räder, um Kopenhagen einen ersten Besuch abzustatten. Für Radfahrer ist Kopenhagen echt ein Paradies! Überall breite Radwege, die Ampeln geben einen Countdown und es gibt Haltegriffe an den Kreuzungen, um nicht absteigen zu müssen – wir lieben es. Wer ins Zentrum fährt, landet zwangsläufig in Nyhaven. Die alten bunten Häuser gefallen allerdings nicht nur uns, sondern allen Touristen. Nach den obligatorischen Bildern…

… ziehen wir recht schnell weiter. Nicht ohne uns über die Dreistigkeit mancher Touristen zu wundern. Für das beste Foto (denken sie), ist es vielen völlig egal, ob es Regeln gibt und ob sie diese überschreiten. Wir fragen uns warum!? (siehe Schild im nächsten Bild)

Kopenhagen ist im Vergleich zu anderen Hauptstädten recht übersichtlich und so kommen wir an diesem Nachmittag noch ganz entspannt an diversen Highlights vorbei. Als Erstes bestaunen wir das königliche Theater.

Von hier aus hat man einen herrlichen Ausblick auf die moderneren Viertel von Kopenhagen. Und das gute Wetter scheint alle ans Wasser zu ziehen! Auf einem breiten Holzsteg geht es um das Theater herum zum Ofelia Plads. Hier ist das Baden verboten, scheinbar gilt das aber nur bei Regen…

Gleich daneben finden wir die Kissingstairs, natürlich legen wir eine kleine Pause ein, sitzend und küssend!

Ausgeruht und geküsst geht es zu ihrer Majestät, also zumindest zum Palast.

Leider wurden wir nicht zum Kaffee eingeladen, also weiter zur Fredenkskirche. Wir erinnern uns an ein Fotoshooting vor dem Dom von Helsinki und versuchen die Bilder zu wiederholen. Ihr dürft gern selbst entscheiden, ob es gelungen ist – Blog Helsinki!

Die Königsfamilie hat uns zwar nicht eingeladen, aber einen Cappuccino gab es trotzdem.

Wir sind jetzt schon verliebt in die Stadt! Auch wenn all diese Sehenswürdigkeiten nur einen Steinwurf auseinander liegen, so langsam ist es Zeit etwas zu Essen und dafür fahren wir natürlich nicht zum Wohnwagen, das geht hier besser! Unser Kind hat Broens Streetfood direkt am Wasser entdeckt und wir folgen ihr dorthin.

Im ersten Moment sieht es auch recht spannend aus, aber unsere Ansprüche sind dann doch zu hoch. Lecker, teils vegetarisch, bezahlbar und überraschend – das gab es nicht. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau! Allerdings haben wir später erfahren, dass die bessere Location für Streetfood woanders ist, nämlich im Industriehafen das Reffen Streetfood. Also setzen wir uns auf die Räder und suchen auf dem Heimweg nach etwas essbarem. Fündig werden wir bei einem Italiener ein paar Straßen weiter. In der Cantina gibt es echt ausgefallene Kombinationen wie Ravioli mit Brennessel-Mascapone und Pizza mit Kartoffelscheiben. Nicht typisch dänisch aber lecker. Und weil das Wetter immer noch toll ist, nehmen wir unsere am Wohnwagen selbstgemachten Lillet mit auf den Wall und genießen den Blick auf das Meer.

Tag 2 in Kopenhagen

Line ist scheinbar mitten in der Nacht aufgestanden, auf jeden Fall sitzt sie geduscht und lesend vor dem Wohnwagen als wir aufstehen. Frische Brötchen gibt es direkt am Eingang zum Campingplatz, also frühstücken wir gemütlich und planen den Tag. Die Räder zu nehmen, scheint uns heute riskant, es ist Regen angesagt. Also probieren wir die Öffis aus. Dazu laufen wir zum Bahnhof nach Hellerup. Es gäbe dorthin auch einen Bus, dafür müssten wir aber eine Zone mehr bezahlen und das Tagesticket würde wesentlich teurer. Soweit ist es dann auch nicht. Die Fahrt ist mega entspannt, kein Vergleich zu anderen Hauptstädten wie zum Beispiel Paris (wir waren Ostern dort – Blog). Wir steigen in Norreport aus und schlendern durch Strøget zum Magasin du Nord.

Dabei finden wir die älteste Konditorei Dänemarks, es ist uns allerdings zu voll, wir schauen also nur durch die Fenster. Nicht vorbeikommen wir hingegen an einem Laden voller Quietscheenten. Hineingehen ja, kaufen nein. Im Magazin du Nord, vergleichbar mit dem KaDeWe oder dem Lafayette in Paris gibt es jetzt das, was wir brauchen. Schutz vor dem Regen und megaleckeres Smørrebrød.

Der Regen ist vorbei und wir sind satt – eine perfekte Ausgangssituation um weiterzuziehen. Der Stadtteil Christianshavn steht auf dem Programm.

Die „Vor Frelsers Kirke“ ist mit ihrem außergewöhnlichen Kirchturm schon von weitem zu sehen, also schauen wir uns das mal näher an. Aufgrund der Warteschlange wählen wir zwar die Turmbesteigung ab, aber auch das Innenleben der Kirche ist beeindruckend!

Ich weiß nicht, ob ich jemals eine so riesige Orgel gesehen habe. Direkt gegenüber finden wir zufällig das Illustrado, eine ganz kleine Galerie mit Zeichnungen und Bildern von Kopenhagen, nach langem diskutieren, abwägen und vergleichen, finden wir das perfekte Kunstwerk für unsere Wand zu Hause und sind glücklich.

Wir ziehen einfach weiter und ohne es zu wissen, steuern wir direkt auf die Freistadt Christiana zu. Was das ist, wissen wir zu dem Zeitpunkt auch noch nicht. Wir haben von einer Graffiti-Wall gelesen und einer Kunstausstellung.

Der Eingang ist vielversprechend und so tauchen wir von jetzt auf gleich in eine völlig andere Welt ein. Mitten in Kopenhagen, eigene Gesetze, eigene Steuern, eigenes Geld, aber vor allen Dingen ganz anders, als der Rest. Hier haben sich Künstler und Lebenskünstler zusammengefunden und etwas Surreales erschaffen. An vielen Stellen ist das Fotografieren verboten, aber an genauso vielen bitten Bilder darum. Also haben wir es festgehalten, versucht zumindest.

Falls ihr dorthin wollt, nehmt euch Zeit, taucht ein und genießt diese ganz andere Art von Gastfreundschaft. Es gibt dort Galerien, Cafés, Restaurants und sogar ein Festivalgelände. Alles bunt und laut und spannend!

Am anderen Ende werden wir wieder ausgespuckt und finden uns in dem Kopenhagen wieder, welches wir vor 2 Stunden verlassen hatten. Anders, aber nicht weniger charmant. Wir suchen uns eine ruhige Bäckerei in der Nähe der Oper und können trotz strömendem Regen draußen sitzen und aufs Wasser schauen.

Neben dem Regen spüren wir heute auch unsere Füße, also beschließen wir, die nahegelegene Bushaltestelle zu nutzen und zurück zum Campingplatz zu fahren. Essen machen wir heute ausnahmsweise selbst und spielen danach noch eine Runde.

Tag 3 in Kopenhagen

Der Tag beginnt zwar sonnig, aber kompliziert. Wir haben tatsächlich bereits im Dezember reserviert aber keinen Stellplatz für die ganze Woche bekommen. Das heißt, wir müssen heute umziehen. Auf einem „normalen“ Campingplatz fährt man dazu einfach von einem zum anderen Platz. Hier nicht! Es gibt ja kein Personal, also müssen wir vor 12:00 der Schranke am Ausgang beweisen, dass wir den Platz verlassen haben. Erst dann stoppt die Stromversorgung auf unsere Kosten usw. Und wie am ersten Tag starten wir den neuen Strom erst 12:30Uhr mit dem neuen Code an der Einfahrt. Da die Vormieter ihren Stellplatz auch erst kurz vor 12 verlassen, frühstücken wir ausgiebig und ziehen danach um. Pünktlich 12:30 Uhr setzt der Regen ein und wir fahren mit dem Auto zum Bahnhof. Von dort geht es mit Öffis und mehrmals sehr ergiebigem Nass von oben zur Neuen Carlsberger Glyptothek. Die Schlange ist zum Glück nicht sehr lang. Die Wartezeit reicht gerade so aus, um online Tickets zu kaufen. Im Keller können wir die nassen Jacken, Rucksäcke und Regenschirme ablegen und stürzen uns dann, ganz ungewöhnlich für uns, in das kunsthistorische Getümmel.

Es handelt sich natürlich um ein Kunstmuseum, die Frauen sind total beeindruckt, ich warte noch, dass es mich packt! Aber ich bin ja leicht glücklich zu machen, Kaffee und Scones reichen schon aus!

Aber ja, das Haus ist beeindruckend, die Kunst natürlich auch!

Spätestens als wir, wirklich zufällig, echte Werke von van Gogh, Monet, Degas und Picasso vor unserer Nase haben, weiß ich zumindest, dass es etwas Großes ist, hier zu sein.

Wir erkunden weiter die endlosen Räume, von einer Epoche zur anderen.

Mittlerweile ist es kurz vor 17:00 Uhr, wir schlendern nur noch ein wenig durch die Räume, eigentlich mit dem Plan, zum Ausgang zu gehen.

Als wir vor einem Raum mit unglaublich vielen Steinköpfen stehen, spricht uns eine Mitarbeiterin des Museums an. Sie fragt uns, wo wir herkommen und wechselt nach unserer Antwort sofort ins Deutsche. Erst erfahren wir, was wir schon wissen, nämlich, dass das Museum gleich schließt. Aber dann fragt sie uns, ob wir denn die Mumien schon gesehen haben. Mumien? Haben wir nicht! Weil es zu lange dauern würde, uns den Weg zu erklären, bringt sie uns kurzerhand hin und erlaubt uns noch kurz nach unten zu gehen, obwohl die Treppe schon geschlossen war. An der Stelle nochmal vielen Dank! Wir hätten sie verpasst!

Das ist schon ein seltsames Gefühl, vor Leichen zu stehen, die seit über 2500 Jahren tot sind.

Auf dem Rückweg noch einen Blick auf eine 5000 Jahre alte Holztruhe geworfen…

…und wieder rauf ins Tageslicht. Wir verlassen das Museum und stellen glücklich fest, dass es aufgehört hat zu regnen.

Die beiden letzten Programmpunkte für heute, befinden sich zum Glück in unmittelbarer Nähe. Also laufen wir erst durch den botanischen Garten, der leider durch das graue Wetter und die große Baustelle ein wenig an Charme verliert.

Und weil Kopenhagen nicht mit einem Schloss allein auskommt, nehmen wir auf dem Weg zur Bahn noch das Schloss Rosenburg mit – Check!

