Fichtelgebirge – ein wenig Schweden in Bayern

Diesen Sommer ist alles anders! Eigentlich wäre es an der Zeit, für mindestens 3 Wochen nach Skandinavien aufzubrechen. Eigentlich! Noch diesen Sommer kommt aber großes auf uns zu (positiv!) und daher fällt unser Sommertrip diesmal ganz anders aus. Statt nach Skandinavien geht es nach Bayern, genauer gesagt ins Fichtelgebirge. Lange haben wir einen Ort gesucht, der nicht so weit weg ist und uns aber schnell in Urlaubsstimmung versetzt. Soviel kann ich schon mal verraten: Der Fichtelsee bietet für uns genau das! Aber von vorn.

Am 7.Juli startet unser Urlaub, lediglich 2,5 Stunden Fahrt liegen vor uns, also frühstücken wir ganz in Ruhe, bevor wir am späten Vormittag aufbrechen. Der Caddy samt Wohnwagen stehen schon gepackt bereit und die Fahrt über die A9 läuft am Freitagmorgen absolut staufrei. Wir sind so schnell, dass wir an der Schranke zum Campingplatz am Fichtelsee noch bis 14:30 warten müssen. Dann schauen wir uns eben schon mal um.

Rezeption Camping Fichtelsee

Genauso entspannt machen wir weiter, beziehen unseren schönen großen Platz, machen es uns gemütlich und holen zum ersten Mal in diesem Urlaub die Bialetti heraus, um einen wunderbaren Cappuccino zu trinken. Danach zieht es uns zum See. Irgendwie dachten wir, dass der Platz einen direkten Zugang hat, da lagen wir wohl falsch, aber der Weg dauert nur knappe 2 Minuten und ist daher völlig ok.

Unser erster Eindruck: Toll! Der See liegt mitten im Wald, überall wachsen Heidelbeeren und von großen Steinen kann man ins Wasser springen. Man könnte meinen, wir sind doch mitten in Schweden gelandet. Den Abend lassen wir mit ein paar Spielen ausklingen, ganz entspannt, schließlich war ja heute erst Anreise.

Tag 2

Für unseren Jüngsten ist heute ein spannender Tag. Er hat die nächsten beiden Tage (Samstag und Sonntag) einen Mountainbike-Kurs am Ochsenkopf. Das ist der nächstgelegene Berg mit Lift und einer MTB-Strecke. Nach dem Frühstück (natürlich draußen bei herrlichem Wetter) bringe ich ihn also zum Bullhead-Bike Hauptquartier. Ich warte noch, bis er in seine Gruppe eingeteilt wurde und verkrümele mich dann schnell wieder.

Bullhead Bike am Ochsenkopf

Das große Kind hat sich nach einem anstrengenden Schuljahr entschieden, heute noch zu chillen, also starten Line und ich heute mal allein. Mit den Rädern fahren wir auf super ausgebauten Schotterwegen zu Weißmainquelle. Diese befindet sich am Osthang des Ochsenkopfs und wäre auch zu Fuß vom Campingplatz aus bequem machbar. Die Gegend hier gefällt uns immer besser, manchmal muss man gar nicht so weit wegfahren…

Die Quelle an sich ist jetzt nichts spektakulär, höchstens wenn man sich vorstellt, dass es sich um eine der beiden Quellen des Mains handelt und somit daraus in einigen Kilometern der große Fluss Main wird. Außerdem war natürlich auch Goethe schon hier. Auf dem Weg treffen wir auch unseren Sohn mit seinem Guide und Gruppe. Er sieht etwas abgekämpfter aus als wir, aber glücklich. Nach gut 2 Stunden sind wir zurück am Platz und beschließen baden zugehen. Line schafft es bis zu den Knien, ich gerade mal zu den Knöcheln, ist noch verdammt kalt dieser Fichtelsee. Also tun wir so, als wollten wir sowieso nur unsere Beine darin baumeln lassen und sitzen kurze Zeit später wieder vorm Wohnwagen und trinken, na was wohl, Cappuccino. Zumindest so lange, bis mein Telefon mir sagt, dass der Sohn abgeholt werden möchte. Der ist dafür aber dann so aufgeheizt, dass er ohne zu zucken in den See springt.

