Bei unserer Ostseerunde fehlten uns noch die Baltikumstaaten. Das haben wir im Sommer 2026 endlich behoben.

Die Tage vor der Abfahrt sind aufregend wie selten, 2 Theaterpremieren und 1 Abiball, zwischendurch packen und direkt nach der Party los. Trotzdem starten wir schon weit vor Mittag am ersten Julisonntag. Die Strecke ist heute nicht so weit – wir wussten ja nicht, wie wild der Abiball wird… Die Stimmung ist gut, das Reiseziel haben dieses Mal die Kinder ausgesucht, also Kinder ist eventuell nicht mehr der richtige Begriff mit 15 und 18 Jahren. Das mit der Stimmung ändert sich allerdings schlagartig als wir bemerken (ok, Line bemerkt) dass wir den nagelneuen Pass von der Jüngsten nicht dabei haben. Ich, Mich, habe ihn zwar in eine Handtasche gesteckt aber leider in die falsche und die steht jetzt zu Hause. Mist! Wir beschließen aber weiter zu fahren und hoffen darauf, nicht kontrolliert zu werden. An der polnischen Grenze klappt das gut, ist auch niemand zu sehen der kontrollieren könnte. Bei Poznan verlassen wir schon die Autobahn und steuern den Campingplatz bei Körnik an. Er liegt prinzipell schön an einem See, allerdings liegt er auch mitten in einer Sportanlage. Uns egal, für eine Nacht völlig ok.

Wir sind so zeitig dran, dass wir das gute Wetter nutzen und einen Spaziergang in die Stadt unternehmen.

Die Stadt ist ganz nett, ein kleines Schloss, eine Promenade mit Restaurants und Cafés. Genau das Richtige für unseren ersten Urlaubstag.




Alt werden wir aber nicht, der Abiball… Nun spüren wir, dass die 4-Sterne des Platzes eventuell etwas übertrieben sind. Es ist echt laut und die Duschen bräuchten neben der Reinigung auch eine Renovierung. Mehr gibt es hier nicht.
Tag 2 Warschau

Line hat perfekte kleine Etappen geplant und so rollen wir gegen 13:30 Uhr auf den nächsten Campingplatz. Wir stehen in einem kleinen Wald am Ortsrand von Warschau. Der Platz nennt sich Camping WOK und wie der letzte auch, ist er nicht ganz billig.

Es gibt aber ausreichend und saubere WCs und Duschen und der Betreiber ist total freundlich. Lange schauen wir uns aber nicht um, sondern fahren gleich Richtung Innenstadt. Die Parkplatzsuche gestaltet sich überraschend einfach (nicht billig) und so flanieren wir kurz darauf durch die wirklich wunderschöne Altstadt.









Und was isst man, wenn man in Polens Hauptstadt ist? Genau, wir essen in einem kleinen süßen Restaurant Pieroggen, drei Sorten mittig auf dem Tisch, und jeder kostet mal. Es war sehr lecker! Falls ihr jetzt hungrig seid: Wir waren im Bella Kaffeteria.

Danach machen wir uns auf ins sogenannte Kultviertel auf der anderen Flussseite. Wir hatten den Tipp im Netz gelesen, außer Plattenbauten und urbanem Wirrwarr war hier aber nichts zu holen.



Auch wenn das hart klingt, das Schönste auf der anderen Seite war der Blick auf die Altstadt. Den genießen wir auch ausgiebig von der neuen, spannenden Fußgängerbrücke.


Danach gibt’s natürlich auch noch einen Kaffee im Straßencafé, bevor es zurück zum Stellplatz geht. Allerdings sind unsere Vorräte alle, also müssen wir noch den polnischen Lidl aufsuchen.
Tag 3 – immer noch Warschau
Irgendwie ist die Stimmung heute genauso wie das Wetter: Es regnet. Wir wollen natürlich trotzdem wieder nach Warschau rein, nehmen also erneut das Auto. Heute ist Kultur angesagt, leider haben heute fast alle Museen in Warschau geschlossen. Ja, wir hätten das vorher nachlesen können, haben wir aber nicht. 😉 Also Alternativprogramm. Das Wahrzeichen von Warschau ist dieser riesige Backsteinbau im Zentrum. Ein Geschenk der Russen und bis heute zu besichtigen.

