Rund um unsere Art zu Campen

Oft denken wir an die „guten alten Zeiten“ zurück, als wir noch ohne Kinder in den Urlaub gefahren sind. Nun sind wir nicht die Camper, die campen weil sie nie etwas anderes erlebt haben, die Eltern und Großeltern schon campten usw. Ihr kennt das! Wir lassen uns von diesen aber gern die Welt des Campings erklären, denn nur sie haben sie mit der Muttermilch bekommen.

Aber zurück zum Thema. Eigentlich ist dieser Blog für mich selbst. Wie oft überlege ich, wann hatten wir diesen Wohnwagen, wann das Auto. Damit ist nun Schluss!

Meine ersten Erfahrungen machte ich noch ohne Line, dafür mit Wohnwagen. 2004 war das.

Den Wohnwagen hatte ich damals für 300,- € für meine Veranstaltungen gekauft und noch nicht ans Campen gedacht. Da ich aber gern zum Kitebuggy-Fahren nach Römö wollte, nutzte ich ihn erstmals „richtig“.

Er war noch ohne WC und anderen Luxus aber dicht und Top-gepflegt.

Das Geld war damals noch knapp (noch knapper als jetzt) der Wunsch nach einem Bus jedoch schon da. Nach langem suchen fand ich einen T4 Syncro der Uni in Halle. Er hatte einen unglaublichen Diesel mit 2.4 Liter und 84 PS, dafür aber Differentialsperren und sonst NIX. Wie sagt man so schön: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen. Vergesst das! 😉 Selbst mit dem Mini-Hobby hinten dran überholten mich die LKW’s wenn es nicht gerade bergab ging. Aber er fuhr. Und er war so klein, dass er noch problemlos in eine Parklücke vor unserem Haus passte…

Da der T4 auch als Werbeträger herhalten musste veränderte er seine Farbe im folgenden Jahr, blieb aber für 3 Jahre unser treuer Begleiter. Defekte: 0

Mit einem neuen Bus trat auch Line in mein Leben. Das Studium in Mannheim verlangte nach mehr Komfort. wöchentlich 850km Autobahn wollte ich nicht mit 84 Saugdiesel-PS abspulen. Der „Neue“ war natürlich nicht neu aber nach einer Lackierung auf der Höhe der Zeit und mit 150PS aus 2.5 TDI ein durchaus flotter Begleiter. Auch innen war nun alles was man braucht. Im Sommer 2006 gab es daher Camping in seiner reinsten Form. Line und ich, dazu der Bus und unsere Räder. Wir starteten in die Alpen, suchten uns jeden Abend ein anderes wildes Plätzchen und es fehlte uns an nichts. Tagsüber mit dem Mountainbike unterwegs oder wandern und Canyoning und Nachts auf unserem Luftbett im Bus die Sterne beobachten. Mehr brauchten wir nicht. Eine zweite Tour führte uns im gleichen Jahr wieder nach Römö zum Drachenfest. zur Vorsicht hatten wir uns das Zelt mitgenommen um auch bei schlechtem Wetter ordentlich sitzen zu können. Hier seht ihr das letzte Fotos des Zeltes. Am nächsten Morgen haben wir es im Müll entsorgt. Der Sturm hatte ganze Arbeit geleistet…

Wir beschlossen also, wenn Römö dann ohne Zelt. Nur wie schaffen wir es, nicht mit so einem altmodischen kackbraunen Wagen durch die Gegend zu fahren?! Lackierer kenn ich genug, also was liegt näher, den Wohnwagen dem Zugfahrzeug anzupassen.