Wir fahren bis zum Bahnhof Hellerup mit den Öffentlichen und versorgen uns anschließend mit leckerem indischem Essen aus einem der vielen kleinen Restaurants. Das genießen wir dann am Wohnwagen und lassen den Abend ausklingen.

Tag 4 Kopenhagen

Erinnert Ihr euch, wir sind gestern auf einen anderen Platz umgezogen, nun stehen wir recht nah am Waschhaus. Und in dieses kommt man mit einem Zahlencode. Das ist nichts ungewöhnliches, allerdings nervt esziemlich, wenn jeder einzelne Tastendruck mit einem lauten Piepen quittiert wird. 8x piepsen pro Gast, wir werden also zeitig geweckt. Line gibt als erste auf und setzt sich zum Lesen raus, wir beiden anderen schlafen noch etwas und frühstücken dann alle gemeinsam. Das Wetter ist wieder besser und so setzten wir unsere Sightseeing-Tour fort. Was fehlt uns als anständige Kopenhagentouristen noch? Klar, die kleine Meerjungfrau! Und da geht es als erstes hin!

Sie ist wirklich recht klein, übersehen kann man sie jedoch nicht. Die Traube an Menschen ist nicht zu verfehlen und schon auf dem Fußweg dorthin, sehen wir eine lange Schlange an Reisebussen am Rand halten.

Das ist also das realistischere Bild dieser Attraktion.

Weiter geht’s und nur langsam werden die Menschen weniger.

Danach probieren wir mal ein anderes öffentliches Verkehrsmittel aus, besonders praktisch, weil es in unserem Tagesticket enthalten ist – den Hafenbus. Wobei Bus ein wenig irreführend ist, es handelt sich um Fähren, die rein elektrisch betrieben, Haltestellen im Hafengebiet abfahren. Quasi eine Hafenrundfahrt ohne Text aber in günstig. Wir genießen die Fahrt und bewundern die bekannten Bauwerke mal aus einer anderen Perspektive.

Wir fahren zwar bis zur Endstation, allerdings ist unser Tipp, spätestens 3 Haltestellen vorher auszusteigen (bzw. in ein Boot auf dem Rückweg zu steigen), spannendes kommt danach nicht mehr. Von dort fahren wir mit der U-Bahn nach Nørrebro, einem weiteren Viertel, welches uns spannend erscheint. Als erstes müssen wir aber die 3 Grundbedürfnisse befriedigen: ein WC, Sandwiches und Menschen beobachten.

Während die beiden Damen die Bestellung aufgeben, kümmere ich mich schon mal um den letzten Punkt… Danach geht es aber direkt weiter. Line hat nämlich gelesen, dass es in dieser Gegend das beste Eis von Kopenhagen gibt.

Wir haben die Isoteket gefunden und gekostet. Es war sehr lecker, aber ob es wirklich das Beste hier ist, wir wissen es nicht! Da die Eisdiele direkt gegenüber dem künstlichen See liegt (gibt ja nicht genug natürliches Wasser in Kopenhagen) liegt es natürlich nahe, auch dort unser Eis zu essen.

Danach tauchen wir in den Kiez ein. Jede Menge Grafity, Cafés und Second Hand Läden. Wir stöbern ein wenig herum, kommen aber zu dem Schluss, dass der Geruch dieser Läden, das Einkaufen nicht unbedingt angenehm für uns macht.

Unsere Tochter hat etwas von dem roten und schwarzen Platz gelesen, beide sollen hier irgendwo sein und wahrscheinlich hätten wir beides nicht erkannt, hätte Google uns nicht gesagt, dass wir darauf stehen.

Langsam werden die Beine lahm und wir beschließen uns etwas zum Abendessen zu besorgen. Unser Plan ist es, am Hafen ein Picknick zu machen. Die Kissingstairs bieten sich ja dafür an. Wir hatten vorhin eine Markthalle gefunden, wenn es da nicht das richtige für uns gibt, dann nirgendwo!

Wir decken uns mit süßen und herzhaften Leckereien ein, nehmen an einem Kiosk noch 2 Dosen Cider mit und machen uns auf dem Weg zum Wasser.

Uns empfangen Musik und jede Menge tanzender Menschen, die Stimmung passt perfekt. Wir suchen uns ein Plätzchen mit Musik im Ohr und Blick aufs Wasser und packen unser Picknick aus.

Wir essen, trinken, schwatzen und genießen, bis uns langsam kalt wird. Die Sonne ist schon lange weg. Wir probieren noch ein wenig aus, warum die Stufen so heißen…

… und treten den Rückweg an.

Tag 6 – heute andere Richtung

Nach dem Frühstück setzen wir uns auf die Räder und fahren nach Norden, also nicht ins Zentrum, sondern noch weiter raus aus der Stadt. Wir fahren immer am Strand entlang und können uns nur wundern. Neben dem Radweg gibt es nun auch noch diverse andere.

Würden wir hier weiterfahren, kämen wir irgendwann nach Helsinggör. Machen wir aber nicht. Unser Ziel wurde wieder von unserer Tochter ausgesucht, wir sind gespannt. Die erste Attraktion kommt allerdings überraschend. Wir radeln an einer Tankstelle vorbei, die aussieht als wäre sie direkt aus den 60’ern hierher gekommen. Sehr cool!

Danach geht es ohne weiteren Stopp zum Bakken. Noch nie gehört? Wir auch nicht! Aber es ist der älteste Freizeitpark der Welt! Und das ist wirklich alt – 1583 begann seine Geschichte. Der Eintritt ist frei, es gibt zwar Tagestickets um alle Geschäfte zu fahren, aber man kann auch einzelne Fahrten bezahlen.

Wir schlendern einmal durch den Park, es ist noch recht leer, wird aber recht schnell voller. Der Park ist echt liebevoll eingerichtet, natürlich gibt es nicht die High-End-Fahrgeschäfte aber darum geht es hier, glaube ich, nicht. Eine Fahrt machen wir dann aber trotzdem. Es geht auf die uralte Holzachterbahn aus den 1930’er Jahren.

Für uns geht es danach weiter, etwas weniger Trubel und mehr Natur. Der Freizeitpark liegt nämlich auch in einem echten Park. Dieser Park ist, wie soll es hier anders sein, königlich. Wir radeln mitten hindurch und bevor wir noch das Jagdschloss, unser nächstes Ziel, erreichen, entdecken wir auch, warum es hier steht.

Neben diesem kapitalen Hirsch, gibt es noch viele weitere Wildtiere. Wir vermuten, sie haben heutzutage nichts mehr auszustehen.

Das Jagdschloss ist zwar restauriert, aber scheinbar nicht mehr im ursprünglichen Sinne in Gebrauch.

Wir laufen einmal um das Schloss und überlegen laut, wie das damals wohl hier war. Das hört ein Däne und spricht uns, schon wieder auf Deutsch, an. Er erzählt uns etwas zum Schloss und den Königen die hier gejagt haben. Als wir hören, dass der Tisch damals fertig gedeckt aus dem Keller nach oben gefahren wurde, damit die Adligen das Personal nicht sehen mussten, können wir nur den Kopf schütteln. Darüber hinaus erzählt er uns, dass ein König durch das Geweih eines kapitalen Hirsches starb, als er diesen, zuvor müde gemachten Hirsch, mit seinem Dolch erlegen wollte. Während die Könige speisten, jagten die Diener das Wild so lange durch den Park, bis die Tiere völlig erschöpft aufgaben. Nun war es bereit für den adligen „Jäger“. Aber dieser müde Hirsch war wohl noch zu wach und hat den Herrscher (so die Geschichte) einfach aufgespießt.

Wir radeln (die Geschichten im Kopf) weiter, zwischen Reiher und Golfplatz hindurch, wieder Richtung Ostsee. So langsam kommt der Hunger. Wir finden schnell ein Restaurant. Es sieht gut aus aber irgendwie sagt es uns nicht zu, nicht entspannt genug. Also fahren wir weiter und Jackpot!

Wir finden, was wir so sehr lieben. Ein Café, das Tvende Hus, mitten in einem tollen Garten. Viele Bäume unter denen Tische stehen und eine total gemütlich eingerichtete Gaststube.

Es sieht hier nicht nur wunderbar aus, es schmeckt auch herrlich! Wir sind glücklich! Danach fahren wir zurück zum Wohnwagen und chillen eine Weile in der Sonne. Heute ist unser letzter Abend und uns dreien ist klar, den werden wir nicht auf dem Campingplatz verbringen. Also schließen wir die Räder wieder ab und radeln direkt ins Zentrum. Das letzte Abendessen genießen wir bei einem Italiener direkt in den historischen Gebäuden.

Der Ausblick kann kaum besser sein, das Essen auch. So schön, dass es schneller weg war als ich es fotografieren konnte! Ja es war teuer aber für den letzten Abend angemessen! Wir haben es genossen! Dafür gibt es den Nachtisch direkt auf die Hand, wir gönnen uns noch ein Eis und lassen dabei die Beine über dem Hafenbecken baumeln.

Danach radeln wir zurück und genießen den schönen Sommerabend bei einem Glas Lillet.

Am nächsten Morgen rollen wir gegen 9:30 Uhr vom Platz und haben tatsächlich in dieser Woche keinen einzigen Mitarbeiter des Platzes gesehen.

Fazit:

Kopenhagen ist eine tolle Stadt! Es gibt viel zu entdecken und man kann dem Trubel gut aus dem Weg gehen. Wir kommen bestimmt noch einmal zurück!

Aktivurlaub im Brandnertal – Wandern, Biken, Baden in den Alpen

Wohin nur im Sommer? Mit höherem Alter unserer Kinder und somit sich ändernden Bedürfnissen, wird diese Frage immer schwerer zu beantworten. Kind 1 möchte überall hin, nur nicht in die Alpen und jetzt dürft ihr raten, was Kind 2 vorschlägt!? Genau: Er will unbedingt in die Alpen, in den Bikepark. Wir sehen ein, das bekommen wir nicht unter einen Hut und beschließen erstmals unvollständig zu verreisen. Gleich zu Beginn der Ferien geht es also mit dem Junior in die Alpen. Wir wollen was neues sehen, es muss bergig und ein Bikepark in der Nähe sein. Brandnertal! Noch nie gehört? Wir auch nicht. Machen wir!

Ich bin der Letzte, der am Freitag der Zeugnisausgabe nach Hause kommt, trotzdem entscheiden wir noch loszufahren. Wir wollen dem Stau zuvor kommen und steuern das Campingparadies Franken an, ein netter kleiner Campingplatz, auf dem wir 2020 schon mal übernachtet haben. Ohne Stau oder Verzögerung kommen wir bis Franken und können die erste Urlaubsnacht sogar angekoppelt verbringen. Im Restaurant gibt es noch Spätzle und Flammkuchen, besser kann ein Urlaub fast nicht beginnen.

