Einmal quer durchs Baltikum – Teil II

Wenn ihr gerade erst eingestiegen seid: Wir stehen gerade auf einem tollen Campingplatz in der Nähe von Riga. Ihr habt also schon einiges verpasst. Fangt am besten mit Teil I an, den gibt’s hier.

Tag 10 – Halbzeit

Heute lassen wir es ruhig angehen. Line bringt zwar Kaffeewasser aus dem Hahn mit, aber die Farbe des Wassers begeistert uns nicht wirklich. Wir sind ja in einem Moorgebiet und genauso sieht auch das Wasser aus dem Hahn aus. Wahrscheinlich trinkbar, aber eben auch leicht braun und es riecht nach Eisen ( sicher seehr gesund). Eine Alternative haben wir (noch) nicht, ahnen aber schon warum es hier im Supermarkt überall Kanister mit Wasser zu kaufen gibt. Also vorerst Moorkaffee, dafür mit Rührei. Heute wollen wir endlich mal Outdoor bleiben, also keine Stadt, kein Museum oder ähnliches. Wir starten Richtung Keneri Nationalpark. Auch auf dem Weg finden sich erstaunlich viele Schotterpisten, bis auf ein paar Bremsrillen sind aber alle fahrbar. Vor Ort laufen wir kurz durch den Wald und anschließend einen wunderschönen Rundweg durchs Moor. Immer auf Holzstegen entlang mitten durch Seen.

Auf der Hälfte befindet sich ein Holzturm als Aussichtspunkt. (Von dem tatsächlich niemand ein Foto gemacht hat.)

Danach geht es weiter, genauer gesagt zurück, aber genauso schön.

Schon halb 3 sitzen wir wieder vor dem Wohnwagen, dieses Mal mit frischen Zimtschnecken und klarem Wasser für den Kaffee. Es ist zwar nicht sonderlich warm, das Wasser aber sehr angenehm. Also beschließen wir, unsere SUP aufzupumpen und eine kleine Runde zu fahren.

Am Abend schmeißen wir den Grill an, holen uns die Kunstfelle aus dem Wohnwagen und genießen den Sonnenuntergang.

Tag 11

Während es zu Hause fast 40 Grad sind, genießen wir hier angenehme 23 Grad. Das heißt, wir könnten draußen frühstücken. Noch bevor wir die Jugend wecken, fahren wir mit den SUPs auf den stillen See.

Wir waren zwar lange unterwegs, aber Frühstück hat trotzdem niemand gemacht! Also schnell alle zusammenrufen und gemeinsam essen – natürlich draußen. Danach geht es erneut nach Riga, wir haben noch ein paar Dinge auf dem Zettel. Gleich zum Tagesstart einen schwer verdaulicher Brocken – das KGB‑Museum. Zum Glück sind wir zeitig da und können uns gegenüber noch einen leckeren Kaffee gönnen.

Schon beim Kaffee haben wir das Haus im Blick. Von hier aus gar nicht so hässlich wie gedacht, im Gegenteil! Das hatten wir nicht erwartet, zumal es das Museum am originalen Schauplatz ist.

Danach geht es hinein und wir erfahren die nächsten schauerlichen Geschichten. Wie grausam Menschen sein können, wenn sie Macht haben. Beklemmend!

Weitere Bilder erspare ich euch. Wen das Thema interessiert, der sollte dort unbedingt hin. Kleine Triggerwarnung: Was ihr hier seht, sind nicht die grausamsten Szenen dort und in Kombination mit den Fakten vom Guide auch nichts für schwache Nerven. Genauso prachtvoll wie das Gebäude von außen ist, so ist das Jugendstilviertel, welches wir uns jetzt ansehen, natürlich gleich um die Ecke. Jugendstil haben wir natürlich alle schon gesehen, aber hier wird das noch mal auf eine andere Ebene gehoben!

Das Viertel ist nicht riesig, aber alles frisch renoviert und passend zum blauen Himmel wie gemalt. Das Laufen und Schauen macht hungrig und wir suchen was zum Essen. Wir hatten von einer Pizzeria gehört, die phänomenal sein soll, und suchen sie. Ganz unscheinbar in einem alten Holzhaus werden wir fündig, das Sturis, und finden sogar einen Platz draußen.

Natürlich bestellen wir die beiden empfohlenen Pizzen, einmal mit Pfifferlingen und einmal Beef und Schokolade.

Wenn ihr Essensfotos von uns seht, bei denen das Essen angebissen ist, seid euch sicher, es roch lecker und hier war es das auch. Auf jeden Fall beste Pizza der Stadt – ohne eine andere probiert zu haben! Danach geht es mit Zwischenstopp bei einer alten Markthalle (im Holzhausviertel) zurück zum Campingplatz.

Der Abend wird entspannt! Chillen, Grillen, Schaukeln und SUP‑Fahren – mehr nicht.

Die Stimmung ist einfach herrlich und so schleiche ich mit Kamera noch ein paar Mal um den Wohnwagen.

Tag 11 – Gauja Nationalpark

Das Frühstück verlegen wir aufgrund der Temperaturen nach drinnen. Der Nachteil an der Abendsonne ist, dass unser Essplatz morgens im Schatten liegt.

Wir lassen uns Zeit, trotzdem rollen wir vor 10:30 Uhr vom Platz. Das Problem ist, da macht er erst auf und vorher ist niemand da, dem wir unseren Schlüssel für die Duschen geben können. Wozu haben wir aber Aufkleber vom Caddy dabei? Also kleben wir den Schlüssel einfach an die Tür und brechen auf zum Gauja-Nationalpark. Dazu müssen wir einmal durch Riga, nur dieses Mal mit Wohnwagen hinten dran.

Auch am nächsten Platz bestehen die letzten 5 Kilometer wieder aus Schotterpiste, aber das sind wir ja schon gewohnt.

Wir kommen pünktlich an und werden von der Chefin freundlich auf dem Jaunzageri Camping begrüßt. Sie zeigt uns alles und wir merken, dass sie besonders stolz auf die sauberen Sanitäreinrichtungen ist – zu Recht! Der Platz ist schön, gleicht eher einem Park mit kleinem Flusslauf. Auch hier hat jeder Stellplatz einen Picknickplatz und eine Feuerstelle. Leider schätzt sie unseren Wohnwagen als zu groß ein, um direkt am Fluss zu stehen. Nach kurzer Enttäuschung (Micha) und 2× Umparken (auch Micha) und an die Bremsen gewöhnen (alle außer Line, die scheint immun zu sein) sind wir happy!

Wir koppeln aber nur ab und starten Richtung Sigulda. Hier soll es ein paar spannende Höhlen und Burgen geben. Erst mal treibt uns aber der Hunger. Das erste Restaurant fällt durch, bevor wir drin sind (Imbissbudenflair), das Zweite glänzt dafür auf voller Linie.

Allgemein fällt uns auf, dass die Restaurants an der Straße hier in Litauen echt toll sind. Es gab keins, das nicht lecker war. Dieses hier war es aber ganz besonders!

Danach suchen wir die Höhlen. Wer jetzt etwas Wildes, Ursprüngliches erwartet, den muss ich enttäuschen. Das waren wir wohl auch ein wenig. (Ganz nett)

Viel Zeit verbringen wir hier auch nicht und suchen nach weiteren Sehenswürdigkeiten. Wir finden ganz in der Nähe noch ein kleines, süßes Schloss und statten ihm einen kurzen Besuch ab.

Dann geht es zurück zum Campingplatz…

Wir nutzen die Liegestühle und schauen ein wenig auf den Fluss. Vielleicht gab es auch schon ein Gläschen Wein …

Am Abend machen wir natürlich ein Feuer an und sitzen lange draußen. Die Insekten haben sich scheinbar an uns gewöhnt und kommen nur noch selten zum Blutsaugen.

Tag 12 – Tag am Meer

Line ist schon früh wach und sitzt mit Blick auf die Gauja (den Fluss) draußen. Da wir aber irgendwann auch loswollen, bereitet sie schon mal Frühstück vor und so langsam kommen alle anderen auch aus ihren Betten. Wir haben entschieden: Heute geht es ans Meer. Das Wetter passt hervorragend dazu, also los. Line hat bei den Vorbereitungen von ein paar Höhlen am Strand gelesen, dahin zieht es uns. Der Parkplatz ist natürlich zahlungspflichtig und eigentlich ist das hier alles ein großer Campingplatz. Wir lassen uns nicht davon stören und machen uns auf den Weg am Strand entlang. Nach 5 Minuten erreichen wir schon das Ziel unseres Tages. Die Entfernung hat auch gereicht, die meisten Besucher haben nämlich eher aufgegeben und somit ist es hier gar nicht so voll.

Wir finden die Höhlen, nicht ganz so spektakulär wie die am Strand in Norwegen (Blog), aber für ein Foto allemal gut! Oder für 25…

Danach setzen wir uns in den Sand und überlegen, was wir weitermachen wollen. Das Münchhausen-Museum ist ganz in der Nähe (ja, der Lügner aus Deutschland, hatte wohl hier seine Frau und daher auch Haus und Hof). Da das Wetter aber immer besser wird, vor allem wärmer als angesagt, beschließen wir, hier zu bleiben.

Ich gehe mit einer Tochter noch einmal zum Auto, Volleyball holen, und schauen, ob es am Kiosk etwas Essbares gibt. Das wird ein schräges Mittagessen, aber zur Not helfen eben auch mal TUC-Kekse und Chips.

Die nächsten Stunden verbringen wir dann tatsächlich badend und volleyballspielend und, man glaubt es kaum, tobend.

Auf dem Rückweg halten wir wieder an einer der besagten Raststätten an, sitzen draußen und speisen lecker. Und wer jetzt denkt, dort gibt’s nur Dinge mit viel Fleisch, der irrt. Natürlich gibt es die, aber eben auch leckere vegetarische Alternativen.

Am Campingplatz angekommen gibt es natürlich erst ein Glas Wein mit Blick auf den Fluss und anschließend die restlichen Chips am Lagerfeuer.

Tag 13 – Auf nach Estland

Unser letztes Frühstück am Fluss. Danach fahren wir weiter und bemerken erstmals nicht mal die Grenze nach Estland. Die befindet sich mitten im Ort Wałk. Wir wollen den Staub vom Auto und Wohnwagen waschen und Bargeld abheben. Auf der Suche nach Waschstraße und Bankomat müssen wir sie übersehen haben. Irgendwie ein toller Gedanke, eine Grenze zu übersehen. Wir steuern grob den Peipussee, den drittgrößten See Europas, an. Da wir an den anderen schon waren, liegt es nahe, auch hierhin zu fahren. Zusätzlich soll es dort die Zwiebelroute geben. Da wir nah an der russischen Grenze sind, baut sich in meiner Fantasie eine tolle Küstenstraße nach dem Vorbild des Gardasees mit Häusern, die Zwiebeltürme besitzen, wie in alten russischen Märchen.

Die Realität ist nüchterner. Denn, den See können wir meist nur erahnen und Zwiebelstraße heißt sie, weil es dort Zwiebeln gibt, die zum Essen. Zwar treffen hier die Kulturen aufeinander, aber sichtbar wird das – zumindest für uns – nicht so sehr. Wir versuchen trotzdem unser Glück, biegen mehrmals Richtung Ufer ab, immer in der Hoffnung, ein kleines verträumtes Restaurant zu finden – Fehlanzeige. Das Einzige, was wir finden, ist ein Reh, welches unbedingt die Straße queren will. Mit dem Auto konnte ich noch ausweichen, aber dann kam ja hinten noch der Wohnwagen. Autsch!

Wir halten an und begutachten den Schaden. Das Reh finden wir gar nicht, scheint also überlebt zu haben, und der Wohnwagen hat zum Glück auch nur ein paar kleinere haarige Schleifspuren. Erst die Aufregung legen lassen, noch eine kurze Absprache mit einem Anwohner zum Vorgehen (das Reh ist ja nicht mehr da…), dann die letzten paar Kilometer zum Campingplatz. Am nördlichen Ende wird es dann erstaunlich voll. Alle Straßen sind mit Autos vollgeparkt, so eng, dass wir kaum durchkommen. Auf dem Campingplatz dann ähnlich voll, aber wir bekommen einen schönen Platz und machen uns erst mal was zu essen.

Da der Platz keinen direkten Zugang zum See hat, gehen wir anschließend die 50 Meter durch den Wald. Okay, der wirkt groß und aufgrund des leichten Windes auch mit ordentlichen Wellen. Wenn wir es nicht wüssten, würden wir denken, wir sind am Meer, an einem sehr braunen Meer, denn durch den Wind ist auch der Boden recht aufgewühlt.

Wir laufen etwas am Strand entlang, es ist tatsächlich stellenweise voller als an der Ostsee zu ihren besten Zeiten. Richtig viel Spaß macht das also nicht, daher nehmen wir uns die nächste Bank, die etwas höher steht, holen uns ein Eis und genießen den Ausblick.

Danach geht es zurück und vor dem Wohnwagen gibt es erst Nudeln mit Pesto und anschließend Bananen vom Grill, gefüllt mit Kinderschokolade – lecker!

Abends wird es dann außerhalb des Camps deutlich ruhiger und ich gehe mit Line noch einmal vor. Dieses Mal mit Badehose, fest entschlossen, auch ins Wasser zu gehen. Am Ufer angekommen stürze ich mich todesmutig in die Fluten. Also ich renne einfach ins Wasser. Nach circa 150 Metern renne ich immer noch durch das knietiefe Wasser. Es will einfach nicht tiefer werden. Also werfe ich mich einfach in die flachen Wellen und es ist gar nicht so kalt, man kann es genießen.

Tag 14 – die nächste Hauptstadt Tallinn

Wir lassen es entspannt angehen und die Kinder bis 9:00 Uhr schlafen. Mittlerweile sind wir als Familie eingespielt und so geht das Zusammenpacken schnell. Wir verlassen den Peipussee Richtung Tallinn. Hat sich der Umweg über den See gelohnt? Selbst wenn wir das Reh mal außen vor lassen (wörtlich wäre mir lieber gewesen), ist die Antwort für uns klar: Nein. Aber das können wir erst wissen, wenn wir da waren.

Kurz nach dem Mittag sind wir am Wunschplatz bei Tallinn. Ziemlich weit außerhalb des Zentrums, aber dafür sehr ruhig. Wir können auch gleich drauf fahren und uns einen Platz aussuchen. Alles ist sehr ordentlich, es gibt sogar eine Sauna samt Badeteich.

Ein weiterer Vorteil des Platzes ist die Anbindung mit der Bahn. Die ist zwar fußläufig erreichbar, aber vom Platz nicht zu hören. Genau damit machen wir uns jetzt auf in das Zentrum. Zumindest 3 von 4. Die vierte hat einen Bike-Spot gefunden und lebt lieber ihr Hobby aus. Der Rest erkundet die süße Altstadt von Tallinn.

Wir bummeln durch die engen Gassen, trinken Kaffee und genehmigen uns ein Stück leckeren Kuchen. Während wir in Riga noch die drei Brüder bestaunen konnten, warten jetzt hier die drei Schwestern. Das Thema ist das Gleiche: die ältesten Häuser von Tallinn (unten das vorletzte Bild)

Gestärkt erklimmen wir den Berg zum Dom und finden den tollen Aussichtspunkt. Während wir den Blick genießen und den anderen Touristen beim Selfie-Machen zusehen, stellen wir fest: Tallinn gefällt uns echt gut, wir müssen also dem Bolt-Fahrer von Kaunas (Teil I) recht geben. Der hatte uns genau das versprochen.

Gerade als die Sonne noch mal durch die Wolken blitzt, bestaunen wir die letzte Kirche des heutigen Tages. Erst durch das Licht wird sie so richtig beeindruckend.

Erst um 21:00 Uhr sind wir müde und kaputt zurück am Wohnwagen und froh, jetzt die Beine hochlegen zu können.

Tag 15 – Tallinn – noch einmal

Das Wetter soll heute nicht so toll werden, also Regenjacken und Schirm einpacken und ab zur Bahn. Wir wollen nochmal, dieses Mal alle 4, ins Zentrum von Tallinn. Heute starten wir in der Markthalle, direkt neben dem Bahnhof. Das frische Obst lockt, aber die erste Verkäuferin lässt uns abtreten. Weniger als 500g Obst will sie nicht verkaufen und wir wollen nur was auf die Hand. Der zweite Versuch klappt und wir laufen zufrieden, Obst essend, weiter. Leider schmeckten die Erdbeeren nicht so gut, wie sie aussehen. Habt ihr schon mal in Norwegen Erdbeeren gegessen? Macht das! Die langen Tage im Sommer machen sie viel besser, als man denkt! Okay, hier halt nicht. In der oberen Etage gibt es noch einen großen Bereich mit Vintage-Klamotten, also Second Hand. Ein Laden neben dem anderen, wir probieren viel und lachen meistens darüber. Am Ende kaufen wir aber nichts, irgendwie doch zu schräg.

Line hat ein kleines Viertel mit Street-Art herausgesucht, das Telliskivi-Viertel, und da tauchen wir jetzt ein. Spannende Architektur und zahlreiche Graffiti sind zu sehen. Wahrscheinlich können das einige von euch nicht verstehen, aber wir skippen die Banksy- und Van-Gogh-Ausstellung. So richtig haben wir (Teile der Familie) keine Lust auf „drinnen“ und „ernst“. Stattdessen gehen wir in das Café der Fotografiska. Laut Google hat das heute geschlossen, hat es aber nicht, also bestellen wir Kaffee, Matcha und Zimtschnecken. Beim Essen bewundern wir die großflächigen Fotografien an den Wänden. Auch hier lassen wir die Ausstellung im Obergeschoss aus, es ist uns zu schade, um die Zeit (es gibt noch so viel in der Stadt zu sehen) und das Eintrittsgeld für 4.

Anschließend schauen wir uns noch in einigen der kreativen Läden vor Ort um, danach treibt uns der Hunger in ein leckeres Burger-Restaurant, das Bad Habits in der Markthalle.

Danach probieren wir es wieder mal mit einem Holzhausviertel. So richtig spannend ist es nicht, wir nutzen es daher eher zum Durchlaufen.

Leider wird das Wetter schlechter und gerade am Wasser ist es echt ungemütlich.

Auch dort bleiben wir also nicht lange. Aber bevor wir wieder in die Altstadt eintauchen, schauen wir uns noch dieses monströse Gebäude an, welches von der UDSSR damals für die olympischen Sommerspiele 1980 errichtet wurde. Beeindruckend, aber auch schaurig. Heute ist es nur noch eine verlassenne Ruine. Zu groß, um es zu erhalten.

Wie lange sind wir eigentlich schon ohne Kaffee unterwegs? Zum Glück ist das Roter-Mann-Viertel nicht weit. Hier trifft moderne Architektur auf Kunst und Shopping. Und wir finden auch ein nettes Café – Levier Café Rotermann.