Also, rauf da. Mit dem historischen Fahrstuhl fahren wir ganz hoch, aber auch da ist das Wetter nicht besser. Trotzdem gehen wir raus auf die Plattform, bezahlt ist bezahlt!



Gemütlich ist aber etwas anderes, also wieder runter und etwas anderes suchen. Line hatte vorab schon einen Foodcourt in einem alten Industriekomplex herausgesucht, der scheint jetzt perfekt. Das Essen ist lecker und die Atmosphäre sehr cool!

Auf Shoppen haben wir aber keine Lust, also wieder raus in den Regen. Mit dem Auto fahren wir zurück und stellen uns wieder auf den gleichen Parkplatz wie heute Morgen, denn gleich gegenüber ist das Museum of Modern Art. Hier verbringen wir die nächsten Stunden zwischen politischer Kunst und großen Werken. Okay, einen Teil davon sitzen wir auch einfach vor der riesigen Glasscheibe und schauen den Turm von vorhin an (Teile der Familie behaupten, das war schöner als der Surrealismus). Eine gute Nachricht erreicht uns am Abend: Der Reisepass ist per Express-DHL auf dem Weg nach Riga. Auch wenn die Grenzübergänge problemlos blieben, spätestens an der Fähre hätten wir ein Problem (so die Recherche von Line).


Tag 4 – Auf ins polnisch Lappland
Wir haben nicht nur genug vom Wetter (8 Grad und Regen), sondern auch von der Großstadt. Also ziehen wir weiter. Erst hoffen wir noch auf eine Regenpause, um im Wigierski Nationalpark eine Runde spazieren zu gehen, aber statt Pause, kommt zum Regen auch noch Sturm. Weil das noch nicht reicht, gesellt sich ein leichtes Klackern aus dem Frontbereich des Autos dazu. Außer dem Geräusch ist noch nichts zu spüren, also fahren wir vorsichtig zum Campingplatz. Eigentlich wunderschön am See gelegen, wenn man ihn durch das Mistwetter sehen würde.

Wir kochen erst mal Kaffee und telefonieren mit VW (also eigentlich mit einem Freund bei VW). Zwischendurch krieche ich dann im Regen unters Auto und fotografiere mal alle Bauteile, die es sein könnten. Und siehe da…

Ich will euch hier nicht mit technischen Details langweilen, daher: Die Gelenkwelle machte die Geräusche. Es folgen Telefonate mit ADAC Deutschland, ADAC Polen und ADAC Litauen, weil der nächste Händler schon über die Grenze ist. Das sprengt allerdings die denkbaren Szenarien des ADAC. Also lassen wir das mit dem ADAC und gehen ins Bett.
Tag 5 Totalausfall
Das Wetter ist etwas besser und wir schauen nach dem Frühstück zumindest kurz, wie schön der Platz eigentlich ist.



Danach machen wir uns auf nach Littauen, aber ganz langsam und vorsichtig. Die ersten 5 Kilometer sind Schotterpiste, dann noch etwas enge Landstraße und dann endlich Autobahn. Das Klackern begleitet uns ständig und wird auch lauter. Jeder Kilometer stärkt die Hoffnung, bis zum VW-Händler zu kommen. Nach der Grenze (wieder ohne Kontrolle – danke EU) ist dann aber Schluss. Nichts geht mehr und wir müssen das Gespann ausrollen lassen. Zum Glück landen wir auf einer Tankstelle und stehen nicht im Weg. Also rufen wir wieder beim ADAC an. Dieses Mal schicken sie einen Abschlepper, der auch nach kurzer Überzeugungsarbeit unseren Wohnwagen mitnimmt.