Bad im kalten Fichtelsee

Der Abend endet mit Stadt-Land-Vollpfosten vor dem Wohnwagen. Leider fallen diese widerlichen Mini-Mücken über uns her, aber das merken wir erst später.

unser Caddy und Wohnwagen auf dem Camping Fichtelsee

Tag 3

Der Tag beginnt wie der gestrige, nach dem Frühstück bringe ich den Sohn zum MTB-Kurs und schon bald erhalten wir erste Fotos und Videos von seinem Können. Zum Stolz mischen sich bei Line etwas Zweifel, ob das wohl gut geht. Wird schon! Wir machen heute mal etwas ganz Ungewöhnliches für uns, nämlich nix. Also ganz nichts, dann auch nicht. Wir bauen die SUP auf und tragen sie zum See. Auf einmal ist der Weg doch ganz schön lang…

Sup fahren, lesen und einfach aufs Wasser schauen – scheinbar brauchen wir das so in diesem Urlaub. Es tut auf jeden Fall gut und nachdem wir wieder zu viert sind, gönnen wir uns mit Freunden, welche gerade auf der Durchreise einen Zwischenstopp gemacht haben, ein leckeres Abendessen im Restaurant am See. Natürlich nicht ohne einen kleinen Spaziergang um den See.

Tag 4

Der Kurs vom Sohn ist vorbei und wir können es morgens etwas entspannter angehen. Zudem ist heute Montag und montags gibts am Platz keine frischen Brötchen. Wir haben welche zum Aufbacken dabei, aber die drängeln zum Glück nicht. Nach dem Frühstück starten wir zu dem Ausflugsziel, was wohl kein Fichtelgebirgsurlauber auslässt – zum Felsenlabyrinth. Der Kleine hat recht wenig Lust dazu und lässt uns das auch wissen. Wir ertragen sein Schimpfen gelassen und klettern, nachdem wir Eintritt bezahlt haben, durch Höhlen, auf Felsen immer höher den Berg hinauf.

Eine ganze Weile können wir unsere beiden Teenies motvieren…

… aber irgendwann lassen wir sie an einem Rastplatz mit reichlich Heidelbeeren und gutem Netz zurück. Hier endet auch das eigentliche Felsenlabyrinth. Mussten wir unten noch an einem Kassenhäuschen durch ein Drehkreuz laufen, so schließt sich hier oben ganz unmerklich der fränkische Gebirgsweg an. Wir beschließen diesem ein wenig zu folgen, um uns den Burgsteinfelsen anzusehen.

Der Weg bis dahin bietet einige schöne Ausblicke, so toll wie das eigentliche Ziel waren die natürlich nicht. Also schnell die Leiter hoch und aaaaahhhhh rufen.

Wo wir einmal hier sind… Wir schauen auf die Wegweiser. Entweder zurück wo die Kinder sind oder doch noch schnell zum Haberstein? Kann ja nicht so lange dauern…

Ok, es hat etwas länger gedauert und die Kinder fragten, ob wir sie vielleicht zurückgelassen haben, aber hey der Weg war es Wert, oder?! Und auch das neue Ziel hat sich gelohnt.

Vor dem Ausblick heißt es aber wieder Stufen klettern, dann aber…

Haberstein

Nun aber schnell zurück zu den Kindern und den Abstieg durch das Felsenlabyrinth. Punkt 16:00 Uhr sitzen wir mit Kaffee vorm Wohnwagen und lassen es uns wieder ganz entspannt gut gehen.

Tag 5

Heute gibt es wieder Brötchen und wir werden tatsächlich erst durch das Hupen der Bäckerin wach. Also aus dem Dachzelt krabbeln und Frühstück machen. Heute trennen wir uns. Die Tochter bewacht den Wohnwagen (klingt besser als; sie chillt schon wieder), Line macht eine kleine entspannte Fahrradtour und ich lasse mich vom Sohn in die Tiefen der Mountainbikestrecke einführen. Der Gedanke, dass das vielleicht ein Fehler sein könnte, kommt mir gleich ganz am Anfang. Da schiebe ich ihn aber schnell weg, ‚Hallo, der ist erst 12, wo der lang fährt, komme ich ja schon lange…‘ Allerdings ohne 2-Tage-Kurs… Die erste Runde habe ich wohl viel geflucht und mich gleichzeitig gewundert, was man so in 2 Tagen alles lernt. Er fährt wie ein Großer.