Wir müssen uns entscheiden: den weiteren Weg zum Schloss oder doch wieder in die Innen(Alt)stadt. Wir nehmen den kurzen Weg, irgendwie sind alle fußlahm. Also tauchen wir wieder in die alten Gassen ein.

Wir finden sogar noch ein paar Orte, die wir gestern übersehen haben. Das Café Maiasmokk, welches seit 100 Jahren genauso erhalten blieb (letztes Bild oben) aber auch die weltweit älteste Apotheke, die heute noch in Betrieb ist.

Das Drama könnt ihr auf Bild 2 erkennen. Man kann die Apotheke nämlich noch besuchen. Vorn kann man normale Medikamente kaufen und hinten ist ein Museum mit skurrilen alten Dingen, die mal als Medizin galten. Geöffnet bis 18:00 Uhr und fotografiert um 18:02 Uhr. Das heißt für uns aber auch: Essenszeit. Wir laufen schon langsam Richtung Bahnhof. Hier gibt es direkt neben der Markthalle von heute Mittag eine große Area mit Streetfood. Wir suchen uns dort den Tsungel aus, welches dem Namen entsprechend wirkt. Leider wird um uns herum schon fleißig abgebaut und weggeräumt, auch wenn die Öffnungszeiten das nicht erahnen ließen. Auch wenn das Essen lecker war, so richtig willkommen kamen wir uns nicht vor.

Tag 16 – wieder mal ein Gefängnis

Die Nacht war nass und stürmisch und auch zum Frühstück sind es nur noch 12 Grad. So richtig haben wir also keine Lust, herauszugehen. Aber wir sind nun mal so weit weg von zu Hause. Auf dem Platz bleiben ist also keine Option. Wir wollen heute weiter weg von der Stadt, nach Rummu. Der Ort lässt sich schwer beschreiben. Bei gutem Wetter wird er wohl auch irgendwie faszinierend sein.

Es handelt sich wohl um einen alten Tagebau mit angrenzendem Gefängnis. Das Ganze ist heute ein großer Abenteuerspielplatz mit Bad, Tauchbasis, Offroadpark und vielem mehr. Bei dem Mistwetter gerade, bleibt davon nicht viel. Wir zahlen trotzdem den Eintritt und sprinten durch den Regen von einem Gefängnisgebäude zum nächsten.

Wir nutzen eine Mischung aus Audioguide und Neugier, um uns alles anzusehen. Es ist schon spannend, wie der Knastalltag hier aussah. Wenn man dem Guide glaubt, sind einige der Insassen heute noch regelmäßig hier. Zurück im Auto und etwas nass, ist Stimmung ähnlich, wie das Wetter – trüb. Da wird es auch nicht besser, als wir aus der dritten Gaststätte rausgehen, weil es eher einer DDR-Firmenkantine ähnelt. Auf unserer Suche finden wir schließlich zwar kein Restaurant, das offen hat und vegetarische Gerichte anbietet, aber die estländische Steilküste.

Für ein Foto steigen zumindest zwei von vier Leuten aus. Jetzt müssen wir aber etwas Essbares finden, die Jugend ist schon echt mies drauf. Wir steuern Ott & Mattlida an. Es hat offen und ist so süß. Leider ist teilweise die Stimmung schon so im Keller, dass nicht alle das Essen genießen können. Vielleicht liegt es auch an dem gewöhnungsbedürftigen traditionellen Honigkuchen.

Was macht man am besten bei strömendem Regen? Klar, man schaut sich einen Wasserfall an. Also stehen wir kurz nach dem Essen an den Keila-Wasserfällen. Wasser von oben und unten – toll!

Danach reicht es, wir fahren zu Coop und kaufen ein, und weil es uns anlacht, halten wir bei McDonald’s. Burger für die Jüngsten und McCafé für uns.

Tag 14 – Weg aus dem Baltikum

Heute verlassen wir Estland. Schon beim Frühstück freuen wir uns, denn irgendwie gibt es hier in Estland kaum leckere Brötchen. Also packen wir zusammen und fahren eine halbe Stunde bis zum Fährhafen. Weil wir recht früh sind, stellen wir das Auto in der Warteschlange ab und spazieren noch eine Runde an der Strandpromenade entlang. Hier gibt es doch tatsächlich einen Automaten, der uns frischen und vor allem leckeren Kaffee macht.

Danach geht es in den Bauch der My Star. Während das Auto unten parkt, ergattern wir schöne Fensterplätze und genießen die kurze Fahrt.

Schon am Mittag stehen wir wieder an der Schranke von Rastilla Camping in Helsinki. Hier startete unsere Nordkapreise 2021, wir sind also „alte Bekannte“. Wir versuchen erst gar nicht, wieder Tickets im Kiosk zu kaufen, sondern lassen uns von einem Bolt-Fahrer in die Stadt fahren. Schneller und nicht wirklich teuer (zu 4.). In dem Moment, in dem wir aussteigen, hat uns das mediterrane Flair der Hauptstadt sofort wieder eingefangen. Nach einem kurzen Besuch in der Markthalle (die wurde 2021 saniert)…

…stürzen wir uns ins Getümmel. Das Wetter ist auf einmal herrlich. Es fühlt sich an, als wären wir mit der Fähre nach Süden gefahren. Wir bummeln durch die Straßen, kaufen den Mummins-Store halb leer und genießen den Abend.

Schon vor 5 Jahren war die Esplanadi voller Menschen und Musiker. Genauso ist es heute Abend auch. Auf der aufgebauten Bühne spielt eine Band und die Leute hören zu oder tanzen im Park dazu.

Zum Abendessen haben wir uns ein ein ganz regionales Restaurant rausgesucht, wir gehen zum Griechen 😉 Genauer gesagt, ein griechisches Bistro, das Cafetino. Die meisten Tische aus dem Restaurant wurden von Gästen auf die Straße gestellt, leider alle voll. Wir finden drinnen zum Glück noch einen festgeschraubten Tisch und wir lieben es.

Die Karte ist sehr übersichtlich aber eben total lecker. Die Betreiber machen alles selber, wir können quasi zusehen. Auch der Espresso danach ist super.

Auf dem Rückweg finden wir im Park sogar noch einen Eisstand, der noch geöffnet hat. Wir sitzen mit unseren Eiswaffeln am Tisch, beobachten das Treiben und es macht einfach Spaß. Es riecht, klingt, fühlt sich an, als wären wir am Mittelmeer… Erst recht spät lassen wir uns daher vom Bolt-Fahrer abholen und zurück zum Campingplatz bringen.

Tag 15 – Abschied

Line ist wie immer als erste wach, liest aber leise, bis ich aufstehe. Da wir Zeit haben, frühstücken wir ganz entspannt im Wohnwagen. Wir müssen erst Mittag auschecken, also machen wir noch einen kleinen Spaziergang zum Supermarkt. Wir kaufen natürlich nur die Sachen, die unverzichtbar sind. Erdbeermarmelade in der Quetschflasche und Käse in Form eines Elefantenfußes und fast einem Kilo gewicht- lecker! Dann packen wir aber entgültig zusammen und reisen ab. Die Fahrt bis zur Fähre dauert eigentlich nur 10 Minuten, wir suchen uns aber einen Parkplatz in der Nähe des Terminals und unternehmen noch einen kleinen Spaziergang. Hier gibt es nämlich ein Naturreservat mit einem tollen Ausblick auf Hafen und Wälder und ein paar ganz nette Wege.

Wir besteigen also den Vuosaari Peak und genießen die Aussicht.

Dann geht es aber ein letztes Mal zurück zum Auto…

…und direkt zum Fährhafen. Neben dem Warten passieren exakt 2 Dinge: Ein Womofahrer rasiert unseren Zusatzspiegel (ist geklärt und ersetzt) und wir treffen das Maskottchen der Finnlines. Und natürlich machen wir ein Foto, wenn die Kinder schon zu groß sind dafür.

Dann geht es auf die letzte Fähre (für diesen Urlaub) und wir schauen wehmütig zurück auf die finnischen Schären.

Auf dem Schiff genießen wir 2 Tage mit Lesen, Spielen, Meer anschauen und sogar einen Saunagang gönnen wir uns. Leider sind die Saunen nach Geschlechtern getrennt und alleine macht das ganze echt wenig Spaß. Die Jugend ist währenddessen im Fitnessraum und trainiert mit 1a Seeblick.

Kurz nach 21:00 Uhr kommen wir in Travemünde an und rollen vom Schiff. Kurzer Familienrat und wir entscheiden, gleich nach Hause zu fahren (ohne Zwischenübernachtung).

Fazit: Nach Schweden, Norwegen und Finnland haben wir mit den Baltik-Staaten die Ostseerunde voll gemacht. Wir wollten das und wir haben den Urlaub genossen. Die Städte sind toll, die Menschen auch und das Essen ist grandios. Wir sind begeistert, wie modern die Länder im Jahr 2026 schon sind, cool. Die Erinnerungskultur ist beeindruckend. Aber: Die Landschaft unterscheidet sich nicht so sehr von uns. Es gibt tolle Orte, allerdings: die Dichte dieser Orte ist einfach in Skandinavien höher. Dabei spreche ich nicht von Hotspots sondern auch von der Weite finnischer Wälder, der Einsamkeit der Hochebenen und vielem mehr.

Wart ihr schon mal im Baltikum?

Einmal quer durchs Baltikum – Teil I

Bei unserer Ostseerunde fehlten uns noch die baltischen Staaten. Das haben wir im Sommer 2026 endlich nachgeholt.

Die Tage vor der Abfahrt sind aufregend wie selten zuvor. Zwei Theaterpremieren und ein Abiball, zwischendurch packen und direkt am Tag nach der Party los. Trotzdem starten wir schon weit vor Mittag am ersten Julisonntag. Die Strecke ist heute nicht so weit – wir wussten ja nicht, wie wild der Abiball wird… Die Stimmung ist gut, das Reiseziel haben in diesem Jahr die Kinder ausgesucht. Also, „Kinder“ ist eventuell nicht mehr der richtige Begriff mit 15 und 18 Jahren. Das mit der Stimmung ändert sich allerdings schlagartig, als wir bemerken (ok, Line bemerkt), dass wir den nagelneuen Pass von der Jüngsten nicht dabei haben. Ich, habe den zwar in eine Handtasche gesteckt, aber leider in die falsche und die steht jetzt zu Hause. Mist! Wir beschließen aber, weiterzufahren, und hoffen darauf, nicht kontrolliert zu werden. An der polnischen Grenze klappt das gut, ist auch niemand zu sehen, der kontrollieren könnte. Bei Poznan verlassen wir schon die Autobahn und steuern den Campingplatz bei Körnik an. Der Campingplatz liegt prinzipiell schön an einem See, allerdings liegt er auch mitten in einer Sportanlage. Uns egal, für eine Nacht ist das völlig ok.

Wir sind so zeitig dran, so dass wir das gute Wetter nutzen und einen Spaziergang in die Stadt unternehmen.

Die Stadt ist ganz nett: ein kleines Schloss, eine Promenade mit Restaurants und Cafés. Genau das Richtige für unseren ersten Urlaubstag.

Alt werden wir aber nicht, der Abiball… Nun spüren wir, dass die 4-Sterne des Platzes eventuell etwas übertrieben sind. Es ist sehr laut und die Duschen bräuchten neben der Reinigung auch eine Renovierung. Mehr gibt es hier nicht. Für uns braucht es das aber nicht, wir wollen nur schlafen.

Tag 2 Warschau

Line hat perfekte kleine Etappen geplant und so rollen wir gegen 13:30 Uhr auf den nächsten Campingplatz. Wir stehen in einem kleinen Wald am Ortsrand von Warschau. Der Platz nennt sich Camping WOK und wie der letzte auch, ist er nicht günstig, aber deutlich komfortabler.

Es gibt ausreichend und saubere WCs und Duschen und der Betreiber ist mega freundlich. Lange schauen wir uns aber nicht um, sondern fahren gleich Richtung Innenstadt. Die Parkplatzsuche gestaltet sich überraschend einfach (nicht billig) und so flanieren wir kurz darauf durch die wirklich wunderschöne Altstadt.

Und was isst man, wenn man in Polens Hauptstadt ist? Genau, wir essen in einem kleinen hübschen Restaurant Pieroggen, drei Sorten mittig auf dem Tisch, und jeder kostet mal. Es war sehr lecker! Falls ihr jetzt hungrig seid: Wir waren im Bella Kaffeteria.

Danach machen wir uns auf ins sogenannte Kultviertel auf der anderen Flussseite. Wir hatten den Tipp im Netz gelesen, außer Plattenbauten und urbanem Wirrwarr war hier aber wenig zu holen.

Auch wenn das hart klingt, das Schönste auf der anderen Seite war der Blick auf die Altstadt. Den genießen wir auch ausgiebig von der neuen, spannenden Fußgängerbrücke.

Danach gibt’s natürlich auch noch einen Kaffee im Straßencafé, bevor es zurück zum Stellplatz geht. Allerdings sind unsere Vorräte aufgebraucht, also müssen wir noch den polnischen Lidl aufsuchen.

Tag 3 – immer noch Warschau

Irgendwie ist die Stimmung heute genauso wie das Wetter: Es regnet. Wir wollen natürlich trotzdem wieder nach Warschau rein, nehmen dafür erneut das Auto. Heute ist Kultur angesagt, leider haben heute fast alle Museen in Warschau geschlossen. Ja, wir hätten das vorher nachlesen können, haben wir aber nicht. 😉 Also Alternativprogramm. Das Wahrzeichen von Warschau ist dieser riesige Backsteinbau im Zentrum. Ein Geschenk der Russen und bis heute zu besichtigen.

Also, rauf da. Mit dem historischen Fahrstuhl fahren wir ganz hoch, aber auch da ist das Wetter nicht besser. Trotzdem gehen wir raus auf die Plattform, bezahlt ist bezahlt!

Gemütlich ist aber etwas anderes, also nur kurz in jede Richtung schauen, dann wieder runter und etwas anderes suchen. Line hatte vorab schon einen Foodcourt in einem alten Industriekomplex herausgesucht, der scheint jetzt perfekt. Das Essen ist lecker und die Atmosphäre sehr cool!

Auf Shoppen haben wir aber keine Lust, also wieder raus in den Regen. Mit dem Auto fahren wir zurück und stellen uns wieder auf den gleichen Parkplatz wie heute Morgen, denn gleich gegenüber ist das Museum of Modern Art. Hier verbringen wir die nächsten Stunden zwischen politischer Kunst und großen Werken. Okay, einen Teil davon sitzen wir auch einfach vor der riesigen Glasscheibe und schauen den Turm von vorhin an (Teile der Familie behaupten, das war schöner als der Surrealismus). Eine gute Nachricht erreicht uns am Abend: Der Reisepass ist per Express-DHL auf dem Weg nach Riga. Auch wenn die Grenzübergänge problemlos blieben, spätestens an der Fähre hätten wir ein Problem (so die Recherche von Line).

Tag 4 – Auf nach polnisch Lappland

Wir haben nicht nur genug vom Wetter (8 Grad und Regen), sondern auch von der Großstadt. Also ziehen wir weiter. Erst hoffen wir noch auf eine Regenpause, um im Wigierski Nationalpark eine Runde spazieren zu gehen, aber statt Pause, kommt zum Regen auch noch Sturm. Weil das noch nicht reicht, gesellt sich ein leichtes Klackern aus dem Frontbereich des Autos dazu. Außer dem Geräusch ist noch nichts zu spüren, also fahren wir vorsichtig zum Campingplatz. Eigentlich wunderschön am See gelegen, wenn man ihn durch das Mistwetter sehen würde.

Wir kochen erst mal Kaffee und telefonieren mit VW (also eigentlich mit einem Freund bei VW). Zwischendurch krieche ich dann im Regen unter das Auto und fotografiere mal alle Bauteile, die es sein könnten. Und siehe da…

Ich möchte euch hier nicht mit technischen Details langweilen, daher: Die Gelenkwelle machte die Geräusche. Es folgen Telefonate mit ADAC Deutschland, ADAC Polen und ADAC Litauen, weil der nächste Händler schon hinter der polnischen Grenze ist. Das sprengt allerdings die denkbaren Szenarien des ADAC. Also lassen wir das mit dem ADAC vorerst und gehen ins Bett.

Tag 5 Totalausfall

Das Wetter ist etwas besser und wir schauen nach dem Frühstück zumindest kurz, wie schön der Platz eigentlich ist.

Danach machen wir uns auf nach Litauen, aber ganz langsam und vorsichtig. Die ersten 5 Kilometer sind Schotterpiste, dann noch etwas enge Landstraße und dann endlich Autobahn. Das Klackern begleitet uns ständig und wird auch lauter. Jeder Kilometer stärkt die Hoffnung, bis zum VW-Händler zu kommen. Nach der Grenze (wieder ohne Kontrolle – danke EU) ist dann aber Schluss. Nichts geht mehr und wir müssen das Gespann ausrollen lassen. Zum Glück landen wir auf einer Tankstelle und stehen nicht im Weg. Also rufen wir wieder beim ADAC an. Dieses Mal schicken sie einen Abschlepper, der auch nach kurzer Überzeugungsarbeit unseren Wohnwagen mitnimmt.

Erster Stopp ist dann auch unser Wahlcampingplatz, nämlich Kaunas Lake Camping. Dort lasse ich Familie und Wohnwagen zurück und fahre mit dem Abschlepper zu VW. Allerdings recht erfolglos, der Händler meint nämlich, dass er erst in 2 Wochen einen Termin hat (das Wort „Mobilitätsgarantie“ überhört er zufällig). Zum Glück, hat das gleiche Unternehmen noch eine freie Werkstatt gleich nebenan. Dort darf ich mein Auto lassen. Wie lange es dauert? Wissen Sie nicht, Leihwagen haben sie nicht, Auftrag gibt es nicht. Lasse ich das Auto trotzdem da? Ja, was sonst?

Als ich die Werkstatt verlasse, habe ich noch keine Ahnung, wie ich wieder zu Familie und Wohnwagen komme. Immerhin, wir sind eine gute halbe Stunde durch den Ort gefahren. Nur auf eins ist Verlass: auf das Wetter. Während es in Strömen regnet, lade ich mir die Bolt-App und bestelle mir einen Fahrer. Was soll ich sagen – ich werde augenblicklich zum Fan. 5 Minuten später sitze ich im Auto und erhalte Tipps zu unserer weiteren Reise.

Als wir wieder vereint sind, kommt sogar die Sonne raus und wir machen einen kleinen Spaziergang. Der Platz liegt, wie der Name vermuten lässt, direkt an einem See, leider aber auch ziemlich dicht an einer großen Straße.

So langsam finden wir uns mit der Situation ab und schmieden Pläne für die nächsten Tage. Das müssen wir auch, denn unser Pass liegt nun tatsächlich schon in Riga, wir sind aber bisher nicht einmal im richtigen Land. Das Problem vertagen wir auf Montag (heute ist Freitag). Am Abend sitzen wir tatsächlich das erste Mal im Urlaub auch vor dem Wohnwagen, wenn auch nur kurz.