Erster Stopp ist dann auch unser Wahlcampingplatz, nämlich Kaunas Lake Camping. Dort lasse ich Familie und Wohnwagen zurück und fahre mit dem Abschlepper zu VW. Allerdings recht erfolglos, der Händler meint nämlich, dass er erst in 2 Wochen einen Termin hat (das Wort „Mobilitätsgarantie“ überhört er zufällig). Zum Glück, hat das gleiche Unternehmen noch eine freie Werkstatt gleich nebenan. Dort darf ich mein Auto lassen. Wie lange es dauert? Wissen Sie nicht, Leihwagen haben sie nicht, Auftrag gibt es nicht. Lasse ich das Auto trotzdem da? Ja, was sonst?
Als ich die Werkstatt verlasse, habe ich noch keine Ahnung, wie ich wieder zum Wohnwagen komme, schließlich sind wir eine gute halbe Stunde durch den Ort gefahren. Nur auf eins ist Verlass: auf das Wetter. Während es in Strömen regnet, lade ich mir die Bolt-App und bestelle mir einen Fahrer. Was soll ich sagen – ich werde augenblicklich zum Fan. 5 Minuten später sitze ich im Auto und erhalte Tipps zu unserer weiteren Reise.

Als wir wieder vereint sind, kommt sogar die Sonne raus und wir machen einen kleinen Spaziergang. Der Platz liegt, wie der Name vermuten lässt, direkt an einem See, leider aber auch ziemlich dicht an einer großen Straße.

So langsam finden wir uns mit der Situation ab und schmieden Pläne für die nächsten Tage. Das müssen wir auch, denn unser Pass liegt nun tatsächlich schon in Riga, wir sind aber bisher nicht einmal im richtigen Land. Das Problem vertagen wir auf Montag (heute ist Freitag). Am Abend sitzen wir tatsächlich das erste Mal im Urlaub auch vor dem Wohnwagen, wenn auch nur kurz.
Tag 6 Kaunas

Irgendwie sind wir alle müde. Line steht zwar früh auf, um zu duschen, schläft aber danach noch einmal ein. Erst gegen 10 wecken wir die Jugend zum Frühstück. Das Wetter animiert heute auch nicht zum Beeilen. Kurz nach Mittag bestellen wir uns wieder einen Bolt und lassen uns zum Zentrum fahren. Nach einem letzten heftigen Schauer verziehen sich auch die Regenwolken und wir bummeln durch Kaunas.





Wir bekommen einen leckeren Kaffee mit kreativem Muster und unsere Laune bessert sich minütlich.


Danach bummeln wir weiter und stellen fest, an Kirchen mangelt es hier nicht.


Aber auch nicht ein kleinen süßen Kunstwerken.




Wir machen uns gerade auf den Weg zur nächsten Kirche – Kirche der Auferstehung Christi, weil man da wohl hoch kann und einen tollen Blick hat. Da klingelt mein Telefon. Der Mann am anderen Ende der Leitung sagt auf Englisch etwas, was ich kaum glauben kann: Unser Auto ist fertig! Wie cool ist das denn? Also Bolt-App raus, Fahrer bestellt und nichts wie ab zur Werkstatt. 15 Minuten später sitzen wir im Caddy und fahren nun wieder mobil zur besagten Kirche.

Jetzt genießen wir um ein Vielfaches entspannter den Ausblick…




Danach haben wir Hunger und finden direkt neben der Kirche das Kuhne, ein kleines, aber sehr leckeres Restaurant. Line bestellt zum ersten Mal eine Suppe, die uns ab hier vielfach begegnen wird. Es handelt sich nämlich um das Nationalgericht von Litauen, vielleicht sogar vom Baltikum. 😉 – die Rote-Bete-Suppe.

Schlagartig ist alles wieder schön. Satt und sonnig fahren wir noch zur Festungsanlage in Kaunas.