Hoch geht es immer mit der Bahn und runter über Stock und Stein. Wir beschließen, das nochmal zu machen, dann aber mit Kamera. Wie ich die auch noch transportieren will, weiß ich da noch nicht. Wir fahren unsere 5’er Karten leer und nehmen auf dem Rückweg noch leckere Rosinenbrötchen (Bäcker beim Edeka in Fichtelberg) mit, um zumindest das Kaffee zusammen zu genießen. Haben wir auch! Danach folgt ein neuer Versuch von mir Baden zu gehen – bis zu den Knien habe ich es geschafft. Der Kleine war da schon längst beim Tauchen. Und weil es fast schon eine Tradition ist, und ja weil der See einfach toll ist, machen wir nach dem Abendbrot noch eine kleine Runde. Heute liegt er spiegelglatt vor uns und hilft wieder einmal über das Fernweh nach skandinavischen Wäldern hinweg.

Tag 6

Eigentlich wollten wir heute schon wieder faul sein, aber das haben wir nicht geschafft. Zumal das Wetter hier auf 800 m Höhe auch nicht so warm ist, wie angekündigt. Also beschließen wir doch mal zu sehen, wie es so in Bayreuth ist. Was wir nicht bedenken, die Stadt liegt natürlich nicht so hoch und vom Gewitter der letzten Nacht spürt man da auch nicht mehr viel. Wir springen also von Schatten zu Schatten und der Unmut der jüngeren Generation, sich die Stadt anzusehen, wächst.

Also essen wir ein verdammt leckeres Eis und suchen uns nach dem Schlossgarten in einem Biergarten ein schattiges Plätzchen, um was zu essen. Bayreuth, mag sein, dass du mehr zu bieten hast, uns heute aber nicht. Wir wollen raus aus der Stadt (wer hätte das gedacht) und fahren zurück, um die Bialetti aufzuheizen. Lesen, Cappuccino und Sonnenschein ist genau das Richtige. Bei unserer kleinen Standardrunde um den See entdecken wir heute noch einen tollen Kletterfelsen in unmittelbarer Seenähe und erkunden ihn vorerst ohne die Kinder – die sitzen nämlich noch am Wohnwagen.

Tag 7

Aber heute machen wir dann mal nichts. Oder? Wir schaffen das einfach nicht! Beim Frühstück werfen wir diesen Plan um, weil das Wetter am Samstag viel besser sein soll, da können wir dann bei 32 Grad nichts machen. Wir beschließen also, heute eine kleine Fahrradtour zu machen. Der Jüngste will aber partout nicht, er war heute auf Chillen eingestellt, also chillt er auch. Ok, er ist alt genug, also bleibt er da und wir drei machen uns auf den Weg. Wieder geht es über toll ausgebaute Radwege, diesmal zur Girgelhöhle.

Angekommen, stellen wir fest, dass Line einfach an keinem Felsspalt vorbeigehen kann, ohne zu versuchen hineinzuklettern. Wir lassen sie natürlich.

Auch bei der 2. Station, darf sie.

Mit unserer Idee, nun auch noch zum hohen Matze weiterzufahren, überspannen wir die Bereitschaft unserer Tochter dorthin mitzukommen, nur ein klein wenig. Sie schimpft kaum, als es dann auch noch steil bergauf geht und kann es am Ende nicht mal richtig genießen. Sorry an der Stelle, wir können nicht anders…

Dafür besuchen wir nach der Rückkehr noch einmal unseren Kletterfelsen am See.

Noch besser als der Felsen gefällt uns, dass wir hinterher im Restaurant am See Kaffee trinken, mit Schokokuchen und Apfelstrudel. Sau lecker!

Tag 8

Es hupt 2x. Ach ja, der Bäcker ist da. Kurz sehnen wir uns nach dem Brötchenservice am Zeinissee, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Also aufstehen und Frühstück machen. Die „Männer“ wollen heute wieder den MTB-Trial am Ochsenkopf unsicher machen. Wir vereinbaren mit den Mädels, dass wir uns zum Mittag beim Restaurant am Gipfel treffen. Sie wollen vom Campingplatz aus nach oben laufen. Heute läuft es für uns besser. Wir kennen den Trial und werden immer schneller.

Unser Jüngster beginnt, nach möglichen Sprüngen Ausschau zu halten. Um sie dann auch zu springen natürlich.

Beim Mittag treffen wir uns bei einem kalten Radler (also für mich zumindest) und leckerem Essen und tauschen uns über unseren Vormittag aus. Wir berichten von großen Steinen, Sprüngen und Adrenalin, die Mädels von tollen Wiesen und einem schönen Weg nach oben.

Danach trennen wir uns wieder, auch wenn wir alle bergab wollen. Der eine Teil läuft zurück, der andere fährt noch ein bis zweimal den Hang hinab.