Tag 6 Kaunas

Irgendwie sind wir alle müde. Line steht zwar früh auf, um zu duschen, schläft aber danach noch einmal ein. Erst gegen 10 wecken wir die Jugend zum Frühstück. Das Wetter animiert auch heute nicht, uns zu beeilen. Kurz nach Mittag bestellen wir uns wieder einen Bolt und lassen uns ins Zentrum fahren. Nach einem letzten heftigen Schauer verziehen sich auch die Regenwolken und wir bummeln durch Kaunas.

Wir bekommen einen leckeren Kaffee mit kreativem Muster und unsere Laune bessert sich minütlich.

Danach bummeln wir weiter und stellen fest, an Kirchen mangelt es hier nicht.

Aber auch nicht an kleinen hübschen Kunstwerken.

Wir machen uns gerade auf den Weg zur nächsten Kirche – Kirche der Auferstehung Christi, weil man da wohl hoch kann und einen tollen Blick hat. Da klingelt mein Telefon. Der Mann am anderen Ende der Leitung sagt auf Englisch etwas, was ich kaum glauben kann: Unser Auto ist fertig! Wie cool ist das denn? Also Bolt-App raus, Fahrer bestellt und nichts wie ab zur Werkstatt. 15 Minuten später sitzen wir im Caddy und fahren nun wieder mobil und erleichtert zur besagten Kirche.

Jetzt genießen wir um ein Vielfaches entspannter den Ausblick…

Danach haben wir Hunger und finden direkt neben der Kirche das Kuhne, ein kleines, aber sehr feines Restaurant mit gutem Essen. Line bestellt zum ersten Mal eine Suppe, die uns ab hier vielfach begegnen wird. Es handelt sich nämlich um das Nationalgericht von Litauen, vielleicht sogar vom Baltikum. 😉 – die Rote-Bete-Suppe.

Schlagartig ist alles wieder schön. Satt und bei sonnigem Wetter fahren wir noch zur Festungsanlage in Kaunas.

Bevor wir zurückfahren, dürfen die „Kinder“ noch eine Runde schaukeln und wir laufen ein Stück am Fluss entlang, hier fließen nämlich Memel und Neris zusammen. Klingt vielleicht spannend, ist es aber nicht.

Jetzt ist endlich Urlaub und wir holen uns einen Rosé vor den Wohnwagen – Prost!

Tag 7 Villinius

Wir frühstücken heute ziemlich zeitig, wir haben nämlich beschlossen, nur mit dem Auto nach Vilnius zu fahren und abends zurück. Die Fahrt ist unproblematisch und nach anfänglicher Parkplatzverwirrung (der Automat bleibt für uns ein Rätsel) entscheiden wir uns für das Parkhaus im Skyline Vilnius. Es heißt nicht nur so, sondern befindet sich auch genau da.

Wir wollen aber Altstadt, also überqueren wir die Neris und tauchen in das alte Litauen ein. Na gut, erst freuen wir uns noch über die Skaterbahn im Design der landestypischen Suppe!

Nun sind wir aber wirklich im älteren Teil der Stadt. Uns fällt auf, dass alles sehr sauber ist. Und es gibt offensichtlich noch viel mehr kirchliche Bauten als in Kaunas.

Direkt an dem Turm im Bild oben, finden wir eine Fliese mit der Aufschrift „Stebuldas“, also „Wunder“, im Boden eingelassen, und dank Internet wissen wir auch kurz darauf, was es damit auf sich hat. Also umrunden wir die Fliese jeweils 3 × im Uhrzeigersinn und haben einen Wunsch frei. Danach geht es weiter. So langsam, wie sollte es anders sein, bekommen wir Hunger.

Wir landen auf dem Markt und suchen uns selbstbewusst, trotz Regenprognose, einen Tisch draußen. Wohlwissend, dass der Sonnenschirm uns nicht retten wird. Es geht aber (fast) alles gut und wir beobachten das Treiben ringsum. Dabei bemerken wir immer wieder Leute, die vor etwas stehen bleiben und plötzlich wild anfangen, zu winken.

Von der anderen Seite können wir es dann auch erkennen: einen runden Monitor, der uns im Minutentakt mit Menschen in anderen Ländern verbindet. Ton gibt es nicht, also bleibt nur Winken, Zeichensprache und Freuen. Ein ganz anderes Erlebnis bekommen wir am Tor der Morgenröte mit der goldenen Madonna-Ikone. (siehe die nächsten Bilder) Schon beim Eingang, aber auch direkt im Raum, weisen diverse Schilder auf ein Foto- / Videoverbot hin. Stört das die Einheimischen und Touristen? Natürlich nicht! Da wird gefilmt, gepostet, fotografiert und als wäre das nicht genug, baut ein Pärchen ganz entspannt das Stativ für seine 360‑Grad-Kamera auf. Es gibt Dinge, die verstehen wir einfach nicht!

Wir ziehen weiter. Was wir sonst noch so sehen, gefällt uns richtig gut!

Nach einiger Zeit stellen wir fest: Wir haben ausreichend Kirche gesehen und betreten die Republik Užupis, ein alternatives Stadtviertel mit eigenem Charme und vor allem eigener Verfassung. Diese ist gleich am Start großflächig aufgehängt. Dort steht z. B. „Jeder Mensch hat das Recht, unglücklich zu sein“, aber auch, dass man Katzen haben darf und keine haben muss. (sehr vernünftig)

Zwischendurch gibt es natürlich Kaffee und Kuchen. Wirklich zufällig regnet es gerade stark, als wir hier ankommen und die ausgefallensten Gebäckstücke verkosten.

Wir machen uns auf den Rückweg und überlegen im Auto, was wir wohl zu Abend essen. Zeppelinas – das litauische Nationalgericht! Alle Nichtfahrerinnen googeln und schlussendlich landen wir auf dem Campingplatz, bevor wir etwas gefunden haben und ordern litauisches Essen per Bolt. Die vegetarische Variante fehlt und so müssen wir schnell noch etwas Vegetarisches kreieren, damit auch alle in der Familie satt werden. Es war insgesamt okay, aber der Wunsch nach Zeppelinas bleibt.

Tag 8 – Berg der Kreuze

Ich gehe mit Line am See entlang zum Supermarkt, um frische Brötchen zu holen. Nach dem Frühstück packen wir zusammen und koppeln erstmals nach der Reparatur wieder an. Das Auto läuft problemlos und wir sind erleichtert. Viel zu sehen gibt es hier nicht: ein paar Seen, wenig Wald und sehr viel Acker. Wir halten Ausschau nach interessanten Wegweisern am Straßenrand (hat schließlich in Skandinavien auch immer funktioniert), aber hier werden wir nicht fündig. Einen Stopp machen wir natürlich doch (Tipp von guten Freunden). Wir kommen, nicht ganz zufällig, am Berg der Kreuze vorbei. Der Parkplatz ist gut ausgebaut und dank eines netten Reisebusfahrers, der uns Platz macht, finden wir einen Parkplatz. Mit einigen anderen Touris machen wir uns auf den Weg. Dieser ist mittlerweile beleuchtet und nagelneu ausgebaut.

Die Gefühle vor Ort sind gemischt. Irgendwie ist Ehrfurcht dabei, aber auch Verwirrung, Unglaube und vieles mehr. Hier ein paar Bilder. Was aber bleibt, ist: Man muss sich das ansehen.

Das Ganze dauert allerdings nicht so lange und mehr gibt es dort auch nicht zu sehen. Also springen wir wieder ins Auto und fahren ein Stück weiter zum Campingplatz. Der ist tatsächlich so nah, dass wir kurz überlegen, ob wir bis Riga weiterfahren. Wir entscheiden uns dagegen und sind super happy damit! Der heutige Campingplatz der Sunny Nights Camping ist ein absoluter Glückstreffer! Natürlich suchen wir vorher recht intensiv nach geeigneten Plätzen, aber endgültig sieht man das erst vor Ort.

Der ganze Platz befindet sich auf einer alten Apfelbaumwiese und wird liebevoll gestaltet. Passend zum besser werdenden Wetter, gibt es hinten dran einen tollen kleinen Badesee.

Das lassen wir uns nicht entgehen, also rein ins Wasser und danach mal das tun, was man auf solchen Plätzen eben macht. Wir schaukeln in der selbst gebauten Schaukel für zwei Personen, spielen Badminton, lesen und entspannen einfach. Ich habe noch den Wunsch der Tochter im Kopf: Zepellinas essen, aber vegetarisch. Ich telefoniere ein wenig herum und finde schließlich ein top-bewertetes Restaurant in der Nähe. Am Telefon sagt die nette Bedienung, dass sie zwar keine auf der Karte haben aber nach Rücksprache mit der Küche, machen sie uns welche. Also reservieren wir und freuen uns auf das Essen.

Pünktlich um 18:00 Uhr sind wir beim Forrest, dem Restaurant.

Wir werden superfreundlich begrüßt und erfahren, dass die Quark-Zeppelinas die originale Variante sind.

Im Bild seht ihr natürlich die Variante für mich, mit Schinken. Einfach lecker! Immer wieder kommt die Bedienung vom Telefon an unseren Tisch. Sie freut sich, mal wieder Englisch sprechen zu können, hat nämlich mehrere Jahre in den USA gelebt. Daher erzählt sie uns einiges. Auch ein paar Informationen zum Berg der Kreuze gibt sie uns. Ein Kreuz von ihr steht wohl auch da. Sie hat es aufgestellt, bevor sie wegging. Wir erfahren auch, dass die Kreuze eigentlich aus Protest gegen die Russen aufgestellt worden. Immer wenn diese sie planiert hatten, standen nach der nächsten Nacht noch mehr da. Heute gibt es dafür wohl immer wieder Brandstiftung. Geblieben ist: die Kreuze werden immer wieder aufgestellt und es werden mehr… Nach dem Nachtisch nehmen wir uns noch einen unschönen Punkt der deutschen Geschichte vor. Im Wald befindet sich eine Gedenkstätte für jüdische Bewohner, die hier von den Nazis erschossen wurden. Gerade in heutiger Zeit gehört aber genau so etwas für uns dazu, gerade wenn es auf dem Weg liegt.

Tag 9 – Lettland

Wir können endlich draußen frühstücken und das geht kaum besser als unter alten Apfelbäumen. Danach überqueren wir die nächste Grenze und befinden uns ganz unaufgeregt in Lettland. Wie schon geschrieben, ist auch diese Etappe nicht weit. Wir haben uns für einen Platz etwas außerhalb von Riga entschieden. So haben wir zwar die Großstadt vor der Tür, aber die Ruhe der Natur um uns. Die letzten Kilometer sind allerdings nicht leicht. Aus dem Asphalt wird nämlich Schotter. Das sieht auf Reisberichtsfotos zwar cool aus, fühlt sich innen aber nicht so gut an.

Die Strecke ist zum Glück nicht so lang und wir kommen am Platz Bejas Kompleks an. Wieder mal zu früh, wir müssen noch 10 Minuten warten, bis das Tor sich öffnet. Habe ich gestern geschrieben, dass der Platz toll war?! Der heute ist mindestens genauso toll. Schon bei der Reservierung haben wir gesehen, dass wir direkt am Wasser stehen. Nun sehen wir, dass dies sogar ohne Nachbarn sein wird.

Auf dem Bild oben stehen wir mittig im Bild. Zu unserem Stellplatz gehören ein Grill, eine Picknickhütte, eine Mülltonne und ein (nicht riechendes) Plumpsklo und zur Freude der Jugend: 2 Schaukeln. Jackpot!

Wir bleiben aber nicht lange am Platz, sondern starten gleich nach Riga. Dort liegt nämlich unser Pass und den wollen wir als Erstes holen. Das klappt und wir sind erneut erleichtert!

Die anschließende Parkplatzsuche gestaltet sich einfacher (und günstiger) als für eine Hauptstadt erwartet. Zwei Minuten später sind wir schon am Domplatz und …

essen, was sonst, das lettische Nationalgericht – Erbsen mit Speck. Klingt komisch, ist aber lecker! Naja, wir essen nicht gleich, denn nach ca. 30 Minuten erklärt uns die Bedienung, dass es noch 30 Minuten dauert. Wir schwanken ein wenig zwischen genervt und entspannt, aber am Ende schmeckt es und wir sind milde gestimmt.

Danach nehmen wir die klassische Touristenroute, 3 Brüder (älteste Häuser von Riga)

… das Schwedentor

…Pulverturm

und vieles mehr:

Die Petrikirche kennen wir zwar aus meiner Heimatstadt, aber nur hier gibt es einen Lift bis ganz nach oben. Heute passt auch das Wetter und wir genießen den Blick.

Es gibt übrigens eine kleine Hürde beim Ausblick. Ihr müsst euch in die Hände des in die Jahre gekommenen Lifts begeben…

Von oben haben wir die historischen Zentralmarkthallen gesehen, dahin geht es nun. Die Hallen gefallen uns, nur ein gemütliches Café fehlt. Also schlendern wir nur einmal durch.

Direkt daneben befindet sich das Ghettomuseum und auch wenn es die Stimmung deutlich abkühlt, besuchen wir es. Was da vorgefallen ist, ist einfach grausam. Gut, dass diese Verbrechen an solchen Orten in Erinnerung bleiben.

Danach brauchen wir eine Pause und finden am Livu-Platz ein Café für uns.

Auf dem Rückweg stoppen wir noch kurz am Supermarkt und sitzen danach schon fast bei Dämmerung am See und essen Abendbrot. Natürlich nutzen wir dafür unsere private Picknickhütte mit Blick aufs Wasser.

Am Abend wird es frisch und wir ziehen um und spielen im Wohnwagen Uno. Immer mal wieder unterbrochen von Fotopausen…

Die Hälfte unseres Roadtrips ist nun vorbei. Wie es in Lettland und Estland weitergeht, lest ihr gern im zweiten Teil.

Bayerischer Wald – von Wildnis bis Spießigkeit!

Wir waren schon mal hier. Nun treibt uns unser bikeverrücktes Kind erneut in den Bayerischen Wald.

Der Zugang zu gleich 2 Bikeparks hat den Ausschlag gegeben. Na ja, wenn wir ehrlich sind, lockt vor allem Line der tolle Campingplatz mit Pool, Sauna und mega Restaurant. Wir packen also zum Start der Pfingstferien unseren Wohnwagen und machen uns auf. Eigentlich wollten wir erst Montag anreisen, aber irgendwie sind wir schneller mit allem, was zu Hause noch zu erledigen ist. Also rufe ich einen Campingplatz auf der halben Strecke an. Ergebnis: Alles ausgebucht. Ganz vorsichtig versuche ich mein Glück gleich danach auf unserem Zielcampingplatz. Und was höre ich? Wir haben schon ab Sonntag reserviert. Ups! Aber irgendwie auch gerade unser großes Glück.

Also auf zum Camping Resort Bodenmais, einem, sagen wir mal, Luxuscampingplatz am Ortsrand von Bodenmais. Trotz der Pfingstferien bauen wir gegen 17:00 Uhr bei 32 Grad auf. Das fühlt sich an wie Hochsommer. Also Kaffee kochen und weil beim Campen die Uhrzeit egal ist gibt es noch Kuchen. Danach springen wir natürlich noch in den Infiniti-Pool, bezahlt ist bezahlt.

Viel mehr passiert heute nicht mehr, Abendessen und den Sonnenuntergang genießen.

Tag 2 – Geißkopf

Heute bekommen wir Frühstück gemacht, weil da jemand gern zum Bikepark möchte. Wir müssen uns nur noch an den Tisch setzen. Wir genießen das Frühstück, das Wetter macht es uns aber auch leicht, schon wieder strahlender Sonnenschein. Danach geht es knapp 30 Kilometer zum Geißkopf. Dort trennen wir uns. Eine nutzt ihre Gravity Card und startet in den Bikepark MTB Zone. Wir dagegen wollen zum Gipfel wandern.

Zwar machen wir das auch, aber schon gegen 10:00 Uhr sitzen wir oben auf der Terrasse und trinken einen zweiten Kaffee.

Wir hatten die Tour irgendwie länger erwartet, aber das ist nicht schlimm. Nach dem Kaffee besteigen wir noch den hölzernenen Aussichtsturm auf dem Gipfel.

Danach wandern wir noch eine Weile über die gut ausgeschilderten Wege ringsum den Gipfel. Das Hochmoor ist leider weniger spektakulär aber für den Vormittag haben wir genug Beschäftgung.

Zum Mittag treffen wir uns alle wieder und zwar unterhalb des Bikeparks im Forstgasthaus. Wir sitzen im Biergarten und lassen es uns schmecken. Die Karte ist überschaubar, aber das Essen ist wirklich gut. Weil die Wanderwege nahe der Bikstrecken sind, beschließen wir nochmal ein wenig nach oben zu laufen und uns eine Stelle zum Fotografieren zu suchen. Line und ich positionieren uns und warten gespannt, bis die Bikerin kommt.

Danach folgt das übliche: Pool, Abendessen, Chillen.

Tag 3 – Biketag oder?!

Wir machen zusammen Frühstück und wollen dann zum Bikepark. Line hat eigene Pläne. Beim Zusammenpacken stellen wir allerdings eine gebrochene Achse am Bike fest. Kurz lange Gesichter und dann startet der Problemlösemodus. Ich rufe alle Radläden in der Region an und in Regen bekommen wir dann die erlösende Antwort: „Haben wir da“. Also sind wir zwar 80,- € ärmer ( ich ärgere mich auch nur kurz über den Preis den der Händler dafür aufruft…) aber der Tag ist gerettet.

Während wir im Bikepark unseren Spaß haben und schwitzen, liegt Line noch am Pool und liest. Dort bleibt sie bis 14:00 Uhr, danach schlüpft sie in die Radsachen, um zur Joska Glas Manufaktur zu radeln. Nun liegt der Campingplatz am Hang, Ausgang ist ganz unten. Dort merkt sie, dass die Sonnenbrille noch im Wohnwagen liegt. Als sie wieder dort angekommen ist, gewinnt die Sonne. Es ist so warm, dass sie das einzige vernünftige macht: Badesachen an und zurück an den Pool. Wir beiden sind da nicht so vernünftig. Der Bikepark ist bezahlt, also wird er auch befahren. Nach Feierabend wiederholt sich das Prozedere der letzten 2 Tage. Nur das Kind verwandelt den Platz vor dem Wohnwagen in ihre persönliche Fahrradwerkstatt.

Tag 4 – Arber

Zum Glück öffnet Bikepark Nummer 2 erst 10:00 Uhr, so dürfen wir heute etwas länger schlafen. Dürften! Line hat sich vorgenommen, morgens noch Schwimmen zu gehen, halb 8 schleicht sie sich also raus und zieht es durch. Es ist aber schon wieder so warm, dass es uns alle aus den Betten treibt. Wir machen Frühstück und warten mit frischen Brötchen auf sie. Danach starten wir Richtung Bikepark Arber.