Tag 2 – ab in die Alpen

Um halb 9 sitzen wir schon wieder im Auto, gefrühstückt und bereit für die letzten Kilometer ins Brandnertal. Dass wir gestern losgefahren sind, zahlt sich aus, bereits 13:00 Uhr stehen wir am Check-in des Campingplatzes. Eigentlich ist die Rezeption bis 14:30 Uhr geschlossen, aber der Platzbetreiber selbst empfängt uns super nett und zeigt uns unseren Stellplatz.

Also gibt es den ersten Kaffee am Wohnwagen mit Blick auf das Alpenpanorama. Wir haben uns übrigens für den Platz Panoramacamping Sonnenberg in Bludenz entschieden. Dieser liegt zwar gegenüber dem Brandtnertal, bietet aber neben dem tollen Ausblick einen echt guten Service und ein nettes Betreiber-Ehepaar. Der Platz ist aus unserer Sicht absolut zu empfehlen! (Insbesondere, wenn man auch einen Ausflug ins Montafon oder Klostertal machen möchte.) Beim Auspacken stellen wir fest, dass wir zu wenig Fahrradschlösser mit haben. Ja, genau! Zu wenig! Während Line und ich je ein MTB dabei haben, hat unser Junior nämlich 3 Stück dabei. Seid ihr auch so Fahrradbegeistert, schaut gern mal auf seiner Seite www.schwarzbike.de hier vorbei! Also ab zum Fahrradladen und noch eins kaufen. Auf dem Weg gab es natürlich, rein zufällig, auch noch ein Eis und Kaffee…

Tag 3 – so richtig Urlaub

Ab 8 Uhr gibt es auf dem Campingplatz frische Brötchen, das nutzen wir und können draußen frühstücken. Es ist allerdings schon so warm, dass wir den Schatten suchen. Danach bringen wir den Junior zur Talstation nach Brand und kaufen eine Jahreskarte für Bikeparks und lassen ihn Fahrrad fahren. (Zu seinen Eindrücken vom BikePark machen wir euch einen extra Blog, falls es interessiert, schaut gern rein.) Wir beide setzen uns aber wieder ins Auto und fahren bis ganz ans Ende vom Tal (klingt jetzt dramatisch weit, ist es aber nicht). Dort wollen wir mit der Seilbahn zum Lünersee fahren. Der erste Schock an der Kasse, für 2 Personen 49,– €. Irgendwie hatten wir das so irgendwie nicht erwartet. Wir haben eine Gästekarte. Damit ist die Nutzung von öffentlichen Verkehrsnitteln in Vorarlberg kostenfrei und es gibt Ermäßigungen an Bergbahnen. Aber nicht bei der Lünerseebahn. Eigentlich gilt diese Karte an keiner der Bahnen, die wir genutzt haben. Die Ermäßigung steht zwar in allen Prospekten, bezahlen mussten wir trotzdem immer den vollen Preis. Es ist ja Urlaub…

Wir wollen heute nur eine kleine Runde machen, es ist ja der erste Tag und auch noch verdammt warm. Also fahren wir hoch und beschließen, eine Runde um den See zu gehen. Oben angekommen, Schock Nummer 2, irgendwie haben wir uns den See voller vorgestellt.

Später erfahren wir von der Chefin des Campingplatzes, dass er wohl abgelassen wird, um die Technik zu warten.

Schön ist es hier trotzdem! Also machen wir uns auf, reihen uns in die Spaziergänger ein und stellen schnell fest, dass der Weg um den See nicht unserer sein wird.

Also laufen wir, bis vom großen Rundweg ein kleiner Pfad abgeht. Dieser führt zur Totalpe. Der Name ist Programm, trotz 21 Grad brennt die Sonne erbarmungslos auf den steinigen Hang, den wir hinaufklettern und schnell fühlen wir uns wie der See – ausgetrocknet. Aufgeben? Niemals! Wir klettern weiter, das tolle Panorama immer im Rücken, das bewundern wir, wenn wir schwitzend Pause machen.

Irgendwann ist der Aufstieg geschafft, 800 Höhenmeter sagt die Uhr und wir genießen den Ausblick und natürlich leckeren Apfelstrudel mit Kaffee.

Im Anschluss schauen wir uns noch etwas um, kurz reizt es uns noch zur nächsten Alpe weiterzugehen, aber nur kurz.

Auch wenn es schön ist, wir machen uns auf den Rückweg. Der ist kaum weniger anstrengend als nach oben, viel Schotter und recht steil. Und es wird immer wärmer.

Wir entscheiden, dass 10 km für heute reichen müssen und nehmen den kürzeren Rückweg um den See. Im Tal warten wir auf unseren Biker, der kommt kurz nach uns, noch verschwitzter als wir, aber zufrieden.

Auf einer Tafel am Campingplatz wird für heute Abend noch ein „Highlight“ angekündigt. Ein Alphornkonzert – ist nicht unsere Musik, aber wenn wir schon mal da sind, gehen wir kurz hoch.

Einer der Bläser ist der Chef vom Platz, was machen die beiden eigentlich noch alles? Respekt!

Wir schauen und hören eine Weile zu, verkrümeln uns dann aber wieder vor den Wohnwagen.

Tag 4 – Bürserschlucht

Es ist Montag und soll wieder verdammt heiß werden. Wir rücken schon beim Frühstück in den Schatten, wir brauchen irgendwas Kühles heute! Der Junior wird um 9 von seinem Rad Guide Thomas abgeholt, dieser leitet die Bikeschule Bike&Ski.AT und will Pepe die nächsten 3 Tage den Bikepark zeigen und an den Skills arbeiten. Wir haben etwas mehr Zeit, steigen also entspannt auf unsere Räder und fahren die knapp 10 Kilometer zum alten Kraftwerk von Bürs. Der dortige Parkplatz (ja, den brauchen wir heute nicht) ist auch der Eingang in die gleichnamige Schlucht.

Gleich am Eingang wird es schon spektakulär und eng, aber zum Glück auch kühler, der kleine Bach Alvier hat hier ganze Arbeit geleistet und eine tolle Schlucht in den Fels gegraben.

Der Weg ist nicht weit, aber wirklich toll. Wir finden eine ideale Stelle am Flussbett zum Entspannen und bleiben eine Weile. Außer uns sind nur wenige andere Wanderer unterwegs.

Das tat gut! Wir machen uns wieder auf den Weg, immer am Bach entlang.

Auf Höhe Bürser Boden verlassen wir den Bachlauf leider und es geht auf der anderen Seite etwas in den Wald hinauf durch eine bizarre Steinrinne.

So eine haben wir schonmal gesehen, allerdings in Schweden. Ab dort geht es unspektakulär nach unten. Zurück im Dorf Bürs suchen wir ein Café, aber finden keines mit schattigen Plätzen, also zurück nach Bludenz, das sind auch nur 10 Minuten mit dem Rad. Dort stellen wir in der Fußgängerzone ab und machen uns zu Fuß auf die Suche. Lustigerweise landen wir im gleichen Café, wie bei einem Ausflug vom Campingplatz Zeinissee vor 3 Jahren. Das Eis ist heute noch genauso lecker wie damals, nur das Wetter ist heute besser. Danach geht es zurück zum Campingplatz, hier bewegen wir uns heute nicht mehr weg, es ist zu warm. Wir nehmen unseren Junior wieder happy in Empfang und kümmern uns um das Abendessen. Leider müssen wir dazu nach drinnen ziehen, draußen gewittert es heftig.

Tag 5 – Furkla Höhenweg

Wie es gestern endete, so beginnt der neue Tag, nämlich mit Regen. Trotzdem packen wir alles ins Auto und starten wieder Richtung Brand. Heute fahren wir alle 3 mit der Seilbahn nach oben. Zum Glück hat es auf dem Weg zur Seilbahn aufgehört zu regnen und so ist zumindest der Bike-Tag für den Junior gerettet. Oben verabschieden wir uns etwas wehmütig. Line, weil wir mit der Bahn nach oben gefahren sind und ich, weil es nach einem spaßigen Tag auf dem Fahrrad aussieht. Aber mein Tag kommt später. Also laufen wir beide los, auf dem Furkla Höhenweg.

Auf dem Weg mit wirklich toller Aussicht muss ich Line mehrmals davon abhalten, doch noch auf einen der beiden Gipfel neben uns zu klettern. Der Schillerkopf, weil er von unten aussieht wie der Kopf vom Dichter im Profil und die Mondspitze sind die beiden Sehnsuchtsberge. Aber wir beschließen, dass es bei über 30 Grad keine gute Idee ist, mal eben schnell dort hoch zu laufen.

Unser heutiges Ziel bleibt die Furkla-Alpe, laut Internet eine nette Berghütte. In echt? Ein Holzhaus inmitten einer Baustelle mit Bagger und das kulinarische Highlight ist ein Getränkeautomat. Nö, nicht für uns. Wir suchen uns einen anderen Weg zurück, laufen einen kleinen Weg quer durch Wälder und Wiesen und landen wieder an der Bergstation der Seilbahn. Hier gibt das Frööd – ein gutes Restaurant. Das wissen wir, weil Pepe hier immer Mittagspause macht. Wir entscheiden uns für die Jausenplatte für Zwei, müssen aber irgendwann aufgeben. Sehr lecker und vor allem sehr viel.

Als der Sohn später mit dem Rad kommt erfahren wir, dass die übrig gebliebene Portion Pommes (über die wir uns beim Ankommen gewundert hatten) von ihm waren, wir hatten uns knapp verpasst und auch er musste nach einem Burger aufgeben.

Gegen 3 fahren wir ins Tal und weil es immer noch heiß ist, gehen wir noch eine Runde in das Alvier Naturseebad – ein absoluter Tipp von uns! Das Bad ist dann auch so ziemlich das einzige, bei dem unsere Gästekarte zählt, wir müssen also nichts bezahlen und genießen das Bad mit Blick auf die Berge.

Am Abend warten wir erneut auf das angesagte Unwetter, das bleibt aber zum Glück harmlos, wenn auch optisch zeimlich spektakulär.

Tag 6 – Glinga Fälle

Wir sind im Urlaubsmodus angekommen, müssen uns also beeilen, damit wir pünktlich halb 10 an der Talstation sind. Der Guide wartet schon und nimmt unseren Biker in Empfang. Wir verzichten aber heute auf die Bahn und steigen unter der Seilbahn den Berg hinauf, danach gehen wir einen angenehmen Weg am Berg entlang.

Zum Glück schützen uns die Bäume vor der Sonne und wir kommen halbwegs entspannt zu unserem ersten Ziel, den Glinga Fällen. Erst sind wir ein wenig enttäuscht, statt eines Wasserfalls erwartet uns gemauerte Stufen, wo das Wasser eher sachte hinunterläuft…

…aber dann klettern wir zum Bach hinunter und finden etwas, was uns sehr gut gefällt.

Wir genießen die erfrischende Kühle eine Weile und ich versuche sogar barfuß in den Bach zu steigen. Ein Fehler, wie sich schnell herausstellt, es ist eiskalt! Also Schuhe wieder an und weiter geht es.