Am Abend gibt es dann Essen vom Grill und die wildesten Geschichten vom Tag. So langsam ahnen wir, dass sein Bike den neuen Anforderungen nicht mehr gewachsen ist. An dieser Stelle noch mal vielen Dank an den Guide von Bullhead Bike. Echt beeindruckend, wie viel seit dem Kurs geht. Was machen wir wohl vorm Schlafen?! Genau, nochmal ’ne Runde um den See. Der ist aber auch jeden Tag anders und immer schön!

Tag 9

Line beginnt den Tagebucheintrag für heute Samstag mit dem etwas abgewandelten Liedtext: ’32 Grad und es wird noch heißer…‘ und das passt heute. Wir schwitzen schon beim Frühstück, aber das ist diesmal gar nicht schlimm. Am See findet heute das Naturraumfestival statt und was passt dazu besser als Sonne und Hitze. Nach dem Frühstück schnappen wir uns also jeder sein/ihr SUP und fahren quer über den See zum Festival. (Der Eintritt ist übrigens für alle kostenlos.) Dort hängen wir die Füße ins Wasser, hören Musik, essen Pommes, gehen schwimmen und lassen uns einfach treiben. Wir können doch chillen!

Kaffee gibt es dann wieder am Wohnwagen. Leider zieht ein Gewitter auf und wir beschließen, dass wir erst danach wieder vorgehen, diesmal auf dem Landweg. Irgendwie bemerken wir gar nicht, dass die Musik nicht mehr zu hören ist. Als wir aufbrechen, erklären uns Mitcamper, dass das Festival wegen einer Unwetterwarnung abgebrochen wurde. Verständlich aber schade. Also kehren wir um und spielen noch eine Runde im Wohnwagen (diesmal 6 Sekunden Kritzeln), bis die dunklen Wolken wieder wegziehen.

Tag 10

Ein letztes Mal vom Hupen des Bäckerautos geweckt. Ich will mit meinem Sohn nochmal zum Bikepark, aber es hat die ganze Nacht immer wieder geregnet und es ist frisch. Wir probieren es trotzdem, kommen aber schon nach der ersten Runde zurück. Irgendwie läuft es heute nicht und wir gesellen uns zu den anderen Beiden. Wir machen heute einfach schon wieder nichts außer schwatzen, lesen, Kaffee trinken. Am letzten Abend wollen wir das Abendessen nochmal im Restaurant am See genießen. Dass wir dafür wieder um den See laufen, ist sicher klar, oder? Und der zeigt sich nochmal von seiner bezauberndsten Seite, so als wolle er sagen: „Wer muss schon nach Skandinavien?!“

Tag 11

Wir reisen ab. Bei herrlichem Wetter packen alle mit an und so sind wir trotz Frühstück bereits vor 10:00 Uhr bereit abzureisen (10:30 Uhr muss man hier vom Platz sein). Auch die kurze Rückfahrt geht völlig staufrei an uns vorbei.

Fazit:

Das Fichtelgebirge hat uns wirklich gut gefallen, ja sogar überrascht. Wir haben bisher nirgends mehr wilde Heidelbeeren gegessen als hier. Wir wurden nirgends so an den wilden Norden Europas erinnert als hier. Der Campingplatz liegt perfekt und die Gegend bietet viel. Wir kommen bestimmt nochmal hier her. Auch wenn, und da sind sich alle einig, es kein vollständiger Ersatz für einen Roadtrip durch Skandinavien ist.

Umweltbewusst reisen.

mit Wohnmobil, Caravan und Geländewagen

Ein Buch mit 158 Seiten von Michael Scheler, erschienen im Pietsch-Verlag. Preis 19,95 €

„Den eigenen ökologischen Fußabdruck klein halten und das ohne großen Verzicht.“ Das ist der Einstieg in das Thema, was aktueller nicht sein kann. Auch 2022 konnte Deutschland die Klimaziele nicht erreichen. Es heißt also erneut prüfen, was jeder einzelne tun kann… und zwar auch oder erst recht beim Reisen?! Auch für uns ist das ein Dauerthema, sowohl zu Hause, als auch unterwegs…

Im Vorwort bestätigt Michael Scheler, was viele wissen, erst recht diejenigen, die das Buch in den Händen halten und was jeder einzelne Mensch dauerhaft in sich tragen möge: Es muss ein Anliegen sein, die Schönheit der Natur erkennen zu können und diese erhalten zu wollen! Ergo: Müll gehört nicht in die Landschaft, Straße, Stadt… sollte am besten gar nicht entstehen.