Eigentlich wollten Line und ich jetzt wandern gehen. Bei Eigentlich muss ein „aber“ kommen, unser aber ist die Tankanzeige. Es ist ja verdammt bergig hier und so haben die wenigen Kilometer vom Campingplatz bis zum Arber die Tankanzeige auf 0km gebracht. Die nächste Tankstelle ist in Tschechien, also beiteiligen wir uns mal am Tanktourismus. Lohnt sich übrigens nicht wirklich aber der Tank ist wieder voll und wir können endlich wandern. Wir starten vom Wanderparkplatz Mooshütte und laufen durch einen echt schönen Wald.

Unser Ziel heute ist der kleine Arbersee. Wir hoffen auf etwas leckeres zu Essen im Restaurant dort, vom Rest lassen wir uns überraschen. Lange dauert es nicht und wir sehen den See, das gefällt uns schon mal sehr gut!

Baden darf man leider nicht aber es gibt einen Weg drum herum, den nehmen wir.

Es ist super schön hier, aber wir müssen feststellen, dass im Gegensatz zu den skandinavischen Ländern (und ein wenig fühlt es sich hier so an) hier das moderne Zahlen mit Karte oder Handy noch nicht angekommen ist. Das Schild am Eingang des Gasthauses weist uns darauf hin: Nur bar! Also bekommen wir hier heute nichts, schade.

Wir haben nun 2 Möglichkeiten, entweder besteigen wir den Arber und hoffen, dass wir oben mit Karte bezahlen können. Das ist recht riskant und vor allem ist es schon wieder verdammt heiß. Wir nehmen also die Variante B und laufen zum Auto zurück und wechseln vom kleinen an den großen Arbersee. Hier gibt es erstmal auf der Terrasse leckere Gulaschsuppe und vor allem Kaffee mit Apfelstrudel. Wir sind happy und wenn wir schon um den einen See gelaufen sind, dann auch jetzt um den anderen.

Auch wenn es hier recht voll ist, finden wir immer mal wieder ein ruhiges Plätzchen zum Genießen. Danach geht es zurück, die Bikerin abholen.

Sie kommt uns entgegengesprungen und wir beschließen den Abend im „Franz“ dem Restaurant am Campingplatz.

Wir wurden wieder mal nicht enttäuscht.

Tag 5 – bayrisch Canada

Frühstück, Bikerin zum Geißkopf, soweit alles wie immer. Wir wollen heute am schwarzen Regen, einem Fluss, entlang wandern. Dazu fahren wir nach Teisnach und parken direkt an der Bahnhaltestelle. Der Fluss wird auch immer mal wieder als bayrisch Canada bezeichnet, das wollen wir sehen.

Als wir am Fluss angekommen sind, müssen wir zugeben, es stimmt. Zumindest mit viel Phantasie. Da unsere Wanderung noch etliche Kilometer am Fluss entlang geht, hat dieser auch noch ein wenig Zeit uns zu beeindrucken.

Und das macht er dann auch! Wenn man hier steht, könnte man wirklich denken, man befindet sich in Skandinavien oder eben in Canada. Es gibt aber ein kleines Manko: Der Torusimusverband spricht zwar vom Flusswanderweg, leider verläuft dieser Weg in großen Teilen soweit weg vom Fluss entfernt, dass man ihn nur erahnen kann. Auf Schildern wird uns mitgeteilt, dass das an brütenden Vöglen liegt. Das akzeptieren wir, nur dann nennt ihn doch bitte nicht so. Wenn wir ihn aber sehen, sieht er toll aus.

Unser Ziel ist heute das Adventure Camp Schnitzmühle. Wir verfolgen diesen Platz schon länger auf Instagram und wollen uns heute mal dort umsehen. Leider dauert der Weg dorthin (wegen der großen Umwege) länger als geplant und nach 18km sind wir erstmal hungrig. Wir finden einen Platz auf der gemütlichen Terrasse und bestellen leckeres Essen. Unser Tipp ist die Tomatenmarmelade, die es zu Lines Essen gab. Das Essen zieht sich allerdings etwas, so dass wir die weitere Besichtigung verschieben müssen und zur Bahn eilen. Das schöne an dieser Wanderung ist nämlich, dass man einfach soweit wandert, wie man mag und den Rückweg von einer der vielen Haltestellen antreten kann.

Vom Zug aus ist der Ausblick auf den Fluss tatsächlich viel öfter möglich, als zu Fuß. Wir genießen also die Ausblickke auf dem Rückweg aus dem Zugfenster heraus.

Tag 6 – Silberberg

Am letzten Tag will die Bikerin natürlich nochmal ihrem Hobby nachgehen und wir suchen uns was in der Nähe. Auf dem Silberberg waren wir zwar schonmal aber da dasTicket für die Seilbahn inklusive ist, setzen wir uns auf die Räder und strampeln den extrem steilen Weg zur Talstation – der Name ist deutlich irreführend. Wir fahren also nach oben und laufen eine kleine Runde.

Wir lernen sogar noch etwas über den Silberbergbau, Fledermäuse und jede Menge zusätzliche Infos aus zu lauten Touristen, die wir gar nicht wissen wollten. Das ist scheinbar der Nachteil vom Seilbahnen…

Wir sind wieder unten aber der Tag ist noch lange nicht um, also fahren wir vorsichtig Richtung Geißkopf, machen aber in Regen nocheinmal Stopp. Hier schlendern wir durch die kleine aber hübsche Altstadt und, wie soll es anders sein, suchen ein Cafe.

So richtig gefällt uns aber nichts und wir beschließen, gleich zum Geißkopf zu fahren, um am Forthaus noch alle zusammen Kaffee zu trinken.

Fazit: Morgen geht es nach Hause. Auch nach unserem zweiten Besuch sind wir noch hin und hergerissen. Der Campingplatz ist toll, einige Regionen auch wirklich spannend aber es ist eben an vielen Orten auch extrem spießig und in den 70ern stehen geblieben. Was es über die Bikeparks zu sagen gibt, findet ihr sicher demnächst in einem Extrablog.

100.000 km mit dem Caddy – Ein Resümee

Nach fast 6 Jahren haben wir sie voll gemacht, die 100.000 Kilometer mit #thewildcaddy. Ich will in diesem Blog einmal zurückschauen und euch auch mein ehrliches Feedback zum Auto inklusive Umbau geben.

Im März 2020, mitten im Corona-Lockdown kam der Caddy als Neuwagen zu uns. Er ist somit einer der letzten aus der 4. Generation. Wenn ihr wissen wollt, welche Ausstattung der Caddy mitbringt und was umgebaut wurde, schaut gern in den Beitrag hier.

Seit damals ist viel passiert und, soviel kann ich vorwegsagen, der Caddy hat das alles gemeistert. Gekauft haben wir ihn, um mit unserem Wohnwagen auf Reisen zu gehen und natürlich um zu meinem Job zu kommen. Die dienstlichen Kilometer haben sich zum Glück in den letzten Jahren drastisch gesenkt und seit ein kleiner e-UP! eingezogen ist, darf der Caddy sich auf die härteren Einsätze konzentrieren. Und davon gibt es seit 2022 eine ganze Menge!

Zwischen 2022 und 2025 diente der Caddy neben seiner Reisebereitschaft auf als Hausbauhelfer. Egal ob Grünschnitt, Bagger holen, Terrassenholz holen – er musste alles mitmachen. Das ganze passierte auch ohne Probleme, auch wenn er die eine oder andere unschöne Stelle bekommen hat. Dank dem Allrad und der knapp 2.0t Zuglast waren auch größere Transporte (siehe Foto 4) problemlos möglich. Auch wenn der Innenraum nicht unbedingt dafür gemacht ist, als Maxi konnte er seine Länge beim Transport von 3 m Balken ganz ausspielen.

Aber nicht nur als Baufahrzeug konnte er zeigen, was er kann. Bei den Kindern haben sich die Hobbys verändert und so dient der Caddy mittlerweile auch als Fahrradtransporter um in die Bikeparks Deutschlands und der Alpen zu kommen.

Dabei ist es problemlos möglich 3 Räder (Downhill, Enduro, Dirt) ins Auto zu laden, ohne etwas abzubauen. Natürlich haben dann auch noch alle 4 Personen im Auto Platz.

Sollten wir mal mehr Platz benötigen, haben wir nun noch einen Heckträger. Hauptsächlich bleibt er aber, was er ist – unser Urlaubsfahrzeug.

So sind wir von den insgesamt 100.000 km knapp die Hälfte mit Wohnwagen gefahren. Dabei waren wir hoch im Norden am Nordkap, aber auch im Süden in Italien.

Sollte sich der ein oder andere für den Verbrauch interessieren, hier unser Langzeitwert.

Im Solobetrieb: 7,8 Liter

Mit Wohnwagen: 12,3 Liter

Meistens mit 4 Personen, 4 Motion und den großen AT-Reifen. Das mag kein Traumwert sein, aber wenn man den Nutzwert dazunimmt doch echt ok.

Reparaturen

Wie sieht es denn aber mit der Zuverlässigkeit in dieser Zeit aus? Eins vorweg: Wir lassen den Caddy aktuell ausschließlich bei VW warten. Hier vor Ort steht uns das Autohaus Schneider dazu zur Verfügung. Alle Inspektionen wurden dort erledigt.

Liegen geblieben ist der Caddy bis heute nicht, ich hoffe, das bleibt auch so! Allerdings gab es ein paar kleine Defekte, welche im Laufe der letzten 6 Jahre behoben werden mussten.

Als Erstes ist im Sommer 2024 die Klima ausgestiegen. Wir sind also ganze 4 Jahre ohne den kleinsten Defekt gefahren. Es war am Ende nur ein Dichtring an einer Klimaleitung. Er wurde ersetzt, seitdem läuft sie.

Als Nächstes ist dem Autohaus im Januar 2025 bei einer Inspektion aufgefallen, dass vorn links die Feder gebrochen war. Da diese trotz Seikel original geblieben ist, wurde sie durch ein Neuteil auf Garantie ersetzt. Ich hatte zum Glück die Anschlussgarantie, musste also nichts bezahlen.

Bei knapp 100.000 km waren dann im September 2025 die Bremsen vorn fällig. Auch die Yokohama Geolandar AT-Bereifung war verdienterweise fällig. Da wir mit diesem Reifen sehr zufrieden sind, blieben wir dabei und orderten 4 neue. Einige Sorgen bereiteten uns beim Wechsel allerdings die Felgen. Wir fahren ja die Klassik B von Delta 4×4 und nach 5,5 Jahren mit einigen Geländepassagen waren die äußeren Ringe recht ramponiert. Genau dafür sind sie ja auch da und sollten im Zuge des Reifenwechsels ersetzt werden. Die Schrauben sahen das allerdings ganz anders und wollten einzeln ausgebohrt werden.

Nach einem Rad habe ich aufgegeben und die Räder mit einem Satz neuer Ringe verkauft. Delta 4×4 konnte zwar garantiemäßig nichts mehr machen, hat mir aber einen echt guten Preis für einen Satz neue Felgen gemacht, die nun mit den neuen Reifen auf dem Caddy sind. Wir haben dieses Mal die schwarzen Ringe schwarz gelassen, so sehen die Felgen gleich noch etwas größer aus. Was meint ihr?

Das wäre es eigentlich gewesen, wenn nicht kurz vor diesem Blog noch gleich zwei Mängel aufgetreten wären. Als Erstes machte sich ein klackerndes Geräusch aus dem Fahrwerk bemerkbar. Laut Werkstatt ein nicht so seltenes Problem beim Caddy – die Gelenkwelle vorn links. Aufgrund des Fahrzeugumbaus mussten wir über eine Kulanz gar nicht nachdenken und so ersetzten wir die Gelenkwelle gegen eine neue aus dem Hause SKF. Ob das jetzt mit der Höherlegung zu tun hatte oder einfach eine Folge der Kilometerleistung war, wir werden es nicht erfahren. Bei einem Materialpreis von knapp 150,– aber zu verschmerzen.

Ärgerlicher war da schon der jetzt wirklich letzte Defekt bis heute. Im Januar 26, bei knapp über 100.000 ging beim Starten die Motorkontrollleuchte an, löschen brachte nur kurz Linderung. Also Fehler auslesen und ein bekanntes Problem beim 2.0TDI finden. Die Glühkerze am 3. Zylinder ist hinüber. Ja genau, die teure mit dem Sensor dran. Wurde bei der letzten Inspektion gleich mitgemacht. Und das war‘s!

Fazit:

Auch wenn ich immer mal mit einem anderen Fahrzeug liebäugele, einen echten Ersatz für den Caddy gibt es aktuell nicht. Die Kombination aus 4Motion, Anhängelast, riesigem Kofferraum und genug Platz für 5 Personen macht ihn unverzichtbar. Gibt es etwas zu kritisieren? Ja! Der Fahrkomfort ist aus meiner Sicht nicht optimal. Die Blattfedern hinten mögen zwar gerade im Baustellenbetrieb dank der hohen Zuladung ihre Daseinsberechtigung haben, aber wer viel ohne Last und Anhänger unterwegs ist, wird merken, dass der Unterschied zu einem Passat (nur als Beispiel) schon recht groß ist. Mit Wohnwagen am Heck ist es aber dafür sehr entspannt, da wippen PKW deutlich mehr.

Wir mögen den Caddy und ab sofort darf auch der Nachwuchs, dank erworbenem Führerschein, damit fahren. Bin gespannt, wann (und ob) sie mit ihren Freundinnen ins Vanlife-Abenteuer starten will!

Gardasee – ohne Trubel, mit Sonne

Ja, ich weiß, dieser Trip ist schon eine Weile her. Aber wie es so ist im Leben, manchmal drängeln sich wichtige Dinge vor. Dies galt dieses Mal nicht nur für das Schreiben dieses Blogs, sondern auch für die eigentliche Reise. Wir hatten ganze 2 Wochen Urlaub im Herbst. Irgendwie war klar, wir brauchen Sonne und noch etwas Wärme wäre toll. Doch statt Wärme kündigten sich in der ersten Urlaubswoche Handwerker an und die lässt man zu diesen Zeiten nicht warten.

Schwarz-Blog am Gardasee im Herbst

Also warten wir geduldig und überlegen jeden Tag wohin wir fahren sollen, wenn es denn endlich losgeht. Am Ende bleibt es dabei, Herbst am Gardasee – wir kommen.

Tatsächlich kommen wir super durch und rollen bereits zur Kaffeezeit auf unseren Campingplatz am See. Wir haben uns dieses Mal einen Platz ausgesucht, auf dem wir noch nicht waren. (lest gern auch von unseren letzten Erlebnissen am Gardasee – hier ) Mit Wellness, beheiztem Pool und einem Pumptrack für den Jüngsten. Der Platz heißt La Rocca Camping (warum wird sich schnell herausstellen) und liegt am Ostufer, ziemlich genau mittig zwischen Garda und Bardolino.

La Rocca Camping

Im Bild ist er gut zu sehen. Also ‚er‘ der Campingplatz und auch ‚er‘ der namensgebende Fels. Aber wir sind ja gerade angekommen, also wird erst mal aufgebaut. Besser gesagt, trinken wir erst einen Kaffee und bauen danach auf. Reservierungen hat der Platz leider nicht mehr angenommen. Laut Mail gäbe es aber noch Restplätze, so kommt es, dass wir recht beengt stehen (wenn jemand sein Auto sehr mag, wie ich, hat er es hier immer direkt griffbereit)

Wie geplant, scheint die Sonne und wir genießen im Shirt den ersten Nachmittag. Abends noch ein kleiner Spaziergang Richtung Bardolino – ok, weiter als bis zur ersten Pizzeria kommen wir nicht, aber das ist auch in Ordnung.

Tag 2 am Gardasee (22.10.)

Zum Frühstück im Schatten ist es doch noch etwas kühl und mit einem sonnigen Platz können wir gerade nicht dienen, also Frühstück indoor. Danach trennen sich die familiären Wege. Der Sohn hat gestern eine Skaterbahn entdeckt, dorthin steuert er heute also sein BMX. Wir restlichen drei tun so, als würden wir nach Malcesine radeln. Ich glaube, alle wissen, dass wir dort nicht ankommen. Wir fahren gemütlich am Ufer entlang, ignorieren dabei gekonnt die Schilder, auf denen jemand behauptet, der Weg würde auch für Radfahrer bald enden. Was soll schon passieren, dass es zwar für Fußgänger weiter geht, aber nicht für uns?!

Punta San Vigilio – So heißt der Ort an dem ein „netter“ Herr steht und uns mitteilt, dass es ab hier für Fahrräder nicht weiter geht. Schieben? Kopfschütteln! Tragen? Kopfschütteln. Er lässt sich nicht beirren, den Privatbesitz fahrradrein zu halten. Also nehme ich die Kamera und schaue mir das wenigstens zu Fuß kurz an.

Ok, ist süß! Aber nicht für uns, wir drehen um und radeln die Straße entlang, erst steil bergauf, dann steil bergab, nur mit dem Ziel, um diese 5 Häuser herumzufahren. Ganz oben ist eine Einfahrt mit großem Parkplatz. Hier offenbart sich das Geheimnis der Hartnäckigkeit, den Parkplatz muss man teuer bezahlen, auch wir Radfahrer werden freundlich hereingewunken – Nö! Wir fahren weiter.

Obwohl, viel weiter kommen wir nicht, irgendwer hatte vergessen, die Lust in seinen Rucksack zu packen. Wobei, so generell kann man das auch nicht sagen. Die Lust auf Eis und Pizza in Gardas alten Gassen war doch irgendwie da. Also geben wir uns dieser hin und genießen das Leben. Wir sind angekommen!

Genau das brauchten wir in diesem aufregenden Jahr! Abends ein Bad im Sonnenuntergang – ok, nicht im See, sondern im Pool und danach unser typisches Abendessen in Italien: Baguette, Olivenöl, Käse und Oliven – lecker! Es gab so viel, Line und ich müssen noch einen kleinen Spaziergang machen, um nicht zu platzen.

Tag 3 am Gardasee (23.10.)

Unsere innere Uhr weckt uns kurz vor 8. Line geht Brötchen holen, ich darf den ruhigen See bewundern. Das dauert und so stößt Line mit frischen Brötchen in der Tüte zu mir. Wir bewundern zu zweit weiter, bis ein hungriger Schwan die Brötchen riecht. Wir flüchten, um heute vor dem Wohnwagen zu frühstücken.