Wenn wir einmal dabei sind, nehmen wir uns auch noch den Nächsten Wasserfall vor, dafür müssen wir allerdings eine Weile durch die heiße Sonne und ein Stück entlang der Straße wandern. Erst jetzt merken wir, wie schön kühl es am Wasser war. Leider ist es am Kesselfall, so heißt der nächste Wasserfall, nicht möglich hinunter zu klettern. Wir müssen uns mit Blicken von oben begnügen.

Wir folgen dem Alvierbach, denn es ist kein Zufall, dass das Naturbad auch so heißt, wir wollen baden! Dort bleiben wir auch bis der Junior vom Bikepark zurückkommt. Am Abend gibt es neben Essen auch das übliche Gewitter, dieses Mal aber mit einem genialen Regenbogen.

Tag 7 – Schattenlaganthütte

Und schon wieder beeilen wir uns vom Campingplatz weg zu kommen. Heute allerdings weil es ab Mittag regnen soll, vielleicht sogar mit Gewitter. Aufgrund der Prognose entscheiden wir uns zu einer kleinen Wanderung zu Schattenlaganthütte, der Junior bleibt bei seinem Plan, jeden Tag Fahrrad zu fahren. Die Hütte befindet sich ziemlich am Ende des Tals kurz vor der Seilbahn zum Lünersee. Zum Glück müssen wir heute nicht an der Straße entlang sondern biegen auf einen ganz ansehnlichen Wanderweg.

Solange es noch nicht regnet sondern die Sonne scheint, kommen wir ganz schön ins Schwitzen. Es geht natürlich wieder mal bergauf. Zum Glück finden wir 2 „Kühe“ immer mal wieder eine Tränke.

Gerade zum Schluss geht es nochmal richtig steil nach oben, dafür aber schattig. So sehen wir auch nicht, die dunklen Wolken.

Pünktlich um 12:00 Uhr sind wir an der Hütte und der Regen auch, die letzten Meter rennen wir, um halbwegs trocken anzukommen. Drinnen gibt es alles was wir brauchen, Suppe mit dreierlei Einlagen, Apfelstrudel, Radler und Hollersaft und, wichtig, Kaffee. Wir essen und trinken zwar so langsam wie möglich, trotzdem hält der Regen länger durch als wir. Also brechen wir irgendwann trotz Regen auf, Jacke an, Kapuze auf und los geht’s.

Schön anzusehen ist es trotzdem und der Regen lies schnell nach. Im Bikepark 5 km entfernt? Alles trocken und daher von Abbruch keine Spur! So zumindest die Nachricht, als wir uns auf den Rückweg machen. Wir finden den Biker dann an der Talstation auf uns wartend – schlammig, nass – als hätte er sich gerade in einem Schlammloch gesuhlt. Nur das Fahrrad steht sauber gewaschen neben ihm.

Tag 8 – Pause

Seit 5:00 Uhr regnet es in Strömen. An Wandern oder Fahrradfahren ist heute nicht zu denken. Wir fahren nach dem Frühstück ins Einkaufszentrum und sorgen für Essensnachschub, ein paar Klamotten wandern auch in die Tasche – es gab ja Zeugnisse. Gegen Mittag sind wir zurück und es hört auf zu regnen. Wir machen einen Spaziergang zur Burgruine Sonnenberg, kann nicht weit sein, unser Campingplatz heißt ja genauso. Es geht eine Weile bergauf und kaum ist die Sonne da und lässt das Wasser aus den Hängen aufsteigen, fangen wir an zu schwitzen. Aber wir wollen sie sehen, also weiter. Line sagt irgendwann, dass wir da sind. Etwas ratlos schauen wir uns um und entdecken sie irgendwann. Es ist noch eine Mauer, die übrig geblieben ist, zugewachsen und auch nicht wirlklich spektakulär.

Der Rest des Tages besteht aus Essen, Trinken und Spiele spielen – tut auch mal gut.

Tag 9 – getrennte Wege

Das Wetter ist wieder super und so stehen wir kurz nach 9 an der Talstation in Brand. Ich (Micha) werde heute mit dem Junior den Bikepark testen, was Line vor hat wissen wir noch nicht genau. Wir kosten auf jeden Fall das Wetter am Berg ordentlich aus, mir gefällt der Park ganz gut, leider ist gerade Baustelle wegen einer neuen Bahn und somit sind nicht alle Trails befahrbar. Aber unser Sohn kennt sich mittlerweile gut aus und führt mich.

Natürlich nutzen wir die Chance für ein paar tolle Fotos im Park. Wenn euch dieses Thema interessiert, schaut doch mal in seinem Blog zum Brandnertal vorbei – Link.

Und Line? Hat sich eine tolle Runde zum Wandern ausgesucht. Mit dem Bus geht es zunächst zur Palüd-Bahn und nach oben. Ihre erste Station ist die Inner Palüdalpe. Von dort aus geht es weiter zum Amatschonjoch, die Bergkante bietet einen herrlichen Ausblick auf die umliegenden Berge, mit Blick auf einen Steinbock. Wobei sich die Frage stellt, wer hier auf wen blickt… Leider ist er mit dem Handy nicht einzufangen.

Der Himmel zieht sich wieder zu und bei Regen auf dem Gipfel?! Lieber nicht. Sie nimmt den Weg durch das Lorenztal und zur Parpfienz. Allerdings ist es jetzt erst Mittag, kurzerhand treffen wir uns alle beim Frööd zum Mittag. Apfelstrudel und Burger – alles brüderlich geteilt, weil es ja für einen viel zu viel ist.

Wir Männer sind wieder weg, Line bleibt noch eine Weile, dann geht es für sie den Panoramaweg zurück zur Bergstation. Von dort nimmt sie, weil es noch nicht genug ist, den Eggasteig nach unten. In Brand angekommen zeigt ihre Uhr 25km Wandern an – Respekt!

Da können wir nicht mithalten, fertig sind wir trotzdem!

Tag 10 – Brüggele Alpe

Die Wettervorhersage ähnelt der, der letzten Tage – nicht so toll! Aber der Sohn will Rad fahren. Morgens ist es auch ganz ok, also liefern wir ihn halb 10 am Lift ab. Dass uns immer noch nicht die Wanderungen ausgehen, spricht eindeutig für das Tal! Heute wollen wir zur unteren Brüggele Alpe. Dazu lassen wir das Auto in Brand stehen und laufen wieder ein Stück talaufwärts. Der Ort ist echt süß und man entdeckt immer wieder tolle, alte Häuschen.

Aber genug Ortschaft, wir wollen raus ins Grüne und dieses Raus, heißt natürlich hier in den Alpen auch irgendwie immer rauf – und das geht es jetzt.

Unterwegs begleitet uns ein Hase ein Stück, nicht, dass er zahm wäre aber er flüchtet zufällig immer auf dem Weg, den wir auch gehen.

Als sich der Wald lichtet, ist auch der Hase weg, der Weg ist trotzdem schön, wenn auch das Wetter etwas Angst macht.

Aber wir kommen trocken an. Inmitten einer tollen Blumenwiese, mit herrlichem Panorama liegt diese kleine Hütte. Alles sehr einfach und urig, genauso wie man es sich vorstellt.

Und was trinkt man an solch einem Ort? Natürlich – frische Buttermilch. Dazu gab es ein leckeres Käsebrot und das ganze tatsächlich draußen und trocken.

Das Einzige was stört sind tatsächlich ein paar laute, dickbäuchige, biertrinkende E-Bike-Fahrer, die denken, es wäre eine Höchstleistung die Schotterstraße mit Motor hinaufzufahren. Ist es nicht!

Auf dem Rückweg fängt es zwar an zu regnen aber nicht stark und so reicht der Regenschatten der Bäume aus, damit wir nicht wirklich nass werden. Da das Wetter besser ist als angesagt, sind wir natürlich zu früh zurück. Also tingeln wir von Restaurant zu Cafè. Wir starten mit dem Romantikhus Beck, wir teilen uns ein Tiroler Gröstl mit Bergkäse überbacken.

Danach geht es zum Bäcker im Ort für Kaffee und Croissants. Weil das auch noch nicht reicht, schauen wir uns noch die Ziegen und Esel im kleinen Bergzoo von Brand an. Hinfahren würde ich dafür jetzt nicht aber mit kleinen Kindern ganz ok.

Es fängt an zu regnen und wir schreiben unserem Sohn, trotzdem warten wir noch eine ganze Stunde auf ihn. Als er dann kommt, sieht er schon wieder aus wie ein Erdferkel – so kommt er mir nicht ins Auto. Aber er ist happy!

Tag 11 – Mistwetter

Ja, es zieht sich durch! Nicht nur, dass Mistwetter angesagt ist, auch, dass es den Junior nicht interessiert. Ich bringe ihn daher nach dem späten Frühstück zum Bikepark und kehre zu Line zurück. Was tun? Wir spazieren nach Bludenz rein, den Regenschirm mal im Gepäck, mal in der Hand. Was macht man bei solch einem Wetter am besten? Genau, sich irgendwo reinsetzen und Eis essen. Wir machen das nicht irgendwo, sondern bei den Eisprinz’as – megalecker, ein Tipp von uns! Einen guten Kaffee gibt es natürlich auch dazu. Gerade essen wir das Eis – Pistazienspagettieis – da ruft der Junior an. Abbruch wegen Regens. Jetzt muss er warten bis ich ihn hole. An der Talstation angekommen, bietet sich das bereits bekannte Bild – Mehr Schlamm als Mensch warten auf mich! Da es weiter heftig regnet, passiert heute nichts mehr.

Tag 12 – Kaffee im Bett

Es regnet! Wir schlafen aus und ich hole Brötchen an der Rezeption. Gab es hier nicht einen Kaffeevollautomaten? Ich finde ihn und bringe frischen Kaffee mit, den trinken wir gemütlich im Bett und überlegen was wir heute machen. Wir entscheiden: Nichts! Was soll man auch machen. Na gut, für 2 Stunden flüchten wir dann doch ins Hallenbad im Ort. Allerdings sind alle anderen auch da und wir halten es nicht so lange aus. Noch ein kurzer Besuch im Zimba-Park, dem Einkaufszentrum hier. Essen kaufen und vor allem Büchernahschub für Line. Mehr passiert auch heute nicht mehr.

Tag 13 – Flucht ins Ötztal

Es hört einfach nicht auf zu regnen. Der Junior wird langsam ungemütlich – schließlich läuft sein Pass weiter. Gestern Abend sind wir beim Stöbern über Area47 im Ötztal gestolpert. Dort gibt es jetzt einen Indoor-Bikepark – der hilft! Also fahren wir nach dem Frühstück durch den Regen ins Ötztal. Das weckt alte Erinnerungen, unser erster Urlaub (und das ist verdammt lange her) ging ins Ötztal. Wir sind gespannt ob wir was wiedererkennen. Erst liefern wir aber unseren Sohn an der Halle ab und diese ist echt beeindruckend – er ist happy!