Der Autor gibt daher im Buch Tipps zu Umgang mit Abfall. Zur Vermeidung von Abfall und zwar bereits beim Einkauf sowie zur sinnvollen, möglichst umweltbewussten Aufbewahrung, durch vor allem Wieder- bzw. Mehrfachverwendung.

Auch zu den Themen Wasser, Trinkwasser und Hygiene finden sich jeweils kurze Kapitel mit Zahlen, Daten, Fakten, Erklärungen oder auch mal Rezepten. Ist z.B. eine Komposttoilette eine Alternative für euch? Bitte sehr, dafür gibt es ein eigenes Kapitel mit Einbauanleitung.

Putzmittel selbst herstellen? Die Anleitung findet ihr im Buch genauso, wie eine zum Herstellen von Seife oder dem Waschen mit Wallnussschalen.

Die übrigen Kapitel widmen sich dann den Themen Strom, Heizen / Dämmen, Beladen und abschließend, dem Sparen von Treibstoff.

Kein erhobener Zeigefinger, reine Information und ggfs. Anleitung.

Und ja, dem stimmen wir zu: Es lohnt sich immer wieder, die eigenen Gewohnheiten zu überdenken und wo nötig, das eigene Verhalten zu verändern.

Fazit:

Allerdings aus meiner (Line) Sicht, nur dann eine Kaufempfehlung, wenn man sich bisher noch nicht so intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit zu Hause und auf Reisen auseinandergesetzt hat. Für uns eher Bestätigung, von dem was wir tun, als neue Erkenntnisse oder Ideen. Eigentlich sollte das alles für jede/n „Normal“ sein. (ist es aber nicht, wir wissen)

#ThewildCaddy – unser Langzeittest

So schnell vergeht die Zeit! Unser Caddy ist nun 3 Jahre bei uns. Den ersten Termin zur Hauptuntersuchung wollen wir als Anlass nehmen mal unsere Erfahrungen der letzten 3 Jahre und 50.000km aufzuschreiben.

Angefangen hat alles im April 2020 mit einem neuen Caddy 4 Maxi 4Motion 2.0TDI. Auch dazu gibt es einen Blog, zu finden hier. Gleich nach dem Kauf haben wir diesen ja umfangreich umgerüstet. Somit ist er für alle unsere Abenteuer bereit. Auch für diejenigen, die jetzt brennend interessiert, was alles verbaut wurde, haben wir einen Umbaublog mit allen Links geschrieben, diesen gibt’s hier.

Nun aber zu unseren Erfahrungen. Was haben wir gemacht? Wir waren in Dänemark am Strand, wir waren hoch in den Alpen, ja wir waren mit ihm sogar am Nordkap und das alles mit Wohnwagen. Wir sind gute Straßen gefahren und schlechte, manchmal waren da gar keine Straßen sondern nur noch Wildnis.

Von den 50.000km, die der Caddy jetzt runter hat, waren mindestens die Hälfte mit unserem Wohnwagen (knapp 2.0t). Wenn man ehrlich ist, dann ist auch ein 4Motion Caddy kein Geländewagen. Wenn man weiter ehrlich ist, dann zieht ein 3.0TDI Amarok den Wohnwagen leichter den Berg hoch. ABER: Das Auto ist absolut praktisch und kann eben alles. Durch die Auflastung dürfen wir ja die 2 Tonnen ziehen und durch ein wenig mehr Leistung als die 150PS aus dem 2.0TDI schafft er das auch problemlos, selbst bergauf. Dabei bietet er innen immer genug Platz, egal ob für 4 Mountainbikes oder 6 Geburtstagsgäste der Kinder. Schweres Gelände meiden wir, aber durch die Höherlegung und den kompletten Unterfahrschutz mit Rockslidern geht schon einiges. Langstrecken sind dafür genau sein Ding, erst Recht wenn er nicht leer ist, was die starre Hinterachse sehr geschmeidig macht.

Nun mal zur Technik. AU und HU waren ja fällig. Bestanden und das ohne Mängel. Tatsächlich war bis jetzt noch nichts defekt am Caddy. Wir haben eine Inspektion mit Ölwechsel machen lassen (bei VW natürlich) und jetzt nach 3 Jahren das Hinterachsöl und die Bremsflüssigkeit wechseln lassen. Sonst nichts! Da wir die Reifen, den Yokohma Geolandar G015, ja ganzjährig fahren, war ich auf deren Haltbarkeit sehr gespannt. Auch diese sind noch die ersten und noch lange nicht am Ende. Obwohl es ja ein AT Reifen ist, wird das Abrollgeräusch dabei nicht lauter, der Komfort bleibt gleich, nur die Optik ist toll! In leichtem Gelände und auf feuchten Wiesen macht er einen tollen Job.