Die Jugend entscheidet sich heute für: chillen. Scheinbar war unser vorgebrachter Tagesplan nicht spannend genug. Schon länger habe ich die Klöster und Kirchen an den steilen Felsen rund um den See auf dem Zettel. Die wohl bekannteste haben wir uns für heute ausgesucht. Also geht es nach dem Frühstück Richtung Osten, zu zweit. Die Santuario Madonna della Corona ist eine in Stein gemeißelte Kirche hoch oben. Barfuß und auf Knien die steile Treppe hinauf – so gehen wir nicht. Wir wählen einen Nebenweg und sind so schnell an der Kirche, wie ganz viele andere natürlich auch.

Wir bleiben daher nur kurz für die obligatorischen Fotos und steigen dann die Treppen weiter hinab. Line hat eine kleine Wanderung herausgesucht, welche nicht nur tolle Blicke auf die Kirche freigibt,

sondern auch viel Natur und eine Hängebrücke bietet.

Wie so oft sind wir kurz nach dem Verlassen der Hauptattraktion allein. Das genießen wir eine Weile und machen uns dann auf den Rückweg – der irgendwie steiler geworden ist in der letzten Stunde, auch die Treppen waren auf dem Hinweg noch nicht da, oder? Schwitzend erreichen wir wieder die Kirche und nutzen die Chance der wenigen Besucher für ein paar weitere Erkundungen, also noch mehr Stufen.

Wie soll’s anders sein, wir sind bereit für einen Cappuccino, passend mit einem leckeren Croissant. Das Café direkt an der Kirche ist überraschend günstig und lecker! Für heute wollen wir nicht eine Stufe mehr sehen!

Daher begleiten wir unseren Familienbiker nur noch zum Pumptrack des Campingplatzes. Abwechselnd schauen wir zu oder und genießen den Ausblick über den See.

Tag 4 am Gardasee (24.10.)

Es regnet! Viel! Dauerhaft! Also kaufen wir nicht nur frische Brötchen am Campingplatz, sondern auch noch 2 Schirme. Die werden wir brauchen, weil wir direkt nach dem Frühstück nach Verona fahren wollen. Trotz Regen streifen wir durch die Straßen und Gassen und genießen diese tolle Stadt so sehr, dass wir erst gar nicht bemerken, dass der Regen aufhört.

Wir besuchen die Arena (die schmutzigste, die wir gesehen haben), essen Gummibärchen (die teuersten, die wir gekauft haben), trinken guten Cappuccino und bestellen uns eine leckere Pizza zum Mitnehmen. Natürlich besuchen wir auch den berühmtesten Balkon, genau den von Romeo und Julia.

Ein kleiner Tipp: Die lange Schlange am Eingang zum Balkon führt zur Kasse. Um sich den Balkon von außen anzusehen, braucht ihr keinen Eintritt bezahlen, einfach an der Schlange entlang durch den Torbogen gehen und tada, da ist er zu sehen.

Ein gelungener Tag, trotz des Wetters.

Tag 5 am Gardasee (25.10.)

Es hat die ganze Nacht geregnet, aber pünktlich zum Frühstück hört es auf und wir trotzen den morgendlichen Temperaturen, als wir entscheiden: Frühstück gibt es draußen! Wir nutzen das besser werdende Wetter für eine Radtour nach Süden.

Erst Bardolino, dann Lazise. Wir haben ein festes Ziel, heute ist Markttag und unser Jüngster erinnert sich an unseren letzten Besuch hier. Also suchen wir den Marktstand mit den frittierten Krabben und finden ihn. Einer ist happy!

Ich habe aber auch Hunger und das merkt der Rest der Familie scheinbar. Also gehe ich voran und suche eine, nein, ich suche DIE Gaststätte für unser Mittag.

Wir haben sie gefunden (natürlich haben wir das). Die anfängliche Skepsis der Familie verschwand als der Kellner Bruschetta, Käseplatte und Focaccia bringt. Es war mega lecker! Jetzt noch ein Eis am kleinen Hafen und der Tag ist perfekt.

…ok, das Licht am Abend war zu schön um nicht nochmal zum See zu gehen (sind ja auch nur 30 Meter)

Tag 6 am Gardasee (26.10.)

Wir frühstücken entspannt und lange. Die Wetter-App zeigt schon eine Weile strahlenden Sonnenschein, wir ahnen die Sonne, aber sehen können wir sie nicht. Irgendwann reicht es uns und wir machen uns trotz Nebel auf den Weg. Das Wir heißt, wir zwei. Die Jugend will sich keinen Nebel antun. Wir wollen heute den Namensgeber des Campingplatzes besteigen und sind optimistisch, dass es aufklart bevor wir oben sind.

Die Wanderung ist kurz aber schön, zwischendurch gibt es ein paar Höhlen, die sind aber nicht zum Betreten freigegeben. Schade eigentlich…

Oben angekommen, können wir sogar den einen oder anderen Blick auf den See erhaschen, meist bleibt er heute aber im Nebel verborgen.

Der Rückweg führt uns durch Garda, direkt am Friedhof vorbei, dann schauen wir doch mal rein. Schon spannend, wie sehr sich dieser von den, uns bekannten Friedhöfen unterscheidet.

Das Wetter ist perfekt für eins – Mittagsschlaf! Den mache ich heute, während Line noch einen Kaffee trinkt und die Vorräte im Eurospar auffüllt. Danke! Den Abend beschließen wir erneut mit Regengeräuschen.

Tag 7 am Gardasee

Schon wieder machen wir uns nach dem Frühstück allein los und schon wieder kommt die Sonne trotz Ansage nicht hervor. Nicht, dass das zur Tradition wird! Dafür waschen die Kinder ab, passt. Wir setzen mit dem Caddy auf die andere Seeseite über. Dazu nutzen wir die Autofähre von Torri del Benaco nach Maderno. Endlich hat uns auch die Sonne entdeckt und kommt hervor. Es wird ein guter Tag!

Ganz in der Nähe gibt es einen Stausee, Fotos im Internet zeigen tolle Ausblicke. Den steuern wir heute als Erstes an. Schon der Weg dorthin ist herrlich und die Herbstsonne gibt nun alles.

Leider ist der Stausee kaum gefüllt, so besteht er überwiegend aus Kiesstreifen mit ein wenig Wasser darin. Dafür gibt er ein Gebäude frei, welches sonst scheinbar weit unter der Wasseroberfläche liegt.

Lange halten wir uns trotzdem nicht hier auf, sondern steuern unseren zweiten Tagespunkt an. Dafür wollen wir uns auch etwas mehr Zeit nehmen. Versteckt am Hang des Westufers liegt eine kleine Pestkapelle, die sogenannte Eremo di san Valentino. Hierher wollten sich damals die Dorfbewohner von San Giacomo retten, wenn die Pest den Gardasee erreicht. Das, so steht es auf der Tafel vor Ort geschrieben, hat leider nicht geklappt. Übrig geblieben ist aber die Ruine inklusive der Kapelle. Dorthin geht es also jetzt. Dazu parken wir in dem kleinen, süßen Örtchen Sasso und machen uns auf den ausgeschilderten Weg. Nach oben! Wieder mal!

Aber der Weg ist toll, immer am Hang entlang, oft mit Blick auf den blauen See.

Aber irgendwann wird es steiler, steiniger und feuchter, zwar nicht weniger spannend aber anstrengender. Haben die damals gedacht, die Pest denkt sich ‚Ach komm, ist mir zu steil, da gehe ich nicht mit?‘ Das würde den Ort zumindest erklären.

Wir klettern bald auch durch ein altes Flußbett. Zum Glück wird der Stieg durch ein gespanntes Stahlseil etwas gesichert, die nassen Steine sind echt rutschig. Es geht wild auf und ab aber irgendwann haben wir es geschafft und wir bestaunen wieder mal solch ein Bauwerk. Damals einfach in den Stein gehauen, steht es bis heute.

Wir genießen die Ruhe des Ortes noch eine Weile, machen uns dann aber auf den Rückweg, der Kaffee lockt. Der Rückweg wirkt, als hätte jemand umdekoriert. So toll sah das doch eben nocht nicht aus, oder doch?! Wir sind begeistert, der Weg hier hoch hat sich wirklich gelohnt.

Am Auto angekommen geht es schnell zur Fähre, ok ein Auto-Foto muss noch drin sein aber dann ab zum Wohnwagen, habe ich schon erwähnt, dass der Kaffee ruft?

Tja, so schnell geht die eine Woche rum, die eigentlich hätte zwei Wochen sein sollen. Am letzten Abend wollen wir es nochmal wissen. Also geht es zuerst nochmal zum Pool. Ich schaffe es auch fast rein, aber denke mir dann, hey bis zum Knie ist doch auch gut! So bleibt die Badehose trocken – meine zumindest.

Danach spazieren wir ein letztes Mal nach Garda, begleitet von einem spektakulären Sonnernuntergang.

Ähnlich soll das Abendessen werden. Wir kehren ein in der Osteria il Porto und Line bestellt mutig eine Fischplatte. 3 Kellner waren gefühlt nötig, um das Teil an unseren Tisch (sogar draußen) zu schleppen. Hummer, Garnelen, Krabben, Muscheln, Fisch und und und, sehr lecker aber sooo viel!

Wir helfen alle mit aber nur halbherzig, schließlich soll das Dessert noch passen…

Mit vollen Bäuchen laufen wir zum Wohnwagen, ich glaube der Weg hätte um den Gardasee führen können, wir wären immer noch vollgefressen angekommen. Nun, es war nicht unser erster Ausflug zum Gardasee und es wird sicher nicht unser letzter sein. Gardasee geht immer. Dieses besondere Gefühl an diesem See ist schon etwas, was immer wieder lockt. Genauso, wie das leckere Eis und das tolle Essen.

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    Fichtelgebirge – ein wenig Schweden in Bayern

    Diesen Sommer ist alles anders! Eigentlich wäre es an der Zeit, für mindestens 3 Wochen nach Skandinavien aufzubrechen. Eigentlich! Noch diesen Sommer kommt aber großes auf uns zu (positiv!) und daher fällt unser Sommertrip diesmal ganz anders aus. Statt nach Skandinavien geht es nach Bayern, genauer gesagt ins Fichtelgebirge. Lange haben wir einen Ort gesucht, der nicht so weit weg ist und uns aber schnell in Urlaubsstimmung versetzt. Soviel kann ich schon mal verraten: Der Fichtelsee bietet für uns genau das! Aber von vorn.

    Am 7.Juli startet unser Urlaub, lediglich 2,5 Stunden Fahrt liegen vor uns, also frühstücken wir ganz in Ruhe, bevor wir am späten Vormittag aufbrechen. Der Caddy samt Wohnwagen stehen schon gepackt bereit und die Fahrt über die A9 läuft am Freitagmorgen absolut staufrei. Wir sind so schnell, dass wir an der Schranke zum Campingplatz am Fichtelsee noch bis 14:30 warten müssen. Dann schauen wir uns eben schon mal um.

    Rezeption Camping Fichtelsee

    Genauso entspannt machen wir weiter, beziehen unseren schönen großen Platz, machen es uns gemütlich und holen zum ersten Mal in diesem Urlaub die Bialetti heraus, um einen wunderbaren Cappuccino zu trinken. Danach zieht es uns zum See. Irgendwie dachten wir, dass der Platz einen direkten Zugang hat, da lagen wir wohl falsch, aber der Weg dauert nur knappe 2 Minuten und ist daher völlig ok.

    Unser erster Eindruck: Toll! Der See liegt mitten im Wald, überall wachsen Heidelbeeren und von großen Steinen kann man ins Wasser springen. Man könnte meinen, wir sind doch mitten in Schweden gelandet. Den Abend lassen wir mit ein paar Spielen ausklingen, ganz entspannt, schließlich war ja heute erst Anreise.

    Tag 2

    Für unseren Jüngsten ist heute ein spannender Tag. Er hat die nächsten beiden Tage (Samstag und Sonntag) einen Mountainbike-Kurs am Ochsenkopf. Das ist der nächstgelegene Berg mit Lift und einer MTB-Strecke. Nach dem Frühstück (natürlich draußen bei herrlichem Wetter) bringe ich ihn also zum Bullhead-Bike Hauptquartier. Ich warte noch, bis er in seine Gruppe eingeteilt wurde und verkrümele mich dann schnell wieder.

    Bullhead Bike am Ochsenkopf

    Das große Kind hat sich nach einem anstrengenden Schuljahr entschieden, heute noch zu chillen, also starten Line und ich heute mal allein. Mit den Rädern fahren wir auf super ausgebauten Schotterwegen zu Weißmainquelle. Diese befindet sich am Osthang des Ochsenkopfs und wäre auch zu Fuß vom Campingplatz aus bequem machbar. Die Gegend hier gefällt uns immer besser, manchmal muss man gar nicht so weit wegfahren…

    Die Quelle an sich ist jetzt nichts spektakulär, höchstens wenn man sich vorstellt, dass es sich um eine der beiden Quellen des Mains handelt und somit daraus in einigen Kilometern der große Fluss Main wird. Außerdem war natürlich auch Goethe schon hier. Auf dem Weg treffen wir auch unseren Sohn mit seinem Guide und Gruppe. Er sieht etwas abgekämpfter aus als wir, aber glücklich. Nach gut 2 Stunden sind wir zurück am Platz und beschließen baden zugehen. Line schafft es bis zu den Knien, ich gerade mal zu den Knöcheln, ist noch verdammt kalt dieser Fichtelsee. Also tun wir so, als wollten wir sowieso nur unsere Beine darin baumeln lassen und sitzen kurze Zeit später wieder vorm Wohnwagen und trinken, na was wohl, Cappuccino. Zumindest so lange, bis mein Telefon mir sagt, dass der Sohn abgeholt werden möchte. Der ist dafür aber dann so aufgeheizt, dass er ohne zu zucken in den See springt.

    Bad im kalten Fichtelsee

    Der Abend endet mit Stadt-Land-Vollpfosten vor dem Wohnwagen. Leider fallen diese widerlichen Mini-Mücken über uns her, aber das merken wir erst später.

    unser Caddy und Wohnwagen auf dem Camping Fichtelsee

    Tag 3

    Der Tag beginnt wie der gestrige, nach dem Frühstück bringe ich den Sohn zum MTB-Kurs und schon bald erhalten wir erste Fotos und Videos von seinem Können. Zum Stolz mischen sich bei Line etwas Zweifel, ob das wohl gut geht. Wird schon! Wir machen heute mal etwas ganz Ungewöhnliches für uns, nämlich nix. Also ganz nichts, dann auch nicht. Wir bauen die SUP auf und tragen sie zum See. Auf einmal ist der Weg doch ganz schön lang…

    Sup fahren, lesen und einfach aufs Wasser schauen – scheinbar brauchen wir das so in diesem Urlaub. Es tut auf jeden Fall gut und nachdem wir wieder zu viert sind, gönnen wir uns mit Freunden, welche gerade auf der Durchreise einen Zwischenstopp gemacht haben, ein leckeres Abendessen im Restaurant am See. Natürlich nicht ohne einen kleinen Spaziergang um den See.

    Tag 4

    Der Kurs vom Sohn ist vorbei und wir können es morgens etwas entspannter angehen. Zudem ist heute Montag und montags gibts am Platz keine frischen Brötchen. Wir haben welche zum Aufbacken dabei, aber die drängeln zum Glück nicht. Nach dem Frühstück starten wir zu dem Ausflugsziel, was wohl kein Fichtelgebirgsurlauber auslässt – zum Felsenlabyrinth. Der Kleine hat recht wenig Lust dazu und lässt uns das auch wissen. Wir ertragen sein Schimpfen gelassen und klettern, nachdem wir Eintritt bezahlt haben, durch Höhlen, auf Felsen immer höher den Berg hinauf.

    Eine ganze Weile können wir unsere beiden Teenies motvieren…

    … aber irgendwann lassen wir sie an einem Rastplatz mit reichlich Heidelbeeren und gutem Netz zurück. Hier endet auch das eigentliche Felsenlabyrinth. Mussten wir unten noch an einem Kassenhäuschen durch ein Drehkreuz laufen, so schließt sich hier oben ganz unmerklich der fränkische Gebirgsweg an. Wir beschließen diesem ein wenig zu folgen, um uns den Burgsteinfelsen anzusehen.

    Der Weg bis dahin bietet einige schöne Ausblicke, so toll wie das eigentliche Ziel waren die natürlich nicht. Also schnell die Leiter hoch und aaaaahhhhh rufen.

    Wo wir einmal hier sind… Wir schauen auf die Wegweiser. Entweder zurück wo die Kinder sind oder doch noch schnell zum Haberstein? Kann ja nicht so lange dauern…

    Ok, es hat etwas länger gedauert und die Kinder fragten, ob wir sie vielleicht zurückgelassen haben, aber hey der Weg war es Wert, oder?! Und auch das neue Ziel hat sich gelohnt.

    Vor dem Ausblick heißt es aber wieder Stufen klettern, dann aber…

    Haberstein

    Nun aber schnell zurück zu den Kindern und den Abstieg durch das Felsenlabyrinth. Punkt 16:00 Uhr sitzen wir mit Kaffee vorm Wohnwagen und lassen es uns wieder ganz entspannt gut gehen.

    Tag 5

    Heute gibt es wieder Brötchen und wir werden tatsächlich erst durch das Hupen der Bäckerin wach. Also aus dem Dachzelt krabbeln und Frühstück machen. Heute trennen wir uns. Die Tochter bewacht den Wohnwagen (klingt besser als; sie chillt schon wieder), Line macht eine kleine entspannte Fahrradtour und ich lasse mich vom Sohn in die Tiefen der Mountainbikestrecke einführen. Der Gedanke, dass das vielleicht ein Fehler sein könnte, kommt mir gleich ganz am Anfang. Da schiebe ich ihn aber schnell weg, ‚Hallo, der ist erst 12, wo der lang fährt, komme ich ja schon lange…‘ Allerdings ohne 2-Tage-Kurs… Die erste Runde habe ich wohl viel geflucht und mich gleichzeitig gewundert, was man so in 2 Tagen alles lernt. Er fährt wie ein Großer.

    Hoch geht es immer mit der Bahn und runter über Stock und Stein. Wir beschließen, das nochmal zu machen, dann aber mit Kamera. Wie ich die auch noch transportieren will, weiß ich da noch nicht. Wir fahren unsere 5’er Karten leer und nehmen auf dem Rückweg noch leckere Rosinenbrötchen (Bäcker beim Edeka in Fichtelberg) mit, um zumindest das Kaffee zusammen zu genießen. Haben wir auch! Danach folgt ein neuer Versuch von mir Baden zu gehen – bis zu den Knien habe ich es geschafft. Der Kleine war da schon längst beim Tauchen. Und weil es fast schon eine Tradition ist, und ja weil der See einfach toll ist, machen wir nach dem Abendbrot noch eine kleine Runde. Heute liegt er spiegelglatt vor uns und hilft wieder einmal über das Fernweh nach skandinavischen Wäldern hinweg.