Wir auch, denn es regnet hier nicht. Daher entscheiden wir uns für eine kleine Wanderung zum Stuibenfall. Es geht erst vorbei am Ötzidorf und dann einen schönen aber steilen Weg zum Wasserfall.

Als wir den ersten Blick auf den Wasserfall werfen können, sind wir uns sicher, als wir das letzte Mal hoch geklettert sind, sah das hier anders aus.

Stuibenfall 2025

Neben dem Wasserfall führt eine große Brücke und anschließende Treppen zum obersten Punkt. Irgendwie beeindruckend aber auch irgendwie komisch. Beim letzten Mal vor knapp 20 Jahren, mussten wir noch einen mühsamen Weg hochwandern und waren fast allein. Hier mal ein Foto zum Vergleich (zum Glück mache ich scheinbar seit 20 Jahren die gleichen Fotos):

Stuibenfall 2006

Wir nehmen also die Hängebrücke und Treppen in Angriff und klettern bis hoch, natürlich mit jeder Menge anderer Touristen…

Das Wasser ist verdammt wild und einige Plattformen setzen uns den Mächten der Natur aus, uns schlägt die Gischt ins Gesicht und wir sind schnell nass, aber das ist egal, der Ausblick belohnt das wieder.

Wir kommen oben an, und genießen die Aussicht ein wenig. Die Aussicht ins Tal aber auch die auf die Kletterer, die den Klettersteig hoch zum Wasserfall und dann direkt darüber hinweg genommen haben, ich bekomme Sehnsucht!

Der Hunger treibt uns wieder hinunter und wir kehren in der Hütte am Fuße des Falls ein.

Danach machen wir uns auf zur Area47. Wir haben per Whatsapp erfahren, dass unser Junior Vinnie Jannsen und Juul Stegers getroffen hat, zwei Freestyler, die wir schon aus der Night of Freestyle kennen. Wir machen noch ein paar Fotos mit und von Ihnen…

…machen uns dann aber auf den Rückweg. Nicht ganz, erst halten wir noch im Pole Position, ein Restaurant mitten in einem Autohaus und ganz viel Motorsportflair.

Leckere Burger gibt es noch dazu! Danach dann aber wirklich zurück.

Tag 14 – Schillerkopf

Es hat aufgehört zu regnen, juhu!!! Wir frühstücken endlich wieder in der Sonne und starten dann recht zügig ins Tal, erst geben wir unseren Biker an der Seilbahn ab und freuen uns dabei schon auf unsere heutige Wanderung. Die haben wir uns seit dem ersten Tag für einen schönen Tag aufgehoben und heute ist es soweit. Wir wollen den Schillerkopf besteigen, der Wegweiser sagt „nur für geübte“ – geübt, haben wir! Also stehen wir kurz danach am Wanderparkplatz Tschengla (die Einhornbahn gibt es gerade nicht, wird neu gebaut), Proviant und Trinken im Rucksack, es kann losgehen. Erst laufen wir einen entspannten Wanderweg nach oben und biegen dann auf einen kleineren Pfad ab.

Bald können wir unser heutiges Tagesziel erstmals sehen…

Der Wanderweg veränderte sich immer mehr vom Waldweg hin zum alpinen Kletterpfad und ja, das Warnschild hatte durchaus seine Bewandtnis, schwindelfrei sollte man auf jeden Fall sein.

Recht zügig gelangen wir auf den Schillersattel (oben im linken Bild), allerdings ist der Weg von hier auf den Schillerkopf versperrt, vor uns liegt das Kessiljoch.

Es handelt sich dabei um einen riesigen Gesteinskrater mitten im Berg. Um diesen 300m Krater müssen wir herum klettern. Immer wieder gibt es Stahlseile zum Festhalten, dafür geht es rechts und links steil bergab.

Ein sehr beeindruckender Weg und für (geübte) Leute ohne Höhenangst sehr zu empfehlen! Und dann haben wir es geschafft, wir sind nicht nur am Gipfelkreuz, nein, das auch noch bei bestem Wetter und ganz allein. Ehrlich gesagt, das findet man in den Alpen tatsächlich mittlerweile selten.

Wir packen unser Picknick aus und genießen die Aussicht. Leider stört die Ruhe ein Hubschrauber der Bergbahnbaustelle. Und per Handy erfahren wir, dass dieser Hubschrauber bis 13:00 Uhr dafür sorgt, dass auch der letzte verbliebene Lift im Bikepark gesperrt bleibt. Dafür den vollen Preis zu nehmen, lieber Bikepark Brandnertal, ist, vorsichtig gesagt, ziemlich unschön! Aber wir sind hier oben und genießen erstmal unsere Zeit bevor wir uns auf den Rückweg machen.

Unser Rückweg ist dann sogar ein anderer, als der Aufstieg und die Gegend hier auch nochmal ganz anders. Wir sind froh, dass wir diese Runde noch machen konnten. Auf dem gesamten Rückweg hören wir die Rufe von Murmeltieren, können Sie aber nirgends entdecken. Dafür freuen wir uns über eine Gamsfamilie, die am gegenüberliegenden Hang eine Baumwurzel als Quartier ausgewählt hat.

Der nächste Stopp ist die Alpe Rona (Schausennerei), hier soll es selbstgemachten Käse geben, wir begnügen uns aber mit frischem Fruchtjoghurtdrink – genau das richtige nach dieser Wanderung. Danach sammeln wir den Junior ein und fahren zurück zum Wohnwagen.

Tag 15 – Ab aufs Rad

Wir frühstücken draußen und machen uns dann nocheinmal getrennt auf den Weg. Die Männer wollen ein letztes Mal in den Bikepark und Line ist sich wieder unsicher. Also fragt sie die KI welche Radtour sie empfehlen würde. Zur Auswahl stehen der Montafon-Radweg (Teilstreckke, Nüziders-St.Gallenkirch) oder der Klostertalradweg bis Dalaas. Die Entscheidung fällt auf Montafon und sie radelt los. Sie ist begeistert vom Tal, Radweg, Panorama und von Schruns. Eine tolle und sehr entspannte Tour.

Und der männliche Teil der Familie? Wir hatten Spaß im Bikepark!

Ein kleines Highlight gab es dort auch noch. Schon vorher hatte unser Sohn von einem großen Huhn berichtet was er vom Lift aus gesehen hat und tatsächlich, im Lift sehen wir dann ein Auerhuhn, sogar mehrmals.

Später sitzen wir zum letzten Mal im Brandnertal vor dem Wohnwagen und Grillen. Morgen geht es heim.

Fazit:

Das Brandnertal ist lohnenswert und der Campingplatz auf jeden Fall zu empfehlen. Das Fazit zum Bikepark, das schreibt der Junior selber. Wir haben die Zeit in der Region trotz schlechtem Wetter genossen. Line vor allem auch, mal wieder an einem festen Platz zu bleiben und nicht weiter zu reisen. Genau das hat mir ein wenig gefehlt.

Paris mit KI?

Wir waren in Paris. Nicht nur das Verkehrsmittel war neu, sondern auch unsere Art die Reise vorzubereiten. Aber steigt mit uns ein und auf geht’s nach Paris!

Bereits seit letztem Jahr wünschen sich unsere beiden Teenager, eine Reise nach Paris. Als liebe Eltern erfüllen wir ihnen den Wunsch natürlich ganz uneigennützig. Aber diese Reise ist anders als sonst. Schnell ist klar, dass wir nicht mit dem Wohnwagen unter dem Eiffelturm stehen werden – schade eigentlich! Im Radio hatten sie mal was von einer tollen Zugverbindung gesagt, also schauen wir doch mal nach. Und tatsächlich, die Bahn-App zeigt, dass wir kurz nach 10 Uhr in Erfurt starten und bereits vor 17 Uhr in Paris sind. Das ist mit dem Auto, ganz klar, nicht zu schaffen. Auch finanziell sieht das, mit Maut usw., ähnlich aus. Der Co2 Verbrauch spricht ebenso dafür die Zugverbindung zu testen. Also buchen wir und tun dann erstmal nichts. An die Reise werden wir erinnert, als die Deutsche Bahn per Mail mitteilt, dass zumindest die Rückfahrt so nicht stattfinden wird. Nach ungefähr 10 Telefonaten mit dem Kundendienst haben wir eine neue Verbindung gebucht. Jetzt fangen dann auch langsam an, die Tage in Paris zu planen. Erst jetzt wird mir eröffnet, dass Disneyland fest eingeplant werden muss. Ich mache mich auf die Suche nach Tickets. Günstiger als 370,-€ für uns 4 wird es aber nicht – wir buchen. Die anderen Tage wollen wir aber in Paris verbringen, nur wo?! Aktuell reden ja alle von KI aber würde das auch als Reiseführer in Paris klappen? Unsere Tochter füttert ChatGPT mit den, für uns, wichtigen Informationen und Wünschen und zack – haben wir für alle Tage einen Plan. Ob der Plan auch funktioniert? Wir werden sehen!

Wir steigen am Montag vor Ostern pünktlich in den ICE nach Frankfurt und genauso pünktlich in den TGV nach Paris. Bis jetzt klappt das mit der Bahn echt supper. In Paris Ost angekommen, verstauen wir unsere Koffer in einem Schließfach ( 9,50€ pro Tag) und betreten erstmals Pariser Boden.

Der heutige Nachmittag blieb absichtlich von KI ungeplant. Unser grobes Ziel ist die Seine, wir haben keine Eile und wollen uns treiben lassen. Also bummeln wir durch das Viertel bis wir den „Triumphbogen“ entdecken. War der schon immer so von Häusern umgeben?

Als wir direkt davor in einem Straßencafè sitzen und Cappuccino trinken stellen wir fest, dass wir uns diesen Bogen größer vorgestellt haben – ist er auch! Wir merken schnell, dass es irgendwie häufiger solche Bögen in Paris gibt. Die Größe könnte aber ein Hinweis sein, dass es nicht der ist, den wir noch auf der „Liste“ haben.

Wir sind jedenfalls sofort begeistert von Paris, die Menschen sind freundlich, das Wetter ist toll und die Stadt spannend. Keine Spur von arroganten Franzosen, die nur französisch sprechen.

In einem Straßencafè gibt es dann auch etwas zum Abendessen und erst gegen 21 Uhr machen wir uns auf zum Hotel. Da es morgen ins Disneyland gehen soll, liegt unser Hotel etwas auswärts, also Koffer holen und mit der Bahn raus aus Paris. Wir haben uns für das B&B Hotel in der Nähe des Parks entschieden, ich sag mal so: es ist sauber und funktional! Wer Ruhe beim Frühstück oder eine 2.Sorte Wurst mag, sollte aber lieber was anderes buchen.