So hätte es eigentlich erstmal bleiben können, wäre nicht Kind 2 im Anmarsch. Für die nächste Saison würde also die Minisitzecke zum Bett umgebaut nicht mehr reichen. Ich machte mich auf die Suche nach einem bezahlbaren Familienwohnwagen mit Doppelstockbett. Das Studium lief noch, das Geld war also immer noch knapp. Für 1100,-€ ergatterte ich einen uralten Dethleffs. Verwöhnt vom Zustand unseres Hobbys und in Vorfreude auf kommende Urlaube übersah ich beim Kauf den einen oder anderen Mangel. So flog mir auf der Heimfahrt gleich mal der komplette Gaskasten über die Autobahn. Da er zwar keine Toilette hatte aber ein „Bad“ gesorgten wir uns ein Porta Potti, es ist lustig, habt ihr mal versucht von der Toilette aufzustehen wenn direkt am Knie schon die Tür ist? Lasst es euch gesagt sein, ohne den Oberkörper nach vorn zu beugen, steht keiner auf! Es hieß also, erst Tür auf, dann aufstehen. Außen sah er noch schlimmer als der kackbraune Hobby aus, es musste also was passieren. Diesmal wollten wir das aber selber übernehmen und dem ganzen auch etwas mehr Farbe gönnen, das kam raus:

Am Strand von Römö waren wir zwar ein beliebtes Fotoobjekt, allerdings lief Abends beim Regen das Wasser innen an der Wand entlang, die Heizung ging nicht und ein paar andere Sachen waren auch Schrott. Das erste was wir also nach dem Urlaub taten, war eine Verkaufsanzeige bei eBay. Genaugenommen 2, denn der kleine graue stand auch noch bei uns. Der Verkauf beider Wagen brachte uns überraschend 2500,- ein ( beim grauen gab es bei eBay einen wahren Bieterkrieg). Nun standen wir vor der Entscheidung neuer Wohnwagen oder Schluss mit Campen. Aber das Virus hatte uns längst! Wir beschlossen also nach etwas neuerem Ausschau zu halten und fanden nach einigem Suchen einen Hobby 550 TKM für unglaubliche 2499,- also unser Budget. Die Besichtigung war diesmal intensiver, man lernt ja nie aus. Wir konnten aber nichts Schlechtes finden und schlugen zu. Da unser beider Studium auch vorbei war, musste der T4 weichen und ein T5 Multivan zog 2008 zeitgleich mit dem Hobby ein. Wir waren stolz wie bolle und beschlossen nicht nur nach Römö zu fahren sondern auch die Sommerurlaube zu campen.

Da wir es nun geschafft haben, in Baujahre zu kommen, in denen Wohnwagen graue Fenster und blaue Streifen hatten, durfte dieser so bleiben. Beim Bus sah das anders aus. Der musste meiner Automacke folgend ein wenig Liebe über sich ergehen lassen. Es waren tolle Urlaube mit diesem Gespann.

Nach 3 Jahren mit unveränderten Fahrzeugen zeigte der Kilometerstand des T5 knapp 200.000km an und ich wurde langsam nervös. Etwas neues musste her. Mit mittlerweile 3 Kindern war klar, etwas großes. Ich wollte Allrad und Leder, achja und am liebsten mit nem VW-Zeichen vorn dran. Eigentlich war der Bus gesetzt, hätte VW nicht den Amarok neu vorgestellt. Preislich im Gegensatz zum T5 sehr interessant und nach einer Probefahrt wurde er bestellt. Für den gleichen Preis hätten wir zwar auch einen Bus bekommen, aber mit 120.000km auf der Uhr… Der Urlaub 2012 startete dann also mit Amarok und 550’er Hobby.