Bevor wir zurückfahren, dürfen die „Kinder“ noch eine Runde schaukeln und wir laufen ein Stück am Fluss entlang, hier fließen nämlich Memel und Neris zusammen. Klingt vielleicht spannend, ist es aber nicht.

Jetzt ist Urlaub und wir holen uns einen Rosé vor den Wohnwagen – Prost!


Tag 7 Villinius
Wir frühstücken heute ziemlich zeitig, wir haben nämlich beschlossen, nur mit dem Auto nach Vilnius zu fahren und abends zurück. Die Fahrt ist unproblematisch und nach anfänglicher Parkplatzverwirrung (der Automat bleibt für uns ein Rätsel) entscheiden wir uns für das Parkhaus im Skyline Vilnius. Es heißt nicht nur so, sondern befindet sich auch genau da.

Wir wollen aber Altstadt, also überqueren wir die Neris und tauchen in das alte Litauen ein. Na gut, erst lachen wir noch über die Skaterbahn im Design der landestypischen Suppe!

Nun sind wir aber wirklich im älteren Teil der Stadt. Uns fällt auf, dass alles sehr sauber ist. Und es gibt offensichtlich noch viel mehr Kirchen als in Kaunas.




Direkt an dem Turm im Bild oben, finden wir eine Fliese mit der Aufschrift „Stebuldas“, also Wunder, im Boden eingelassen, und dank Internet wissen wir auch kurz darauf, was es damit auf sich hat. Also umrunden wir die Fliese jeweils 3 × im Uhrzeigersinn und haben einen Wunsch frei. Danach geht es weiter. So langsam, wie sollte es anders sein, bekommen wir Hunger.




Wir landen auf dem Markt und suchen uns selbstbewusst, trotz Regenprognose, einen Tisch draußen. Wohlwissend, dass der Sonnenschirm uns nicht retten wird. Es geht aber (fast) alles gut und wir beobachten das Treiben ringsum. Dabei bemerken wir immer wieder Leute, die vor etwas stehen bleiben und plötzlich wild anfangen, zu winken.

Von der anderen Seite können wir es dann auch erkennen: einen runden Monitor, der uns im Minutentakt mit Menschen in anderen Ländern verbindet. Ton gibt es nicht, also bleibt nur Winken, Zeichensprache und Freuen. Ein ganz anderes Erlebnis bekommen wir am Tor der Morgenröte mit der goldenen Madonna-Ikone. (siehe die nächsten Bilder) Schon beim Eingang, aber auch direkt im Raum, weisen diverse Schilder auf ein Foto- / Videoverbot hin. Stört das die Einheimischen und Touristen? Natürlich nicht! Da wird gefilmt, gepostet, fotografiert und als wäre das nicht genug, baut ein Pärchen ganz entspannt das Stativ für seine 360‑Grad-Kamera auf. Es gibt Dinge, die verstehen wir einfach nicht!





Wir ziehen weiter, was wir sonst sehen, gefällt uns aber echt gut!





Irgendwann haben wir genügend Kirche gesehen und betreten die Republik Užupis, ein alternatives Stadtviertel mit eigenem Charme und vor allem eigener Verfassung. Diese ist gleich am Start großflächig aufgehängt. Dort steht z. B. „Jeder Mensch hat das Recht, unglücklich zu sein“, aber auch, dass man Katzen haben darf und keine haben muss.






Zwischendurch gibt es natürlich Kaffee und Kuchen. Wirklich zufällig regnet es gerade stark, als wir hier ankommen und die ausgefallensten Gebäcke verkosten.