Tag 2 – Disneyland

Wir sitzen beim Frühstück, versuchen gerade wach zu werden und sind überfordert. Es ist laut, alle tragen Mickey-Mouse-Ohren oder Plüschtiere auf ihrer Schulter und es herrscht Chaos! Wir leben offensichtlich in einer Parallelwelt. Der einzige Vorteil unserer Überforderung ist, wir sind schnell fertig. Pünktlich zur Öffnung des Parks stehen wir am Tor. Vom Hotel gibt es einen kostenlosen Shuttlebus, der ist zwar recht voll aber trotzdem angenehm. Spätestens nach der Sicherheitskontrolle und dem Blick auf den Eingang, packt es uns. Ja ok, irgendwie ist das schon cool!

Im Park machen wir, was man eben so macht. Die Kinder haben sich die App geladen und checken die Wartezeiten, zum Glück ist niemand scharf auf ein Foto mit einer Disneyfigur – unter 120 Minuten ist da kaum was zu machen. Absoluter Hit sind die Princessinnen, die 240 Minuten Wartezeit aufrufen aber wer will schon ein Foto mit Cinderella? Auch die anderen Attraktionen sind selten ohne Schlange zu besuchen. Das gehört wohl dazu.

Trotzdem schaffen wir recht viel, tauchen in die Unterwasserwelt von Nemo, reisen durch Galaxien, irren durch das Labyrinth von Alice im Wunderland. Wir treffen Jack von den Piraten und setzen uns zu Indiana Jones in die Achterbahn. Und noch viel mehr! Zwischendurch gibt es die tägliche Parade und wir sichern uns zeitig einen guten Platz. Sitzen ist ja auch mal ganz schön. Wenn man etwas von der Parade sehen mag, ist das auch eine gute Idee. Es ist unglaublich voll und dabei ist noch Nebensaison. Oder?

Kann man sie deshalb weglassen? Ne – ohne ist auch irgendwie komisch! Danach gehen wir auf Nahrungssuche und schauen uns noch den Rest an. Das Essen ist übrigens überraschend günstig – also günstig im Vergleich zu dem, was die Tickets kosten. Wir finden: wirklich ok. Das mit dem Warten geht allerdings noch einmal besser. Für den nächsten Programmpunkt auf unserer Liste, muss es nämlich dunkel sein.

Und es wird gefühlt auch nochmal voller, die Leute drängen sich schon eine Stunde vor der Dunkelheit eng an eng, um die Lichtshow nicht zu verpassen. Pünktlich 22 Uhr geht es los und ja, es ist spektakulär! Das Schloss scheint sich ständig zu verwandeln, ganze Geschichten werden auf seinen Mauern erzählt.

Es ist wirklich beeindruckend aber der Gedanke, dass die Menschen jetzt alle zusammen nach Hause gehen, entspannt nicht unbedingt.

Wir schaffen es und können im 2.Bus zurück zum Hotel fahren. Mittlerweile ist es 23:00 Uhr und um uns herum sind jede Menge Familien mit vielen kleinen und weinenden Kindern, warum macht man das? Unsere sind gechillt – zum Glück kamen sie erst im Teenager-Alter auf die Idee.

Tag 3 – zurück nach Paris

Wir wiederholen die Frühstückszeremonie, heute aber zum Glück mit einem Platz etwas abseits. Viel ruhiger ist es trotzdem nicht. Egal, wir wollen nach Paris zurück und sind gespannt. Als erste Hürde steht allerdings die Ticketkauf-Thematik. Es gibt mehrere Apps und noch mehr Tipps dazu im Netz aber irgendwie, kommen wir nicht klar. Manchmal wechselt sie vom Deutschen ins Englische (ok) oder auch ins Französische (kritisch trotz vorherigem Üben). Es kommt allerdings noch schlimmer. Das Iphone vom Jüngsten lässt keine Karten im Wallet zu, das ist aber zwingend nötig, um darauf das Ticket zu buchen. Also Plan B – am Bahnhof eine Karte kaufen, die man aufladen kann. Das funktioniert dann gut. Für uns klappt es auch (nach einiger Zeit), mit dem direkten Buchen der Fahrscheine. Später schaffen wir es sogar, direkt mit dem Handy und der App „Ile de France“ (unser Tipp!), die Karte des Sohnes unterwegs wiederaufzuladen. Die App benutzen wir dann auch die folgenden Tage zum Navigieren im Metro-Netz. Am Ende sind wir schon entspannte Profis darin.

Wir sind gegen 12:00Uhr im neuen Hotel, geben unsere Koffer ab. Anschließend begeben wir uns in die Hände der KI. Der KI, die uns die Route für heute rausgesucht hat. Eine Empfehlung inklusive der gewünschten Sehenswürdigkeiten, Metro-Route, Mittagspausenempfehlungen und Zeitplan. Wir starten am Louvre. Perfekt geplant kommen wir auch direkt darunter mit der Metro an.

Im Netz liest man viel von einem „Geheimtipp“, nämlich dem Eingang in den Louvre von hier aus, ohne Schlange. Vergesst es! Wir lernen schnell, dass es auch in der Nebensaison in Paris kaum etwas ohne Schlange zu sehen gibt. Daher verzichten wir auf die meisten Dinge (von Innen) und genießen den Anblick von außen sowie das Flair.

Und Zack – der nächste Bogen aber wieder nicht der „Richtige“. Wir folgen unserem Reiseführer und schlendern die Seine entlang zum Grande und Petite Palais.

Das Grand Palais ist natürlich mit einer Menschenschlange versehen aber das Petit Palais scheint erreichbar und auch absolut sehenswert – wie von KI angekündigt und empfohlen.

Genau die richtige Dosis Kunst für uns. Leider wird der Innenhof mit tollem Garten gerade restauriert und ist daher geschlossen – sonst hätte es noch einen Kaffee in historischer Atmosphäre gegeben.

So langsam bekommen wir Hunger und am nächsten Restaurant können wir nicht vorbei. Das Wetter ist gut, also könnten wir draußen sitzen. Wir entscheiden uns für das Cafè Concorde und bereuen es nicht. Allerdings bedenken wir nicht, dass eine Käseplatte in Frankreich deutlich anders ausfällt als in Italien – Line hat nun viel Weichkäse zu essen. Satt werden wir trotzdem alle und lecker ist es auch. Danach geht es weiter, wir wollen jetzt den Eiffelturm sehen! Vorher versuchen wir aber ins Musee d’Orsay zu kommen, vergeblich! Die Schlange ist uns zu lang also ziehen wir enttäuscht weiter. (Einen Timeslot – wie von KI empfohlen – wollten wir nicht buchen, da wir Bedenken hatten, einen festen Termin einhalten zu müssen – im Urlaub)

Das mit den Schlangen zieht sich durch! Wir kommen zum Eiffelturm, beeindruckend ja aber was ist das? Das ganze Areal ist mit Bauzäunen abgesperrt. Nicht weil gebaut wird, sondern zu unserer Sicherheit (so lesen wir). Unter den Turm kommt man nur nach einer Sicherheitskontrolle und dafür müssten wir uns schon wieder an eine lange Schlange anstellen. Wir lassen es und erhaschen den einen oder anderen Blick durch den und am Zaun.

Unser digitaler Reiseführer führt uns weiter. Trotzdem lohnt sich der eine oder andere Blick nach zurück. Von hier aus sind auch keine Bauzäune zu sehen…

Unser nächstes Highlight ist nun aber der Arc de Triomphe, also, der Echte!

Und ja, der ist nochmal ein ganzes Stück größer als die anderen. Unsere Beine werden lahm, also ab in die Metro. Direkt beim Lafayette werden wir wieder ausgespuckt. Wir stürzen uns erneut ins Getümmel.

Wichtig: Der Besuch in der Spielzeugabteilung…

…wir finden die Firma mit unserem Namen (an der wir offensichtlich keine Anteile haben) und beobachten eine erwachsene Frau, die mit ihrem Enkel ein Jellycat „zubereitet“ Schräg! (falls ihr jetzt gar nichts versteht, googelt das mal!). Danach fahren wir nach oben und besuchen das eigentliche Highlight des Hauses, die Terrasse auf dem Dach.

Wir genießen die Aussicht und verziehen uns dann auf eine Etage tiefer – dort gibt es fast die gleiche Aussicht aber das Ganze in einem Cafè! Wir genießen das eine Weile und überlegen dabei, was wir wohl zu Abendessen wollen. Unsere Beine wollen aber nicht mehr und so beschließen wir unser Glück in unserem Hotel zu versuchen. Wir haben uns für das Hotel Eklo entschieden, zwar nicht mitten im Zentrum aber laut Website, mit einem tollen Blick auf den Eiffelturm. Also ab in die Metro und zurück. Als wir endlich da sind, ist es auch schon 21:00 Uhr und wir fahren in die Rooftop-Bar. Wir werden am Eingang gebeten zu warten und der Oberkellner läuft kreuz und quer durch das fast leere Restaurant. Pepe ist mutig und schaut schon mal hinein und flippt quasi aus. Er kann durch das Fenster den Eiffelturm sehen und der blinkert und glitzert total. Als uns der Kellner endlich unseren Tisch zeigen will, rennen wir an ihm vorbei auf die Terrasse und schauen uns das Spektakel erstmal in Ruhe an.

Danach geht es nach drinnen, wir sind hungrig und ein Gläschen Wein darf heute auch sein!

Alle halbe Stunde geht aber das Schauspiel am Eiffelturm auf ein Neues los und es ist jedes Mal spektakulärer.

Das Hotel hat nicht zu viel versprochen. Wir sitzen dort noch eine ganze Weile und das Essen ist auch echt lecker. Von uns eine klare Empfehlung! Ein letztes Mal gehe ich noch nach draußen und mache Fotos…

…dann geht es ins Bett.

Tag 4 – ein ganzer Tag Paris!

Das Zimmer ist einfach aber gut, einzig die Klimaanlage ist laut und lässt sich auch nicht abschalten. Wir sind viel zu müde, als dass uns das noch stören könnte. Wir freuen uns jetzt auf ein besseres Frühstück als im Hotel 1 und werden nicht enttäuscht.

Diesmal ist der Kaffee gut, es gibt alles, was wir brauchen und der Blick beim Essen ist natürlich genial! Danach geht es zur Metro, mittlerweile sind wir routiniert und buchen im Schlaf unsere Tickets. Unser erstes Ziel heute: Montmartre. Beim Aussteigen erkennen wir den Nachteil einer U-Bahn in einer Stadt mit Hügeln und Bergen. Wir steigen gefühlt endlose Treppen hoch, ehe wir Tageslicht erreichen. Ach ja, wir sind ziemlich weit oben. Es geht aber nun zu Fuß weiter hoch. Das Stadtviertel gefällt uns aber schon mal sehr gut.

Und es geht immer weiter hoch. Wenn eine Treppe zu Ende ist, kommt um die nächste Ecke schon wieder eine. Alleine sind wir natürlich nicht, je höher wir kommen, desto voller wird es.

Aber ok, sowohl Sacre Coeur, als auch der Ausblick sind schon lohnenswert.