    Tag 6

    Eigentlich wollten wir heute schon wieder faul sein, aber das haben wir nicht geschafft. Zumal das Wetter hier auf 800 m Höhe auch nicht so warm ist, wie angekündigt. Also beschließen wir doch mal zu sehen, wie es so in Bayreuth ist. Was wir nicht bedenken, die Stadt liegt natürlich nicht so hoch und vom Gewitter der letzten Nacht spürt man da auch nicht mehr viel. Wir springen also von Schatten zu Schatten und der Unmut der jüngeren Generation, sich die Stadt anzusehen, wächst.

    Also essen wir ein verdammt leckeres Eis und suchen uns nach dem Schlossgarten in einem Biergarten ein schattiges Plätzchen, um was zu essen. Bayreuth, mag sein, dass du mehr zu bieten hast, uns heute aber nicht. Wir wollen raus aus der Stadt (wer hätte das gedacht) und fahren zurück, um die Bialetti aufzuheizen. Lesen, Cappuccino und Sonnenschein ist genau das Richtige. Bei unserer kleinen Standardrunde um den See entdecken wir heute noch einen tollen Kletterfelsen in unmittelbarer Seenähe und erkunden ihn vorerst ohne die Kinder – die sitzen nämlich noch am Wohnwagen.

    Tag 7

    Aber heute machen wir dann mal nichts. Oder? Wir schaffen das einfach nicht! Beim Frühstück werfen wir diesen Plan um, weil das Wetter am Samstag viel besser sein soll, da können wir dann bei 32 Grad nichts machen. Wir beschließen also, heute eine kleine Fahrradtour zu machen. Der Jüngste will aber partout nicht, er war heute auf Chillen eingestellt, also chillt er auch. Ok, er ist alt genug, also bleibt er da und wir drei machen uns auf den Weg. Wieder geht es über toll ausgebaute Radwege, diesmal zur Girgelhöhle.

    Angekommen, stellen wir fest, dass Line einfach an keinem Felsspalt vorbeigehen kann, ohne zu versuchen hineinzuklettern. Wir lassen sie natürlich.

    Auch bei der 2. Station, darf sie.

    Mit unserer Idee, nun auch noch zum hohen Matze weiterzufahren, überspannen wir die Bereitschaft unserer Tochter dorthin mitzukommen, nur ein klein wenig. Sie schimpft kaum, als es dann auch noch steil bergauf geht und kann es am Ende nicht mal richtig genießen. Sorry an der Stelle, wir können nicht anders…

    Dafür besuchen wir nach der Rückkehr noch einmal unseren Kletterfelsen am See.

    Noch besser als der Felsen gefällt uns, dass wir hinterher im Restaurant am See Kaffee trinken, mit Schokokuchen und Apfelstrudel. Sau lecker!

    Tag 8

    Es hupt 2x. Ach ja, der Bäcker ist da. Kurz sehnen wir uns nach dem Brötchenservice am Zeinissee, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Also aufstehen und Frühstück machen. Die „Männer“ wollen heute wieder den MTB-Trial am Ochsenkopf unsicher machen. Wir vereinbaren mit den Mädels, dass wir uns zum Mittag beim Restaurant am Gipfel treffen. Sie wollen vom Campingplatz aus nach oben laufen. Heute läuft es für uns besser. Wir kennen den Trial und werden immer schneller.

    Unser Jüngster beginnt, nach möglichen Sprüngen Ausschau zu halten. Um sie dann auch zu springen natürlich.

    Beim Mittag treffen wir uns bei einem kalten Radler (also für mich zumindest) und leckerem Essen und tauschen uns über unseren Vormittag aus. Wir berichten von großen Steinen, Sprüngen und Adrenalin, die Mädels von tollen Wiesen und einem schönen Weg nach oben.

    Danach trennen wir uns wieder, auch wenn wir alle bergab wollen. Der eine Teil läuft zurück, der andere fährt noch ein bis zweimal den Hang hinab.

    Am Abend gibt es dann Essen vom Grill und die wildesten Geschichten vom Tag. So langsam ahnen wir, dass sein Bike den neuen Anforderungen nicht mehr gewachsen ist. An dieser Stelle noch mal vielen Dank an den Guide von Bullhead Bike. Echt beeindruckend, wie viel seit dem Kurs geht. Was machen wir wohl vorm Schlafen?! Genau, nochmal ’ne Runde um den See. Der ist aber auch jeden Tag anders und immer schön!

    Tag 9

    Line beginnt den Tagebucheintrag für heute Samstag mit dem etwas abgewandelten Liedtext: ’32 Grad und es wird noch heißer…‘ und das passt heute. Wir schwitzen schon beim Frühstück, aber das ist diesmal gar nicht schlimm. Am See findet heute das Naturraumfestival statt und was passt dazu besser als Sonne und Hitze. Nach dem Frühstück schnappen wir uns also jeder sein/ihr SUP und fahren quer über den See zum Festival. (Der Eintritt ist übrigens für alle kostenlos.) Dort hängen wir die Füße ins Wasser, hören Musik, essen Pommes, gehen schwimmen und lassen uns einfach treiben. Wir können doch chillen!

    Kaffee gibt es dann wieder am Wohnwagen. Leider zieht ein Gewitter auf und wir beschließen, dass wir erst danach wieder vorgehen, diesmal auf dem Landweg. Irgendwie bemerken wir gar nicht, dass die Musik nicht mehr zu hören ist. Als wir aufbrechen, erklären uns Mitcamper, dass das Festival wegen einer Unwetterwarnung abgebrochen wurde. Verständlich aber schade. Also kehren wir um und spielen noch eine Runde im Wohnwagen (diesmal 6 Sekunden Kritzeln), bis die dunklen Wolken wieder wegziehen.

    Tag 10

    Ein letztes Mal vom Hupen des Bäckerautos geweckt. Ich will mit meinem Sohn nochmal zum Bikepark, aber es hat die ganze Nacht immer wieder geregnet und es ist frisch. Wir probieren es trotzdem, kommen aber schon nach der ersten Runde zurück. Irgendwie läuft es heute nicht und wir gesellen uns zu den anderen Beiden. Wir machen heute einfach schon wieder nichts außer schwatzen, lesen, Kaffee trinken. Am letzten Abend wollen wir das Abendessen nochmal im Restaurant am See genießen. Dass wir dafür wieder um den See laufen, ist sicher klar, oder? Und der zeigt sich nochmal von seiner bezauberndsten Seite, so als wolle er sagen: „Wer muss schon nach Skandinavien?!“

    Tag 11

    Wir reisen ab. Bei herrlichem Wetter packen alle mit an und so sind wir trotz Frühstück bereits vor 10:00 Uhr bereit abzureisen (10:30 Uhr muss man hier vom Platz sein). Auch die kurze Rückfahrt geht völlig staufrei an uns vorbei.

    Fazit:

    Das Fichtelgebirge hat uns wirklich gut gefallen, ja sogar überrascht. Wir haben bisher nirgends mehr wilde Heidelbeeren gegessen als hier. Wir wurden nirgends so an den wilden Norden Europas erinnert als hier. Der Campingplatz liegt perfekt und die Gegend bietet viel. Wir kommen bestimmt nochmal hier her. Auch wenn, und da sind sich alle einig, es kein vollständiger Ersatz für einen Roadtrip durch Skandinavien ist.

    Endlich mal wieder Römö / Dänemark

    Unglaubliche 4 Jahre hat es gedauert, bis wir wieder auf unserer Lieblingsnordseeinsel Römö sein konnten. Erst die fehlenden Pfingstferien, dann 2 Jahre lang Corona-Einreiseregeln, wir sind gespannt, ob wir die Insel überhaupt wieder erkennen.

    Wir haben sie erkannt, viel hat sich auch nicht geändert und das ist in diesem Fall absolut positiv gemeint. Aber von Anfang an! Wir können erst Sonntag vor Christi Himmelfahrt starten, am Samstag gab es noch etwas zu feiern zu Hause. Nach dem Frühstück geht es los und wir schaffen es bis Hamburg ohne Stopp und Stau. Wohlgemerkt bis Hamburg, durch den Elbtunnel holt uns der übliche Stau ein, trotzdem sind wir pünktlich auf der Insel. Pünktlich heißt, wir können uns noch einen Kaffee kochen und diesen in der Sonne genießen.

    Wir haben lange überlegt auf welchen Campingplatz wir auf Römö fahren. Es gibt 3 Plätze auf der Insel, einen direkt am Meer und die anderen eher „hinten raus“. Bisher war für uns immer klar, es gibt nur den am Meer. Leider haben wir den für letztes Jahr reservierten Platz auf Lakolk-Camping auf Drängen von First Camp voll bezahlt und konnten ihn nicht nutzen. Die mündlich versprochene Lösung gab es nicht. Trotzdem zieht es uns letztendlich wieder nach vorn. Wer sparen möchte und daher auf den Spaziergang durch die Dünen zum Sonnenuntergang verzichtet, der ist auf Family-Camping aber gut aufgehoben.

    Diesen kurzen Weg nutzen wir auch sofort nach dem Kaffee und laufen direkt an den weiten Strand vor. Das haben wir vermisst! Die einen spielen mit den Wellen, die anderen machen Fotos und die Damen tanzen eine Weile am Strand…

    Tag 2, 23.5.22

    So mögen wir das! Wir werden von der Sonne geweckt und können draußen frühstücken. Danach packen wir alles zusammen und fahren an den Buggystrand. Auf Römö ist Kite-Buggy fahren nur auf einem bestimmten Strandabschnitt erlaubt, dieser befindet sich ganz im Süden, mit Blick auf Sylt. Der Strand dort ist noch breiter und meist leerer als in Lakolk.

    Jeder holt sein „Spielzeug“ raus und genießt den Tag auf seine Art. Ich fahre endlich mal wieder Buggy und Mountainboard, die Große liest in der Sonne, der „Kleine“ gibt sich dem Sandspielzeug hin und Line, die macht von allem etwas, vor allem aber spaziert sie über die Dünen und genießt den Blick aufs Meer. Natürlich lassen wir auch alle Windspiele, Drachen und Tiere raus, das gehört zu einem Tag auf Römö. Pepe probiert sich am Kite fliegen und kommt nach etwas Übung gut zurecht. Ich glaube, bald kann er aufs Board…

    Erst spät am Nachmittag kehren wir zufrieden, müde und hungrig zum Wohnwagen zurück. Der Nachteil von Wind am Strand?! Sand! Überall! Also alle duschen und danach Nudeln mit Pesto (geht immer). Bevor wir ins Bett fallen, gibt’s sogar noch eine Runde Gesellschaftsspiele. (Fast ganz ohne Streit!)

    Tag 3, 24.5.

    In der Nacht hat es geregnet, allerdings werden wir nicht davon geweckt, sondern von unserer Leseratte. Sie saß gestern mit Basecap in der Sonne und hat gelesen. Das hat zur Folge, dass sie nun 2 fette Brandblasen oben auf den Ohren hat. Alles andere hatte sie eingecremt aber an die Ohren unter den langen Haaren hatte keiner gedacht. Merker: Ohren nicht vergessen! Sie erträgt es aber tapfer und so können wir das Frühstück mit frischen dänischen Brötchen genießen. Danach geht’s, wie soll es anders sein zum Strand. Heute aber direkt in Lakolk, wir wollen ein paar Drachen steigen lassen und das verträgt sich nicht so gut mit den Buggys. Viel zu lange lag das alles in der Garage, heute lassen wir alles raus! Line macht was sie will: zum Meer spazieren.

    Leider wird das Wetter schlechter, bevor die Drachen nass in die Tasche müssen, packen wir zusammen und statten lieber den Kite-Surfern noch einen Besuch ab. Auch diese sind bei Wind immer am Strand von Lakolk zu finden.

    Tag 4, 25.5.

    Halbzeit und das Wetter verspricht nichts Gutes. Wir überlegen, ob wir meine Verwandten aus Tschechien, die mittlerweile viele Jahre in Dänemark wohnen, besuchen. Das Problem: Wenn wir auf Römö sind, haben wir keine Lust wegzufahren. Trotzdem raffen wir uns auf. Heute geht hier eh nichts und auf Kerzenziehen in der Passage von Lakolk hat keiner mehr Lust (unsere Beschäftigung bei vielen Regentagen). Kurz angefragt, die beiden können. Idealerweise liegt der Ostseeort Kolding auf dem Weg, das können wir verbinden. Das Internet verspricht viel was Kolding angeht, wir schlendern durch den Ort und suchen das gelobte Flair. An einigen Orten holt es uns ein, an anderen ist irgendwie Endzeitstimmung mit vielen geschlossenen Kneipen und Geschäften. Trotzdem schaffen wir es die schönen Seiten zu genießen und – das Beste – draußen Kaffee zu trinken! OK, was zu Essen gab es auch!

    Nach dem Essen haben wir uns auf die Suche begeben, in Kolding soll es ein Boot geben, welches ausschließlich die dänische Königin nutzen darf. Nicht auf der Ostsee sondern auf einem kleinen See, direkt am Schloss. Wir haben es gefunden, auch wenn es etwas königlichen Prunk vermissen lässt.

    Danach geht’s zur Verwandtschaft. Wir genießen einen tollen Nachmittag/Abend, lachen viel und die beiden zeigen uns ihre (nicht mehr ganz so) neue Heimat. Wir fahren erst wieder ab, als die Befürchtung aufkommt, dass wir nicht mehr auf den Campingplatz kommen (22:00 Nachtruhe)

    Tag 5, Vatertag

    Ich gehe mit Line Brötchen holen und die Kinder decken, einmalig in diesem Urlaub, den Tisch. Das Wetter passt und wir frühstücken draußen. Zum Vatertag wollen wir nochmal zum Buggystrand. Der ist heute recht nass und verdächtig leer. Das fällt uns aber jetzt noch nicht auf. Also ab durch das flache Wasser an unseren Stammplatz an der Düne. Der Caddy mit seinem Allrad ist schließlich für solche Verhältnisse umgebaut ( den Umbaubericht findet ihr hier). Wir geben uns alle unseren Beschäftigungen hin (diesmal mit eingecremten Ohren) und genießen die Zeit. Aber der Wind wird immer stärker und so muss ich das Buggyfahren irgendwann aufgeben. Auch lesen und spielen macht bei dem Wind und Sand nicht mehr wirklich Spaß.

    Am frühen Nachmittag beschließen wir zurück zu fahren. Die Kinder wollen unbedingt noch ein berühmtes dänisches Softeis essen und wir haben auch nichts gegen Fika einzuwenden. Kaffee haben wir zwar dabei aber bei dem fliegenden Sand, knirscht das immer so doll 😉

    Erinnert ihr euch noch an die wenigen Autos und das Wasser am Strand? Die Autos die noch da sind, stehen alle direkt an der Strandausfahrt. Zwischen ihnen und uns haben die Flut und der Wind mittlerweile einen See von stolzen Ausmaßen gezaubert. Rechts und links hat er kein Ende, das heißt wir müssen durch. Den ersten Versuch breche ich ab, als das Wasser bis zum Schweller steht. Mit einem anderen Auto suchen wir eine flache Stelle. Unser Vorteil ihm gegenüber ist, dass wir dank Fahrwerk und großer Reifen knapp 10cm höher liegen, so nutzen wir kurzerhand eine Gruppe Reiter, welche vor uns durch das Wasser reiten als Orientierung und kommen unbeschadet am anderen Ufer an. Jetzt aber ab: Eis essen!

    Bevor ich nochmal für ein kleines Auto-Fotoshooting zum Strand fahre, ziehen wir unser Aufstelldach ein. Der Wetterbericht hat mittlerweile eine Sturmwarnung herausgegeben. Da wir genug Platz im Wohnwagen haben, wollen wir nichts riskieren.

    Der Campingplatz füllt sich, Partygäste strömen herbei und so ist es mit der Beschauligkeit spätestens heute vorbei. Nach 2 Jahren Pandemie, so befürchten wir, sind wir da etwas empfindlicher geworden. Wir machen uns trotzdem einen gemütlichen Abend, aufgrund des Wetters und der vielen Nachbarn aber im Wohnwagen.

    Freitag, 27.5.

    Wir werden mit Sonne wach und bauen die Stühle und Tisch draußen auf. Ich stelle Caddy und Wohnwagen so, dass wir windgeschützt sitzen können und wir genießen kurz die Sonne. Ein Blick zum Himmel sagt uns aber – schnell wieder einpacken. Wir schaffen es gerade so alles in den Wohnwagen zu schaffen, da geht es draußen auch schon richtig zur Sache. Wir frühstücken also drinnen und im Trocknen weiter. Die nächste Regenpause nutzen wir für einen Strandspaziergang, dachten wir! Wir werden nass bis auf die Knochen (zumindest dort wo keine Regensachen sind), nass und sandig, denn neben dem Regen ist der Sturm immer noch da. Wir schauen uns kurz an und entscheiden: Wir fahren heute statt morgen nach Hause – So entfliehen wir den Partymenschen und dem Regen. Also packen wir zusammen und rollen kurz nach 1 für das obligatorische Gespannfoto nochmal an den Strand. Leider erkennt man dort nicht wie windig es war aber um die Tür zu öffnen, musste man schon mit 2 Händen ziehen.

    Caddy und LMC am Strand

    Auf der Heimfahrt erleben wir etwas, was wir nicht für möglich gehalten hätten! Hamburg ohne Stau! Das ist unglaublich und beschert uns eine Ankunft gegen 22:00 Uhr. Trotz Kürzung (aber nur um eine Nacht) eine tolle Auszeit am Meer!

    Fenstertaschen von Lazy-Camping.de

    Wie Ihr sicher wisst, kann man im Van nie genug Stauraum haben. Gerade wenn es ein recht kleiner Van wie unser #ThewildCaddy ist und man (auch wie wir) zu viert unterwegs ist. Als ich dann Ende letzten Jahres auf die Firma Lazy-Camping gestoßen bin, war ich neugierig. Taschen, welche man in die hinteren Seitenscheiben klemmt. Taschen, die also zum einen die Fenster verdunkeln und dann auch noch den unnützen Raum an dieser Stelle nutzbar machen. Klingt gut und will probiert werden. Daher hier nun unser ausführlicher Testbericht.

    Fenstertasche am thewildcaddy

    Die Bestellung klappte einfach über die Website. Die Taschen gibt es für den kurzen Caddy aber auch für unseren, also die Maxiversion. Die Farbe kann man auch wählen, wir haben uns wegen der Sonneneinstrahlug für eine helle Variante in Grau entschieden. Wenn wir einmal beim Bestellen sind, wollen wir auch gleich noch die Tasche für die Rückenlehne ausprobieren. Beide sind vom Hersteller „Pong Bag“. Hier haben wir uns für die dunkle Variante entschieden, also anthrazit.

    Pong Bag im Caddy Maxi

    Die beiden Taschen machen einen sehr hochwertigen Eindruck, strapazierfähiges Material, stabile Reißverschlüsse und ordentlich verarbeitet – das passt also schon mal. Beginnen wir aber mit der Fenstertasche!