Wir machen uns auf den Rückweg und überlegen im Auto, was wir wohl zu Abend essen. Zeppelinas – das litauische Nationalgericht! Alle Nichtfahrer googeln und schlussendlich landen wir auf dem Campingplatz, bevor wir etwas gefunden haben und ordern litauisches Essen bei Bolt. Es war okay, aber der Wunsch nach Zeppelinas bleibt.
Tag 8 – Berg der Kreuze
Ich gehe mit Line am See entlang zum Supermarkt, um frische Brötchen zu holen. Nach dem Frühstück packen wir zusammen und koppeln erstmals nach der Reparatur wieder an. Das Auto läuft problemlos und wir sind erleichtert. Viel zu sehen gibt es hier nicht: ein paar Seen, wenig Wald und sehr viel Acker. Wir halten Ausschau nach interessanten Wegweisern am Straßenrand, aber auch da werden wir nicht fündig. Einen Stopp machen wir natürlich doch, wir kommen am Berg der Kreuze vorbei. Der Parkplatz ist gut ausgebaut und dank eines netten Reisebusfahrers, der uns Platz macht, finden wir einen Parkplatz. Mit einigen anderen Touris machen wir uns auf den Weg. Dieser ist mittlerweile beleuchtet und nagelneu ausgebaut.

Die Gefühle vor Ort sind gemischt. Irgendwie ist Ehrfurcht dabei, aber auch Verwirrung, Unglaube und vieles mehr. Hier ein paar Bilder. Was aber bleibt, ist: Man muss sich das ansehen.






Das Ganze dauert allerdings nicht so lange und mehr gibt es dort auch nicht zu sehen. Also springen wir wieder ins Auto und fahren ein Stück weiter zum Campingplatz. Der ist tatsächlich so nah, dass wir kurz überlegen, ob wir bis Riga weiterfahren. Wir entscheiden uns dagegen und sind super happy damit! Der heutige Campingplatz der Sunny Nights Camping ist ein absoluter Glückstreffer! Natürlich suchen wir vorher recht intensiv nach geeigneten Plätzen, aber endgültig sieht man das erst vor Ort.




Der ganze Platz befindet sich auf einer alten Apfelbaumwiese und wird liebevoll gestaltet. Passend zum besser werdenden Wetter, gibt es hinten dran einen tollen kleinen Badesee.

Das lassen wir uns nicht entgehen, also rein ins Wasser und danach mal das tun, was man auf solchen Plätzen eben macht. Wir schaukeln in der selbst gebauten Schaukel für zwei Personen, spielen Badminton, lesen und entspannen einfach. Ich habe noch den Wunsch der Tochter im Kopf: Zepellinas essen, aber vegetarisch. Ich telefoniere ein wenig rum und finde schließlich ein top-bewertetes Restaurant in der Nähe. Am Telefon sagt die nette Bedienung, dass sie zwar keine auf der Karte haben aber nach Rücksprache mit der Küche, machen sie uns welche. Also reservieren wir und freuen uns auf das Essen.
Pünktlich um 18:00 Uhr sind wir beim Forrest, dem Restaurant.

Wir werden superfreundlich begrüßt und erfahren, dass die Quark-Zeppelinas die originale Variante sind.


Im Bild seht ihr natürlich die Variante für mich, mit Schinken. Einfach lecker! Immer wieder kommt die Bedienung vom Telefon an unseren Tisch. Sie freut sich, mal wieder Englisch sprechen zu können, hat nämlich mehrere Jahre in den USA gelebt. Daher erzählt sie uns einiges. Auch ein paar Informationen zum Berg der Kreuze gibt sie uns. Ein Kreuz von ihr steht wohl auch da. Sie hat es aufgestellt, bevor sie wegging. Wir erfahren auch, dass die Kreuze eigentlich aus Protest gegen die Russen aufgestellt worden. Immer wenn diese sie planiert hatten, standen nach der nächsten Nacht noch mehr da. Nach dem Nachtisch nehmen wir uns noch einen unschönen Punkt der deutschen Geschichte vor. Im Wald befindet sich eine Gedenkstätte für jüdische Bewohner, die hier von den Nazis erschossen wurden. Gerade in heutiger Zeit gehört aber genau so etwas für uns dazu, gerade wenn es auf dem Weg liegt.