Wir verzichten darauf, die 3 Meter große Glocke von innen anzusehen – Schlange! Wir schlendern durch die engen Gassen Richtung Place du Tetre, dem berühmten Künstlermarkt von Montmartre. Auf unserer Einkaufsliste steht, wie in jedem Urlaub, ein gemaltes Kunstwerk aus der Stadt. Und ja, es ist touristisch hier, mehr geht nicht. Trotzdem finden wir einen Künstler, dessen Bilder uns sehr gut gefallen. Also schlagen wir zu und kaufen eine ungewöhnliche Perspektive des Eiffelturmes als Aquarell. Wir haben jetzt einen echten Feugueur, seine halbe Lebensgeschichte erfuhren wir schon, als wird das Bild ausgesucht haben.

Weiter geht es und die Menschen werden so langsam weniger. Wir kommen am berühmten Cafè der Amelie vorbei und stehen kurz darauf ein wenig enttäuscht vor Moulin Rouge.

Wir probieren es gleich um die Ecke und tatsächlich, der berühmte Friedhof Crimitiere de Montmatre finden wir nicht nur Ruhe, sondern sind auch begeistert von den alten, aufwändigen Grabstädten.

Wir genießen die Ruhe eine Weile und suchen uns dann die nächste Metrostation. Unser nächstes Ziel: Ile de la citè. Warum? Um einen Blick und ein paar Fotos von Notre Dame zu erhaschen. Check!

Danach laufen wir belustigt an der scheinbar endlosen Menschenschlange entlang. Wie lange die wohl schon anstehen? Viele sogar mit kleinen Kindern und die Schlange endet nicht etwa auf dem Vorplatz, nicht mal auf der Insel, sie geht einfach noch bis über die Brücke ins nächste Stadtviertel. Unglaublich!

Wir nutzen die Zeit lieber, um uns eine Bäckerei zu suchen und Baguette zu kaufen. Damit geht es zur Seine, ganz wie von KI vorgeschlagen. Dort essen wir, genießen den Blick auf Paris und gönnen unseren Füßen eine Auszeit.

Auch wenn das Sitzen gut tat, das Aufstehen ist schwer, hilft aber nichts. Wir schlumpern durch Marais, vorbei am berühmten Hotel de Ville und zum Place des Vasgue. Dort schauen wir uns an, wo Victor Hugo und Colette gewohnt haben.

So verbringen wir den Nachmittag und genießen Paris bei tollem Wetter.

Natürlich nutzen wir auch ausgiebig das Palais Royale als Fotospot.

Es wird langsam Abend, wir merken das an unseren Mägen. Also wechseln wir die Flussseite und finden eine typisch französische Brasserie. Sogar jetzt noch können wir draußen sitzen. Ob das Essen jetzt lecker ist, weil gerade alles stimmt oder weil der Koch gut ist? Egal, wir genießen.

Einen Programmpunkt haben wir noch! Gestern haben wir das Schauspiel vom Hotel aus beobachtet, heute wollen wir näher ran! Also fahren wir mit der Metro zum Eiffelturm. Beim Anblick der Menschenmassen, kommen Gedanken an die Show im Disneyland auf. Haben wir uns das richtig überlegt? Aber jetzt sind wir einmal hier und 21:30 geht es ja los also in 20 Minuten. Wir bekommen sogar einen Platz an der Brüstung, niemand kann uns im Weg stehen aber als es 21:30 ist, passiert nichts! Was ist los, gestern passierte es um diese Zeit, wir sind uns sicher. Tja, heute nicht, also müssen wir nochmal 30 Minuten warten. Es wird jetzt auch nochmal voller aber wir halten durch. Und ja, es lohnt sich!

Ja wir stehen vorn und ich könnte auch noch 100 weitere Bilder machen aber wir beschließen eine gute Tat zu vollbringen und ziehen uns zurück. Unsere Plätze werden dankbar angenommen und wir entkommen dem Gedränge. Aber irgendwie will gerade niemand nach Hause, also nehmen wir nicht die Metrostation vor Ort, sondern laufen ein Stück zur Sein hinunter. Hat es sich gelohnt? Die Crèpes auf dem Weg war lecker und der Ausblick nochmal genial!

Gut gelaunt, zufrieden und müde machen wir uns auf den Weg ins Hotel. Dass die erste U-Bahn zu voll zum Einsteigen ist, geschenkt.

Wir nehmen die Nächste und fallen in die Betten!

Tag 5 – Abschied

Pünktlich um 8 klingelt der Wecker und wir genießen ein letztes Mal das Frühstück mit Ausblick. Danach rollen wir unsere Koffer zur Metro. Unser Plan ist, diese wieder ins Schließfach zu stellen und die letzten Stunden das sonnige Paris zu genießen. Ein Blick auf die Anzeigetafel zeigt, dass der ursprünglich gewählte Zug doch fährt (die Bahn hatte ja eine Mail geschickt, dass er ausfällt) und wir beschließen, wieder zum Ursprungsplan zurück zu kehren. Abfahrt ist also gegen 13:00 Uhr – noch Zeit zum Bummeln.

Wir finden noch eine kleine, süße Bäckerei und decken uns für die Fahrt mit Essen ein. Ein Eis darf auch noch sein und dann lassen wir die Beine in den Kanal baumeln, bis es Zeit ist aufzubrechen. Der Zug startet pünktlich, irgendwas im Anschluss passt aber nicht und wir korrigieren nochmal unsere Anschlusszüge – zum Glück wurde die Zugbindung ja aufgehoben. Trotz einiger kurzer Momente der Anspannung (wegen der Anschlusszüge) sitzen wir gegen 8Uhr in Erfurt am Abendbrottisch und fangen an, unsere vielen Erinnerungen zu verarbeiten.

Fazit:

Paris ist toll! Sich mit ChatGPT eine Route zusammenstellen lassen, klappt echt gut und das Erlebnis Bahn fahren war auch ok. Das Disneyland muss man mal gesehen haben, Stammkunden werden wir aber nicht. Kommen wir nochmal nach Paris zurück? Bestimmt!

Wart ihr schon mal in Paris? Erzählt uns gern was ihr gesehen und erlebt habt!

Gardasee – Schon wieder? Immer wieder!

Wisst ihr was? Wir wollten nach Korsika! Ehrlich! Es stand fest wann, wo wir die Fähre nehmen und wie lange wir bleiben. Und dann? Kam es anders! Private Projekte, weniger Zeit für die Tour und in uns kam der Gedanke: Warum nicht wieder an den Gardasee? Schnell haben wir einen Campingplatz reserviert, ja auch im Oktober keine ganz schlechte Idee! Und dann ging es los. Als Basislager haben wir erneut Camping Spiaggia D’Oro in Lazise ausgewählt. Es gibt bestimmt schönere Plätze am See, aber wir wollten dieses Mal kein Risiko eingehen und Lazise gefällt uns immer sehr gut. Die Anreise erfolgt bei strömenden Regen und wir schicken ein paar ungläubige Stoßgebete, dass das Wetter in Italien besser ist. Ist es natürlich nicht und der Campingplatz gleicht eher einer Schlammgrube als einer Campingwiese. Deswegen müssen wir auch gleich den zugewiesenen Stellplatz umtauschen. Vor uns hatte jemand rangiert und tiefe Spuren hinterlassen. Der neue Platz ist glatt, aber deswegen nicht weniger schlammig. Die umliegenden Camper haben sich schon mit Brettern, Pappen und Paletten geholfen – was soll das werden? Egal, wir rollen optimistisch unseren Teppich und die Markise aus und was macht man am Gardasee? Richtig, man sucht sich leckeres italienisches Essen.

Uns fällt auf, dass es mächtig voll ist für Oktober, wir hatten scheinbar nicht allein die Idee. Wir bleiben dort bis es dunkel ist, machen uns dann mit einem leckeren Eis auf den Rückweg.

Tag 2

Line treibt es fast noch in der Nacht aus dem Bett, also gegen 8 Uhr. Aber Dank der frischen Brötchen vom Supermarkt am Platz nimmt ihr das keiner übel. Und, wir können sogar draußen frühstücken. Natürlich nicht im Shirt, aber das ist ok! Nach dem Frühstück setzen wir uns auf die Räder und fahren Richtung Süden. Ok, oft schieben wir, weil wir nicht auf der viel befahrenen Straße, sondern am Wasser lang wollen. Dort wechseln sich Radweg und Radverbot munter ab und es ist so viel Betrieb, dass wir das auch beachten. Unser Ziel ist Peschiera im Süd-Osten. Der Ort ist echt süß und wir schlumpern durch die kleinen Gassen.

Irgendwann dringen aber Geräusche an unsere Ohren, die wir eher in Fußballstadion einordnen würden. Also machen wir uns neugierig auf die Suche. Zwei Gassen später stehen wir inmitten von jubelnden Fans – und wir reden hier von italienischen Fans – die Teilnehmer und Teilnehmerinnen eines Triathlons anfeuern, die Schwimmer kommen gerade durch den historischen Kanal geschwommen und rennen an uns vorbei zu ihren Rädern.

Sport macht hungrig! Wir haben lange genug zugesehen und suchen uns ein kleines Café in einer Gasse, um dem Hunger und Durst entgegenzutreten.

Auf dem Rückweg decken wir uns noch mit frischen Oliven, Pesto, Schinken, Käse, Baguette und Tomaten ein, so kann es hier weitergehen. Abends treibt es uns dann aber doch nochmal nach Lazise, wir haben den Honig vergessen und entweder ist heute Honigmarkt oder Woche der Bienen – unser Übersetzer im Handy ist sich nicht sicher. Auf jeden Fall gibt es Honig ohne Ende und vieles mehr.

Tag 3

Das Wetter ist prima, also satteln wir erneut die Räder. Ok, erst frühstücken wir! Aber dann, es geht nach Garda. Unseren Sohn verlieren wir auf halber Strecke am neugebauten Skatepark, zum Glück hat er die richtige Auswahl an Fahrrädern dabei.

Wir anderen 3 fahren weiter, schließen unsere Räder am Ortseingang von Garda ab und genießen die Altstadt. Es gibt natürlich Eis, Pizza und Cappuccino – was will man mehr? Line fordert anschließend das Wetter heraus und setzt sich ans Ufer des Sees zum Lesen. Es kommt was kommen musste, im Regen kommt sie zurück zu uns. Abendessen also innen, danach Spieleabend.

Tag 4

Mistwetter! Nein, nicht den ganzen Tag! Erst als Line und ich es wagen, doch nach draußen zu gehen. Wir sind komplett nass! Jetzt ist es aber auch egal und wenn wir schon mal draußen sind, stapfen wir im Regen nach Lazise und suchen eine Lesebrille! Ja, das Alter schlägt zu – doppelt! Schlechte Augen und Vergesslichkeit sind keine gute Kombi! Wir finden eine und verkriechen uns für den Rest des Tages. Zum Glück haben wir im Wahnwagen genügend Kaffee und Süßigkeiten, so lässt es sich spielend aushalten. Abends wagen wir uns dann doch raus, suchen uns ein leckeres Restaurant und können sogar draußen sitzen – draußen heißt in dem Fall unter der Markise und mit Heizstrahler, aber draußen.