    Hier kann man sich entscheiden ob man beide Seiten nutzt oder wie wir nur eine, wir haben uns für die Fahrerseite entschieden, dann stören sie nicht das Blickfeld des Fahrers. Die Montage ist denkbar einfach. Die Fenstertasche ist mit Klipsen an einer Trägerplatte befestigt. Diese Trägerplatte wird einfach mit den vorhandenen Nasen zwischen Glasscheibe und Verkleidung geklemmt. siehe Bild:

    Da die Tasche an sich davon völlig unabhängig ist und auch noch einen Tragegriff hat, kann man diese zu Hause (oder wie in unserem Fall im Wohnwagen) packen und dann fertig gepackt montieren. Dazu müssen nur die 4 Klipse (sieht man oben im Bild) geschlossen werden und zack, hält.

    Nun wollten wir natürlich probieren was so reinpasst. Lazy Camping gibt 55 Liter an, aber was genau heißt das? Ich habe folgendes reingepackt:

    • 1 Picknickdecke
    • 1 Kuscheldecke
    • 1 Softshelljacke
    • 4 Regenjacken
    • 4 Regenhosen
    • 4 Pullover
    • Alternativ: je Fach einen Campingstuhl (siehe Foto unten, allerdings war da das Gewicht grenzwertig)

    Quetschen musste ich noch nicht und die Tasche hing trotzdem Gewicht noch bombenfest an der Scheibe.

    Natürlich ist der Preis von 258,- € auf den ersten Blick kein Schnäppchen, mit Blick auf die Funktionalität und Verarbeitung geht der aber absolut in Ordnung!

    Werfen wir einen Blick auf die Tasche für die Rücklehne. Da wir zu viert unterwegs sind, dient bei uns der Einzelsitz in der 2. Sitzreihe als Halter dafür. Ich hatte erst Bedenken, dass dafür zu wenig Platz ist, das umklappen funktioniert aber wunderbar.

    Auch für diese Tasche gibt es eine separate Montageplatte ( ich sage mal Platte, diese ist natürlich nicht starr), welche man erstmal an die Rückenlehne montiert. Das funktionierte im Caddy problemlos. Wie bei der Fenstertasche, kann auch diese gepackt werden und danach einfach montiert. Hierbei helfen Magnete die Träger und Tasche schon mal zusammen halten. Danach die bekannten Klipse befestigen und fertig. Lazy Camping gibt hier 25 Liter Fassungsvermögen an. Ich habe getestet, natürlich ohne quetschen:

    • 2 Daunenwesten (oben)
    • 4 Regenjacken (unten)

    Die Verarbeitung ist genauso gut wie bei der Fenstertasche.

    Fazit: Wir mögen die Taschen! Und zwar die ganze Familie. Wir haben sie mittlerweile 4 Wochen verbaut und in dieser Zeit knapp 5000km gefahren, beide Taschen sitzen immer noch fest, die im Fenster immer noch mit den Campingstühlen. Gerade am Nordseestrand auf Römö, wo alles einsandet was rumliegt, waren sie Gold wert. Alles hat seinen Platz und vor allem, sie funktionieren hervorragend. Ein positiver Nebeneffekt: Das Auto heizt sich durch die abgedeckte große Seitenscheibe nicht so stark auf. Da man die Taschen auch problemlos mitnehmen kann, sind sie nicht nur für Leute geeignet, welche im Van schlafen sondern für alle, die gern Platz und Ordnung im Auto haben.

    Habt Ihr Fragen oder Anregungen? Dann immer her damit!

    Dieser Beitrag enthält Werbung aufgrund Produktnennung, trotzdem geben wir hier unsere neutrale Meinung wieder.

    Stubaital lohnt sich immer – vor allem bei Neuschnee

    Die letzten 2 Jahre hat uns ein kleines Virus davon abgehalten, unser Aprilwochenende im Schnee zu verbringen. Sehnsüchtig sahen wir in der Zeit, wie das Hotel Kindl im Stubaital den eigenen Wellnessbereich ausbaute. Daher stand schnell fest, wenn es wieder möglich ist, dann wollen wir ins Alpenhotel Kindl. Anfang April ist es dann endlich soweit, wir starten Richtung Österreich. Wie immer fahren wir Freitag 03:00 Uhr in der Früh los und wie immer fragen wir uns, ob wir dafür nicht langsam zu alt sind. Das Wetter ist für eine lange Fahrt nicht gerade optimal, es ist um 0 Grad und Regen und Schnee wechseln sich ab. Line holt auf dem Beifahrersitz noch etwas Schlaf nach und ich (Micha) kämpfe mich durch das Wetter. Das klappt erstaunlich gut und wir erreichen bereits kurz vor 10 unseren traditionell ersten Zwischenstopp, ein großes Sportgeschäft in Innsbruck. Leider sind wir recht erfolglos, das Sortiment zeigt deutlich, dass der Sommer vor der Tür steht. Auf den sind wir aber noch nicht eingestellt… Also auf geht’s, die letzten Kilometer rein ins Tal.

    Dank des tollen Service vom Hotel Kindl, ein besonderer Dank geht hier an Anika von der Rezeption, liegen unsere Skipässe nämlich schon bereit. Da es noch vor Mittag ist, trauen wir uns fast nicht zu fragen, aber tatsächlich ist unser Zimmer schon fertig und wir müssen uns nicht auf dem Parkplatz in unsere Snowboardsachen werfen. Das Hotel hat uns für das Wochenende das Luxus-Zirbenzimmer zur Verfügung gestellt und wir sind vorsichtig gesagt beeindruckt. Aber dazu später mehr. Jetzt heißt es: schnell in die Klamotten und auf den Berg. Wenn Ihr im Kindl wohnt, könnt ihr euer eigenes Auto dazu einfach stehen lassen, im Kleinbus vom Hotel geht es jederzeit zur Talstation Gamsgarten oder Eisgrat und so durchqueren wir bereits 10 vor 12 die Schranke und fahren nach oben ins „Königreich des Schnees“. Das Wetter allerdings zeigt sich nicht von der besten Seite, viel sehen können wir erstmal nicht.

    Oben angekommen, ist das Bild nicht anders. Wir sehen kaum etwas aber wir spüren,… jede Menge neuen Schnee und es schneit auch wild weiter. Die Wetter-App sagt für Freitag und Samstag einen halben Meter Neuschnee an und wir stecken bereits mittendrin. Wir lassen uns den Spaß von den Wolken nicht verderben. Die Kombination aus kaum Sicht und viel Schnee ist lustig, wir fallen oft aber weich. Nur das Ausgraben aus dem tiefen Schnee ist etwas anstrengend und dabei fahren wir noch nicht einmal neben der Piste…

    Stubaier Gletscher

    Die Sonne kämpft tapfer, manchmal sehen wir sogar mehr als 20 Meter und ich hole die Gopro raus. Aber nur um sie gleich danach wieder weg zu packen. Nach 2 Stunden geben wir auf. Zum einen weil alles nass ist, zum anderen weil das Hotel einfach zu sehr mit dem neuen Wellnessangebot lockt. Da wir den Shuttle vom Hotel nicht extra rufen wollten, setzen wir uns in den nächstbesten Skibus – natürlich in den falschen! Aber das merken wir erst, als wir ein paar Stationen gefahren sind. „Dieser Bus fährt auf direktem Weg nach Innsbruck“, so netterweise die Ansage des Fahrers, also nicht über den Ortsteil Milders. Da liegt aber das Hotel! Wir steigen also an der Hauptstraße aus, nehmen die Haltestelle, die dem Hotel am nächsten ist und laufen – kann nicht so weit sein, reden wir uns ein. Eine Weile laufen wir schon am Straßenrand, da überholt uns der Shuttle vom Hotel und kommt nach einer Minute prompt zurück, um uns einzusammeln. Der Fahrer hat Lines karierte Snowboardhose erkannt und wollte uns nicht laufen lassen. Da fühlt man sich doch richtig gut aufgehoben. ( An der Stelle viele Grüße an den Fahrer und DANKE!)

    Jetzt aber schnell durch den Skikeller ins Zimmer, bevor es aber in die Sauna geht, lockt uns der hausgemacht Apfelstrudel. Wir haben Vollpension und dazu gehört im Kindl eben auch ein Nachmittagsbuffet. Die Suppe, die Jause mit den herzhaften Köstlichkeiten lassen wir aber stehen. Wir lieben Apfelstrudel mit Vanillesoße. Dazu einen leckeren Kaffee und wir beide sind glücklich!

    Nun aber wirklich. Wir wollen uns den Wellnessbereich endlich selbst ansehen. Auf dem Zimmer steht eine Tasche für uns bereit. Darin sind Saunatücher und Bademäntel, da der Lift uns direkt bis zum Eingang fährt, werfen wir die Bademäntel gleich über und machen uns auf den Weg. Wir mochten den Bereich ja bereits 2019 aber was das Team vom Kindl hier noch mal nachgelegt hat, ist einfach traumhaft. Egal ob Ihr mit Kindern oder alleine hierher kommt, hier werden alle ihren Spaß haben. Als erstes sieht man den Pool, den gab es schon aber auch er wurde nocheinmal geschmackvoll in Szene gesetzt.

    Pool im Hotel Kindl Foto: Kindl

    Es gibt aber auch Neues zu entdecken. Uns zieht es zu den neuen Rutschen. Wer sagt, dass wir dazu Kinder dabei haben müssen?! Wir probieren also alle aus! Die lange Röhre lasse ich erst wieder in Ruhe, als ich den Rutschenrekord geknackt habe. Dazu gibt es eine automatische Zeitmessung und eine Anzeigetafel am Ausstieg. 3,99 Sekunden zeigt sie an, wer schneller ist, möchte sich bitte bei mir melden!

    Kennt Ihr das, entweder ihr habt Kinder dabei oder ihr könnt in den Ruhebereich des Bades?! Nicht hier! Es gibt jetzt neben dem Kinderplanschbecken – ich konnte Line gerade so davon abhalten, das auch zu testen – einen extra Liegebereich für Familien. Super gemütlich!

    Von dort aus geht es nun aber endgültig in die lang ersehnte Sauna (auch das Saunieren ist in den Zeiten der Pandemie bei uns deutlich zu kurz gekommen). Neben dem Dampfbad, einer Bio-Kräutersauna und der finnischen Sauna, begeistern uns der Whirlpool mit Bergblick und ein toller Ruheraum. Lines Favorit ist diesmal das Dampfbad, ich mag besonders die Liege mit Panoramablick in der finnischen Sauna. Was wir aber beide lieben, ist das Buffet mit getrocknetem Obst und verschiedenen Getränken im Saunabereich. Wenn ich nicht so ein Weichei wäre, würde ich unter die Eisdusche gehen aber so stelle ich die normale Dusche auf eiskalte 38 Grad und kühle mich ab…

    Die Tage im Skigebiet sollten eigentlich mindestens 28 Stunden haben, um alles zu schaffen. Kaum sind wir richtig entspannt, gibt es schon wieder Abendessen. Als kleiner Tipp, lasst euch das nicht entgehen! Wir statten also unserem Zimmer wieder nur einen Kurzbesuch ab und sitzen danach an unserem Tisch im Restaurant. Es ist sogar der gleiche wie 2019. Was uns damals nicht aufgefallen ist, heute aber schon (und zwar positiv), in unserem Teil gibt es nur Tische für Erwachsene. Die Familientische befinden sich in einem anderen Raum. Somit ist es angenehm ruhig. Das Essen ist leider viel zu lecker, um aufzuhören wenn man satt ist, also genießen wir! Das Essen, den Service, den Wein und auch einfach mal die Zeit zu zweit.

    Satt und völlig erschöpft fallen wir danach in unsere Betten. Die sind durchaus etwas besonderes. Mehr darüber kommt noch, versprochen!

    Tag 2 – Neuschnee satt

    7:30 Uhr quälen wir uns aus dem Bett. Das Alter…. behauptet zumindest Line! Wir genießen das tolle Frühstück und sitzen Punkt 9 Uhr in einem Skibus, ganz für uns. Scheinbar schreckt viele andere Gäste noch der Schnee und die Wolken ab. Uns nicht!

    Auf 2900m Höhe angekommen, ist das Bild ähnlich wie gestern. Manchmal kommt sogar die Sonne durch, meistens schneit es aber. Dafür haben wir heute schöne, dicke, leichte Flocken und wir haben uns vor der Bergfahrt noch schnell mit „Schlechtwetter Brillen“ ausgestattet. Trotz der -12 Grad am Berg kommen wir wieder schnell ins Schwitzen. Der Tiefschnee ist einfach zu verlockend, bleiben wir aber stecken, müssen wir uns mühsam ausgraben.

    Spaß macht es trotzdem und Hunger. So sitzen wir kurz nach 12 im Restaurant auf 2600m Höhe und genießen unseren Lieblingskaffee. Für mich wird traditionell Tiroler Gröstl serviert, Line lachen jedoch die frischen Erdbeeren auf der Karte an. Danach gibt’s eine Premiere für uns. Klaus Kindl hatte uns vorab per Mail gefragt, ob wir nicht mal einen Snowboardlehrer der Skischule Neustifft ausprobieren wollen. Da waren wir dabei und pünktlich um 13:00 Uhr nahm uns Gert in Empfang.

    Wir besprachen schnell unsere Wünsche und einigten uns darauf, dass Gert die nächsten 2 Stunden vor allem unser Guide sein wird. Er betrachtete unseren Fahrstil, gab uns ein paar kleine Tipps aber vor allem wusste er in dem dichten Schneegestöber, wo wir sind und hin müssen. Das war heute Gold wert. Ich habe keine Ahnung, wo wir überall langgefahren sind aber es war sehr lustig. Und anstrengend! Nach den meisten wilden Tiefschneefahrten ins nichts, folgte ein Ausgraben aus dem mittlerweile hüfthohen Schnee. Bei so viel Schnee fällt man weich, denke ich und wage mich an ein kleines Ziel auf meiner Liste: einen 360’er auf der Piste (also einen Sprung einmal um die eigene Achse). Zusätzlich befeuert durch die Versuche von Gert es auch zu schaffen – Wettbewerb schafft einfach Leistung. Ich schaffe ihn tatsächlich bis wir uns 15:00 Uhr von Gert verabschieden. Nicht ohne einen selbstgebrannten Obstler seines Kollegen zu testen, alte Pflaume – sehr gut!

    Nicht nur unser Snowboardlehrer macht Feierabend, auch wir sind fix und fertig. Wir trinken noch einen Kaffee und fahren dann abwärts ins Tal. Heute waren wir schlauer und haben uns den Shuttlebus direkt an den Ausgang der Seilbahn bestellt, der wartet schon auf uns. Wir genießen den Luxus, nicht im vollen Skibus zu sitzen und direkt vor der Tür des Skikellers abgesetzt zu werden.

    Am Morgen hat Line auf dem Tagesprogramm (der Flyer liegt täglich am Frühstückstisch) eine Aromaölmassage entdeckt und natürlich gleich für heute Abend gebucht. Also lassen wir den Apfelstrudel heute schweren Herzens (aber vernünftigerweise mit Blick auf das Abendessen) ausfallen. Line geht zu Ihrer Massage und ich allein in die Sauna. Man sieht Ihr danach förmlich an, wie entspannt sie ist. Nein, davon wird es jetzt keine Fotos geben 😉 Bevor ich in die Sauna gehe, nutze ich die Zeit, um mich noch etwas im Zimmer umzuschauen. Unser Lieblingsort ist schon seit dem ersten Tag diese Sitzbank.

    Die Lehne ist tatsächlich ein Ofen und so kann man dort herrlich entspannen und sich die müden Knochen wärmen lassen. Aber auch sonst begeistert uns das Zimmer mit der liebevollen Einrichtung. Ein weiterer Dank geht an das Personal, was uns täglich andere Figuren aus Kissen und Bettdecken gezaubert hat.

    Das Wetter hat leider weniger eingeladen auf der Terrasse zu sitzen, der Blick ist deswegen aber nicht weniger schön.

    Jetzt geht’s auch für mich nach unten. Zwei Saunagänge braucht es schon, um den schweren Schnee aus den Muskeln zu vertreiben und die eine oder andere getrocknete Aprikose als Vorfreude auf das Buffet heute Abend. Samstag ist nämlich Zeit für Bauernbuffet und ich kann euch sagen, es gibt mehr leckere Sachen, als ihr schaffen könnt. Ich lasse daher alle Beilagen weg und koste mich durch die regionalen Fleischspezialitäten. Von Almschwein über Lammhaxe bis zum Kalbsbraten, es gibt alles was die Alpenweiden so hergeben und es ist einfach sensationell! Nun, wir müssen uns schon wieder einen Nachtisch teilen – Quarkbällchen in Vanilleschaum. Wir sind kurz vorm Platzen! Was mich etwas beruhigt, an den Tischen um uns herum, teilt man sich den Nachtisch ebenfalls.

    Was eignet sich da besser als ein Espresso und ein Schnaps. 2019 haben wir hier das erste Mal die Alte Marille von Prinz probiert. Seitdem steht er auch bei uns zu Hause im Schrank und wird zu besonderen Anlässen gereicht. Also gibt es den auch heute Abend. Natürlich im Schaukelstuhl mit Blick auf den knisternden Kamin. Alpenhotel Kindl ist zwar ein relativ großes Hotel, das vergisst man aber schnell, wenn man unten im Bereich der Bar sitzt oder sich in die gemütlichen, liebevoll gestalteten Bereiche ringsum zurück zieht und den tollen Service genießt.

    Wir reden uns noch eine Weile ein, dass wir nicht alt sind, sondern nur wegen des Schnees so erschöpft, dann verschwinden wir in unser Bett und versinken in einen tiefen Schlaf.

    Tag 3

    07:15 Uhr klingelt der Wecker und wir werden beim Blick aus dem Fenster überrascht: Sonne! Sie war nicht angesagt aber wir nehmen sie gern! Also raus aus dem Bett und noch einmal wehmütig aber lecker frühstücken. Dabei lernen wir Klaus Kindl, den sympatischen Chef des Hotels kennen. Gerne hätten wir auch noch etwas länger geschwatzt aber das Wetter zieht uns dann doch sehr auf den Berg. Aber das nächste Mal auf jeden Fall! Wir packen also leider schon wieder unseren Caddy und fahren heute mit ihm nach oben. Die letzten Male habe ich mich immer geärgert, dass wir nicht zwischendurch angehalten haben, diesmal geht das und ich schieße ein paar schnelle Schneebilder.