Tag 9 – Lettland

Wir können endlich draußen frühstücken und das geht kaum besser als unter alten Apfelbäumen. Danach überqueren wir die nächste Grenze und befinden uns ganz unaufgeregt in Lettland. Wie schon geschrieben, ist auch diese Etappe nicht weit. Wir haben uns für einen Platz etwas außerhalb von Riga entschieden. So haben wir zwar die Großstadt vor der Tür, aber die Ruhe der Natur um uns. Die letzten Kilometer sind allerdings nicht leicht. Aus dem Asphalt wird nämlich Schotter. Das sieht auf Reisberichtsfotos zwar cool aus, fühlt sich innen aber nicht so gut an.


Die Strecke ist zum Glück nicht so lang und wir kommen am Platz Bejas Kompleks an. Wieder mal zu früh, wir müssen noch 10 Minuten warten, bis das Tor sich öffnet. Habe ich gestern geschrieben, dass der Platz toll war?! Der heute ist mindestens genauso toll. Schon bei der Reservierung haben wir gesehen, dass wir direkt am Wasser stehen. Nun sehen wir, dass dies sogar ohne Nachbarn sein wird.

Auf dem Bild oben stehen wir mittig im Bild. Zu unserem Stellplatz gehören ein Grill, eine Picknickhütte, eine Mülltonne und ein (nicht riechendes) Plumpsklo und zur Freude der Jugend: 2 Schaukeln. Jackpot!

Wir bleiben aber nicht lange am Platz, sondern starten gleich nach Riga. Dort liegt ja unser Pass und den wollen wir als Erstes holen. Das klappt und wir sind erleichtert!

Die anschließende Parkplatzsuche gestaltet sich einfacher (und günstiger) als für eine Hauptstadt erwartet. Zwei Minuten später sind wir schon am Domplatz und …

essen, was sonst, das lettische Nationalgericht – Erbsen mit Speck. Klingt komisch, ist aber lecker! Naja, wir essen nicht gleich, denn nach ca. 30 Minuten erklärt uns die Bedienung, dass es noch 30 Minuten dauert. Wir schwanken ein wenig zwischen genervt und entspannt, aber am Ende schmeckt es und wir sind milde gestimmt.


Danach nehmen wir die klassische Touristenroute, 3 Brüder (älteste Häuser von Riga)

… das Schwedentor

…Pulverturm

und vieles mehr:










Die Petrikirche kennen wir zwar aus meiner Heimatstadt, aber nur hier gibt es einen Lift bis ganz nach oben. Heute passt auch das Wetter und wir genießen den Blick.



Es gibt übrigens eine kleine Hürde beim Ausblick. Ihr müsst euch in die Hände des in die Jahre gekommenen Lifts begeben…

Von oben haben wir die historischen Zentralmarkthallen gesehen, dahin geht es nun. Die Hallen gefallen uns, nur ein gemütliches Café fehlt. Also schlendern wir nur einmal durch.





Direkt daneben befindet sich das Ghettomuseum und auch wenn es die Stimmung deutlich abkühlt, besuchen wir es. Was da vorgefallen ist, ist einfach grausam. Gut, dass diese Verbrechen an solchen Orten in Erinnerung bleiben.




Danach brauchen wir eine Pause und finden am Livu-Platz ein Café für uns.

Auf dem Rückweg stoppen wir noch kurz am Supermarkt und sitzen danach schon fast bei Dämmerung am See und essen Abendbrot. Natürlich nutzen wir dafür unsere private Picknickhütte mit Blick aufs Wasser.




Am Abend wird es frisch und wir ziehen um und spielen im Wohnwagen Uno. Immer mal wieder unterbrochen von Fotopausen…

Die Hälfte unseres Roadtrips ist nun vorbei. Wie es in Lettland und Estland weitergeht, lest ihr gern im zweiten Teil.


































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