Oft werden wir gefragt, wie sich denn die Anbauten im Alltag machen. Das Seikel-Fahrwerk fährt sich super, es gibt in Verbindung mit den Rädern keinerlei Einschränkungen, die wir beachten, auch die Höhe geht in Parkhäusern noch klar (nur die Heckklappe kann man dann manchmal nicht mehr ganz öffnen) Und ja, sicher ist auch der Verbrauch etwas höher als ohne. Apropos Verbrauch, wir sind aktuell bei einem Durchschnitt von 7,5 Liter (ohne Anhänger) und das geht für ein Allrad in der Größe voll in Ordnung.

Wir haben ja damals so ziemlich alles dazu bestellt was es gab, nach den 3 Jahren können wir auch dazu eine Bilanz ziehen. Wir nutzen alles. Alles, außer das automatische Einparken, ich weiß gar nicht so richtig warum das nicht aber so ist es eben. Das DSG macht einen tollen Job auch wenn ich mir im Gelände ab und zu mal eine gute Wandlerautomatik wünsche, das geht einfach weniger aufs Material.

Fazit:

Anhänger ziehen – kann er

Familienkutsche – kann er

Coolnes-Faktor – naja, mit ein wenig Hilfe geht es

Zuverlässigkeit – nach 50.000km eine glatte 10 von 10

Wir lieben unseren Caddy. Für uns war der Umstieg vom Amarok auf den Caddy der richtige Schritt. Hoffen wir mal, dass er auch die nächsten 50.000km so gut bewältigt. Wir werden berichten!

Habt ihr die gleichen Erfahrungen oder doch mehr Ärger mit eurem Caddy? Schreibt uns gern einen Kommentar!

Werkzeuge

Ein Buch mit 311 Seiten von Michael Allner, erschienen im Pietsch-Verlag. Preis: 29,90

Ich habe dieses Buch schon seit dem letzten Jahr auf meinem Schreibtisch liegen, kam aber erst über die Feiertage zum Lesen. Ein Reisebuch hatte mich tatsächlich mehr gelockt 😉

Ein Werkzeugbuch! Das liest sich natürlich nicht so flüssig wie ein Reisebuch. Das Buch kommt daher wie ein gutes Werkzeug, hochwertig mit festem Einband. Und ich finde, genauso kann man es auch beschreiben. Es ist ein gutes Spezialwerkzeug. Aber für wen ist dieses Buch geeignet? Die Antwort fällt mir schwer. Wir haben Sie zusammen besprochen und waren uns nicht so ganz sicher. Wenn ihr quasi in einer Werkstatt zu Hause seid, dann werdet ihr in dem Buch nicht viel Neues finden (außer Bestätigung). Aber auch wenn ihr so gar nichts mit Werkzeug am Hut habt, ist das Buch sicher nicht unbedingt das richtige für euch. Wir haben uns darauf geeinigt, dass die Leute, die gerade einen Haushalt gründen, die in die Gartenarbeit einsteigen oder beginnen einen Van auszubauen genau die Zielgruppe dafür sind.

Das Buch ist sehr gut strukturiert, die Werkzeuge werden nach den Anwendungsbereichen sortiert vorgestellt, erklärt und es gibt Tipps zum Kauf. Es gibt die Kapitel Handwerkzeuge, Elektrowerkzeuge und Spezialwerkzeuge für Fahrzeuge und Garten. Die Erklärungen sind auch für Laien gut zu verstehen und die Bilder helfen noch dabei. So kann man vor dem Baumarktbesuch einen guten Überblick erhalten, was gebraucht wird und was der Verkäufer nur gern los wird.

Neben dem reinen Text kombiniert mit Bildern, gibt es für jedes Werkzeug noch Boxen, in denen kurz zusammengefasst wird, was beim Kauf zu beachten und was für die Benutzung besonders wichtig ist.

Fazit:

Das ist diesmal schwer. Das Buch ist qualitativ super! Die Frage, die bleibt ist, wer braucht es und wie schnell überholt sich das Wissen, gerade im Bereich der Elektrowerkzeuge. Wenn Ihr merkt, dass Ihr mehr über Werkzeuge wissen wollt oder ihr viel zu wenig davon habt, dann ist dieses Buch die erste Wahl.