Der Sommerurlaub 2012 war zum abgewöhnen, ein echter Horrorurlaub! Auf der Hinfahrt platzte uns auf der Tauernautobahn der rechte Reifen des Wohnwagens und riss dabei ein Loch in die Küche. Davon ließen wir uns noch nicht beirren und genossen den Urlaub. Als nächstes entdeckte Line Läuse, auf allen drei Kinderköpfen – Juhu! Nach einer Woche kam der Anruf, Schwiegermutter schwer krank! Wir packten also schleunigst zusammen und machten uns auf den Weg nach Hause. Wir kamen bis zur Ostumfahrung München, hier wollte auch der linke Reifen nicht mehr und platzte. Zack – Loch unter der Mittelsitzgruppe. ( Im Nachgang stellte sich heraus, dass seit einer Vollbremsung beim TüV, die Bremse nicht mehr vollständig löste und dauerhaft leicht bremste. Somit wurden die Reifen heiß und gaben in der Mittagssonne auf) Zu Hause begutachtete ich den Schaden mit Freunden und wir kamen zu dem Entschluss, dass der nicht zu retten ist. Zumindest nicht für mich. Die Preisentwicklung kam uns zu Gute und wir konnten den Wohnwagen ohne große Verluste verkaufen. Er handelte zwar 100,- runter aber seit dem haben wir immer noch ausreichend Putzutensilien vorrätig – es war ein Veleda-Vertreter der die 100,- in Naturalien zahlte…

Nun hieß es wieder suchen! Wir fanden einen 560 Kmfe aus 2001 für unter 10.000,-€. Nach dem Schock über die stark steigenden Preise bei Familienwahnwagen schlugen wir zu. Er war sehr gepflegt und wir begeistert.

Die nächsten 4 Jahre änderte sich bis auf die Farbe des Amaroks nichts…

Dann kam was kommen musste. Ich sitze 2016 entspannt auf dem Campingplatz und gehe meiner Lieblingsübung nach. Welche Lieblingsübung? Anhand der Wohnwagenfenster den Grundriss heraus zu bekommen! So sitzend kommt ein Schweizer mit Hobby Doppelachser. Ich tippe auf 650 Kmfe – ist nix für uns, der Tisch der Mittelsitzgruppe ist zu klein, obwohl die Kinder bei diesem Modell alle ins Kinderzimmer passen würden. Näher betrachtet fällt mir auf, dass die Fenster im Kinderzimmer klein sind wie unsere – also kein 650 Kmfe aber was dann. Es lässt mir keine Ruhe, die Neugier ist zu groß, ich schlendere mit meinem Radler rüber und frage schließlich ob ich mal schauen darf. Ich darf! Und bin begeistert, große Sitzgruppe vorn, separates Kinderzimmer und ordentliches Bett. Ab dem Tag im Urlaub vergingen keine 6 Wochen und unser 560’er war verkauft und ein 650’er stand vor der Tür. Exakt ein 650 KFU aus 2004 mit 3’er Etagenbetten. Ich verbaute noch 4 Mover und eine Solaranlage, Dank befreundeter Elektriker klappte auch alles gut. Auch sonst brauchte das gute Stück ein wenig Liebe, mit vereinten Kräften haben Line und ich aber alles geschafft. So konnten wir schon im Herbst mit neuem Wohnwagen in die Alpen.

Anfang 2017 kam nun noch ein neuer Amarok hinzu, farblich passend zum Wohnwagen – mal sehen wie lange das so bleibt. Das Gespann ist nun erstmal wieder top, so kann es eine Weile bleiben. Wenn es ein neuer Wohnwagen wird, dann wohl weil die Kinder nicht mehr mit wollen…

Tja so schnell kann es gehen. Im Jahr 2018 waren wir noch unverändert unterwegs und Ostern 2019 ist es passiert. Unser Auto stand zu Hause und wurde einmal komplett verändert und wir haben beschlossen unseren großen Wohnwagen gegen einen kleineren Neuen zu tauschen. Leider klappte das nicht wie versprochen vor dem Sommerurlaub und wir zogen mit einem Leihwagen des Händlers los. Vorerst unser letztes Mal mit einem Hobby.

Ende September war es soweit und wir konnten unseren nagelneuen LMC 560e Musica mit Aufstelldach abholen. Wir testeten ihn ausgiebig in einem Kurztrip und sind aktuell wieder zufrieden…