    Der Berg und vor allem die Sonne locken einfach zu sehr, also ab nach oben! Noch scheint die Sonne, wer weiß wie lange?! Auch heute sind wir wieder mit Gert von der Skischule Neustift verabredet. Er und die Sonne empfangen uns oben am Gamsgarten und beide bleiben uns auch lange erhalten. Die Sonne, weil wir heute einfach über den Wolken sind und Gert?! Weil es ihm heute so einen Spaß macht, dass er seine Mittagspause ausfallen lässt und lieber mit uns auf und neben der Piste Spaß hat. Heute dürfen wir den ultimativen Snowboardtraum auf dem Stubaier Gletscher erleben, dafür lohnt sich auch die Fahrt von über 600km…

    Als wir uns dann kurz vor 1 doch von Gert verabschieden beschließen wir auch gleich Mittagspause zu machen. Zur Feier des tollen Schneetages nicht irgendwo, sondern im Schaufelspitz Restaurant, im höchsten drei Hauben Restauerant der Welt! Line ist dieses Wochenende irgendwie an den Erdbeeren hängen geblieben und genießt sie diesmal mit Oliveneis und selbstgemachtem Baiser. Davor gibt es einen Tomatensalat mit fermentierten Feigen und karamelliserten Walnüssen. Für mich gibt es nicht ganz so ausgefallene Sachen, deswegen aber nicht weniger Lecker: Nudeln mit Zickleinragout. Als die Kinder noch klein waren, hörten wir viel „kleiner Drache Kokosnuss“ da gibt es eine Stelle, in der Kokosnuss mit seinem Freund Zwiebelchen selbstgemachte Pralinen nach einem besonderen Essen im Restaurant kostet. Als wir davon hören, dass es hier selbstgemachte Pralinen gibt, bestellen wir natürlich auch noch diese. Megalecker und das mit tollem Ausblick auf der Sonnenterrasse!

    Leider bleibt danach nur noch Zeit für eine Abfahrt bis zur Dresdner Hütte. Wir genießen den Schnee solange wir können, aber um viertel nach 3 sitzen wir wieder im Auto und machen uns auf den Heimweg. Wir sind glücklich aber auch kaputt. Zum Glück geht auch diese Fahrt ohne Stau ab und so sind wir schon vor 21:30 Uhr wieder zu Hause. Den Kopf voller toller Erinnerungen.

    Fazit: Ein Wochenende am Stubaier Gletscher lohnt sich immer. (Länger geht auch!!!) Schneesicherheit, tolle Pisten und Spitzengastronomie auch oben am Berg. Wenn es dann noch so ein tolles Hotel wie das Alpenhotel Kindl sein darf, wird das Wochenende perfekt! Das nächste Mal mit Kindern! Und sicherlich auch mal zu einer anderen Jahreszeit. Der Wilde Wasser Weg lockt…

    Wir möchten uns an dieser Stelle bei Klaus Kindl und seinem Team für die liebe Einladung bedanken. Unsere Meinung über das Hotel ist allerdings weder abgesprochen noch „erkauft“ wir waren (schon 2019) und sind auch weiterhin einfach begeistert!

    Mit dem Wohnwagen in den Alpen-Schnee

    Nach unserem ersten Versuch im Januar 2020 an der Ostsee (hier gehts zum Blog) wagen wir uns nun das erste Mal richtig in die Kälte. Anfang Januar zum Winterurlaub zur Lofer Alm, so wollen wir es ausprobieren. Bei der Wahl des Campingplatzes sind Line und ich uns schnell einig. Camping Grubhof soll es werden. Wir waren vor einigen Jahren schon einmal dort, natürlich im Sommer, und vom Platz begeistert. Die Reservierung läuft (trotz Corona) problemlos, wir buchen einen Platz mit Strom/Wasser und sogar festem Gasanschluss. Es kann also losgehen!

    Wir starten am 02.01. morgens gegen halb 7 bei frühlingshaften Temperaturen. Line und ich wissen schon, dass es auf der Fahrt einen harten Kampf geben wird. Statt unserem Standard-Stopp beim Restaurant mit dem goldenen M in Greding, gibt es nämlich diesmal Schnittchen. Wir rollen problemlos bis München und landen dort natürlich direkt im ersten Stau. Das zieht sich so durch bis zur österreichischen Grenze – scheinbar kamen noch andere auf die Idee, erst am Sonntag anzureisen. Trotzdem kommen wir schon Nachmittag am Platz an. Ein Mitarbeiter kommt sofort und schließt den Gasanschluss an.

    Infos zum Gasanschluss bei Grubhof

    Schlauch mit passenden Anschlüssen stellt der Campingplatz bereit. Dieser wird entweder über den Druckminderer statt einer Gasflasche angeschlossen oder ,wie bei uns, direkt über die Gas-Außendose. (wo im Sommer der Gasgrill angeschlossen wird) Gas kostet bei Grubhof pauschal 7,- € pro Tag. Ein fairer Preis wenn man bedenkt, dass bei starkem Frost aller 3-4 Tage eine Gasflasche leer ist.

    Ab jetzt läuft die Heizung durch! Und wir? Genau, wir kochen erstmal Kaffee.

    Wir haben uns im Vorfeld einige Gedanken gemacht, wie wir das Wetter am besten aus dem Wohnwagen lassen. Also haben wir unsere Markise zu Hause gelassen und ein altes kleines Vorzelt eingepackt. Das haben wir schon viele Jahre in der Garage liegen und auch damals schon gebraucht gekauft. Der Aufbau ging prinzipiell recht zügig – aber – schon wieder fällt uns auf die Füße, dass unser Wohnwagen aufgrund der Auflastung so hoch ist. Was beim Fahren und Rangieren ganz schön ist, ist blöd wenn dadurch das Zelt zu kurz ist. Es ist mir fast ein wenig peinlich, dass das Zelt so seltsam da steht aber mehr ist nicht zu machen. Auch die Bodenschürze am Wohnwagen hängt schaukelnd in der Luft statt mit Heringen am Boden fest zu sitzen.

    Hilft nichts, Zelt steht und wir widmen uns den üblichen Winterurlaubsdingen. Was? Skipässe kaufen und für den Jüngsten Ski ausleihen. Einige hundert Euro ärmer kommen wir zurück zum kuschelig warmen Wohnwagen und lassen den Abend ausklingen. Wie ihr seht, haben wir ja das Aufstelldach von LMC mitbestellt. (ja damals kam Wintercamping nicht in Frage – wie konsequent wir an der Stelle sind seht ihr in diesem Blog)

    Infos zum Aufstelldach im Winter

    Das Dach inkl. dem Zeltstoff ist natürlich winterfest. Die Frage ist eher wie gut es auch bei Kälte nutzbar ist. Wir haben uns im Urlaub entschieden, das Dach dauerhaft offen zu lassen, so kann eine dauerhafte Luftzirkulation stattfinden. Für das Dach bietet LMC eine sogenannte Winterisolierung an. Diese besteht aus 4 Einzelteilen und erinnert an eine Art synthetisches Steppbett. Es wird per Klett am Dach befestigt und dämmt so gut den Bereich des Zeltstoffes. Der große Vorteil von LMC ist (und das war auch ein Grund warum wir diesen Hersteller gewählt haben) der Lattenrost im Dach liegt in einer Art Kunststoffwanne und diese kann mit der Heizung des Wohnwagens beheizt werden, zusätzlich gibt es am Fußende noch 2 Luftausströmer die warme Luft in das Dachzelt befördern. Einen kleinen Konstruktionsfehler hat LMC leider auch eingebaut, so ist der Kamin (Schornstein der Heizung) direkt neben dem Aufstelldach. Immer wenn dieses offen ist, und ein leichter Wind weht, gibt es dort so starke Verwirbelungen, dass die Heizung ausgeht. Gefährlich ist das nicht, weil sofort der Zündautomat anspringt aber es ist nervig. Abhilfe schafft eine Verlängerung des Kamins aus 6 Einzelelementen ( hier mal ein Beispiellink ) Diese Verlängerung braucht allerdings jeder Wintercamper falls es mal schneit, also nur doof wenn man sie nicht dabei hat. Wir haben die Teile immer dabei.

    Tag 2 Wintercamping

    Der Wetterbericht klingt ganz gut – ok, wenn wir nicht im Winterurlaub wären. 2 stellige Temperaturen braucht niemand, der gerne im Schnee spielen will. Wir stehen daher etwas eher auf und frühstücken mit frischen Brötchen vom Campingplatz-Shop. Danach bitten wir unseren Jüngsten gebetsmühlenartig, dass er sich anziehen soll. Wir kennen das von zu Hause, hier potenziert es sich gefühlt. Irgendwann schafft er es auch und nun spielt der Campingplatz seinen großen Trumpf aus. Wir laufen die 100 Meter zum Skiraum des Platzes. Die Schuhe sind gut gewärmt, die Boards und Ski stehen bereit und direkt vor dem Raum fährt der Skibus ab. Das ist genial! Ab geht es auf den Berg. Viel los ist heute nicht, sicher wegen der Wetterprognose. Davon lassen wir uns nicht beirren und starten mit FFP2-Masken nach oben (der Impfstatus wurde bereits beim Kauf der Skipässe geprüft und vermerkt). Auf den Bergen der Lofer Alm ist es tatsächlich besser als erwartet, zumindest wenn man sich an die grünen Hänge rechts und links der Skipiste gewöhnt hat.

    Wir nutzen die leeren Pisten um das Skigebiet kennen zu lernen, das fällt aufgrund der Größe (oder Kleine) nicht besonders schwer. Schnell finden wir unsere Lieblingspiste und wie ein Wunder, dort gibt es eine Hütte, genauer gesagt den Almtreff. Diese nutzen wir natürlich für unsere erste zünftige Mittagspause. Die Hütte liegt toll, wir sitzen draußen und dank Heizstrahler geht das auch ganz gut. Das Essen ist, sagen wir mal durchschnittlich. Danach heißt es, die Kalorien wieder abfahren. Das machen wir auch mit Vergnügen. Irgendwann setzen sich Line und unsere Große in die Gondel, die beiden Männer wagen sich an die Talabfahrt. Geht auch ganz gut, natürlich ist der Schnee bei 10 Grad im Tal nicht zum Jubeln aber hey, wir können fahren. Dank des Skibusses und der direkten Verbindung zum Skitrockenraum laufen wir schon 15 Minuten später in Crogs zum warmen Wohnwagen. Die Kinder finden sich schneller auf der Couch wieder, als wir uns umziehen können. Egal, also gibt’s Kaffee und die letzten Weihnachtskekse. Am Abend unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang. Die Kinder wollen die Stelle finden, an der sie im Sommer damals baden waren. Also warm anziehen und raus. Kurz danach stehen wir auf der anderen Flussseite und werfen einen Blick auf den Campingplatz, baden will heute scheinbar niemand.

    Danach entscheiden die Kinder, dass es Zeit ist mal wieder Harry Potter zu sehen. Wir Erwachsenen probieren lieber die Sauna am Platz aus. Also im Bademantel und Badelatschen durch den Schnee zum Haupthaus. Der Zugang ist aufgrund Corona beschränkt, auch sind deshalb nicht alle Saunen offen, trotzdem genießen wir die Wärme und Entspannung nach unserem ersten Skitag.

    Tag 3 Wintercamping

    Wir spielen das gleiche Spiel wie gestern, da wir schon in Übung sind, fahren wir schon kurz nach Neun mit dem Skibus zum Berg. Auch heute gibt’s wieder Abfahrten bis der Mittagshunger kommt. Der kommt verdammt zeitig und so sitzen wir schon kurz nach 11 in der Hütte. Diesmal kehren wir im Alpengasthof Schönblick ein. Alte Erinnerungen werden wach, hier haben wir im Sommer 2016 schon einmal in großer Runde gefrühstückt. Heute wie damals war es sehr lecker! Knieprobleme lassen das Pubertier und Line auch 14:00 Uhr wieder auf der Terrasse sitzen. Heiße Schokolade und Latte Macchiato helfen über den Schmerz hinweg.

    Die „Jungs“ fahren noch 2 Runden bevor wir alle ins Tal fahren. Heute wollen wir uns noch mit einheimischen Spezialitäten eindecken. Nachdem die Kinder auf der Couch versorgt sind, starten wir zum Spar direkt im Ort. Die Ausbeute ist leider enttäuschend und so starten wir einen zweiten Versuch beim MPreis der Richtung Campingplatz liegt. Hier haben wir mehr Glück, bekommen Buttermilch, Käse, Hirschsalami und den Zirbenlikör den wir am Nordkap ausgetrunken haben (Hier ist der Blog dazu). Einen Großteil verspeisen wir anschließend gleich wieder und lassen uns von den Kindern zu einem Spieleabend überreden.

    Tag 4 Wintercamping

    Als ob die Wärme nicht schon genug wäre, heute ist auch noch Regen angesagt. Also schlafen wir aus und frühstücken dann ganz in Ruhe. Irgendwann treibt es uns dann aber doch zum Skibus und wir fahren gegen Mittag zum Berg. Auf dem Weg nach oben wird der Regen dann auch tatsächlich zu Schnee. Ok, noch kein schöner Schnee aber immerhin ist der Regen hier oben weiß. Viel zu sehen ist auch nicht aber wir bleiben hart und rutschen ein paar Runden über die Pisten.

    Rutschen wäre zumindest schön, der Schnee klebt so sehr, dass wir auf der Piste öfter stehen bleiben. Mit dem Gedanken an angesagtes Winterwetter morgen, verziehen wir uns also schnell wieder. Wir müssen etwas auf den Skibus warten, also gibt’s die nächste heiße Schokolade und Kaffee an der Talstation. Am Abend zieht der Schnee dann auch bis ins Tal und der Campingplatz bekommt den Winter auch zu Gesicht. Wir genießen einen tollen Sonnenuntergang und am nächsten Morgen das gleiche auf der anderen Bergseite…

    Tag 5 Wintercamping

    Wir stehen voller Vorfreude auf Neuschnee und tolles Wetter auf. Auf dem Berg angekommen bleibt davon heute nicht viel übrig. So richtig schön ist es noch nicht. Nach ersten Tests beschließen wir zur Kechtalm zu fahren (auch die kennen wir vom Sommer) und dort gaaanz in Ruhe was zu essen. Die Idee hatten viele, heute ist nämlich der 6.1. also Feiertag in Österreich. Die Hütte ist voll! Wir bekommen noch ein Plätzchen neben einem Paar (wie unsere Kinder später feststellen, sind das auch auf dem Campingplatz unsere Nachbarn.) und genießen das leckere Essen.

    Als wir uns wieder raus wagen hat sich der Schneefall gelegt und wir können frischen Schnee auf den Pisten genießen. Und das tun wir auch, der letzte Skibus ist heute unserer!

    Als wir auf dem Platz ankommen, schneit es dicke Flocken und wir müssen feststellen, dass unser Vorzelt nicht gerade ideal für den Winter ist. Das Wasser lief gut ab aber der Schnee bleibt jetzt ebenso gut drauf liegen. Also heißt es, immer mal wieder abschütteln.

    Tag 6 Wintercamping

    Der Tag mit dem besten Wetter – sonnig und kalt! Verdammt kalt, -12 Grad waren es früh am Morgen und wir schauen etwas unsicher in unser Dachzelt. Unser kleiner meint zwar er hätte gefroren (die bereitliegende Decke hat er aber nicht zum Zudecken genutzt, sondern um das Kopfkissen kuscheliger zu machen), dafür beschwerte sich das Pubertier, dass es viel zu warm war… Die Heizung stand auf 2,5 also lief erst mit halber Kraft, es ist also noch Luft. Wenn auch die Temperatur innen kein Problem war, außen sah das anders aus. Leider hat LMC versäumt, die Abwasserleitung komplett gerade zu verlegen. Das Wasser was daher unter dem Wohnwagen in der Leitung stand ist jetzt fest gefroren. Im Bad läuft daher nichts mehr ab, die Küche hat das Problem zum Glück nicht.

    Wir frühstücken und machen uns auf den Weg. Wir stehen 09:30 Uhr an der Talstation. Leider mit sehr vielen anderen. Auch heute ist es wieder megavoll, zumindest unten. Oben angekommen verteilt es sich ein wenig und der Zugang zum Lift dauert nie lange. Wir genießen einen herrlichen Tag im Schnee.

    Zum Mittag kehren wir heute im Loderbichl ein, das ist das Restaurant an der Mittelstation mit tollem Ausblick bis zum Campingplatz. Laut der Gäste im Netz soll es dort einen tollen Kaiserschmarrn geben. Wir probieren und können das nur bestätigen, der ist absolut lecker! Aber auch Burger, Kaspressknödel und Tiroler Gröstl schmecken richtig gut!

    Danach nutzen wir die Pisten, bis sich die Sonne so langsam verabschiedet. Wir fahren ein letztes Mal mit dem Skibus zum Campingplatz, trocknen alle Sachen und genießen den letzten kalten Abend.

    Die Wasserleitung ist natürlich noch nicht aufgetaut, so stellen wir eine Schüssel ins Waschbecken und bestellen uns im Netz, für das nächste Mal, eine Rohrnebenheizung (Beispiellink).

    Apropos Netz: Liebes Camping-Grubhof-Team, ich zahle gern 2,-/Tag/Gerät für Internet aber dann muss dies auch irgendwie nutzbar sein. Das WLAN ist leider so langsam, dass es an unserem Platz nicht nutzbar war.

    Tag 7 Abreise

    Heute ist es Zeit abzureisen. Wir vermuten, dass es sich staut und so haben wir es nicht eilig mit dem Abbau. Wir frühstücken also ganz in Ruhe. Danach versuche ich unser altes Vorzelt abzubauen. Es gibt mir mit einem deutlich hörbaren „Ratsch“ zu verstehen, dass es nun kaputt ist und entsorgt werden will. Also rolle ich es nur zusammen und schmeiße es in den Container. Wie erwartet finden sich im „Müll-Raum“ Camper die die alten Stangen haben möchten. Aktuell überlegen wir noch, ob wir wirklich eines brauchen, im Sommer/Herbst auf jeden Fall nicht. Danach noch die trockenen Sachen aus dem Trockenraum holen und so langsam geht es los. Der Kollege klemmt das Gas ab und Line geht bezahlen, dem Mover ist wohl auch zu kalt aber zum Glück ist genug Platz und Line mit mir stark genug, um per Hand anzukuppeln. Gegen 10:00 Uhr starten wir dann Richtung Heimat. Das Ganze geht sogar völlig ohne Stau, lediglich die Schlange vor dem Mc Donalds nervt.

    Um 18:00 Uhr sind wir zu Hause, ohne große Schäden und glücklich über ein paar tolle Tage in den Bergen.

    Fazit:

    Camping Grubhof: Grubhof ist ein toller Campingplatz. Alles durchdacht, tolle Sanitärgebäude, netter Service und super Ausstattung. Wir kommen sicher auch nochmal im Sommer!

    Wintercamping: Es macht Spaß! Es braucht ein wenig Vorbereitung und Planung. Wir rüsten neben der Heizung für die Abwasserleitung noch einen automatischen Frostablass nach, dann sind wir fit für – 20Grad. Wenn wir das wieder tun, dann aber auf jeden Fall auf so einem Platz wie Grubhof.