War es lecker? Absolut! Der Name des Restaurants? Unaussprechlich! Daher hier der Link

Tag 5

Die Sonne ist zurück! Pünktlich zum Markttag. Das ist wichtig, denn unser Sohn liebt die frittierten Krebsscheren (Muslitos). Aber nur von einem Stand und nur auf dem Wochenmarkt von Lazise – Mahlzeit!

Der Rest genießt die Sonne und ein Eis. Wir probieren immer mal wieder eine neue Eisdiele aus, aber, so auch dieses Mal, unser Favorit bleibt, nämlich La Cremeria di Lazise (Ich nenne die hier so lange, bis ich mein Eis dort umsonst bekomme 😉 )

Danach geht es mit dem Auto nach Malcesine. Das Wetter ist zu unsicher für lange Touren ohne Dach und wir wollen die Chance nutzen, endlich mal die Burg zu besichtigen, an der wir schon so oft vorbeigefahren sind. Zuerst – na ihr könnt es euch schon denken – essen wir Pizza unter einem riesigen Kastanienbaum.

Das Wetter spielt mit und wir genießen die Aussicht mit dramatischen Wolken. Gerade rechtzeitig kommen wir am Auto an, dann beginnt der Regen erneut. Line kämpft noch eine Weile mit dem italienisch sprechenden Ticketautomaten bis ich sie rette, dann machen wir uns auf den Rückeweg. Die Kinder und ich entgehen so sogar dem steilen Anstieg zur heiligen Madonna – schade!

Tag 6

Er ist da! Also nicht der Sonnenschein, sondern der Dauerregen. Beim Frühstück überlegen wir, was wir machen können und stoßen auf die Heimatstadt von Ferrari. Also auf nach Modena. Die Fahrt dauert zwar 1,5 Stunden, aber was solls. Zu unserer Überraschung scheint das die richtige Richtung zu sein, hier ist das Wetter nämlich deutlich besser. Wir finden das Museum, unsere erste Anlaufstelle, sind erst ein wenig verwundert, die Umgebung sieht so gar nicht edel aus, dafür ist das Gebäude spektakulär.

Ferrari-Museum Modena

Davor gibt es einen großen Parkplatz. Um dort zu stehen, müsst ihr beim Verlassen nur eure Eintrittskarten vorzeigen, dann ist das ganze kostenlos. Also rein ins Museum! Wir sind ja bekanntermaßen nicht so die Museumsbesucher, aber das ganze hier ist schon sehr beeindruckend.

Viele Modelle zum Ansehen, ein nettes Filmchen und die Möglichkeit sich seinen eigenen Ferrari zusammenzustellen. Im Altbau (erstes Bild) widmet man sich dann den Motoren, um davon beeindruckt zu sein, muss man aber schon etwas Benzin im Blut haben, der Rest holt alle ab.

Vor Ort noch einen Kaffee, dann gehts in die Altstadt. Wir fragen, ob wir unser Auto stehen lassen können und bekommen grünes Licht. Zu Fuß sind es auch nur 10 Minuten und wir stehen bei bestem Wetter in der alten Stadt. Hier erwarten uns die ersten beeindruckenden Bauten, aber auch Oldtimer. Ohne es zu wissen, sind wir mitten in einer Oldtimerrallye und die Altstadt bietet die perfekte Kulisse dafür.

Wir lassen uns treiben. Eigentlich suchen wir was zu essen, sind aber scheinbar so hungrig (hungrig = schlecht gelaunt), dass wir uns nicht einigen können was.

Irgendwann landen wir dann wieder auf dem alten Marktplatz und können draußen bei herrlichem Sonnenschein essen – alle wieder glücklich!

Wir bummeln also weiter durch die Straßen und genießen das Wetter. Ab und zu dringt Motorengeräusch zu uns und irgendwann gelingt es mir, die tollen Autos vor die Kamera zu bekommen (wer keine Autos mag, scrollt jetzt einfach weiter 😉 )

Ihr könnt ja mal tippen, welches davon mein Jugendtraum war! Die Familie schaut sich das eine Weile an, will aber weiter, also wieder Altstadt und die ist ja auch toll.

Auf dem Rückweg kommen wir noch am Platz der Zieleinfahrt vorbei, alle Autos nochmal mit Fahrern und gebündelt – genial!

Ab gehts, zurück zum Wohnwagen. Dort gibt es keine Diskussionen, was es zu essen geben sollte – gut so! Danach wird gespielt! Wie überraschend schön doch so ein Regentag am Gardasee sein kann!

Tag 7

Der letzte Tag begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein, also Frühstück draußen und dann ab aufs Rad. Wir wollen nach Sirmione und die 20 Kilometer bis dorthin lassen sich gut mit dem Fahrrad bewältigen. Auf dem Weg entdecken wir die erste Schildkröte, die wir im Gardasee sehen (nicht die letzte).

Sirmione kennen wir schon, so voll haben wir es allerdings noch nicht erlebt. Und wir haben Oktober! Aber egal, das Wetter ist toll und alle sind entspannt. Wir lassen uns durch die Gassen treiben, essen ein Eis und schauen uns den Trubel an während wir auf der Kaimauer sitzen und Eis essen.

Beim letzten Mal saßen wir zum Mittagessen direkt am Wasser und es war gut und überraschend günstig. Das wollen wir nochmal! Wir finden ein Restaurant und ein wenig Dreistigkeit beschert uns einen Tisch direkt am See – darauf einen Aperol!

Gestärkt schauen wir uns noch ein wenig um…

…bevor wir uns wieder mit dem Rad auf den Rückweg machen. Allerdings bleibt die Wohnwagenküche auch am Abend kalt! Wir wollen nochmal in das nette Restaurant auf dem Markt von Lazise und dort den Urlaub ausklingen lassen!

Schon der kurze Fußweg dorthin ist spektakulär! Das Essen wie beim ersten Mal auch!

Tag 8

Heimweg! Wir packen entspannt zusammen und planen eine Mittagspause beim Hofer in Innsbruck. Dort decken wir uns immer nochmal mit Käse und Buttermilch ein, ja ok nebenan, beim Bäcker Ruetz gibts auch immer noch leckere Snacks und Kaffee. Aber heute nicht! Wir haben irgendwie total verpennt, dass der ganze Brenner eine riesige Baustelle ist und fahren direkt rein. Als wir zur Mittagspause ankommen, hat der Bäcker bereits geschlossen und der Hofer gerade noch so offen. Also ohne Kaffee weiter.

Fazit: Es wird, wie überall, voller. Trotzdem ist der Gardasee im Herbst immer toll!

Produkttest – kleine Fototasche von K&F Concept zum Umhängen

Taschen kann man nicht genug haben! Und das sage ich als Mann… Mittlerweile hat sich da für unser Kameraequipment auch einiges angesammelt. Was fehlte war bisher eine kleine Umhängetasche für unsere Alpha und noch ein Wechselbjektiv. Es wäre natürlich toll wenn auch Geldbörse, Ersatzakkus und Powerbank Platz finden. Genau das bietet K&F Concept mit ihrer Umhängetasche an. Wir haben sie für euch getestet.

Wie gewohnt, kommt sie gut verpackt und macht schon beim Auspacken einen hochwertigen Eindruck. Mit 7 Litern Fassungsvermögen reicht sie natürlich nicht für die ganze Ausrüstung ist aber genau Richtig für eine Wanderung oder einen Stadtbummel. Ich habe die Tasche in Grau/Schwarz, weitere 6 Farben sind bei K&F erhältlich. Sie verfügt über ein großes Hauptfach sowie an Vorder- und Rückseite ein kleines Fach.

Alle 3 lassen sich mit Reißverschluss verschließen, der übrigens sehr hochwertig wirkt.

Der Trageriemen zum Umhängen lässt sich natürlich in der Länge verstellen und ist sehr bequem, daneben dient er noch um die Tiefe der Tasche einzustellen. Wenn eure Kamera also kleiner ist oder ihr mal weniger dabei habt, könnt ihr so die Tasche schmaler machen. Zusätzlich gibt es noch einen Tragegriff, hier ist mir allerdings aufgefallen, dass dieser zu weit an der Seite ist, um die Tasche wirklich daran zu tragen. Allerdings lässt er sich perfekt über den Griff eines Rollkoffers ziehen wenn man mal verreist.

Kommen wir zu den einzelnen Fächern. Im Hauptfach findet sich eine clevere Idee von K&F. Viele kennen sicherlich die Trennwände in Kamerataschen, die mit Klett an die Außenwände geklettet werden. Aber was macht man damit wenn man sie nicht braucht? und wichtiger: Wo habe ich sie gleich wieder hingelegt damals?

Hier ist das anders, im Boden liegt die komplette Trennung und diese wird bei Bedarf einfach aufgeklappt. Ihr habt also die Wahl ziwschen einem großen Fach (z.B. für Drohne) einem großen und einem kleinen (Kamera + Objektiv) oder drei kleinen. Ich finde es genial!

Als Beispiel seht ihr hier meine Alpha 7 mit einem 28-200mm Objektiv und daneben noch im kleinen Fach das 28-300mm. im Hauptfach finden sich noch 2 weitere kleine Fächer die mit Klett verschlossen werden (im Bild unter der Kamera)

Das Fach auf der Rückseite ist ebenfalls simple, es ist ein schmales Fach über die ganze Breite der Tasche, direkt unterhalb des Griffes.

Das Fach auf der vorderen Seite enthält dafür etwas mehr bereit. Im Fach befinden sich ein weiteres großes Fach mit Reißverschluss (ideal für die Geldbörse), ein Karabinerhaken für den Schlüssel und drei kleine Fächer mit farblichen Amrkierungen für Akkus, Speicherkarten und Kabel.

Letztes Gimmik sind die beiden Schlaufen am Boden. Auch wenn ich sie wahrscheinlich selten benutzen werde, hier kann man ein Stativ befestigen. Ich habe es mit dem Carbon-Stativ von K&F probiert, passt super und lässt sich trotzdem noch bequem tragen.

Die Tasche hat die Maße von: 27 x 18 x ​​13 cm. Ich packe euch mal ein Bild vom Hersteller mit rein, damit ihr sehen könnt, wie sie zu tragen ist.

Und zu guter Letzt noch der Amazon-Link: Amazon Fototasche

Fazit: Ich bin begeitsert! Klein und viel Platz – genau was mir noch fehlte. Die Verarbeitung ist sehr gut und die Materialien wirken hochwertig! Bei unter 40,- aktuell: Kaufempfehlung!

Hinweis: Die Tasche wurde mir von K&F Conncept zum Testen zur Verfügung gestellt. Ich unterliege aber keiner Verpflichtung die Tasche besonders gut zu bewerten, dabei handelt es sich um meine Meinung. Am Verkauf über den Link verdiene ich keine Provision!